Monatsarchiv für Oktober 2008

Finanzkrise (6): Autopilot

Mit radikal neuen Modellvarianten versucht die von der Krise angefaßte Autoindustrie dem Abschwung davonzurollen. Hier ein Modell des amerikanischen Allrounders Lars-Erik Fisk ?

 

? Ein Kleinstbuss aus dem Hause Volkswagen. Sieht aus wie echt. | Ein funktionstüchtiger V8-Motor aus Lego. | Falls einen die Finanzkrise in der Luft erwischt: Wie man im Notfall ein Flugzeug landet. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. | 

11.000 Menschen haben in Äthiopien eine neue Bank gegründet (via Africanews). | Der israelische Bildhauer Niso Maman hat einen weiblichen Torso aus Münzen angefertigt. | Schmuck aus recyceltem Papiergeld. | Europa als Geldscheinkarte. | 

? Bei Chanel gibt es im November Preiserhöhungen um 20 Prozent. | Die Firma OOOMS verkauft Büroklammern aus 24-karätigem Gold (via Trendhunter). | Die neuen Pelzstiefel für Herren von Tom Ford für 9.200 Dollar. | Jeder Flacon “Love Eau de Parfum Amethyst” von Ralph Lauren ist mit einem 47-karätigen Amethyst verschlossen und kostet 2.200 Dollar. | 

? Spekuläntchen: Babies als Aktionäre

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Heute im Webfernsehen: Durch Klang- und Datenmeere

? Die britischen Digitaldesigner Phil Clandillon und Steve Milbourne haben zu “Rock N’ Roll Train” von AC/DC das erste Musikvideo der Welt in Microsoft Excel komponiert. | Ein deutscher AC/DC-Fanblog. | Ach ja, und Microsoft Word wird 25. | 

 

Das grandios animierte Sea Orchestra durchquert Klang- und Datenozeane:



So hört man gerne, wie die Zeit vergeht: Thomas Feiner & Anywhen, “The Siren Songs“:

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Updates: 300 runde Sofas


• (Update zu 14 weitere erstaunliche Versuche zur Zukunft):

Departures of Tomorrow: Diese vorausschauende Illustration von 1962 zeigt eine Proto-Form von Amazon und Ebay - das Wonder Warehouse. Dass sich das die Kugellager-Abteilung von General Electric ausgedacht hat, erinnert mich an eine Geschichte, die mir einmal eine Freundin erzählt hat, die in Hamburg in einem Import-Export-Unternehmen gearbeitet hat. Sie hatten ein Fax von einer Firma aus Asien erhalten: “Schicken Sie uns bitte umgehend 300 runde Sofas.” Es hat eine Weile gedauert, bis sie draufkamen, dass mit den runden Sofas Kugellager gemeint waren. Es hatte wohl jemand im Wörterbuch unter “Lager” nachgesehen und sich dann unter den Bedeutungsangeboten für “Sofa” entschieden. |

Noch mehr Wunder: Wo wären wir ohne die Wunder der farbigen Television? |

• (Update zu Das kleine, gläserne Fenster):

Japan: 56.000 Polizisten wachen an 81.000 Geldautomatenum Betrug zu verhindern. |


• Knopf drücken, Mann ziehen: Ein Selbstbedienungsautomat für weibliche Singles.




• (Update zu Schirme: möge der Griff mit dir sein):

14 weitere Schirmständer, von italienischer Keramik über Designerständer aus Acryl bis zu einem Schirm, der sich in einen Schirmständer verwandeln läßt (via Crookedbrains). |

• (Update zu Elektronengehirne):


Little Big Planet: Der kleine, große Computer in Betriebchen -


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Heute im Webfernsehen: Wissen wie blöde

Cino für Clips: Der YouTube Screening Room. | Molecular Movies: Ein Portal für Zell- und Molekular-Animationen. | The Machine That Changed The World von 1992 in fünf Teilen (via Waxy.org). | 

? Die Wurzeln des Nahostkonflikts in 5 Minuten, von Axel Rudolph (via Infosthetics):

 

Science Machine: Ein Adobe Illustrator-Ass läßt sich im Zeitraffer zuschauen


 

Our Wonderful Nature: Das Berliner Animationstalent Tomer Eshed hat Liebe und Drama im Leben einer Spitzmaus anschaulich gemacht


 

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Heute im Webfernsehen: Violinenmaschinen

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Die Meister der Musik-Animation – Animusic mit Future Retro:


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• Eine virtuose, alien-artige Violinenmaschine:


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• Alan Stivell goes Großrechner oder Wie die Harfe im 21. Jahrhundert ankam:

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• Klangleichtes Surfen um Soundkurven:


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Updates: Strahlung, Sprache, Sand

 

(Update zu Strahlende Schönheit): 

Solche Fläschchen mit Radium-Lösung zum Trinken stellte die Standard Chemical Company in Pittsburgh bis 1920 her. Laut Werbung sollte der Inhalt gegen Muskelverspannungen, hohen Blutdruck, Nierenentzündung und Blutarmut helfen. ? 

? Am 23. Oktober 2008 nahmen die Beschäftigten des Kernkraftwerks in Tschernobyl an einer Alarmübung teil, in der das Verhalten für den Fall freigesetzter Radioaktivität trainiert wurde. | 

? In Frankreich mußte der Aufzughersteller Otis die Knöpfe von mehr als 500 Fahrstühlen zurückrufen, da sie versehentlich aus radioaktiv verseuchtem Stahl hergestellt wurden. | 

 

(Update zu Zehn Worte werden täglich neu erfunden):

? Dem Global Language Monitor (GLM) zufolge kommt im Schnitt alle 98 Minuten ein neues Wort zur englischen Sprache hinzu. Auf der about-Seite des GLM ist “dictionary” falsch geschrieben (”dictioanry“). Einer Schätzung des GLM zufolge wird im April kommenden Jahres das millionste englische Wort geprägt werden (via BoingBoing).

? Der Traum jedes Linguisten: Die George Mason University im US-Bundesstaat Virginia hat in ihrem Speech Accent Archive eine umfassender Sammlung englischer Akzente mit Hörproben und Bezugsdaten angelegt (via PSFK).

 

(Update zu Die Farben des Internet (5), John Wayne und der Geigerzähler und Die Schreimaschine):

Mitchell Feinberg, Spuren im Sand - ungewöhnliche Modefotografie (”Accessories I” anklicken). | Das Sandskulpturen-Archiv des wunderbaren Blogs Grow-a-brain. | 

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Das Montagszitat: FernsehEnde

Television in the rain (Foto: striatic, unter Creative Commons) ? 

 

“Wir Schweizer können kein allzu schlimmes Fernsehen haben, denn wir haben kaum private Sender. Um wirklich Scheiße sehen zu können, müssen Sie ein privates Fernsehen haben.”

“Ein deutscher Fernsehintendant, der ein Programm machen würde, von dem Reich-Ranicki begeistert ist, gehört entlassen, weil er ja komplett am Publikum vorbeisendet. Fernsehen ist kein elitäres Medium. Aber es gibt zwischen totaler Volksverarschung und elitärem Gesabbel noch mehrere Zwischenstufen.”

“Im Schweizer Fernsehen gab es mal eine Sendung mit Leuten, die jemanden aus den Augen verloren hatten. Da war eine alte Dame, die dann in der Sendung jemanden wieder antraf. Die Kamera war auf sie gerichtet, und der Regisseur starrte selbstvergessen auf die Monitore und beschwor das Bild: “Jetzt wein’ doch endlich, du blöde Kuh!” Sie sehen - reale Leute sind wirklich Verbrauchsware.”

“Fernsehmacher sind so zynisch, die würden, wenn sie Quote dafür kriegen, sogar was Anständiges senden. Die machen nicht aus Überzeugung Trash.”

“Fernsehen ist immer noch ein wichtiges Medium - auch wenn die Ära zu Ende geht.”

“Wenn ich mir die Debatte zwischen Obama und McCain ansehen will, warte ich nicht mehr, bis die im Fernsehen kommt, dann gehe ich im Internet auf die Seite der New York Times und klicke mich dort von Debattenthema zu Debattenthema, das ist viel aktueller. Auch deshalb hat Fernsehen an Bedeutung verloren, weil das Internet einfach innovativer ist.” 

 

Scheiße, ich schalte um“: Aus einem furiosen Gespräch mit dem Medienkritiker Charles Lewinsky (Süddeutsche Zeitung, Oktober 2008)

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Kolumne: Aus einer fernen Zeit

? Sollte jemand durch ein Zeitfenster aus dem 18. oder dem 22. Jahrhundert in unsere Gegenwart fallen und von mir wissen wollen, wie es sich anfühlt, so Anfang des 21. Jahrhunderts zu leben, würde ich ihn mit an meinen Rechner nehmen und ihm zeigen, wo ich die letzte Viertelstunde entlanggeschliddert bin.

Ausgangspunkt war ein Foto auf einer der Websites, die ich gerne zur Erholung besuche. Sie heißt Vintagephoto, verschont einen weitestgehend mit Text und öffnet Fenster in vergangene Augenblicke. Es gibt kein System und keine Rubriken. Was der Wind des Zufalls auf die Scanner des Planeten weht und von dort ins Netz, landet wie Herbstlaub in dieser schönen, freien Sammlung. Ich blieb an einem Foto hängen, das Pablo Picasso 1923 am Strand von Antibes zeigt, neben ihm Gerald Murphy. Murphy, Murphy… genau. 

Gerald und Sara Murphy waren die Vorbilder für Dick und Nicole Diver in Scott Fitzgeralds grandiosem Roman Zärtlich ist die Nacht gewesen. Elegantes Strandleben an der Rivera, er verliebt sich in eine junge Schaupsielerin; dann stellt sich nach und nach heraus, dass seine Frau wahnsinnig ist oder im Begriff, es zu werden. Der Bostoner Firmenerbe und Maler Murphy hatte sich in den zwanziger Jahren mit seiner Frau an der französischen Riviera angesiedelt. Die beiden wurden zum Mittelpunkt einer Künstlerwolke, der neben Picasso auch Ernest Hemingway, John Dos Passos und Scott Fitzgerald mit seiner Frau Zelda angehörten.

Wenn ich mich, wie bei den Murphys der Fall, mit etwas länger nicht mehr beschäftigt habe, sehe ich inzwischen routinemäßig bei Google nach, ob der zugehörige Teil der Weltkulturmasse seit dem letzten Mal zugenommen hat. Ob es neue Überraschungen, neue Information, neue Bilder gibt. Bei Flickr stieß ich auf ein weiteres Foto… [weiter im Technology Review Blog]

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Sagt Google die US-Wahlen voraus?

 

Obama Word Portrait II von Jeff Clark, erstellt in der Programmiersprache Processing ?

 

Google In Quotes: Was haben Barack Obama und John McCain zu [Suchwort einsetzen] gesagt? | Kann Google Trends die Wahlen vorhersagen? | 

Obama und McCain als Pez-Spender (via Slashfood). | Ein McCain-Zierteller. | Sarah Palin-Merchandising (T-Shirts, Lätzchen, Taschen). | Gräßlicher Obama-Ohrschmuck. | Sarah Palin-Actionfiguren (sowie McCain- und Obama-Köpfe als Bleistiftaufsätze). | Der Bildhauer Daniel Edwards hat eine aufsehenerregende Büste von Michelle Obama angefertigt. | 

? Was passieren kann, wenn ein einziger Amerikaner am 4. November nicht zur Wahl geht (via Bizarrocomic). | Wie man einen amerikanischen Präsidenten wählt (Animation in einfachem Englisch). | 

“Ich gehe immer noch davon aus, dass McCain die Wahlen in den USA gewinnen wird“, schreibt Burks in einer lesenswerten Amerika-Einschätzung. | Zum Verständnis: Die nach wie vor großartige, informative und klar geschriebene Website “USA Erklärt” (”Der faktische Hintergrund, freundlich erklärt”). Aktuell: Sprünge von toten Katzen| 

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Hängt sie um

? Drüben bei Bagbunch, der Seite für Handtaschenhingeneigte, gibt es eine feine Parodie: Was wäre, wenn die Hersteller von Handtaschen genauso vorgehen würden wie die amerikanische Musik- und Filmindustrie und beispielsweise das Tauschen von Handtaschen ebenso illegal wäre wie YouTube-Clips, auf denen man mit einer Handtasche zu sehen ist? (via Techdirt). |

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Die Farben des Internet (5)

Wenn Transparency International Matrjoschkas herstellen würde: Nest of Bowls von Joseph Joseph. ?

 

Holländische Tulpenfarmer machen aus Landschaften Farbpaletten. | Schöne, bunte Kinos (via CrookedBrains). | 

Ungewöhnliche - und ungewöhnlich schöne - Farbräder (via colourlovers). | Marian Bantjes: Die Farben des Gehirns. Plakat für ein Symposion über Synästhesie in Kolumbien. | 

Datenvisualisierung: Kauf- und Verkaufs-Orders an der Börse. Das Ganze sieht ein bißchen aus wie psychedelische Mehrfachwimpern. |

James White gestaltet mit glühenden Farben. | Die Argentnierin Azul De Corso und ihre bunt durchperlten Bilder. | Farbiger Sand. | Ein Werbespot: Farbige Riesendominos fallen durch Indien. |  

 

? What a colorful world:

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Finanzkrise (5): Es ist die Wirtschaft, Blödmann

Der Dollar ist nur deshalb Leitwährung, weil er so verschuldet ist, dass man ihn nicht kollabieren lassen, aber auch nicht ersetzen kann. Man kann doch gar nicht sicher sein dass der Dollar nicht eines Tages zusammenbricht. Die Möglichkeit des Zusammenbruchs eines monetär aufgeblähten Wirtschaftssystems, für die es keine Konsequenzen gibt, halte ich für ein außerordentlich drängendes Problem angesichts dessen ich das Plärren gegen den Kapitalismus als unangemessen betrachte.

Niklas Luhmann, 1987

 

? Prominente, die mal obdachlos waren. | Wie man in seinem Auto leben kann. | Die Ein-Dollar-Kamera. | Verzweifelte Börsenhändler sind die neuen Lolcats (Hier eine Erläuterung des Internet-Slangworts Lolcat). | Es ist die Wirtschaft, Blödmann. |

Das FBI untersucht eine Reihe von an Bankfilialen gerichteten Morddrohungen. | Die perfekte Metapher für die Finanzkrise: Hohle Münzen, Spionagespielzeug aus der Zeit des Kalten Kriegs. | 

 

? Ein Flickr-Pool mit weit über 10.000 Fotos: Armut auf der Welt -
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? Im August 1914 stellte ein Korrespondent der britischen Times mit seiner Frau einen 10-Punkte-Plan für Einsparungen im Haushalt auf:

    War Programme

1. Die Dienerschaft muß mit 25 Prozent weniger Gehalt auskommen.

2. Keine Gäste mehr, die im Hause übernachten.

3. Keine kostenpflichtige Freizeitgestaltung; kein Theater; keinerlei Vergnügungen außer Haus zu mehr als 2 Shilling; Reisen ausschließlich dritter Klasse.

4. Kein Wein, kein Schnaps, keine Zigarren.

5. Beide brauchen wir nur jeweils ein neues Kleidungsstück pro Jahr.

6. Keine Zeitung außer der Times and einem Magazin für die Frau.

7. Wenn Golf, dann ohne Caddy; und nur auf dem Grün des heimischen Clubs.

8. Keine Geschenke zu Weihnachten, Geburtstag oder Hochzeitstag.

9. Äußerste Wirtschaftlichkeit beim Essen; keine Suppen, keine Vorspeisen, keine Süßigkeiten (beispielsweise kandierte Früchte etc.), keine Früchte, außer was für die Gesundheit des Jungen als unerläßlich erachtet wird, und dann nur aus dem eigenen Garten; nur Bratenfleisch, einfache Puddings und einfachste Lebensmittel.

10. Strikt wirtschaftlicher Umgang mit Kohle, Gas und elektrischem Licht.

 

Marketplace-Experte Paddy Hirsch erklärt die blöden Collateral Debt Obligtions, die das ganze schöne Geld kaputtgemacht haben:


         

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Informationskonfetti

 

Ein Vexierspiel: Zwei Hochhäuser in Kairo - welches der beiden Häuser steht im Vordergrund und welches im Hintergrund? (Foto: David Evers/Daveness_98 unter Creative Commons) ? 

 

? Kuschelquarks aus dem Teilchenzoo: Handgemachte subatomare Teilchen aus Plüsch. | Garamont Powerline: Ein kunstvoll kabelwirres Hochspannungs-Alphabet. |

? So einfach wie eigenartig: “Something Electric” von Krištof Kintera - eine Kokosmuss mit Motor (das Video ansehen). | Neues Spiel aus Japan: tuttuki bako - Fang den Panda! mit deinem in den Minifernseher gesteckten Finger. |

Der You Tube-Ring. | Billy Chasens Uhr aus Leuten. | Ein fernbedienbarer Koffer, der hinter einem herrollt (Konzeptstudie). | 

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Eine sehnsüchtige Kleinanzeige aus Craigslist:

? gray haired younger(ish?) man on 1 train with guitar - w4m

Date: 2008-10-19, 1:43PM EDT

You stepped on my foot on the train Saturday afternoon- more than once. I think the first time was an accident, and maybe the second time was because you wanted to talk to me? I don’t know though- maybe I completely made that up. I thought you were really attractive though and I’m NEVER this forward, but I thought there could possibly be a connection there. I was the girl with long red hair and glasses. Am I out of my mind, or did you want to talk to me as much as I wanted to talk to you?

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Das Zeitalter der Angst

Elektrisch zusammengezogen ist die Welt nur mehr ein Dorf. Die elektrische Geschwindigkeit, mit der alle sozialen und politischen Funktionen in einer plötzlichen Implosion koordiniert werden, hat die Verantwortung des Menschen in erhöhtem Maß bewußt werden lassen. … Es ist dies das Zeitalter der Angst, weil die elektrische Implosion uns ohne Rücksicht auf ‘Standpunkte’ zum Engagement und zur sozialen Teilnahme zwingt.

Marshall McLuhan, Die magischen Kanäle (1968)

 

? Ein Projekt von Toby Ng Kwong To: Wenn die Welt ein Dorf mit 100 Menschen wäre…

 

Die internationale Türgriffschildersammlung von Michael Lebowitz‘ Großvater. ?  

Eine lesenwerte Geschichte im New York Magazine: The Day Punk Died. Vor ziemlich genau 30 Jahren wurde Nancy Spungen, die Freundin des Sex Pistols-Bassisten Sid Vicious, erstochen in ihrem Zimmer im New Yorker Chelsea Hotel gefunden. Sid Vicious, der unter Mordverdacht stand, starb kurz vor Prozeßbeginn an einer Überdosis Heroin. Wegen ihrer selbstzerstörerischen Attitüde wurde Courtney Love später öfters mit Nancy Spungen verglichen. Für die 1986 verfilmte Beziehung von Sid und Nancy hatte Love sich für die Rolle der Nancy beworben, bekam aber nur eine Nebenrolle. Derzeit trägt die Soulsängerin Amy Winehouse die Fackel weiter. |

Wenn sich amerikanische Vorstädte ausbreiten, werden manchmal auch Gräber von Parkplätzen umzingelt. | Ein erhängter Mann als Schreibtischlampe (via Gizmodo). |

? Und:


There is no such thing as New Wave from luze duze on Vimeo.

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Heute im Webfernsehen: Lichtmaler und Tortengrafiker

? Die Woche über wieder nichts als Arbyte gewesen. Dafür jetzt: das Wochenendwonnewebfernsehprogramm mit erholsamen musikalischen und animatorischen Meisterlichkeiten.

? Als erstes gleich mal ein Song über Kuchen- und Tortengrafiken und sowas. Wahrscheinlich der einzige, den es auf der Welt gibt:

 

? Der Lichtmaler und Pianist Ryan Cashman vor dem nächtlichen San Diego:


 

? Spot. Eine kurze (brief!) Geschichte der Kommunikation:

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Finanzkrise (4) Rasenmaler und traurige Trader

? Im kalifornischen Stockton betreibt Nick Terlouw die Firma Greener Grass Co. Nick besprüht den vertrockneten, braunen Rasen von zwangsversteigerten Häusern mit grüner Farbe, damit sie sich besser verkaufen lassen.

Der “Ich hasse manikürten Rasen“-Fotopool auf Flickr:

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? Neue Finanzkrisenfotoblogs: Börsenhändler mit ihren Händen auf dem Gesicht (ein Blogtitel wie ein Achtziger-Jahre-Bandname). | Traurige Typen am Parkett. | Die Finanzkrise in Bildern. | 

Alles, was Sie über die globale Finanzkrise wissen müssen: The Money Meltdown. | Wie sich die Finanzkrise vor der New Yorker Hauptsynagoge bemerkbar macht (via New York Times). |

? Swissmiss hat die teuersten Dinge aufgelistet, die sie bei Amazon finden konnte. | Ein “europäischer Mogul” hat bei den Schweizer Luxus-Uhrmachern Vacheron Constantin eine Uhr in Auftrag gegeben, die 5 Millionen Euro kosten wird. Die bisher teuerste Uhr der Firma war die Tour de l’Ile, von der 2005 sieben Stück zum Einzelpreis von einer Million Euro gebaut worden waren (via Luxist). | 

 

Mehr Bildung! Hier ein wenig Wiesenschaft: Extremwiesen -

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US-Wahlen: Vergesst Obama und McCain

Eine Karte der politischen Blogosphäre. ?

 

Vergesst Obama und McCain: Peter Glaser for President. Das Wahlkampfvideo und den “Glaser-Faktor” bitte zu beachten. | Empfehlt dieses Blog weiter und werdet Vize-Glaser. | 

Wir basteln uns einen Barack Obama. | Sarah Palin zum Aufblasen. | Ben Cook hat Barack Obama in Lego porträtiert. | Sarah Palin auch aus Lego. | Ein Palin-Propagandaposter. | Wahlwerbung, von Vati handgedruckt, auf Etsy. | Wenn die ganze Welt wählen könnte, würde Obama Präsident. | Wenn Sarah Palin Präsidentin wäre (rumklicken). | Strippen für Obama. | Sarah Palin-Debattenflußdiagramm (via Daily Kos). | Die neuen Weltherrscherschuhe: Obama-Sneakers. |

Ein Vater hat seiner Tochter hinter dem Rücken der Mutter den Namen Sarah McCain Palin gegeben (via Neatorama). | Erste Ergebnisse eines Wahlkabinen-Designwettbewerbs (via core77). | Everymomentnow.com zeigt in Gestalt eines Kampagnen-Kardiogramms, in wie vielen Artikeln täglich auf die Präsidentschaftsbewerber verwiesen wurde. | Eine wie nicht anders zu erwarten erlesene, kleine Linksammlung zu Obama, McCain, Palin und Bush drüben bei Grow-a-brain. | 

Der kleine Macht-Checker: Google Audio Indexing durchsucht Politiker-Videos nach Schlagworten. In der URL der Google Labs wird die Seite übrigens abgekürzt mit gaudi. | Google-CEO Eric Schmidt unterstützt die Kandidatur Obamas und bringt sich als Technikberater ins Gespräch (via cnet). | Google Maps macht Politik: Eine Karte, auf der man den Lebenslauf von Barack Obama nachverfolgen kann und die Fundrace2008-Karte der Huffington Post mit einer nach Namen und Adressen durchsuchbaren Übersicht, wer für wen gespendet hat (via techcrunch). | Die Spenden in Diagrammform, mit Fransen. | Google Maps - US Voter Info: Wo ist mein Wahlokal?

The Living Room Candidate: US-Wahlwerbespots von 1952 bis 2008. | Die Haustiere der amerikanischen Präsidenten (1959 bis 2000). | Maße und Gewichte der US-Präsidenten von 1896 bis heute (via Swissmiss). | Unsicher? In Wechselwählerstimmung? Machen Sie den Glassbooth-Test, um rauszufinden, wer der beste Präsidentschaftskandidat ist. | 

John McCain-Hundekackefähnchen (ein Flickr Fotoset):

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Neue Formen von etwas: Typoesie


In einer Talkshow mit dem Literaturkritiker Denis Scheck, in der ein junger Seifenschauspieler was Nettes über Kultur sagen wollte und berichtete, dass er im Urlaub auch gern mal ein Buch lese, stellte Scheck klar, dass es nicht um Alphabetisierungskampagnen gehe, sondern um Literatur. Und während Marcel Reich-Ranicki nun auf das dumme Fernsehen losgeht und die Fernsehleute auf das, was sie für Literatur halten, haben sich längst neue Formen von etwas entwickelt, das Literatur ist und auf hochinteressante Weise mehr.


• Der Klassiker: Prince, “Sign O The Times” von 1987. Der Videoclip zum Titelsong der gleichnamigen LP war eine elegante Sensation:



• Der neue Klassiker: Das Schöpfungsgeschichtengeschluder zur höheren Ehre des Aufschiebestandardwerks von Kathrin Passig und Sascha Lobo:




• Eindrucksvoll auch  “Die Ewigkeit schmerzt” von Neuro (danke Iris):



Und hier noch eine großartig typoesierte Erklärung der Menschenrechte (englisch). |

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Finanzkrise (3): Suppen-Aktien und Geldmaschinen

 

Andy Warhol und die Säulen von Wall Street (Foto: Carole Smith/mccheek unter Creative Commons) ?

 

? Als am 29. September die Kurse in den Keller gingen und der Dow Jones um 700 Punkte einbrach, gab es eine einzige Aktie im amerikanischen Standard & Poor’s 500-Aktienindex, die nicht an Wert verlor: die des Suppenherstellers Campbell’s. Die gleichfalls krisengebeutelten Verlage hoffen in diesem Zusammenhang, dass sich Kochbücher auch weiterhin gut verkaufen werden. Essengehen gehört in Krisenzeiten zu den ersten Dingen, an denen gespart wird. | 

? Die britische Künstlerin Natasha Archdale fertigt aus den Schnipseln von Wirtschaftszeitungen Collagen nackter Körper. | Financial Fashion - Geld-inspirierte Mode und Accessories (via Trendhunter). | Wortwolken zur Finanzkrise. | Weitere Wortwolken zu immer derselben Finanzkrise. | 

Die Kunst zur KriseFinanzmakler in Formaldehyd, Umsatzkurven-Graffiti und anderes (via rebel/art). ?  

Zehn Gelddruckmaschinen (via oobject). | Handelsplätze an den Börsen der Welt. | Der Motivationstrainer Anthony Robins wirft sich ins Neugeschäft mit der Not: Auf seiner Website verheißt er Kraft aus der Krise. | Tip’d ist eine Community für Finanznachrichten, -ideen und -tips. | 

? Drüben bei infosthetics haben sie einige sehr anschauliche Visualisierungen der Finanzkrise. | Bei Visualizing Economics gibt es eine grafische Übersicht über den Markt der berüchtigten Credit Swaps. | Die älteste noch bestehende Bank der Welt: die 1472 in Siena gegründete Banca Monte dei Paschi di Siena (via Neatorama). | Vier weitere, sehr alte Banken. | 

Bei ResourceShelf gibt es einen Leitfaden durch die globale Wirtschaftskrise (englisch). |

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Stift oder Maus?

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Eine Seite aus dem über 15 Jahre geführten Logbuch des Kalligraphen und Kulturphilosophen Andreas Wald (1952-2007). →

Interaktive Maschinen sind eine Illusion. Systemgeleitete User, so scheint es, sind unkreativer und dummheitsgefährdeter.

→ Der belgische Psychologe Christof van Nimwegen vertritt die Ansicht, dass Papier und Stift dem Lernen und der Kreativität wesentlich förderlicher seien als es Computer sind. Seinen Untersuchungen zufolge verwandelt Software uns in passive Subjekte, die sich den Launen des Computers ausliefern und ein wenig beschränkt in Menüs und auf Icons oder Optionskästchen herumklicken. Eine Vergleichsgruppe, die statt digitaler Apparatur nur mit Kuli oder Füllfeder arbeitete, erledigte die gestellten Aufgaben schneller und besser.

Das Grundproblem ist: Es gibt keine Interaktion mit Maschinen. Der Begriff der Interaktion stammt ursprünglich aus der Soziologie und bezeichnete die Wechselbeziehung zwischen Personen. Dann widerfuhr dem Begriff das, was bei Seeleuten “schanghaien” heißt: Er wurde verschleppt und in fremde Dienste gezwungen. Die Verkünder der digitalen Revolution hatten eine ihrer großen Verheißungen gefunden: Interaktion sollte eine der maßgeblichen Qualitäten der digitalen Welt sein. Sogar das Fernsehen sollte, vom magischen Hauch der Interaktivität angeweht, neuen Zauber verbreiten.

Im Gegensatz zur Kommunikation, bei der eine Botschaft vom einen zum anderen übermittelt wird, geht es bei der Interaktion immer um einen beiderseitigen Austausch. Bereits an diesem ersten Unterscheidungsmerkmal scheitert jede Software. Programme können auf unterschiedlich festgelegte Art auf die Anforderungen von Nutzern reagieren. Man kann das multioptional oder Multiple Choice nennen - ein gegenseitiger Austausch, bei dem beide Seiten Erfahrungen miteinander machen und einander verändern, ist das sicher nicht. Keine Interaktion.

Es ist auch nicht interaktiv, ein Feld auf einem Bildschirm anzuklicken. Es gibt keine wirklichen Überraschungen oder neue Entdeckungen. Wie zahlreich und wohlgestaltet sie auch sein mögen, alle Auswahl- und Verzweigungsmöglichkeiten von Computerprogrammen sind festgelegt. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich ein Gegenüber, mit dem ich auf die altbekannt analoge Art interaktiv bin, gleichzeitig mit mir ändert - jede Seite wird ein kleines bißchen erfahrener. Die Situation ist nie eindeutig vorhersehbar. Die Vorstellung, man könne interaktiv mit etwas sein, das sich selber nicht ändert, ist unsinnig.

→ Wenn man’s für sich betreibt, mögen Stift und Papier die ergebnisreichere Möglichkeit sein. Im Austausch mit anderen wird einem der Versuch inzwischen aber manchmal auch schon schwer gemacht.

Neulich war ich zu einer Lesung eingeladen und der Veranstalter hatte mir gedruckte Flyer mit Hinweisen auf die Veranstaltung geschickt, verbunden mit der Bitte, sie an Freunde und Bekannte weiterzuleiten. Zuerst habe ich überlegt, die Billets einzuscannen, um sie als Mail-Anhang zu verschicken. Dann habe ich aber doch Briefmarken und Kuverts gekauft, auf jeden der Flyer noch was draufgeschrieben und alles in einen Briefkasten geworfen. Auf der Veranstaltung hat mich einer meiner Freunde dann vorwurfsvoll gefragt, weshalb ich ihm denn – mit dem Ausdruck leichten Entsetzens – einen Brief geschickt hätte und keine Mail. Er würde doch nur noch alle paar Tage in seinen Briefkasten schauen und habe die Veranstaltung fast versäumt.

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Ein Fotopool für Freunde des Druckbleistifts:

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Ein Fotopool für Füllfedersüchtige:
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Finanzkrise (2): Kekse und Entschuldigungen

Ein ehemaliger Direktor der Weltbank erklärte einmal, die Wirtschaft sei der Untergang der Welt. Sie erlaube es, dass die Dänen jedes Jahr tonnenweise Kekse in die USA exportieren, die USA ebenfalls tausende von Tonnen Keksen nach Dänemark. Die Keksfrachtschiffe verbrauchen tausende von Tonnen Erdöl. “Warum“, fragte der Weltbank-Direktor, “tauschen sie nicht einfach ihre Rezepte aus?”

 

? Am 1. Oktober hatte US-Senator Charles Grassley die Führungskräfte der ins Trudeln geratenen Banken und Wall Street-Institutionen aufgefordert, sich öffentlich für ihre Fehler zu entschuldigen, um der zornigen Bevölkerung das immense Rettungspaket der Regierung plausibler zu machen. Keine Reaktion.

? Am 6. Oktober wurde Richard Fuld, der Chef der Pleite gegangenen Investmentbank Lehman Brothers, bei einem Hearing im Kongress, unter anderem von Senator Henry Waxman vorgehalten, er habe zwischen 2000 und 2007 insgesamt 484,8 Millionen Dollar an Boni kassiert. “Ist das fair?”, wollte Waxman wissen. Fuld antwortete, seine Einkünfte hätten eher an die 350 Millionen Dollar betragen.

? Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sieht keinen Grund für eine Entschuldigung, wie Bundespräsident Horst Köhler sie wegen der Finanzkrise von den Banken gefordert hat. Er - Ackermann - werde nicht im Büßerhemd durchs Land ziehen.

? Anfang Oktober meldete in Japan die Firma Gateway 21 Konkurs an. Kunden, die bereits bezahlt hatten, verloren ihr Geld. Firmenchef Tomomasa Fukui, zu dessen Lebensstil eine große Villa und mehrere Ferraris gehören, entschuldigte sich öffentlich. “Dogeza” nennt sich die eingehendste Form der Entschuldigung, bei der man sich hinkniet und mit dem Kopf bis auf den Boden verneigt. Während seiner Entschuldigung wurde Fukui von wütenden Gläubigern ganz unjapanisch beschimpft (via Tabibito):

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Die monatsmolekühle Jahreszeit

Es gibt einen neuen Schwung der stets vergnügten “Ich-bin-ein-Mac-Ich-bin-ein-PC“-Spots. Diesmal tritt man den Microsoft-Marketingbestrebungen auf den Schlips. Hier “Der Erbsenzähler“:

Ein kurzes Porträt über den wunderbaren John Hodgman, der den PC spielt. Er schreibt nun als Gastblogger bei BoingBoing. |

• Ein Hörmuß: Brandon Kahn und das Commodore 64 Orchestra - 12 niederländische Klassik-Instrumentalisten, die sich auf Orchesterfassungen der Soundtracks von C-64-Spielen spezialisiert haben. Hier ein Trailer, hier eine empfindsame Neuinterpretation von Cybernoid II, hier ergreifend die Klangkaskaden von Commando. |

Drüben bei Biocurious gibt es wieder ein hübsches Molekül des Monats: Die Poly(A) Polymerase. Sie spielt die erste Geige bei der Polyadenilierung. Hier kann man Poly(A) Polymerase kaufen. Und hier ein Tailing Kit, um mit der Poly(A) Polymerase ein bißchen rumzuspielen. |

Der planetare Herbst ist da. 34 Fotos zeigen die Jahreszeit rund um den Globus. (via Boston.com) |

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Das Montagswort (heute mal am Dienstag): Risiko

 

Foto: Stuart Caie (kyz) unter Creative Commons ?

 

Ausfallsichere Computersysteme fallen eben aus, wenn sie es nicht schaffen, auf sichere Art auszufallen.

Peter G. Neumann, Risikospezialist

 

? Keine Folge von Programmanweisungen, wie umfangreich auch immer, kann der unendlichen Komplexität der Welt entsprechen. Auch wenn ein Programm heute die Welt erfolgreich nachbildet, kann es bereits morgen hinfällig sein, da die Welt sich dauernd verändert. … Allgemein gesagt, leben wir in einer unendlichen und kontinuierlichen Welt. Wir nehmen diese unendliche Welt und machen sie endlich durch einen Prozeß, den wir Abstraktion nennen, da wir bloß endliche Gedächtniskapazität haben, in der wir Information unterbringen können - dies hat zur Folge, dass wir durch die Umwandlung eine Menge an Detailinformation verlieren.

Meir Manny Lehmann, Professor am Londoner Imperial College

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Das schrecklichste Musikvideo aller Zeiten…

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…und weiterer Horror für heldenhafte Hörer. Zuerst aber, damit wir’s hinter uns haben, “Losing You” von Jan Terri. Ihr werdet es nicht glauben:

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• Hier noch weitere Kulturperlen von Jan Terri. | Zur Entspannung ein Song, der mit ziemlicher Garantie jeden wahnsinnig machen wird. |

• Das Museum der schaurigen Plattencover. |

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• Die sieben gruseligsten Alben von unerträglichen Bands und Interpreten. | Was mich an eine meiner Lieblingsplattenbesprechungen erinnert, in welcher der Rezensent schlichtweg ausgerechnet hat, wie viel Erdöl sich aus dem Vinyl der besprochenen Platte zurückgewinnen und zu Benzin raffinieren läßt und wie weit man damit von der Platte wegfahren kann. |

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Wallendes Wissenschaftshaar



Wie Ingenieure T-Shirts falten:


Ralph Segert hat eine hervorragende Blog-Anleitung für Einsteiger und Journalisten ins Netz gestellt (”Mit Weblogs per Du“). |

Es gibt sie noch, die guten Geometrie-Games: The eyeballing Game. | Coole Flaschenöffner, die mich wieder daran erinnern, dass der Computer das erste Werkzeug in der Kulturgeschichte ist, mit dem man keine Bierflaschen öffnen kann. Man begreift, weshalb die Maschine so revolutionär ist. |

→ Der Luxuriant Flowing Hair Club for Scientists™ (LFHCfS) nimmt, wie sich leicht vermuten läßt, ausschließlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Mitglieder auf, die über eine außergewöhnliche Haarpracht verfügen. | Der Microsoft-Entwickler Tamir Khason hat vor vier Jahren einen in gewöhnlich gutrasierten Kreisen viel beachteten Artikel über den Zusammenhang zwischen Programmiersprachen und Gesichtsbehaarung geschrieben. Nun unterzieht er seine Theorie einer neuerlichen Überprüfung. | Die Homepage der Europäischen Gesellschaft für Haarforschung (EHRS). |

Friseursalons der Welt:

Hair Salons, Barber Shops, and the like - around the world - View this group's most interesting photos on Flickriver

→ Frisuren in Second Life:
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Wirklichkeitswuchtiges

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Was passiert, wenn man einen deutschen Disco-Hit der Achtziger, die Geschichte des mongolischen Reichs und japanische Schulmädchen amalgamiert? – Das:

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? Drüben beim Heiseticker haben sie eine unglaubliche Geschichte am Haken: In den Kreditkarten-Lesegeräten britischer Lebensmittelketten wurden durch einen Zufall Zusatzplatinen gefunden, die Kreditkartendaten sammeln und einmal pro Tag per Mobilfunk an eine Nummer in Lahore in Pakistan senden.

Die manipulierten Geräte wurden in China hergestellt. Sie sind 100 Gramm schwerer als reguläre Ausführungen, weshalb Ermittler nun dabei sind, alle Lesegeräte zu wiegen. Der Trickbetrug war aufgeflogen, als ein Wachmann verdächtige Störgeräusche auf seinem Handy wahrnahm und die Polizei alarmierte.

Die vom südmährischen Innovationszentrum unterstützte tschechische Designergruppe meduse design ist zu der Auffassung gelangt, dass Wasserpfeifen nicht aussehen müssen wie orientalische Blumenvasen mit Grillaufsatz. Den medusepipes zu danken, brauchen auch wasserpfeifengeneigte Inhaber modernistischer Sichtbetonbauten oder loungoider Lebensräume nun keinen Stilbruch mehr zu befürchten. Das Modell noble mono ?

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Die Zukunft, wie sie auf Groschenheft-Umschlägen aussah. | Ein Pentagon-Streichholzbriefchen der Drogeriekette Walgren’s aus den fünfziger Jahren. | Statt nachts im deutschen Fernsehen Eisenbahnführerstandsmitfahrten (was für ein Wort) zur Abwechslung eine Autofahrt durch Japan über die Chuo-Schnellstraße; dazu erlesene Musikbegleitung. |

? Schnell noch, ehe auch schon die nächste der wirklichkeitswuchtigen, faberhaften Wochenschauen von Hal Faber anrollt, ein Hinweis auf die aktuelle Ausgabe. Sie lohnt sich allein wegen des Hinweises auf den fidelen Artikel von Dirk Baecker über Klimawandel und Zwergkängurus sowie B. Travens Beschreibung der Wirtschaftskrise von 1929. |

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Heute im Webfernsehen: Elektronengehirne

 

 

Mai 1965: Zum ersten Mal auf der Titelseite des “Spiegel”: Die Elektronenroboter alias Elektronengehirne vulgo Computer ? 

 

? Ein Video von 1984 über diese neuartigen Denkmaschinen: “Computability” von Steve Allen und Jayne Meadows. [via waxy.org]

Dot Matrix Revolution: Piep Tüt Kräh - Es lebe die Achtbitkunst.

 

The Dawn of the Net - eine wirklich nette, anschauliche Animation. Das Elektronengehirn und seine Mit-Elektronengehirne:

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Top 10 der Lieblingsverschreiber und -verleser

01 | Menschön 

02 | Kurdenreiche Strecke

03 | Intertür

04 | Hirnrunde (statt Hinrunde)

05 | Statt Südwestmetall gelesen: Schwerstmetall

06 | The Last Super

07 | Waldspaziergang: Forstschritt

08 | Suchstaben

09 | Nachts Bevölkerungsvermehrung von Westen her

10 | Nein, es heißt nicht Die Ideen des März

 

• Eintragungen und Notizen, die Leute in Büchern gefunden haben: Book Inscriptions - View this group's most interesting photos on Flickriver

• Sachen, die Leute in Büchern gefunden haben:
Things Found in Books - View this group's most interesting photos on Flickriver
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Google und das Ungoogelbare


Google nimmt den weltweiten Medienwandel in die Hand. Aus der Welt-Zeitungsmasse soll das größte Werbeumfeld aller Zeiten werden.

Sichtungen von Google Street View-Autos:

Google Street View Cars - View this group's most interesting photos on Flickriver

Google will alle Zeitungen einscannen und online stellen. Alle. Der erste Reflex: Wunderbar. Das Wissen der Menschheit ist bald nicht mehr nur vorhanden, die Menschheit bekommt auch endlich Zugang dazu. Und zwar zu dieser einzigartigen Form von Wissen, wie es eben durch Zeitungen vermittelt wird. Das von Journalisten der Wirklichkeit abgejagt wird, das pragmatisch ist, das sich um das Alltägliche kümmert, Alltag im Kiez, Alltag im Krieg. Eine andere Realität als die hier haben wir nicht, Journalisten kümmern sich drum.

Der zweite Reflex: Die Firma Google betreibt ihr Kleinanzeigenkraftwerk, indem sie Dämme einreisst. Google ist an der Weltextmasse interessiert, und zwar an der Menge. Die Inhalte sind egal. Die Firma verwandelt das Wissen der Welt in ein gigantisches Werbeumfeld. Google wird die Transformation vom bedruckten Papier ins Digitale massiv vorantreiben. Und während viele Verlage sich noch der Illusion hingeben, dass das alles ja ihnen gehöre, verwandeln sich die Inhalte immer schneller von Printobjekten zu Findobjekten.

Google macht der Menschheit ein riesiges Geschenk, so fühlt es sich für die meisten Nutzer jedenfals an. Würde Cervantes heute leben, er würde keinen Ritter gegen die Windmühlenflügel kämpfen lassen, sondern Verleger gegen Google.

Google agiert global in einem Zeitalter forcierter Globalisierung. Und jeder, der im Internet vorhanden sein will, braucht Google. Erst Google verschafft einem digitales Dasein. Ungoogelbar zu sein bedeutet im Internetzeitalter, nicht zu existieren. Jeder Verlag sitzt auf seiner herkömmlichen, begrenzten Markt-Insel, und nun beginnen die Grenzen zu diffundieren. Jede Regionalzeitung ist, wenn sie ins Netz geht, nun auch überregional. Jeder Kleinverlag hat ein potentiell weltweites Publikum.

Statt regionaler oder nationaler Begrenzungen kommen nun neue Kräfte ins Spiel, Suchmaschinenoptimierung zum Beispiel. Texte müssen heute nicht mehr nur lesbar, sondern auch findbar sein. Und bei Google ist jeden Tag Informationsweihnachten. All for free.

Mancher Zeitungsverlag hat in den zurückliegenden Jahren mit seinen Versuchen, neue wirtschaftliche Möglichkeiten in dem jungen, digitalen Universum zu erschließen, mehr Schaden angerichtet als Nutzen. Im Juni 2001 entschied der oberste Gerichtshof in den USA in dem Verfahren The New York Times Company versus Jonathan Tasini, dass Online-Veröffentlichungen von Artikeln nicht unter die herkömmlichen Veröffentlichungsrechte fallen. Es sind eigenständige Veröffentlichungen, die auch eigenständig honoriert werden sollten. Viele amerikanische Zeitungsverlage, darunter auch die New York Times, fingen daraufhin an, ihre Online-Datenbanken auszuräumen. Die Beiträge freier Autoren, die eventuell Honorarnachforderungen hätten stellen können, wurden gelöscht - eine Art kalter Bücherverbrennung.

Stanley N. Katz, ein Historiker an der Universität Princeton, nannte die Aktion der Verleger “verheerend“. Wissenschaftlern, die häufig mit Zeitungsdatenbanken arbeiten, war der Schwund nach und nach aufgefallen - massenhaft Material aus den 70er-, 80er- und den frühen 90er-Jahren war atomisiert worden. Ein aberwitziges Gegenteil dessen, was Google heute genau umgekehrt unternimmt.

Die Augen von Google sehen dich - Google Eyes:

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Ein Nachhall der Zukunft

Das Jahr 2000 (1957):

 

Die Weltausstellung in Seattle (1962):


 

Future Technology (2008):

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