Monatsarchiv für August 2008

31.8.2008 - Updates

(Update zu Katzencontent und Illusionen): Wohin dreht er sich nun? Eine Illusion mehr: The Spinning Man. | 

(Update zu Entordnung): Nichts wird diese Songs stoppen: Songs über STOP! (Video). | 

(Update zu Nothing to hide (Als das Web noch Windeln trug)): Der bunte Rubik-Würfel als Büstenhalterverschluß: xkcd - ein Webcomic voller Romantik, Sarkasmus, Mathematik und Sprache. | So wäre Slowloris nicht getroffen worden: Ein Blitz in Hyperzeitlupe, mit allen seinen Verästelungen und Launen. | Der britische Heimatschutz will an Flughäfen automatische Gesichtserkennung einführen. | 

(Update zu Das technische Huhn): Der technische Teddy - ein unfaßbar unnötiger Werbespot für einen Sicherheitsgurtscheuerschoner. | Luke Powell, Fotos aus Afghanistan und Pakistan von den siebziger Jahren bis heute. | 

(Update zu Das Montagszitat: Hochmögendes): In genau einem Jahr soll er fertig sein - der neuerlich höchste Wolkenkratzer der Welt: Burj Dubai. Das hohe Haus hat ein eigenes Blog. |

(Update zu Strahlende Schönheit): Vier Fotos des von Frankreich ausgeführten Licorne-Atomtests Anfang der siebziger Jahre auf dem polynesischen Mururoa-Atoll. Der Name Mururoa bedeutet “Großes Geheimnis“. |

(Update zu Baden auf die harte Tour): Der größte Swimmingpool der Welt ist mehr als 900 Meter lang, hat eine Fläche von 81.000 Quadratmetern, faßt knapp 250 Millionen Liter Wasser und liegt in Chile. | Die Abwesenheit von Wasser, grandios ins Bild gesetzt. | 

(Update zu Die Schreimaschine): Öfter mal nach oben schauen II: Look up!

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Heute im Webfernsehen: Richard Nixon, Pianokonzert Nr. 1

• Streifen-Clip: Eine bemerkenswert breaktanzende Bienentruppe. (Hilf den Bienen) | WeltClip: TerraForm von Johannes Brückner. Eine grandios gespielte Globalisierungserläuterung, mit wuselnden Infografiken aus lauter Leuten (via) | • Stimmungs-Clip: Aus dem YouTube Screening Room der achtminütige kanadische Film How wings are attached to the Backs of Angels. | Pausendia: Dazu ein Versuch, aluminiumverstärkte Flügel mit LEDs in Damenoberbekleidung zu integrieren.

Klang-Clip: Hiroshi Sato läßt ein künstliches Feuerwerk nach den Klängen der Musik tanzen: Handmade Generative Art. | • Klavier-Clip: Richard Nixon, Pianokonzert Nr. 1. [via] | • Telefon-Clip: Sieht so aus, als könnte man holografische Filme am iPhone abspielen. David Oreilly hat es hingekriegt. | • Falt-Clip: Ein Roboterstuhl, der zusammenbricht und sich selbständig wieder zusammenbaut. [via]

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Im Zahlenrausch: Bio-Kunden schauen gern Krimis

• 2000 | 62 Prozent der Bundesbürger bezeichnen ihren eigenen Wissensstand zur Gentechnik als “eher schlecht”. Nur 1,5 Prozent fühlen sich “sehr gut” informiert (September 2000). | 44 Prozent der Bundesbürger vertreten die Ansicht, normale Tomaten hätten keine Gene (September 2000). | 34 Prozent der Bundesbürger stehen der Anwendung der Gentechnologie in der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelproduktion positiv gegenüber (September 2000).

• 2002 | 62 Prozent der Deutschen würden gentechnisch hergestellte Arzneimittel ohne größere Bedenken einnehmen (2002). | 70 Prozent der deutschen Bauern wollen kein genmanipuliertes Saatgut anbauen, 72 Prozent kein Gen-Futter für ihre Tiere kaufen (August 2002).

• 2003 | 72 Prozent der Deutschen lehnen Gentechnik im Essen auch dann ab, wenn sie über den Umweg des Tierfutters in Fleisch, Eiern und Milch auf den Tisch kommt (2003). | In den USA werden etwa 80 Prozent der Soja-Anbaufläche mit Gen-Soja bepflanzt (2003). | Man kann davon ausgehen, dass über 80 Prozent der deutschen Schweine zumindest teilweise mit gentechnisch veränderter Soja gemästet werden (August 2003).

• 2005 | 68 Prozent der deutschen Verbraucher lehnen Milch von Kühen ab, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. (Februar 2005). | Weltweit wurden in 1 Prozent der experimentellen Freisetzungen die ökologischen Auswirkungen gentechnisch veränderter Organismen erforscht (Juli 2005). | Von weltweit 90 Millionen Hektar, auf denen genmanipulierte Pflanzen angebaut wurden, sind 72 Millionen für die Intensivtierhaltung bestimmt (2005). | In den USA sind bereits 95 Prozent aller von Öko-Landwirten angebauten Pflanzen mit Fremdgenen verunreinigt (Juli 2005). | 3 Prozent der US-Amerikaner lehnen Gentechnik in ihrem Essen ab (2006).

• 2007 | In den USA besteht bereits knapp 90 Prozent des Soja-Anbaus aus transgenen Pflanzen (Januar 2007). | 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen in Deutschland sind zu dick (Januar 2007). | 4,9 Prozent der deutschen Verbraucher befürworten Gentechnik grundsätzlich (Februar 2007). | 77,7 Prozent der Deutschen lehnen Genmanipulationen bei Obst und Gemüse ab, 75,9 Prozent bei Molkereiprodukten und 73,7 Prozent bei Brot (Februar 2007). | Den Einsatz von Gentechnik bei Obst und Gemüse befürworten 8,1 Prozent (Februar 2007).

Bio-Kunden schauen gerne Krimis. 35 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren haben eine erhöhte Affinität gegenüber Bio-Produkten. (Juni 2007). | Fast 90 Prozent der Verbraucher sind an landwirt­schaftlichen Themen interessiert, 48 Prozent am Alltag des Landwirtes (Juli 2007). | 10 Prozent der Bevölkerung sieht die Nutzung der Gentechnik durch die Land­wirt­schaft als eine wichtige Aufgabe an (Juli 2007). | 27 Prozent der EU-Bürger - 20 Prozent der Deutschen - wollen eine weitere Förderung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln (Juli 2007). | Mehr als 80 Prozent der Deutschen lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab (August 2007).

• 2008 | “Nur 16 Prozent der Deutschen zählen zum harten Kern derjenigen, die aus knallharter Überzeugung gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel sind.” (Januar 2008). | 51 Prozent der Deutschen lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab, 63 Prozent fühlen sich darüber nicht ausreichend aufgeklärt (März 2008). | 23 Prozent der Deutschen vertrauen darauf, dass Genfood der Gesundheit nicht schadet (März 2008). | Weltweit werden rund sechs Prozent der Ackerflächen mit genveränderten Pflanzen bestellt (Juni 2008). | 22 Prozent der Deutschen treiben nie Sport (Juli 2008). | 66 Prozent der Deutschen haben schon einmal eine Diät gemacht (Juli 2008). | Die EU-Kommission befürchtet, dass Futtermittel in den kommenden Jahren um mehrere 100 Prozent teurer werden könnten, weil einige Gen-Sorten in Europa noch nicht zugelassen sind (Juli 2008).

2008 wächst in Deutschand auf etwa 3.179 Hektar gentechnisch veränderter Bt-Mais, das sind knapp zwei Prozent der deutschen Maiserzeugung. Zwischen einem Feld mit Genmais und dem nächsten konventionellen Maisfeld muß ein Mindestabbstand von 150 Metern eingehalten werden, bei Öko-Mais von 300 Metern. | 90 Prozent aller weltweit angebauten genveränderten Pflanzen gehören der Firma Monsanto. | Bis zu einem Anteil von 0,9 Prozent müssen in Deutschland gentechnisch veränderte Zutaten in Lebensmitteln nicht gekennzeichnet werden.

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Wir basteln uns eine Zukunft

Spaß mit der 3D-Wolke: bobblebrook. Rechts auf die kleine Pixelgrafik achten. Die Pixelwolke so drehen, dass sie der kleinen Grafik entspricht.

Guess The Google von Grant Robinson. Aus jeweils 20 Bildern den zugrundeliegenden Suchbegriff raten (englisch). [via]

• So könnte die Zukunft für Google & Co aussehen: Die Welt im Sucher. | So sollte die Gegenwart für Google nicht aussehen. | Nart Villeneuve ist Politikwissenschaftler an der Universität von Toronto. Er betreibt den Internet Censorship Explorer.

Mein Luftkissenfahrzeug ist voller Aale: Wir basteln uns ein Hoovercraft. | Wir basteln uns eine Floppy Disk-Tasche. | Christopher von Cubecraft: Wir basteln uns einen Little Brother mit Überwachungskamerakopf (Ausschneidebogen). [via] | Gespräch mit dem Fahrer eines Google Street View-Autos in der Nähe von London.

Ein Schuß ins Wunderbare: LOGO-Animation von Trollbäck + Company für das World Science Festival. [via] | Der Comics-Cover Browser. | Super Oors World von dem französischen Zeichner Jonathan Silvestre, ein Creative Commons Pixelcomic. [via] | Aus der Bewegungslosigkeit heraustretende Höhlenmalereien des digitalen Zeitalters: wändeweise Gif-Animationen.

Raketen: Rißzeichnungen und Deckpläne. | Ein Strahlenpistolenkettchenanhänger. | Ein Blick in das Jahr 2000 aus “Hör Zu!” Nr. 4 vom Januar 1950. | Brenda Guyton, Objekte aus gefundenen Computerteilen. | Lichtschalter aus massivem Gold, das Stück zu 150 Dollar.

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“Die Welt ist eine Google”: Nachbemerkung und Schluß.

Ich sehe die kleine Kontroverse als ein Lehrstück zu einer größeren Frage, nämlich: Wie wollen wir miteinander umgehen? Auch und vor allem im Netz. Wollen wir so miteinander umgehen? Ich bin nicht Knigge, aber etwas wirscher und etwas höflicher könnte nicht schaden.

Mein erster Kommentar war deshalb auch ein Auszug aus einem älteren Text, der sich ausführlich mit dem sozialen Miteinander im Netz befaßt. Mit Fragen wie etwa der, weshalb Menschen sich im Netz oft regelrecht von der Kette lassen, die in der NichtRechnerWelt (NRW) sehr wohl wissen, welchen Beitrag Umgangsformen zur Lebensqualität leisten.

Für meine zwei Zeilen an Marco Dettweiler hatte ich Gründe, die über den Satz “Die Welt ist eine Google” hinausgingen, mit dem sein Artikel beginnt. Wie in meiner Netzkolumne von 2005 mit dem selben Titel geht es auch in dem Dettweiler-Artikel um die Kartierung der Welt. Ich habe das weggelassen, weil ich den Ball flach halten wollte. Ich war neugierig, wollte aber nicht kompromittieren. Kleine dienstliche Anfrage.

Die Antwort ist bekannt. Sie hat mich erstaunt und zu einer Replik veranlaßt, in der ich mir nur wenig Ironie gestattet und stattdessen versucht habe, sachlich zu bleiben, soweit das mit einem solchen Satz und den ihn umgebenden Sachverhalten eben geht.

Viereinhalb Stunden nachdem ich das Posting veröffentlicht hatte, wies mich nrq in einem Kommentar darauf hin, dass Nico Lumma bereits am 29. September 2004 einem Foto vom Online Marketing Tag 2004 in der Fotodatenbank Flickr den Titel “Die Welt ist eine Google” gegeben hat. Tags darauf wies mich Cybaer noch auf einen Beitrag im Usenet-Archiv von Google hin - eine Anfrage von Heike Lauf zu Triumph-Fahrrädern in der Newsgroup de.rec.fahrrad vom 6. Dezember 2004: Die Welt ist eine Google, aber da fand ich nur Infos zu Triumph-Motorrädern und Schreibmaschinen. Hat jemand einen Tip?”

Johny Hardcore (dessen Ausbilder Nico Lumma war) berichtete in seinem Blog eine Woche später über eine angeblich noch ältere Fundstelle des Satzes vom 7. November 2003 - und darüber, dass der betreffende Artikel sehr wahrscheinlich “nachträglich erstellt oder Verändert wurde um ein paar schöne Links zu bekommen”. Link bait (”Links ködern”) heißt die Methode.

Ich habe keine Zweifel daran, dass Nico Lumma den Satz als erster ins Netz geschrieben hat. Wenn’s nach mir ginge, würde der Pokal an die Sachsen gehen, denn auch was geroyche sagt, klingt glaubwürdig - und so hätten am meisten Leute was davon.

Ich neige mein Haupt vor der Blogosphäre, der immer wieder vorgeworfen wird, keine journalistische Qualität zu produzieren. Das Gegenteil ist der Fall.

Meine Netzkolumne “Die Welt ist eine Google” vom 13. April 2005 ist nun nur noch der erste journalistisch relevante Text, in dem die Wendung auftaucht. Da ich mich in meiner Anfrage an Marco Dettweiler auf die Welt journalistischer Texte bezogen habe, war die Suche im Google News-Archiv das zusätzliche Werkzeug meiner Wahl, nicht Flickr und nicht das Usenet-Archiv (letzteres eine ernsthafte Nachlässigkeit). Aber diese Welt ist nicht genug, denn die Welt ist eine Google.

Die nicht moderierte, nicht leserbriefbereinigte, unrasierte Art der Meinungsäußerung, wie sie in Blogkommentaren stattfindet, ist nicht jedermanns Sache. Ich habe keine Veranlassung gesehen, die Kommentarfunktion zu beschränken. Was mich überrascht hat, war, dass der Adressat meines Postings nie die Möglichkeit in Betracht gezogen hat, seine Sicht der Dinge umgehend und direkt am Ort des Geschehens zum Ausdruck zu bringen. Auch Marco Dettweilers eigene Website “Wortvolles” ist wortlos geblieben und seit kurzem offline.

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In ein paar Tagen, wenn in den Kommentaren zu diesem Posting die wichtigsten Positionen zu Wort gekommen sein werden, werde ich das Ursprungs-Posting als auch diese Nachbemerkung löschen, denn das hier ist kein Register für Online-Haltungsnoten, sondern ein Blog. Den Platz der beiden Postings wird ein Text über die Kunst des Vergessens einnehmen.

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Das Mittwochswort: Oh

Letzten Monat kam ein japanisches Mädchen, und sie fragte «Wie geht es ihrer Frau?» Und ich sagte «Oh, meine Frau ist seit 25 Jahren tot». Und sie sagte «Was, Elizabeth Taylor ist tot?» Und ich sagte «Ich bin nicht mit Elizabeth Taylor verheiratet». Und sie sagte «Oh, ich dachte, sie wären es».

Einmal kam ein Mann und sagte «In welchem Hotel haben sie gewohnt, als sie The Naked Lunch geschrieben haben?» Ich sagte «Ich habe The Naked Lunch nicht geschrieben». Und er sagte «Nein? Wer denn?» Und ich sagte «William Burroughs». Und er sagte «Sind sie denn nicht William Burroughs?» Ich sagte «Nein, der bin ich nicht».

Paul Bowles, Schriftsteller (1910-1999)

 

Raus mit der Sprache.

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i und Print¹: Es beginnt.

In der Link-Schatzkiste Wunderweb habe ich bereits auf Mygazines.com hingewiesen. Seit Ende Juli stellt der Dienst eingescannte Zeitschriften und Magazine zur Verfügung, man kann sie durchblättern, kommentieren und remixen. Aktuell sind etwa 1400 verschiedene Hochglanzblätter im Angebot, vorwiegend aus dem englischsprachigen Raum.

Es ist wie mit Napster und der Musikindustrie: Die Industrie findet keine Antwort auf einen immensen Bedarf, der offensichtlich nach digitalen Angeboten besteht. Erst Steve Jobs konnte, Jahre nach Napster, mit iTunes/iPod zeigen, dass und wie man das in einer Ära florierender Musiktauschbörsen rechtlich und ökonomisch ganz prima machen kann. Die Musik- und inzwischen zunehmend auch die Filmindustrie verklagt nach wie vor alles, was eine Tastatur auch nur seitlich ansehen kann und versucht, durch sogenanntes Digital Rights Management (DRM), den Eigentumsbegriff abzuschaffen und dem Kommunismus sonderbarer Weise durch kapitalistische Mittel doch noch zu einem Sieg zu verhelfen (”Eigentum ist Diebstahl“). Anstelle des herkömmlichen Eigentumsanspruchs soll es nur noch temporären und Miet-Besitz an Kulturgütern geben. Dass es so nicht geht, haben in den letzten Monaten als erste die Großen der Musikbranche einzuräumen begonnen. 

Nun zeichnet sich derselbe Durchlauf in Print ab. Mygazines.com ist ein einigermaßen eleganter Webdienst, eine Art digitaler Lesezirkel. So argumentieren jedenfalls die Betreiber: Mygazines.com sei nichts anderes als das, was Ärzte auf den Tischen in ihren Wartezimmern anbieten. Die Copyright-Inhaber und Magazinherausgeber, auch große Unternehmen wie Time, haben es mit dem Einklagen ihrer Rechte schwer. Als Firma ist Mygazines in der Karibik registriert, die Server stehen in Schweden und die Betreiber - The Pirate Bay - haben Erfahrung damit, in heftigem Gegenwind zu stehen. Der Geist ist aus der Flasche. 

Wenn ich ein sehr großer Zeitschriftenverlag wäre, würde ich mir die Idee von iTunes und iPod nochmal von allen Seiten gut ansehen, den Pirate Bayern den Dienst wegkaufen, sie an die Wand wirtschaften oder mit ihnen, wie auch immer, kooperieren und dann mit einer nächsten Generation des eBook-Lesegeräts Kindle - als Print-iPod - ein iTunes für Zeitungen, Zeitschriften und Bücher starten. Als ein zeitgemäßes zusätzliches Angebot zu den gedruckten Objekten.

Mygazines ist nicht der erste Hai im Teich. Im März 2007 gründeten ein paar Studenten in San Francisco Scribd, eine Tauschbörse für Texte und Dokumente. Inzwischen verzeichnet die Website nach Betreiberangaben mehr als 20 Millionen Besuche pro Monat und hat sich “zu einer über 17 Milliarden Worte umfassenden Bibliothek ausgewachsen, das entspricht dem fünffachen Volumen der Wikipedia.” Seit April kann man bei Scribd Dokumente kostenlos einscannen und online stellen lassen. Der Service finanziert sich durch Werbe-Inprints auf den gescannten Dokumenten.

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¹ Die Bezeichung iPrint hat die Firma Novell sich bereits für einen firmeneigenen Dienst gesichert, mit dem man von überall aus über das Internet auf jedem Drucker drucken kann.

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Auf dem Sprung: Die Dinge

Bei Perry Rhodan hießen sie Materie-Transmitter, an Bord der Enterprise wird gebeamt. Jetzt lassen sich tatsächlich Gegenstände übertragen. Allerdings funktioniert es anders, als SF-Autoren sich das mal ausgedacht haben.

Beim Rapid Prototyping werden die Daten eines Computermodells scheibchenweise in Querschnitte umgerechnet, ein ultravioletter Laserstrahl projiziert sie dann auf flüssigen Kunststoff. Der Kunststoff härtet Schicht für Schicht aus, bis das Modell aufgebaut ist.

• ”Nun ist die Maschine doch in die Welt der Kunst vorgedrungen. Ein erstaunlicher Mechanismus, der gerade vorgestellt wurde, kombiniert die Eigenschaften einer Kamera und eines Pantografen, um Gipsbüsten zu schaffen” (Dezember 1933). | In dem Buch Future Cities: Homes and Living into the 21st Century von 1979 wird ein zukünftiger 3D-Kopierer beschrieben. | Bremer Forscher können Struktur und Dichteverteilung von Knochen berechnen und mit diesen Daten per Rapid Prototying maßgeschneiderte Knochenimplantate herstellen (Juli 2008). |

• Solche Drucker für Dinge gibt es inzwischen auch zum Selberbauen. | Niels Boeing berichtet unter anderem über den Erfinder Marshall Burns. | Der Replikator oder Fabber (”digital fabricator”) läßt aus einem digitalen 3D-Datensatz ein reales Objekt hervorgehen [Video]. Das Selbstbauprojekt Fab@Home - Materialkosten knapp 2.000 Euro - ist in einem umfangreichen Wiki dokumentiert. | Drüben bei The Scientific Indian kann man verschiedene 3D-Druckverfahren in Aktion sehen. |

Die Kaufhauskette Sears nahm 2007 eine computergesteuerte CNC-Fräse der Firma Craftsman in ihr Angebot, die für 1.800 Dollar aus verschiedenen Materialien das räumliche Abbild einer digitalen Vorlage fertigt. | Wer nicht die Muße hat, komplexe Objekte in einem 3D-Programm eigenhändig zu modellieren, kann auf wachsende Objektbibliotheken wie die von Google zugreifen. | Und wer mag, kann sich von der Firma Shapeways seine selbst gestalteten 3D-Objekte jetzt räumlich ausdrucken lassen (es gibt auch ein Blog dazu). |

• Manche denken bereits an den “Druck” von ganzen Häusern im Schnellverfahren. Aus Hubschraubern oder Sprühkanonen soll dabei ein Aerosol in der Luft verbreitet werden, in das mehrere Laser den räumlichen Bauplan aus dem Computer werfen. Die Schwebstoffe sollen sich verfestigen und die Grundstruktur des Gebäudes bilden.

Falls 3D-Drucker und Fabber zu gängigen Peripheriegeräten werden sollten, wird man sich Gedanken über Nutzungsregelungen machen müssen. Ich denke an Vorschriften zur Verhinderung von Materialisierungssucht, 3D-Vandalismus, Objektspam oder der Notwendigkeit von Kindersicherung. | Auch bei Futurismic denkt man bereits über 3D-Spam nach. | Was, wenn etwa die Sprößlinge in einem Anflug experimentellen Übermuts einen Gelenkbus oder eine Saturn V in Originalgröße zu plotten versuchen - oder riesige Dinge, die es in der wirklichen Welt gar nicht gibt. Noch nicht.

• Dass die Dinge sich längst auf den Weg aus der digitalen Welt zurück in die analoge gemacht haben, weiß kaum jemand besser als Aram Bartholl. |

Sie alle warten darauf, digitalisiert und verschickt zu werden: Sehr große Dinge Big Things - Kitsch, Strange & Weird Big Tourist Attractions - View this group's most interesting photos on Flickriver

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Das Montagszitat: Was ich an Werbung hasse

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Was ich am meisten an Werbung hasse ist, dass sie all die talentierten, kreativen und ambitionierten jungen Menschen anzieht, sodass fast nur noch die Langsamen und Selbstsüchtigen übrigbleiben, um Künstler zu werden. Die moderne Kunst ist ein desaströser Bereich. Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde so viel von so vielen benutzt, um so wenig zu sagen. [via]

Sie kommen jeden Tag und verunstalten unsere Städte. Sie hinterlassen überall ihre idiotischen Schriftzüge. Sie machen aus der Welt einen hässlichen Ort. Wir nennen sie Werbeagenturen und Stadtplaner. [via]

Banksy, Graffitikünstler

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Hier eröffnet nun eine der schnellsten Kunstgalerien der Welt. | Galeriezack. |

Blitzausstellung: Banksy. |

Foyer: Infotresen - [Wer] [ist] [eigentlich] [Banksy] [?] Und - Souvenirkiosk. | Saal Eins: [Google Bildersuche: Banksy] [Flickr Foto-Pool: Banksy] [Banksy bei Technorati] | Saal Zwo: Die Jagd nach Banksy. [Ist] [Banksy] [enttarnt?] | Saal Drei: [Wie] [erkennt] [man] [einen] [Banksy?] | Saal Vier: Ist Banksy drauf? [Wird abgeschraubt] [oder abgebrochen]: Street Art Hunter. [Wird teuer verkauft]. | Saal Fünf: Banksy in Bethlehem. | Israelstreetart | Tel Aviv Graffiti & Street Art [via]. Das Ganze als Flickr Foto-Pool. |

Werbeunterbrechungen:

• 2007 reichte es dem Bürgermeister der brasilianischen Metropole São Paulo. Er erließ eine Verordnung, die das Stadtbild drastisch veränderte: Keine Plakatwände mehr. Keine Großplakate mehr. Die Gerüste der Werbetafeln mußten demontiert werden. Der Fotograf Tony de Marco hat das Abwracken über Monate mit der Kamera beobachtet: São Paulo No Logo. |

In Buenos Aires sind Behörden und Interessenvertretungen der Werbeindustrie ebenfalls übereingekommen, etwas gegen die Blickverschmutzung zu unternehmen und etwa 40.000 überdimensionale Werbeflächen und aufdringliche Leuchtreklamen abzubauen - das entspricht etwa 60 Prozent der Billboards in der Stadt. Die verbliebenen Werbeflächen werden teurer verkauft. (Gefunden bei PSFK). |

• Wen auch noch die Menschen auf einem Foto stören, der kann beispielsweise den Tourist Remover von Snapmania.com benutzen. Aus drei Fotos eines Motivs wird eines ohne unerwünscht durchs Bild laufende Leute oder andere störende Objekte. | Leute von einem Foto entfernen oder welche hinzufügen: 5 Dollar pro Person. | Mike McHugh zeigt, wie man mit Photoshop Menschen aus Fotos entfernt. (Video) | Das ganze als Schrittfürschrittanleitung aus einem Forum für Grafiksüchtige. Und eine Anleitung bei creativetechs. |

• ”Wer hat mich umgebracht?”: Gewöhnlich stellen Mordpfer nur noch in Traumsequzenzen im Film Fragen. In Los Angeles versuchen die Opfer ungeklärter Mordfälle von riesigen Billboards herab, verbunden mit dem Hinweis auf eine Belohnung, zögernde Zeugen für sich zu gewinnen. [via] |

• Die mediensensitive Brille schaltet dunkel, sowie ein Fernseher zu sehen ist. | Eine andere intelligente Brille: das Visual Spam Blocking System erkennt - reale - Werbeflächen und blendet sie automatisch aus. | Zu viel geguckt? EyeDefender bringt das vitale Funkeln zurück in Ihre Augen. |

• Subvertising statt Advertising: die Kunst, Werbung zu verschaukeln. | Adbusters am Werk. (Foto-Pool) | Werbeagentur gegen Werbung: die Anti-Advertising Agency. [via] | So sehen die Dinge in der Werbung aus. Und so in der Realität. |

• Zack. Mehr StreetArt:

Ungewöhnliche Graffiti. | Der Tag, an dem die Stree Art starb. | Graffiti-Möbel von Love Anna James. | Zevs: Von Logos herablaufende Farbschürzen. | Zevs: Blickentführungen. | Gehsteigkantenkunst aus Brasilien. |

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Zehn Worte werden täglich neu erfunden

• Rene Gisler betreibt seit 2002 das Blog enzyglobe (”Phrasardeurs Verbarium”), hier werden Wortneuschöpfungen gesammelt. Die Wortsammlung “ist grundsätzlich multilingual mit dem Schwerpunkt auf der deutschen Sprache. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass (Schweizer-)Deutsch meine Muttersprache ist.” (Gisler) Zu dem Begriff “Google” finden sich beispielsweise die Einträge “Googlehupf” (16.4.2008), “Googlelager” (18.12.2007), “Pädagoogle” (19.5.2007) und “Googleschreiber” (4.2.2007). Nicht unerwähnt bleiben darf der Hinweis auf “2420000 Treffer auf Deutsch bei Google für Imbiss bei 346 für Impiss.” |

Die Wortwarte: Seit acht Jahren spüren die Sprachwissenschaftler Lothar Lemnitzer und Tylman Ule von der Universität Tübingen jeden Tag neue Worte im Netz auf und lassen ein Online-Wörterbuch der deutschen Sprache des 21. Jahrhunderts entstehen. Rund zehn Worte werden täglich neu erfunden. Die Wortwarte wird beziehungsweise werden inzwischen als Referenz verwendet. So soll einem Wikipedia-Eintrag zufolge der Begriff Neophobie “laut Wortwarte … im deutschen Sprachraum erstmalig am 15. Juni 2001 aufgetaucht sein. Damit soll der Düsseldorfer Wirtschaftswissenschaftler Thomas Jendrosch die ablehnende Stimmung dem Euro gegenüber beschrieben haben.” |

• ”Klonen und BSE - wie sagen es die Chinesen?” - Die chinesische Sprache kennt verschiedene Methoden, neue Worte in sich aufzunehmen. [via Chinafokus] | Einige der mehr als 1700 Worte, die William Shakespeare erfunden hat. | Worte, die William Shakespeare geprägt hat. | Wendungen aus Shakespeare-Stücken, die Eingang in die englische Sprache gefunden haben. | Ein Artikel über neue Wörter aus der Zeit, als die sogenannte politisch korrekte Sprache aufkam (Die Zeit, 1992). |

• Drüben im Britannica Blog macht Peter Sokolowski aufmerksam auf das Open Dictionary von Merriam-Webster, in dem neue Worterfindungen und Wendungen eine öffentliche Sammelstelle gefunden haben. Entleerte Worte zurückgeben und dafür Pfand bekommen kann man noch nicht. Zu den neuen Worten gehören solche wie “webify” (etwas “webifizieren”, d.h. Daten netzgerecht aufbereiten), “cinemuck” (damit gemeint ist der von verschütteter Limonade etc. klebrige Fußbodenbelag in Kinos) oder “fabulousity” (das Fabelhaftsein). |

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Spielen! Geilomaten für Gamer.

Reife des Mannes: Das heißt, den Ernst wiedergefunden haben, den man als Kind hatte beim Spiel.

Friedrich Nietzsche

• Computerspielen ist alles andere als harmlos, denn es ist nicht wirklich Spiel. Es ist Kult, im dramatischen Sinn. Nur aus den Tiefen des Spirituellen kann eine solche Inbrunst und fanatische Motivation kommen, wie der Videospieler sie an den Tag legt. Nirgendwo sonst ist eine so unbedingte Bereitschaft, eine so schmerzliche Verzückung zu beobachten, außer vielleicht beim Triathlon oder bei der Steuerhinterziehung.

Die großen Kirchen haben die geradezu phantastische Andachtsbereitschaft der Computerspieler bisher mißachtet. Ich muß an den außergewöhnlichen Film “Sans Soleil” von Chris Marker denken, in dem jemand in einem Großkaufhaus in Tokio eine Ausstellung von Schätzen aus dem Vatikanmuseum sieht, die das Museum seit Jahrhunderten nicht mehr verlassen haben. In den Augen der Kaufhauskunden vermeint der Betrachter einen Glanz von Industriespionage wahrzunehmen und er vermutet, dass die Japaner in absehbarer Zeit mit einer etwas leistungsfähigeren und billigeren Version des Katholizismus auf den Markt kommen werden. |

• Drüben bei techdirt haben sie einen Trend beobachtet: Kids, die Mist gebaut haben, schieben die Schuld auf das Videospiel Grand Theft Auto (GTA) - es habe sie inspiriert. Die lieben Kleinen haben mitbekommen, dass Erwachsene sich dann eher darauf stürzen, als sich mit dem eigentlichen Übel zu befassen. Inzwischen geben Jugendliche dem Spiel schon die Schuld für Dinge, die darin gar nicht vorkommen. So behaupteten drei Jugendliche aus dem US-Bundesstaat Georgia, die (reale) Autos mit Molotow-Cocktails abgefackelt hatten, dass sie die Herstellung der Brandbomben in GTA gelernt hätten. Zwar gibt es Mollis in dem Spiel, aber die sind vorgefertigt. [via] |

• Fotosammlungen für den spielefürchtigen Menschen: Leipzig, Games Convention 2008. | Fiktive Waffen, Konzepte und Entwürfe. | Die Welt der Videospiele (und ihrer Spieler). | Schlicht: Gamers. | Video Game Life. | Gamers, 1924 (eine einzelne Photographie). |

Videogame-Fetischismus:
Video Game Fetishism - View this group's most interesting photos on Flickriver

• Wozu einen Controller? Man kann alles benutzen, um ein Computerspiel zu steuern. [via] | Spielt man besser Mario Kart, wenn man betrunken ist? Ja. | Die bisher bestverkauften Computerspiele 2008. Von den ersten fünf wurden in den USA, England und Japan insgesamt 23.502.000 Stück verkauft. | 25 nervtötende Dinge über Nicht-Spieler. | Milliarden Jahre durchzuspielen: Seit Monaten wird das Spiel Spore von Will Wright angekündigt. Als Erfinder von Die Sims hat Wright Furore gemacht und sich dabei unter anderem von Little Computer People anregen lassen. | Die Space Invaders sind 30 Jahre alt. Zwar schon im Juli gewesen, aber man hat höflicherweise mit dem Feiern gewartet bis zur Games Convention. | Schon wieder Bilder von der Games Convention 2008. | Twinity - eine 3D-Onlinewelt mit Echtwelteinschlag in Berlin. |

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“Prophetin der Zahl”

Eine Seite aus dem Notizbuch des Kalligraphen Andreas Wald

 

Lesbar I | CAPTCHAs heißen die oft schwer lesbaren Zeichenfolgen, die man an vielen Stellen im Netz eintippen muß, um sich als Mensch zu erkennen zu geben. Das Akronym steht für Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart. Der Mathematiker Alan Turing, dem wir die maßgeblichen theoretischen Grundlagen der modernen Computertechnologie verdanken, hatte diesen Test 1950 vorgeschlagen, um entscheiden zu können, ob man es mit einem Menschen oder mit einer Maschine zu tun hat. 

? Die CAPTCHAs kommen heute vor allem bei der Bekämpfung von Spam zum Einsatz. Sie sollen automatisierten Eindringlingen den Zutritt verwehren, für Menschen aber überwindbar sein. Luis von Ahn, einer der Erfinder der CAPTCHA-Idee, hat aus der Buchstabenhürde noch zusätzlich ein geniales, kleines Hilfsmittel gemacht. 

Während es sich bei CAPTCHAs meist um zufällig erzeugte Zeichenfolgen handelt, bestehen von Ahns reCAPTCHAs aus einzelnen Worten aus alten Manuskripten, die digitalisiert werden sollen,  jedoch von Texterkennungssystemen nicht gelesen werden können. Da Menschen auch Handschriften oder verschnörkelte Typografien ohne größere Probleme entziffern können, werden die alten Bücher auf diesem Weg Wort für Wort digitalisiert. Inzwischen haben Nutzer über 1,2 Milliarden reCAPCHAs gelöst und dabei 440 Millionen Wörter digital lesbar gemacht.

Ausflippen in der Bücherei (Video). | Schokolade für Buchliebhaber. | Anatomie eines wirklich alten Buchs. | Eine einfache Anleitung zur Reparatur von Büchern. |  

Porträts von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren. Ein Flickr-Fotoset:
cindiann - View my 'Portraits of Librarians' set on Flickriver

Lesbar II | Die isländische Sprache hat sich seit der Besiedlung der Insel kaum verändert und kennt fast keine Fremdworte. Alle Isländer können deshalb die alten Schriften ihrer Vorfahren lesen. Der Kölner Musiker Rüdiger Sünner schreibt in seinem Blog über die isländische Autorin Birgitta Jonsdottir (die in Neuseeland lebt), über Björk und über das Besondere an der islandischen Sprache: 

Im Durchschnitt verfasst jeder zehnte Inselbewohner in seinem Leben ein prosaisches Werk in der Tradition seiner Vorväter. Die Sprache gilt als Kern der isländischen Kultur und wird [ihrem] Ruf als ‘Latein des Nordens’ durchaus gerecht, gibt es doch staatlich eingesetzte, akademische Kommitees, die neue Wörter ins Isländische übersetzen. So wird z.B. aus dem “Computer” ein “tölva“, zusammengesetzt aus “tala” (Zahl) und “völva” (Prophetin).

Mit der Einführung neuer Worte sind in Island seit 1919 eigene Komittees befaßt, seit 1964 maßgeblich der Isländische Sprach-Ausschuß. Seit 1985 ist das isländische Zentrum für Sprache tätig. | Die Wikipedia über isländischen Sprachpurismus. | Und über deutschen Sprachpurismus. | 

Auf der digitalen Sparring-Arena des Polemikers Henryk Broder entdeckt: Der Schweizer Autor Beni Fränkel erzählt, warum er so lange dachte, dass es keine Juden auf Island gibt und dass es doch einen gibt, und warum der eine Enttäuschung ist. |

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Die Schreimaschine

Es gibt sie noch, die schönen Websites: Sand. Einfach doppelklicken. Wer mag, kann den Mauspfeil bewegen. Den unteren Rand beachten. Geologischer Querschnitt meets Zimmerameisenfarm. | Dazu passend rieselfreudig die Zucker-Buchstabenspiele der Kanadierin Marian Bantjes. | Die Terroristenteekanne des britischen Designers Jackie Piper. | Eine Solarhandtsche von John Hyneks Solarjo. Abends auch chic, aber ohne Strom. |

Touch Sight, die erste Digitalkamera für Blinde von Chueh Lee. Zu jedem Foto werden drei Sekunden Ton als Merkhilfe aufgezeichnet. Das Braille-Display zeigt das Foto ertastbar an. | PlaceMaths: Mathematische Tischsets und Untersetzer. | Holzhörbarkeit: Ein Ahorn-Handy von Hyun Jin Yoon und Eun Hak Lee. [via] | Ich empfehle, öfter mal nach oben zu sehen. |

Die Schreimaschine: Wer zu faul ist, auf einen Berg zu rennen, um etwas aus sich rauszuschreien, der kann das jetzt dank der Leute von Unsworn auch bequem von zu Haus aus erledigen. Ihr Telemegaphon zeichnet eingehende Telefonanrufe auf und läßt sie von einen Lautsprechermast aus über einem Fjord in Nordnorwegen ertönen. | Tage des Lebens: “Chronophotographie (Fragments)” ist ein abgefahren stimungsvolles Video des jungen französischen Regisseurs DaBrainkilla, destilliert aus 10 Stunden Alltag. Mit Musik der Shoegazer und Psychedelic Rocker von fbc Fabric und Reindeer. [via] | Fernwühlen: Internet-TV bei FireAnt. |

Maschinen aus Menschen (Werbespot für eine… nein, ihr glaubt es nicht). | Die reizvollen Roboter von Ann P. Smith in Aktion. | Die unglaublichen Fahrzeuge und Flugmaschinen von Cosmic Motors. | Unvorstellbare Markenartikelfälschungen, und welche in freier Wildbahn. |

Die aus gefundenem Material gemachten Käfer von Chris Goodwin aka eselkunst. |

eselkunst - View my 'Bugs' set on Flickriver

Die zerlegten Haushaltsgeräte der amerikanischen Fotokünstlerin Brittny Badger:

brittnybadger - View my 'disassembled household appliances' set on Flickriver

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Das Mittwochswort: Neuigkeit

Mein Herz erhebt sich, / gedenkt, dir Neuigkeiten zu bringen / von etwas, / das dich angeht / und das viele Menschen angeht. / Sieh dir doch an, / was heute als Neuigkeit durchgeht. / Dort wirst du es nicht finden, vielmehr in / mißachteten Gedichten. / Es ist nicht leicht, / aus Gedichten die Neuigkeiten zu erfahren, / und doch sterben täglich Menschen kläglich / an einem Mangel dessen, / was dort zu finden ist.

William Carlos Williams (1883-1963)

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Datendrang, Däter

Der beste Weg, seine Daten zu sichern ist, sie so weit wie möglich zu verbreiten.

Wau Holland, Mitbegründer des Chaos Computer Clubs

 

Großbritannien | Eine junge Kriminaltechnikerin aus Liverpool ertappte die Pflegerin ihrer todkranken Mutter bei einem Diebstahl. Sie hatte eine Überwachungskamera in einem Auge eines Teddybärs untergebracht. (August 2008) | In einer Umfrage erklärten 85 Prozent der befragten britischen Lehrer, dass es Überwachungskameras in ihrer Schule gäbe, etwa ein Viertel der Pädagogen fand das besorgniserregend. 10 Prozent sagten, dass Überwachungskameras auch in den Toiletten in Betrieb seien. (August 2008) |

Wie erst jetzt bekanntgegeben wurde, sind dem britischen Innenministerium im März zwei CDs mit Namen, Paßnummern und Geburtstdaten von 3000 Saisonarbeitern abhanden gekommen (August 2008). | Wie das britische Verteidigungsministerium im Juni dem Parlament berichtete kamen seit 2003  87 USB-Sticks mit als geheim klassifizierten Daten abhanden. | Die englische Firma Digital Look (Dienstleistungen für Investoren) hat eine E-Mail an 22.129 Abonnenten einer Mailingliste verschickt, in der sämtliche E-Mailadressen für alle lesbar waren (August 2008). | In England wird automatische Gesichtserkennung an Flughäfen getestet. (August 2008) | 

? Deutschland | “Datenschützer vermuten, dass mittlerweile die Adressen sämtlicher Bundesbürger im Umlauf sind”, schreibt die Süddeutsche Zeitung. | Ein Informant hat der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein eine CD mit 17.000 Kundendaten zugeschickt. Nach eigenen Angaben besitzt er Adressen und Kontodaten von insgesamt 1,5 Millionen Kunden (August 2008). |

In einem Scheingeschäft hat die Verbraucherzentrale für 850 Euro persönliche Daten von sechs Millionen Bundesbürgern gekauft, davon vier Millionen mit Kontodaten [via]. Die Landesbeauftragte für Datenschutz in Nordrhein-Westfalen, Bettina Sokol, hält ein generelles Verbot der Geschäftemacherei mit persönlichen Angaben wie Name, Anschrift, Geburtsjahr, Beruf oder Kontendaten für nötig. Nur so sei der “außer Kontrolle geratene Datenhandel zu stoppen” [via]. |

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses hat ein Krisentreffen zum Thema Datenschutz angekündigt. Es sollen Vorschläge für ein wirksameres Datenschutzgesetz erarbeitet werden [via]. Er plädiert dafür, Kundendaten in Unternehmen künftig nur noch verschlüsselt zu speichern und eine automatische Protokollierung jedes Daten-Zugriffs vorzuschreiben [via]. | 

Japan | Im japanischen Osaka wurden im Juni Zigarettenautomaten mit automatischer Gesichtserkennung aufgestellt. Die Software soll anhand von Gesichtsmerkmalen das Alter einer Person ermitteln können. Ein Reporter fand heraus, dass das System sich durch Zeitschriftenfotos austricksen läßt. | In Japan hat man die sogenannten Eitelkeits-Features (”Vanity Apps”) digitaler Dienste am liebsten in ihrer mobilen Form [via]. So kann man beispielsweise ein mit dem Kamerahandy aufgenommenes Foto von sich an den beliebten Dienst Kao Chekki (”Gesichts-Check”) schicken und erhält Fotos von Prominenten zurück, die einem ähnlich sehen. (August 2008) | Auch bei Facebook gibt es solcherlei. | 

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? Was den Datenschutz angeht, gilt nach wie vor das Nylonstrumpf-Prinzip: Je enger die Maschen gezogen werden, desto mehr Löcher entstehen. Anfang März 2005 gab der Informationsdienst LexisNexis bekannt, dass sich unbekannte Eindringlinge Zugang zu persönlichen Dossiers von etwa 32.000 Datenbank-Kunden verschafft hatten. Vier Wochen zuvor hatte die Firma ChoicePoint einen Sicherheits-Supergau bekannt gegeben. Über Tarnfirmen hatten sich Kriminelle Zugriff auf 145.000 Datensätze von Privatpersonen verschafft - Namen, Adressen, Sozialversicherungs- und Führerscheinnummern, Berichte über Kredithistorie, Bonität und Zugang zu Insolvenz-, Forderungs-, und Immobilieninformationen. Firmen wie Marktführer ChoicePoint sammeln die persönlichen Daten von Abermillionen Amerikanern und verkaufen sie an das FBI, das US-Justizministerium und an große Konzerne. Am Erfolg der Branche ist in den USA kurioser Weise ein Datenschutzgesetz schuld. Der Privacy Act von 1974 untersagt Behörden, Daten zu sammeln, die nicht unmittelbar ihre Arbeit betreffen. Datensammlern aus der freien Wirtschaft ist keine solche Beschränkung auferlegt.

Die BBC hat sich dafür entschuldigt, die Datensätze von 150 Kindern verloren zu haben. (August 2008) | Auf einer Festplatte vom Flohmarkt fand ein ehemaliger Ingenieur Patientendaten der psychiatrischen Klinik der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität aus den Jahren 1996 bis 2005. “Die Klinik zeigte sich überrascht von dem Vorfall, betont aber, man werde den Fall zum Anlass nehmen, Sicherheitslücken im System zu suchen.” (Juli 2008) | US-Reisende verlieren pro Woche etwa 12.000 Laptops. (Juli 2008) | Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche sind Geheimunterlagen der britischen Regierung in einem Zug gefunden worden. (Juni 2008) | 

Der indische Outsourcing-Anbieter Bee Solutions soll sich an den Adreßdatenbanken seines Kunden Noble Ventures bedient und die Daten für knapp eine Viertel Million Dollar einem Konkurrenten von Noble Ventures verkauft haben. Zuvor hatte Noble Ventures seinen Vertrag mit Bee Solutions gekündigt. Angeblich sollen an die 12,5 Millionen Adressen von US-Bürgern verkauft worden sein. (Juni 2008) [via] | 

Die US-Bank of New York Mellon bestätigte den Verlust eines Magnetbands mit Daten von rund 4,5 Millionen Kunden. (Juni 2008) | Von 2005 bis 2007 sind in deutschen Bundesbehörden 189 Tischcomputer und 326 Laptops verschwunden, davon 46 im Ausland, dazu 271 Handys und PDAs sowie 38 Speichersticks, CDs und DVDs. (April 2008) | Der US-Lebensmittelkette Hannaford Bros. wurden rund 4 Millionen Kreditkartennummern geklaut. (März 2008) | MTV Networks informierte im März diese Jahres 5000 seiner Mitarbeiter per E-Mail darüber, dass ihre Daten von einem Eindringling aus dem internen Netzwerk entwendet worden seien. | BoingBoing hat eine Aufstellung der 10 größten Datenverluste seit 2000. (März 2008)| 

Phil Howard von der University of Washington schätzt, dass von den persönlichen Daten, die rechtmäßig gesammelt wurden, in den USA monatlich 6 Millionen Daten in die falschen Hände gelangen. Grundlage für die Schätzung sind Berichte in großen Medien über Vorfälle, bei denen der Datenschutz zwischen 1980 und 2006 verletzt wurde. Der größte Vorfall ereignete sich bei Acxiom, einem Unternehmen, das private und Firmendaten sammelt. Hier hat ein Eindringling Zugang zu 1,6 Milliarden Datensätzen erlangt. (März 2007) | 

? Auch andere Unternehmen sammeln Daten über ihre Kundschaft, aber Wal-Mart übertrifft sie alle. Anfang September 2004 raste Hurricane Frances durch die Karibik auf die Küste Floridas zu. Während die Meteorologen ständig ihre Vorhersagen über seinen Weg aktualisierten, wurde in einem Rechenzentrum in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas ein anderes beeindruckendes Prognosewerkzeug in Betrieb genommen. Tage vor der Ankunft von Frances untersuchten die IT-Spezialisten des weltgrößten Handelskonzerns Wal-Mart, womit in den Supermärkten Umsatz gemacht worden war, als ein paar Wochen zuvor Hurricane Charly zugeschlagen hatte. Untersuchungsobjekt waren die atemberaubenden Datenmengen über das Konsumverhalten der Kunden, mit denen die Rechner von Wal-Mart vollgestopft sind. Die Goldsuche in den Datengebirgen (”Data Mining”) war erfolgreich. Es stellte sich heraus, dass nicht bloß die üblichen Taschenlampen in die Supermärkte an der Küste geliefert werden mußten. “Wir wußten nicht, dass die Leute vor einem Hurricane siebenmal mehr Pop Tarts als sonst kaufen”, staunte Chief Information Officer Linda Dillman. (Pop Tarts sind ein vorgefertigtes Süßgebäck, das im Toaster eßbar gemacht wird). Der Top-Seller vor dem Unwetter war Bier [via].

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Nothing to hide (Als das Web noch Windeln trug)

Und das muss ja nicht schlecht sein: wenn Pop nicht mehr ganz so Pop wäre. An sich. Das fände ich spannend: wenn sich das totläuft, dass alles immer so Pop sein muss.

Judith Holofernes, Sängerin von “Wir sind Helden” (April 2005)

 

? Tiere | Autonome Adler aus Adlershof: Die Berliner Robotikerin Verena Hafner blickt gefaßt der Weltmeisterschaft für autonome Flugobjekte im September ins Auge - Supergirl läßt fliegen. | Die 22 Kilo schwere Katze Prince Chunk (”Prinz Brocken”), die unter anderem bereits einen Auftritt bei Good Morning America hinter sich hat, wird von Paparazzi verfolgt. Sie soll nun einem Katzenschutzprogramm unterstellt werden und eine neue Identität erhalten. (August 2008) | Drüben bei BoingBoing haben sie Robotermilch gefunden (August 2008). | 

Menschen | Der 25. Chaos Communication Congress (25C3), der vom 27. bis 30. Dezember in Berlin stattfinden wird, hat einen Namen (und ein Blog): “Nothing to hide“. | Beispiel gefällig? Im Jahr 2002 wurde der aus Bagladesch gebürtige Hasan Elahi, Kunstprofessor an der Rutgers University in New Jersey, irrtümlich auf einem US-Flughafen vom FBI verhaftet. Seither ruft er jedesmal, bevor er eine Reise macht, bei der Behörde an und informiert sie. Seine Lebensaktivitäten dokumentiert Elahi unter anderem durch zahllose Digitalfotos, die er auf seiner Website veröffentlicht. Dort ist, da er stets einen GPS-Empfänger im Jackett trägt, auf einer interaktiven Karte auch sein genauer Aufenthaltsort zu verfolgen. | MightyGirl hat die 10 blödesten Ideen auf Flickr zusammengestellt. | 

Ein Fotopool mit Richtigen Robotern:

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Maschinen | Drüben bei Mashable.com machen sie aufmerksam auf sechs neue E-Mail-Aggregatoren, darunter Jubii, Fuser (”Bring it all together”) und Orgoo. Nur Mail ist nicht genug, würde James Bond sagen. [via] | Eine Liste weiterer Aggregatoren. | Komsomol: sowjetische Jugendliche lassen sich von schwarzweiß bratzelnden Hochspannungsblitzen faszinieren (dreissiger Jahre). | Slowloris filmt, während sie vom Blitz getroffen wird. Die Filmerin bleibt unverletzt. | Bildmosaike, zusammengesetzt aus zahllosen kleinen Bildern, kennt man. Hier ist ein Bildmoisaikfilm von Samworm. |

Mehr Tiere |  Emus und Kängurus können nicht rückwärtsgehen und sind deshalb auf dem australischen Staatswappen abgebildet. | Ein Skunk kann nicht gleichzeitig beißen und stinken. | Im Amazonas leben rosa Delphine. | Sämtliche Schwäne in Großbritannien sind seit dem 12. Jahrhundert Eigentum der Königin. | Schafe trinken niemals aus fließenden Gewässern und gehen bei Vollmond, wenn sie können, auf die Weide. | Kamelmilch gerinnt nicht. Die Einfuhr von Kamelmilch in die EU ist nicht erlaubt. | Der älteste bekannte Goldfisch wurde 41 Jahre alt und hieß Fred. | Eine Liste berühmter Goldfische (darunter auch Fred). |

PopKultur’s Photos (unbedingt den ganzen, reichhaltigen Fotostream ansehen):

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Mehr Menschen | Craigslist ist sowas wie das größte Kleinanzeigenblättchen der Welt - im Netz. Craig Newmark gründete 1995, als das Internet noch Windeln trug, eine Website mit seinem Namen. Listen waren damals beliebt, es war die Zeit vor den Suchmaschinen. Inzwischen werden die Seiten des nun weltweiten Unternehmens über drei Milliarden Mal pro Monat angeklickt. Meine ungeschlagene Lieblingsrubrik ist Best of Craigslist - inzwischen fast so etwas wie ein eigenes literarisches Genre. Etwa die Klage eines Anonymus, der sich in Form eines noch ungesungenen Popsongs bitterlich darüber beklagt, dass keiner ihn vermißt. Dass niemand ihn in Craigslist sucht. | 

Und Würfel | Wer den Rubik-Zauberwürfel besonders schnell lösen will, kann mit einer speziellen Würfelschmiere nachhelfen. [via] | Eine Liste offizieller Rekorde im Rubikwürfellösen: Den derzeitigen Weltrekord hält der Franzose Edouard Chambon, der die richtige Folge von Würfeldrehungen am 23. Februar 2008 in 9,18 Sekunden fand (Video). | Der ehemalige Weltrekordhalter Erik Akkersdijk (9,77 Sekunden) bei der Arbeit (Video). | Leyan Lo bei einem Rekordversuch im Würfeldrehen mit verbundenen Augen - knapp 30 Sekunden (Video). | Rubikwürfeldrehrekordversuch unter Wasser. Nur einmal Luftholen erlaubt (Video). | 17,9 Sekunden: Würfelrekorddrehen mit einer Hand (Video). | 

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Microfiction, klassisch und hypermodern



Hemingways Kinderzimmer in Oak Park, Chicago ¹

In den zwanziger Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts wettete der Schriftsteller Ernest Hemingway mal zehn Dollar darauf, dass er eine Geschichte in sechs Worten erzählen könne.

Die Geschichte geht so: “For sale: baby shoes, never used.”

In dem Flickr-Pool Sechs Wörter, ein Foto, eine Geschichte wurden Fotos gesammelt, zu denen eine sechs Worte lange Geschichte gehört; es gibt auch eine entsprechende englischsprachige Flickr-Group.

Sechs Wörter, ein Foto, eine Geschichte. [Bitte Regeln lesen!] - View this group's most interesting photos on Flickriver

• Die Idee von Superkurzgeschichten oder Microfiction, wie man es nennen möchte, ist mit uns herüber in die Moderne gekommen: Das Online-Magazin SMITH hat sich mit den Microbloggern von Twitter zusammengetan und seine Leser aufgefordert, Geschichten zu schreiben, die sechs Worte lang sind. Man kann auch die bereits verfaßten Geschichten lesen. [via] | CNN Europe läßt sich von seinen Zuschauern ebenfalls Sechswortgeschichten schicken (August 2008). |

Der britische Guardian wollte schon vor einem Jahr nicht zurückstehen und lud zeitgenössische Autoren ein, eine Geschichte in sechs Worten zu erzählen. (März 2007) | Auch WIRED, das offizielle Verlautbarungsorgan des digitalen und Hightech-Vatikans, hat seine Lieblingsautoren schon mal eingeladen, eine sechs Worte lange Geschichte zu schreiben. Alle außer Arthur C. Clarke haben sich an die Längenvorgabe gehalten. (November 2006). |

Seit 1996 findet die jährliche Verleihung der Webby Awards statt, eine Art Oscar des Internets. Seit 1999 dürfen die Dankesreden der Gewinner nur fünf Worte lang sein: Hier das herrliche Archiv der Reden. |

Ein Eintrag in der Indiepedia über Bandnamen und Plattentitel, die länger als sechs Worte sind. |

Eine Fotosammlung: Wortfragmente

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Deutsche Ordnungstexte: Draußen nur Kännchen
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¹ sechs Worte.

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Wunderweb

Uhren | Die World Clock des britischen Futuristen Peter Russell zeigt nicht nur die Uhrzeit an, sondern zum Beispiel auch, wie viele Menschen weltweit geboren werden und sterben, wieviel an Waldfläche gerodet und wieder aufgeforstet wird, wieviel Öl gefördert und wieviele Autos, Fahrräder und Computer produziert werden. | Yugo Nakamuras handgeschriebene Uhr. | Eine großartige Rube Goldberg-Uhr. | Mehr über Rube Goldberg und seine unglaublichen Geräte. |  

Timelines | Der “Archaeologist” der kalifornischen Firma Dipity ordnet nun Suchtreffer in dem Social Bookmark-Service Digg entlang einer Timeline an. Dipity ist eine Flottkürzung des Begriffs Serendipity. (August 2008) [via]. | Der deutsche Wikipedia-Artikel über Digg. | Regator, eine neue Mischung aus Feedreader und Digg. (August 2008) [via] | Die Bildersuchmaschine Viewzi bietet ebenfalls eine Timeline-Ansicht für Suchergebnisse. (August 2008) [via] | Hatten wir schon: die Suche im Google News Archive, mit der man sich die Treffer auch entlang eines Zeitstrahls anzeigen lassen kann. | Eine phantastische Reise durch die Zeit: LIFE - die Geschichte des Lebens von Frans Lanting. | 

Suchen&Finden | Google wird weiterhin keine Werbung auf seiner Homepage plazieren, auch wenn das “ein paar Milliarden Dollar bringen würde”, so Google-CEO Eric Schmidt in einem Interview. “Es würde den Leuten nicht gefallen. Wir ziehen die Nutzer den Werbetreibenden vor.” (August 2008) | Das Oberste Bundesgericht Indiens hat Google, Yahoo und Microsoft aufgefordert, auf ihren Suchmaschinen keine Anzeigen mehr für vorgeburtliche Geschlechtswahl zu schalten. In Indien “werden jährlich 900.000 weibliche Föten abgetrieben, weil Jungen einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft genießen”. (August 2008) | 

Textomaten | Big Small - ein Textgenerator, der große Worte aus kleinen Worten erzeugt. | Dazu passend die Maschine, die aus Texten Schneeflocken macht. | Die Waljagd, eine stimmungsvolle, experimentelle Art des Geschichtenerzählens. | Infra Motion? Martini Of No? Information? Alles dasselbe: Der Internet Anagramm-Server macht das Buchstabenpermutieren zum Zwischendurchvergnügen. | 

Publizieren | MagMyPic - endlich auf dem Titel: Ein Zeitschriftencover mit deinem Foto. | Auf Mygazines.com kann man seit Juli eingescannte Zeitschriften und Magazine hochladen, durchblättern, kommentieren und sich eigene Zeitschriften zusammenstellen. Das Medienunternehmen Time Warner versucht gerade, die Site vom Netz nehmen zu lassen, da die Publikationen dem Copyright unterliegen. Das Angebot ist von Amerika aus rechtlich schwer zu fassen. Mygazines.com ist auf der Insel Anguilla registriert, einem britischen Überseegebiet in der Karibik. Die Server stehen in Schweden und werden von The Pirate Bay betrieben, dem nach eigenen Angaben größten BitTorrent-Tracker der Welt. BitTorrent ist besonders für die schnelle Verteilung großer Datenmengen geeignet. [via] | 

Mail | Hit Me Later hält einem weitergeleitete E-Mails so lange vom Leib wie man möchte (August 2008) [via]. | “Ein Artikel, den die Zeitschrift Atlantic Monthly am Montag online veröffentlichte, präsentiert die Fakten der mißglückten Bewerbung von Senatorin Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur in Form Dutzender E-Mails, Memos und anderer Korrespondenz.” (August 2008) |

Gier | Eine anschauliche Darstellung, in welchem Maß sich das Einkommen von Unternehmern im Vergleich zum Verdienst von Arbeitern entwickelt hat (USA 1970-2005). |

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16.8.2008, Updates

Hier muß mal wieder ein bißchen gefeudelt werden. Updates zu zurückliegenden Blog-Einträgen:

(Update zu Strahlende Schönheit): Der “russische Specht“, ein rätselhaft klopfendes sowjetisches Funksignal, das zwischen Juli 1976 und Dezember 1989 auf Kurzwelle zu hören war. | Hinter dem Geheimnis steckte die gewaltige Radarstation Duga-3 bei Tschernobyl. | Gekreuzte Klingen: Kampf der Rasierergiganten um die Marktvorherrschaft (Januar 1931). | 

(Update zu Die Hypermoderne): Laut Augenzeugenberichten lagen die Leichen zweier ertrunkener Roma-Mädchen stundenlang am Strand von Neapel; auf einem Foto ist zu sehen, wie sich nur wenige Meter entfernt Menschen ungerührt sonnen (22.7.2008). | Die veröffentlichten Aufnahmen geben nach Angaben des Fotografen die Situation nicht angemessen wieder (28.7.2008). | Optische Täuschungen im Dienste der Verkehrssicherheit (Oktober 1939). | 

(Update zu Schirme - möge der Griff mit dir sein): Modern Mechanix berichtet von deutschen Feuerwehrleuten, die mit Asbestschirmen ausgerüstet wurden. Die Schirme waren im Ersten Weltkrieg gegen die verheerende Wirkung von Flammenwerfern entwickelt worden (Januar 1933). |

(Update zu Baden auf die harte Tour): Vor 40 Jahren brannten die Sutro Baths in San Francisco nieder. Die Ruinen der 1896 eröffneten Badeanstalt - damals die größte der Welt mit sieben Pools, einem Museum und einer Konzerthalle mit 8000 Plätzen - sind für die Freunde von “Life Without Buildings” nach wie vor interessant (2007). | Drüben bei the cool hunter gibt es ein, na was wohl?, cooles Schwimmbad des Architekten Jean Nouvel in Le Havre. | 

(Update zu Funbüro): Noch mehr gefundene Schnappschüsse - Bighappyfunhouse (via Retro Thing). | 

(Update zu Some|more|loch und 40% der Deutschen sind Ballack): Sommerlöcher sonder Zahl runden sich im regenfreien Raume. | 

(Update zu Gefühlsgegoogelt): Drüben bei CrookedBrains ist zu sehen, wie der britische Designer Oliver Bishop-Young einen Bauschuttcontainer in ein verschiedenartig nutzbares Naherholungsgebiet umfunktioniert. | 

(Update zu mamihlapinatapai): Ein Team unter Leitung des MIT-Experten Edward Gibson hat herausgefunden, dass die Sprache der Piraha-Indianer, die im Nordwesten Brasiliens leben, keine Zahlen kennt (Juli 2008). | 12 ziemlich ungewöhnliche und seltene englische Worte. | 

(Update zu Wilde Bilder): Eine Maschine, fast so beeindruckend wie die größte Maschine der Welt: der Bohrmoloch. | 

(Update zu Vermischtes): Faces of the Fallen - die in den Kriegen im Irak und in Afghanistan gefallenen US-Soldaten. | Alltag in Afghanistan - 12 Fotos (Sommer 2008). | The Sounds of Vietnam - The Rock’n'Roll War (Real Audio). | Militärische Begriffe und Slang-Ausdrücke aus dem Vietnamkrieg. | Militärische Bezeichungen von A-Z. So steht beispielsweise C³I (sprich: See Cubed Eyes) für Command, Control, Communications und Intelligence; bei C4I kommt noch das Wort Computer hinzu. | Die zehn kürzesten Kriege der Welt. | 

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Wir Nichtmaschinen

Links sind das grundlegende Funktionselement des Internet, aber ihre Verbindungsfähigkeit wird bemerkenswerter Weise kaum weiterentwickelt. Links funktionieren nach wie vor quasi mechanisch, wie Rohrpost. Man klickt auf A und kommt nach B. Das ist ziemlich wenig angesichts dessen, was möglich wäre - Links, die morgens woanders hinführen als abends; Links, die altern und die Farbe wechseln wie Laub, die organisch sind; Links, die nicht genau, sondern in etwa an eine andere Stelle führen, ungefähr.

Wir Nichtmaschinen können wesentlich vielfältigere Verbindungen herstellen - wir können variieren, Wahlverwandtschaften finden, Rösselsprünge ausführen. In der digitalen Welt ist das Assoziieren erste Bürgerpflicht. Ich bin immer auf der Suche nach Verbindlichkeiten. Das Imperium verlinkt zurück, im übertragenen Sinn.

? Jemand hat das Posting mit dem Interview gelesen, bei dem der Philosoph Peter Sloterdijk von einer polnischen Journalistin mit dem Schriftsteller Peter Handke verwechselt wird und es nicht bemerkt. Er macht mich auf einen sloterdijk aufmerksam, auf den er gerade im Netz gestoßen ist. Ort des Geschehens ist ein Text, mit dem der österreichische Experimentalarchitekt Volker Giencke eine von ihm entworfene Konzerthalle in Lettland beschreibt: “Die Treppen hängen als offene Skulpturen im Raum. Sie verbinden das Oben mit dem Unten und ermöglichen den Blick aus unterschiedlichen Niveaus nach innen und durch die Fassade nach außen.” Kommentar sloterdijk: astrein, das haben treppen vorher noch nie gekonnt!”

? Keine Treppen, aber nette Nischen gibt es nach wie vor neben YouTube: Wer gern Animationen sieht oder selber welche macht, dem wird das in Israel ansässige aniBoom.com (”The home of animation”) gefallen. Ein feucht-fatales Beispiel: “Halluci” ist eine Animation von Goo-Shun Wang, in der ein dicker Mann auf dem Nachhauseweg ein Bier trinkt - damit fangen die Probleme aber erst an. |

? Blogger Jake Bronstein von Zoomdoggle hat einen Teil seiner Bloggerei nach Indien outgesourct. Die Firma Task Everyday aus dem US-Bundesstaat New York hat ihm dort eine persönliche Hilfskraft namens Yogesh vermittelt [via]. | Wahnsinnig komplexes Thema, wahnsinnig anschaulich gemacht: Larry Lessig - eine kleine Geschichte der Creative Commons (Video). | Das UFO von Danzig (Juli 2008). | Mitreissender gemacht, aber älter: Die Haiti-UFOs. |

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E-Mail und die Detektive

? David Hirschmann wird als ein frühes Verkehrsopfer des Internet in die Geschichte eingehen. Er wurde von seiner eigenen E-Mail überfahren. 

Der Diplomand der renommierten Pariser École des hautes études commerciales (HEC), einer Wirtschaftshochschule, ließ sich am 12. Mai in einer Mail an seine Jahrgangskollegen ziemlich hochmütig über eine Unternehmensberatung aus, bei der man ihm für ein Bewebungsgespräch keinen Termin gewährt hatte, der ihm paßte. Fatimah Daddah, eine Kommilitonin, schrieb zurück, er möge doch an das Ansehen der Schule denken und nicht so arrogant sein. Hirschmann erwiderte mit einer Mail voll zotiger Aggressivität. Unbekannte verteilten daraufhin die ganze Korrespondenz an ehemalige nun berufstätige HEC-Studenten in der ganzen Welt weiter, die ihrerseits wilde E-Mail-Eruptionen auslösten. Zehntausende dies- und jenseits des Atlantik wissen nun, wer David Hirschmann ist und welchen Unflat er über seine Mitstudentin ausgegossen hat. Olivier de Koning, stellvertretender Leiter der New Yorker Filiale von Credit Lyonnais, schrieb an Hirschmann: “Du bist noch gar nicht in New York und schon berühmt”. Hirschmann bestreitet inzwischen, daß die obszöne Mail von ihm stammt. Ein Unbekannter habe seinen Account an der Uni gehackt und ihm die Zeilen untergeschoben.

Die Wahrheit ist wahrscheinlich: David Hirschmann hat das neue Medium unterschätzt. Eine E-Mail ist keine Klotür und auch kein Papierbrief. In einem Web-Ring aus 14 miteinander verbundenen Sites, etwa der “Rebel David Page”, machen sich inzwischen angebliche Fans über Hirschmann lustig (“Er ist unschuldig und wird von Feinden der freien Meinungsäußerung attackiert”). Fatimah Daddah hat im Gegensatz zu Hirschmann genau verstanden, was E-Mail möglich macht. E-Mail kann ein kleiner Same sein, der sich innerhalb von Minuten um den Planeten verbreitet und Sturm sät. 

? “Zweifellos vergessen manche Leute die goldenen Regeln des guten Tons nirgendwo so sehr wie beim Telefonieren”, vermerkte Joachim Haller 1961 in seinem berühmten Benimmbuch “Der Gute Ton im Umgang mit Menschen” - “ob das daher kommt, daß sie ihren Gesprächspartner nicht sehen?”. Bei E-Mail fällt nun nicht nur die Gestik weg – auch die Stimme fehlt. Die Reduktion der vielschichtigen Signale, die ein real präsenter Mensch abgibt, auf in Normschrift abgefaßte Zeilen am Bildschirm stellen eine reizvolle Herausforderung an unser Einfühlungsvermögen dar. Wer ist das, der mir da gegenübersitzt, möglicherweise am anderen Ende der Welt? Frau oder Mann, alt oder jung, blöd oder nett? Wie reagiert das Gegenüber auf Argumente? Auf Ironie? Auf Emotionalität? Eine der ersten und eindrucksvollsten Erfahrungen, die wohl jeder macht, der mailt und chattet, ist die, wie viel sich doch aus ein paar dürren Zeilen über jemanden herausspüren läßt - wenn man will. Weniger ist mehr.

Durch das Fehlen eines direkten Visavis entwickelt sich allerdings auch das Mißverständnis zu geradezu nuklearer Macht. Die elektronische Kommunikation beschert uns eine neue, radikale Ehrlichkeit. E-Mail wirkt wie eine Wahrheitsdroge. Im Netz können wir erstmals ausprobieren, was geschieht, wenn wir uns unverstellt zeigen. Das Risiko, zumindest auf den ersten Blick, ist gering. Ein paar doofe Kommentare vielleicht. Aber niemand zeigt mit dem Finger auf uns. 

? 1991 veröffentlichten die amerikanischen Soziologinnen Lee Sproul und Sara Kiesler die Ergebnisse einer ersten Langzeitstudie zu den Auswirkungen von E-Mail. Das Kommunikationsverhalten veränderte sich durch den nahezu völligen Abbau der Einflüsse von sozialem Status und Aussehen. Positiv verzeichnet wurde der Verzicht auf soziales Posieren (“Posturing”) und “eine neue Ehrlichkeit”. Offenbar fällt es Menschen leicht, Schwächen und intime Züge einzugestehen, wenn sie diese einem Computer anvertrauen. Negativ fiel eine Tendenz zu extremen Positionen auf, die oft vehement vertreten werden.

E-Mail ist im Internet zum beliebtesten Feature geworden. Einer der maßgeblichen Gründe ist der Fortfall herkömmlicher Umgangsformen - das ist nicht negativ zu verstehen. Dazu muß man etwa wissen, daß ein Amerikaner unmöglich ein Telefongespräch mit dessen eigentlichem Gegenstand beginnen darf. E-Mail erlaubte plötzlich eine klare, von manchen allerdings als schroff empfundene Direktheit. Das Prompte hat immer auch etwas Barbarisches. E-Mail ist eine neue Kommunikationsform, und wir müssen den Umgang mit ihr erst erlernen.

? Im letzten Jahrhundert begann der Mensch in zwei Teile zu zerfallen: Die Tiefenpsychologie beschrieb die Psyche als seelischen Komplex ohne körperliche Wurzeln. Cyberspace ist kein stofflos tauber Raum. Da kommen richtig Gefühle in Bewegung. Die schmale Bandbreite des Geschriebenen hat zwar eine phantastische Hebelwirkung als Auslöser, aber sie ist denkbar ungeeignet, aufgewühlte Gemüter zu moderieren. Verbalradikale, Nervtöter (“net bozos”) und Gemeinschafts-Saboteure erproben neue Formen von Sozialversagen, die es im nichtdigitalen Raum noch nicht gab. 

Als ich mal in einem internen Debattenbereich ein ernstes Problem zu lösen versuchte, fielen Leute, mit denen ich zum Teil seit 20 Jahren befreundet war, plötzlich über mich her wie Kampfhunde. Ich griff zum Telefon und führte lange Gespräche, und ich setzte mich in den Zug, als ich merkte, daß nur noch ein persönliches Treffen hilfreich sein würde. 

E-Mails sind wie Amöben: Sie sterben nie. Obwohl man denkt, sie seien gelöscht, geistern sie als Sicherungskopien herum oder können über andere Wege rekonstruiert werden. “Viele Menschen verstehen nicht, daß eine E-Mail nicht wirklich weg ist, wenn man auf die Löschtaste drückt”, weiß der auf Internet-Fragen spezialisierte Anwalt Terry Loscalzo. In Scheidungsfällen entwickeln sich Festplatten - in ausspionierter oder beschlagnahmter Form - seit Jahren zu Goldgruben inkriminierender Information für die jeweils gegnerische Partei. 

“Es gibt nichts Schwerwiegenderes in einem Prozeß als eine handgeschriebene Notiz oder eine E-Mail”, sagt der Kartellrechtsspezialist Tyler Baker aus Dallas. Im Juni 1996 schrieb Bill Gates in einer E-Mail: “Wenn wir [dem Chef der Software-Firma Intuit] für den Tausch der Browser in den nächsten Monaten einen Gefallen tun könnten, der uns so um eine Million Dollar kostet, dann wäre ich offen dafür.” Diese und viele andere E-Mails rieb die Anklage in dem Antitrust-Verfahren gegen Microsoft den Vertretern des Unternehmens unter die Nase. Auch Microsoft-Vizepräsident und Forschungschef Nathan Myhrvold hatte stets für reichlich Mails und Memos gesorgt, nun wandte sich seine Mitteilungsfreudigkeit gegen ihn. In einer - sichergestellten - E-Mail vom 2. Mai 1996 hatte er davon gesprochen, wie man Internet-Provider dazu zwingen könne, ihre Kunden zu mindestens 85 Prozent mit dem Webbrowser von Microsoft auszustatten. Myhrvold dementierte, aber die Anklage präsentierte E-Mail um E-Mail. Inzwischen hat Myhrvold das Unternehmen verlassen.

? E-Mail ist, als ob man seine Post nicht im Umschlag, sondern auf Postkarten verschicken würde. Was man in einer E-Mail sagt, sollte man auch in der Öffentlichkeit laut vorlesen können. Ob eine E-Mail authentisch ist oder nicht, ist im übrigen nicht einfach herauszufinden. Jeder kann eine Mail erzeugen, die so aussieht, als hätte jemand anderer sie geschickt. 1992 wurde Adelyn Lee, einer Mitarbeiterin des Datenbankherstellers Oracle, gekündigt. Firmenchef Larry Ellison erhielt im Anschluß eine E-Mail von seinem Vizepräsidenten: “Ich habe Adelyn auf deinen Wunsch hin erledigt.” Lee klagte erfolgreich gegen ihre Entlassung und erhielt 100.000 Dollar Abfindung. Zwei Jahre später mußte sie das Geld wieder abliefern und wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Man hatte ihr nachgewiesen, daß sie die E-Mail selbst geschrieben hatte.

 

Den Artikel “E-Mail und die Detektive”, aus dem dieser Auszug stammt, habe ich 1999 für das Magazin Konr@d geschrieben.

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Die Hypermoderne


Um ein vollständiges Objekt auf einer Fläche darzustellen, bedient sich der schriftkundige Mensch der dreidimensionalen Perspektive. Er zeigt die sichtbare Oberfläche lediglich von einem einzigen Standpunkt aus, wie sie in einem einzigen Augenblick erscheint. Kurz: Er scheitert. Im Gegensatz dazu stellen die eingeborenen Künstler in Britisch Kolumbien einen Bären aus diversen Blickwinkeln dar - zum Beispiel direkt von vorne, im Profil, von hinten, von oben, von unten, von innen, von außen, und das alles gleichzeitig. Mit Hilfe einer außergewöhnlichen Mischung konventioneller und realistischer Darstellungsmittel enthäuteten und entbeinten diese Schlächter-Künstler das Tier, weideten es sogar aus, um auf einer Fläche ein neues Wesen zu konstruieren, das jedes wichtige Element des ganzen Geschöpfs zum Vorschein brachte.

Edmund Carpenter

Ein Inbild der alten Zeit, die jetzt vergeht, ist der Schiedsrichter beim Fußball. Er ist mit seiner Sicht auf einen einzelnen Standpunkt beschränkt. Er ist heute hoffnungslos der elektronischen Multiperspektive unterlegen, die bereits jedem Couchpotatoe vor dem Fernseher zur Verfügung steht.

In kritischen Situationen muß der Unparteiische auf dem Spielfeld aus seiner subjektiven Position heraus entscheiden. Ein fester Standpunkt wird plötzlich zur Einschränkung. Der Zuschauer auf seinem Sofa bekommt im Lauf der nächsten Sekunden die Situation aus einem halben Dutzend unterschiedlicher Kamerapositionen zugespielt, einschließlich der Zeitlupenwiederholungen. Er kann sich ein - dem Fußball angemessenes - rundes, ganzheitliches Bild der Lage machen.

Wenn der Potatoe zur Fernbedienung greift, wird er noch mächtiger (obwohl man angesichts des Nachmittagsprogramms manchmal daran zweifeln könnte). Mit der Fernbedienung wurde das Lichtschwert des Mediennutzers erfunden. Er übernimmt, lange schon, selbst die Bildregie. Schalt mich nicht um! - auf diese zentrale Botschaft hat sich das Programm heute reduziert.

Das Netz ist der Traum des in seinem Hamstertretrad aus 30 Programmen gefangenen Fernzusehers. Wenn er aufsteht und sich an seinen Rechner setzt, wird klar, dass sich die Welt verändert. Und dass er nun daran teilnehmen kann.

Ein Meisterstück, das anschaulich macht, was Multiperspektive bedeutet: Ein Werbespot für die britische Zeitung The Guardian von 1986. | Der französische Fotokünstler Georges Rousse stellt unter Beweis, dass der Standpunkt - ein ganz bestimmter Standpunkt - noch erstaunliche Möglichkeiten bietet. Der rote Stern ist ebenfalls von 1986. | Eine Guardian-Kampagne 21 Jahre danach: eine verschlungene, vernetzte, komplexe Welt - hypermoderne Variationen. |

Der Eureka Tower im australischen Melbourne ist mit 300 Metern Höhe eines der höchsten Gebäude der Welt. Wohnungen darin werden unter anderem damit beworben, dass sich “in jedem Apartment die Fenster öffnen lassen”. Der Designer Axel Peemöller hat das Leitsystem in der Tiefgarage in Gestalt einer phantastischen Illusionstypographie gestaltet. Standpunkt rules! |

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Das Mittwochswort: nie

Angeblich wollten sie meine Intelligenz testen. Sie fragten mich, ob ich Beethoven kenne. Natürlich habe ich nein gesagt. Und wenn auch - einen Kumpel würde ich nie verraten.

Aus einem Gerichtsprotokoll, siebziger Jahre

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Aufklärung.

 

Die Kunst des Vergessens

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Während manche ziemliche Angst davor haben, dass ihre Daten verlorengehen könnten, hoffen andere auf genau das.

Von Mobiltelefonen konnten Computer eine ganze Menge lernen, bis vor kurzem jedenfalls. Die kleinen Handys beherrschen eine große Kunst: das Vergessen. Inzwischen kann man sie mit zunehmend großen Speicherkarten ausstatten. Davor konnte man außer seiner Telefonliste gerade mal eine eine Handvoll SMS speichern. War die Karte voll, mußte man welche löschen. Newsjunkies und Blogger horten heute Textvorräte, als läge das Durchschnittsalter des Menschen bereits bei 500 Jahren. Sicherheitsbehören würden am liebsten jedem Neugeborenen einen jener Funkchips implantieren lassen, die in den kommenden Jahren aus der Warenwirtschaft ein datenschwirrendes Paletten-Internet machen werden. Da wir, mit einem Wort, im Zeitalter des kompletten Speicherwahns leben, ist die Kunst des Vergessens, in der die Mobiltelefone uns unterweisen, vorbildlich und zukunftsweisend.

Das unmäßige Alles-Aufheben begann schon in der PC-Frühzeit. Auch wenn man bald seine Software-Favoriten gefunden hatte, behielt man nicht nur die eine Textverarbeitung oder das eine Kopierprogramm, das man auch tatsächlich benutzte, sondern alle, derer man jemals habhaft geworden war. Heute können die Hersteller von Festplatten und anderen Speichermedien gar nicht so schnell liefern, wie der Platz auch schon wieder vollgestopft ist.

Die forcierte Neigung, nichts mehr zu löschen und auch noch die verwackelten Fotos undsoweiterundsofort aufzubewahren, führt zu einer gefährlichen kulturellen Transformation.  Denn nicht nur die Individuen sammeln Daten wie verrückt, auch Unternehmen und Behörden. Und Computer, vor allem in vernetzter Form, vergessen nicht. Was ich vor Jahren ins Netz geschrieben habe, ist mit unveränderter Leuchtkraft zu lesen. Es hält starr und statisch einen Zustand meiner Persönlichkeit fest, die sich längst weiterentwickelt hat.

Das Vergessen ist nicht nur eine wichtige Funktion jeder Entwicklung. Einiges von dem, was unsere Zivilisation ausmacht, wäre nicht denkbar ohne das Vergessen. Wenn einem Menschen ein Elefantengedächtnis nachgesagt wird, verheißt das nicht nur Gutes – man empfindet so jemanden bisweilen als nachtragend. Auch Resozialisierung oder Vergebung sind veredelte Formen des Vergessens.

Um wie viel einfacher wäre die Handhabung der Informationsgischt, die ständig an unsere Bildschirme brandet, wenn Dateien ebenso altern und vergehen würden wie das Laub auf Bäumen oder verblassende Gedanken.

“I can’t forget”, heißt es in einem Lied von Leonard Cohen, “but I don’t remember what.“

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Das Montagszitat: dauernd

Krankhaft ist Hellsehen dann, wenn, was bei Schwächung der Nerven leicht eintritt, die an sich regulierbare Fähigkeit nicht mehr ausgeschaltet werden kann und der Betreffende in den qualvollen Zustand gerät, alles dauernd sehen zu müssen, was um andere Personen sich an Bildern der Vergangenheit oder Zukunft herumspinnt…” 

Manfred K. A. Kyber, “Einführung in das Gesamtgebiet des Okkultismus” (Stuttgart 1923)

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Funbüro

Ich lese. Das ist wie eine Krankheit. Ich lese alles, was mir vor die Hände, vor die Augen kommt. Zeitungen, Schulbücher, Plakate, auf der Straße gefundene Zettel, Kochrezepte, Kinderbücher.

Agota Kristof, “Die Analphabetin

? X. F. Pine hat früher an Wochenenden im Möbelgeschäft seines Vaters in Michigan mitgeholfen und sich schon dort mehr für die Abteilung mit den Gebrauchtmöbeln interessiert als für die neuen. Sammlungen aller Art haben ihn seit jeher angesprochen. Er sagt, dass es in New York, wo er inzwischen lebt, “unglaublich schwer ist, eine eigene Sammlung aufzubauen und ohne Geld damit durchzukommen”. 1998 schickte ihm jemand einen Link auf eine anwachsenden Sammlung von Fotos, die Leute “auf der Straße und hinter Sofas” gefunden haben und finden. 2004 verkauften die Betreiber ihm die Sammlung für eine Flasche Wodka: Spillway.com. Fundstücke werden nach wie vor gern angenommen. |

? Ein Mittel gegen die Sommerhitze: an den Winter denken. Die Winter in Chicago zum Beispiel haben schon ein paarmal die Netzkultur gefördert. Im Januar 1978 war ein Jahrhundert-Blizzard über den Osten der USA gefegt und hatte Ward Christensen in seinem Haus in einem der Suburbs von Chicago eingeschneit. Er entwickelte dort die erste digitale Pinnwand der Welt - die Computer-Mailbox. Jahre später, in einer anderen verschneiten Winternacht in Chicago fand Davy Rothbart einen Zettel, den ihm jemand irrtümlich unter den Scheibenwischer seines Autos geklemmt hatte:

Mario, | I fucking hate you | you said you had to | work then why | your car HERE | at HER place?? | You’re a fucking | LIAR I hate you | I fucking hate you | Amber | PS page me later

Fast jeder, dem Rothbart den Zettel zeigte, wußte seinerseits von solchen gefundenen Zetteln zu erzählen oder hatte selbst welche aufgehoben. 2004 gründete Rothbart zusammen mit seinem Freund Jason Bitner das FOUND Magazine - eine unaufhörlich wuchernde und nach wie vor unterhaltsame Wunderwelt gefundener Zettel. |

? Haben Sie schon mal ein Foto von sich verloren? Könnte sein, dass es hier ist. | Fundsachen online suchen. | Fundinfo - ein überregionales Fundbüro. | Nicht nur Zettel sondern auch sonstwo gefundene Inschriften und Vermerke, gesammelt in der Livejournal-Community found_notes. | “Ich habe in der Tasche meines zehnjährigen Sohns ein paar Zeilen eines Mädchens gefunden, in denen von Zungenküssen und Sex die Rede ist.” | Gefundene Fotos. |

Eine Flickr-Sammlung gefundener Zettel:
...found notes - View this group's photos on Flickriver

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Schnellzugriff

? Niemand trägt sie gern, aber Krankenhaushemden machen den Körper des Patienten schneller zugänglich. | Der Reißverschluß, ein anderer Fortschritt des Schnellzugriffs. Wie bei vielen modischen Neuerungen erwiesen sich auch bei der Einführung des Reißverschlusses Prostituierte als Avantgarde. Statt sich zur Berufsausübung ständig umständlich wie eine Mumie auszuwickeln und anschließend wieder einzuwickeln, gestattete der Reißverschluß durch knappes Zippen die Eröffnung der Geschäftsbeziehung. Auch allgemein setzte sich die Ansicht durch, dass ein Reißverschluß wirtschaftlicher ist als eine Zofe. |

Die kalifornische Firma Mobile Edge bringt nun eine neue Generation von Laptoptaschen zur Schnellabfertigung an der Sicherheitskontrolle im Flughafen auf den Markt (”Checkpoint friendly“). Die Taschen erlauben es, den Laptop röntgen zu lassen, ohne dass er aus der Tasche genommen werden muß. Sie sollen die Wartezeiten für die jährlich über 250 Millionen US-Flugpassagiere verkürzen. | 

Versuche in Japan haben gezeigt, dass durch die Einführung durchsichtiger Müllsäcke das Aufkommen an Haushaltsmüll reduziert werden kann. | Der oberste Datenschützer Italiens hat Stadtverwaltungen darauf hingewiesen, dass die Verwendung transparenter Müllsäcke eine Verletzung der Privatsphäre darstelle und dadurch auf unzulässige Weise persönliche Informationen bloßgelegt werden könne (Juli 2005). | Die durchsichtigen Müllsäcke in Tokio haben zu einer Krähenplage geführt, da die Vögel nun Essensreste leichter entdecken und die Säcke zerreissen (Juni 2003). |

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Im Zahlenrausch: Tun und Untun

“Es ist ein Spiel darum, wie wir Deutschen so sind, und bei manchen Fragen ist es tatsächlich interessant, darüber nachzugrübeln. Wieviel Prozent der Deutschen würden mit jemandem in ein Schwimmbecken steigen, der HIV-positiv ist? Darin steckt nicht nur die Frage, wie aufgeklärt unser Volk ist, sondern auch, wie ehrlich: Gibt es vielleicht viele, die das gemeinsame Schwimmen ablehnen, das aber nicht zugeben würden?”

Fernsehlexikon.de über die Gameshow “Power of 10″ (April 2008)

 

? 21 Prozent der deutschen Urlauber steuerten 2004 ein Ziel außerhalb von Europa an, 41 Prozent bereisen Asien, 22 Prozent Nordamerika, 14 Prozent Afrika. Mehr als 50 Prozent der Deutschen möchten ihren Urlaub am Meer verbringen. | Für ihren Arbeitsplatz würden 33 Prozent der Berufstätigen fünf Tage Urlaub opfern - nur jeder Vierte würde auf 10 Prozent seines Einkommens verzichten (Januar 2005). | 

Obwohl sie durchschnittlich nur 14 bezahlte Urlaubstage zur Verfügung haben, nutzen 31 Prozent der US-Bürger diese nicht vollständig (April 2008). | 81 Prozent der Deutschen nehmen ihren Jahresurlaub komplett, im Schnitt verbleiben rund zwei Tage Resturlaub (April 2008). | Rund 20 Prozent checken auch im Urlaub ihre geschäftlichen E-Mails; sieben Prozent haben Angst, etwas Wichtiges im Job zu verpassen - in anderen europäischen Ländern sind es zwei Prozent (April 2008). | 65 Prozent der Deutschen sind nicht bereit, für einen extra Urlaubstag auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten (April 2008). | 

? Wahre Bekenntnisse aus dem Büro: Zwischen 9 und 17 Uhr kann eine ganze Menge passieren. | Nur noch 13 Prozent der Deutschen arbeiten klassisch als Festagestellte (Mai 2007). | 

38 Prozent der Deutschen sind für eine Schließung der Grenzen, 55 Prozent für einen begrenzten Zuzug von Arbeitsuchenden aus Nicht-EU-Ländern. 21 Prozent würden auch den Zuzug von Arbeitskräften auch aus EU-Staaten unterbinden wollen (1996). | 52,9 Prozent der Deutschen haben Angst vor der Selbstständigkeit (Dezember 2001). | 63 Prozent der Deutschen würden wegen einer anderen Arbeitsstelle ihre Heimat verlassen (Mai 2003). | 

18 Prozent der deutschen Männer würden einen Kredit für eine Schönheitsoperation aufnehmen (April 2006). | 39 Prozent der Deutschen ist ihr Job zu anstrengend (März 2007). | 59 Prozent der deutschen Vorgesetzten vertrauen ihren Mitarbeitern, aber nur 53 Prozent der Deutschen vertrauen ihren Chefs. Ihren Kollegen vertrauen 68 Prozent (Oktober 2007). | 

75 Prozent der Deutschen fühlen sich ausgebrannt (Februar 2008). | Nur 13 Prozent der Deutschen sind mit ihrer Arbeit zufrieden (Juni 2008). | 50 Prozent der Deutschen würden gern zumindest an einigen Tagen zu Hause ihrem Job nachgehen; ganz im Home Office möchten 17 Prozent arbeiten. (Juli 2008). | 85 Prozent der Deutschen macht die Entwicklung der Preise Angst (Juli 2008). | 

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Morgen, China, wird’s was geben…

? Bei den Spielen in Peking gehen auch 16 deutsche Überwachungsrobter an den Start. Nach Auskunft der Berliner Firma Robotwatch Technologies sollen die Maschinen in Wettkampfstätten und im Wassersportrevier Quingdao patrouillieren. | 

Der Chaos Computer Club bietet Journalisten und Sportlern Hilfe beim Umgehen der Internetzensur in China - den “Freedom Stick”. Auf einer vom CCC eingerichteten Website werden Techniken erläutert, mit denen sich die Zensurmaßnahmen ausmanövrieren lassen. | Das NDR-Satiremagazins “extra 3″ spiegelt auf seiner Website Internetseiten, die in China gesperrt sind. Die “extra 3″-Website ist (noch) für jedermann erreichbar. | Acht EU-Abgeordnete haben einen Entwurf für einen EU Global Online Freedom Act veröffentlicht. Mit der Richtlinie soll jedes Jahr eine schwarze Liste der Länder erstellt werden, in denen das Netz zensiert wird. | Peking stufte ein Treffen von US-Präsident George W. Bush mit fünf chinesischen Dissidenten in Washington als “schwere Einmischung in innere Angelegenheiten Chinas” ein. Gleichzeitig wies das chinesische Außenministerium Vorwürfe aus den USA zurück, in Pekinger Hotels werde der Internetverkehr von Olympia-Gästen ausspioniert. | Mit versteckter Kamera bei einer Olympia-Kostümprobe. | 

? Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat einen eigenen Sendekanal auf YouTube eingerichtet. Der Kanal bleibt 77 Ländern der Erde vorbehalten, in denen das IOC keinen exklusiven Käufer für die Onlinerechte finden konnte. | Google hat vorgestern einen Download-Dienst für chinesische Musik gestartet. | Der VoIP-Anbieter Jajah hat einen telefonischen Übersetzungsdienst Englisch-Chinesisch gestartet. JAJAH.Babel übermittelt “fast synchrone” Übersetzungen gesprochener Sätze. | Ob die deutschen Sportlerinnen und Sportler in Peking bloggen werden, ist noch nicht ganz klar. | 

Keine tibetischen Mönche in der Lego-Version der olympischen Sportstätten. | Kleine Proteste in Pekings Miniatur-Städten. | Läuft Pekings Apple-Store unter Windows? | Chinesische TV-Show aus dem Programm genommen - nur 180 Millionen Zuschauer… | 15 faszinierende Fakten über die Olympischen Spiele der Antike. | Ein Fahrrad in Gestalt der olymischen Ringe. | 

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Entdeckr (3): China Nolympics

Armut in China:

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China - Realität:
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Chinesische Minderheiten - die Menschen:
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? Weitere Foto-Pools: Auf den Straßen von China | Islam in China | Gesichter Chinas | Comics und Grafikdesign in China | Real China Style

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