Tagesarchiv für 12. November 2008

Kolumne: Wenn die kleine Gier kommt

 

Seriengier (Screenshot von rickh710, unter Creative Commons) ? 

 

Was treibt im menschlichen Leben ist der Mangel. Dauernd fehlt etwas. Immer ist etwas zu wenig. Ein feinfaseriges Leid durchzieht den Menschen. Er sehnt herbei, er wünscht und diesem Wunsch tritt die Ware entgegen. Im Akt des Erwerbens materialisiert ein Glück, manchmal jedenfalls. Etwas wird zur Habseligkeit. Im Internet kommt sie uns federleicht entgegen…

Ganz so einfach läuft es aber nicht, denn der Mensch ist ein großes Gefühlstier. Das heißt: Er ist den verschiedensten Empfindungswetterlagen ausgesetzt und schwankt. “Um sich auf einen Menschen zu verlassen, tut man gut, sich auf ihn zu setzen; man ist dann wenigstens für diese Zeit sicher, dass er nicht davonläuft”, wußte bereits Kurt Tucholsky.

Wer schon mal durch die Unendlichkeit der Online-Auktionate gestromert ist, wird schnell sehen: Es gibt längst mehr als alles. Zugleich leben wir in einer Zeit, in der das Unstillbare zunimmt. Immer mehr von dem, was wir von der Welt sehen, liegt hinter Glas – Auslagen, Fernseher, Computermonitore. Aus diesen virtuellen Vitrinen lassen wir uns anfluten von den Rufen der Waren. Wir alle gehören noch nicht Dir!, säuseln die Dinge. Ebay & Co. gehören zu den magischen Schleusentoren, die einem den Weg in die Welt hinter dem trennenden Glas eröffnen.

Eigentlich will man ja gar nichts kaufen. Nur gucken. Man ist ein abgeklärter Konsument, der dem schnöden Tand und Talmi distanziert gegenübersteht. Aber was ist das? Die erste Lego-Garage mit dem roten Kipptor, aus den sechziger Jahren…  [ ? weiter im Blog der Technology Review ]

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