Gelegentlich sind die Analphabeten des digitalen Zeitalters nicht die Zapper und Channel-Surfer, sondern literarisch gebildete Humanisten, die sich einbilden, ohne Computer und “medialiteracy”, ohne “Informatikentschlossenheit”, ohne einen Begriff von der elektronischen Demokratie und der elektronischen Bürgerschaft auskommen zu können.
Peter Glotz (1939-2005) im September 1994
Unentschlossen, mit Banane.
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Tagesarchiv für 10. September 2008
There is a war between the rich and poor / A war between the man and the woman / There is a war between the ones who say there is a war / And the ones who say there isn’t / Why don’t you come on back to the war, that’s right, get in it / Why don’t you come on back to the war, it’s just beginning
Leonard Cohen, “There Is A War”
? Ein paar Netzfundstücke, die es verdienen, miteinander betrachtet zu werden:
? Schläge bei Frauen (I) | US-amerikanische Reklameanzeigen aus der Nachkriegszeit, unter anderem Werbung für eine Frankiermaschine. Ein technisch versierter Mann, wohl erst seit kurzem aus dem Krieg zurück, fragt sich angesichts einer eigensinnigen, frankiermaschinenfeindlichen Rothaarigen: “Ist es immer verboten, Frauen umzubringen?” Und mit den folgenden Werbemotiven wird es nicht besser, vielmehr Emma schlemma. [via vintagephoto] |
Zur Frankiermaschine: Drüben beim Angry Arab wird der Hinweis auf Briefmarken, mit denen saudische Frauen geehrt werden sollen, mit einer kleinen, sarkastischen Klammerbemerkung versehen - “Eine neue Briefmarke, auf der eine saudische Frau zu sehen ist, die gesteinigt wird, soll demnächst rauskommen.” [via, Posting vom 3.8.2008] |
? Schläge bei Frauen (II) | Anfang Juli erläuterte ein saudischer Geistlicher in einem Beitrag des im Nahen Osten populären Fernsehenders LBC, wie man Frauen diszipliniert: Man schlägt sie (YouTube). Aber wie? Nicht zu heftig - “Ich würde sie nicht ins Gesicht schlagen.” - “Schläge ins Gesicht sind nicht erlaubt, auch nicht, wenn man Tiere schlägt. Wenn du möchtest, dass dein Kamel oder dein Esel losmarschiert, wirst du das Tier nicht ins Gesicht schlagen.”
Tom Gara, der den Clip gepostet hat, bezeichnet ihn als “pure Poesie” - “perfektere Anti-Saudi-Propaganda kann man sich nicht ausdenken” - und verweist auf einen legendären Sketch von Rowan Atkinson (”Mr. Bean”): “Fatal Beatings” (YouTube). [via Global Voices Online] |
? Anfang Juli erwarb der saudische Milliardär Prinz Al-Walid ibn Talal die Aktienmehrheit an dem Sender LBC. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung “stehen in fast allen Räumen seines Palastes Fernseher, oft sogar mehrere. Über 500 Geräte sollen es angeblich sein, auf denen CNN, CNBC und BBC World ständig neue Nachrichten in die Gemächer liefern” (SZ). Vielleicht guckt er sich auch mal eine LBC-Sendung an.
Im Wikipedia-Eintrag über seine persönliche Pilotin Hanadi Zakaria al-Hindi heißt es: “Der Prinz unterstützte und finanzierte Hanadi, er gilt als ein Unterstützer der Frauenemanzipation in Saudi-Arabien, ist jedoch von Staatsämtern ausgeschlossen. … Bei der Abschlussfeier für ihre Ausbildung ließ der Prinz durch folgende Worte aufhorchen: Ich glaube, dass arabische Frauen genauso, wenn nicht sogar noch fähiger sind als ihre männlichen Gegenüber.“
Im Wikipedia-Eintrag über die saudische Frauenrechtlerin Mona Abu Suleyman heißt es, sie sei unter anderem “Direktorin einer Stiftung für humanitäre Hilfe der Kingdom Holding von Prinz al-Walid ibn Talal Al Saud. Er gilt als ein Unterstützer der Frauenemanzipation in Saudi-Arabien, ist jedoch von Staatsämtern ausgeschlossen.”
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