? In dem Einkaufszentrum fahren die Aufzüge über vier Geschosse, von einem Fitneßcenter im zweiten Obergeschoß bis in die Ladenzeilen im Untergeschoß. Die weibliche Stimme, mit der die Etagen angesagt werden, hört sich sehr bedrückt an. Die Knöpfe in den Aufzugkabinen sind beschriftet mit 2, 1, E und B.
Ein Vater mit seinem kleinen Sohn ist auf dem Weg nach unten. Der Junge, der schon lesen kannt, darf auf den Knopf drücken. “Vati, was heißt B?” – Vati weiß es nicht.
Immer wieder begegne ich in dem Aufzug Leuten, denen das B ein Rätsel ist. Das Kürzel für Basement, das ein Gestalter wohl für weltläufig gehalten hat, macht den Aufzug zu einem Ort, der ohne Not seine Passagiere verunsichert und Väter in Verlegenheit stürzt. Dafür sind Aufzüge¹ aber nicht gedacht.
? Im Bahnhof gegenüber dem Einkaufszentrum sind in den Aufzügen, die hoch zu den Bahnsteigen führen, auf dem Knopfbrett alle Funktionen auch in Braille-Schrift verzeichnet. Vorbildlich, möchte man meinen – allerdings sind die erhabenen Muster der Blindenschriftzeichen auf Metallfeldern angebracht, die genauso aussehen wie die Bedienknöpfe darunter. Fast jeder, der den Aufzug betritt, drückt erst auf die Blindenschrift-Felder, die man intuitiv für die eigentlichen Knöpfe hält (und die Knöpfe darunter für die Beschriftung mit den Funktionssymbolen).
Oft stehen Passagiere dann in dem Aufzug, haben ihn nach ihrem Dafürhalten bereits in Gang gesetzt und fangen an zu überlegen, ob er defekt ist.
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¹ Zu der Frage, weshalb ein Aufzug, der abwärts fährt genau genommen Abzug heißen müßte siehe auch hier.
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