Monatsarchiv für Februar 2009

Nutzungsmöglichkeiten? Müllionen.

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Klorollen-OrigamiPapierskulpturen von Jacquet Fritz Junior, fotografiert von Matthieu Gauchet?

“Erstaunen Sie Ihre Gäste”: Eine Plissieraneitung für Toilettenpapier. | Die Wikipedia über Plissee. | Zartes Plissee in Stein: Nofretete, weiblicher Torso aus rotem Sandstein (Louvre). |

Klopapierpapprollensilhouettenkunst von Yuken Teruya. Er ziseliert auch Pizzakartons, Fastfood-Verpackungen und Fähnchen. |

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Es gibt sie noch, die guten Heuschrecken: Solarspielzeug von Educational Innovations. ?

Jurassic Robot RED CanRex 330: Ein Saurier aus einer Coladose (und andere Canbots) von sage12888. |

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Ein beachtenswertes Blog für Leute mit nachhaltigen Interessen: Better and green. |

Versteckten Stromfressern auf der Spur: Ein Energiekostenmessgerät (via Stuttgarter Zeitung). |

? Eine Umweltinitiative in Estland: Wie bringt man 40.000 Leute dazu, an einem einzigen Tag mehr als 10.000 Tonnen abgekippten Müll aus den Wäldern zu beseitigen?

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? Die Welt geht unter (mit Happy New End):

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Stühle und Gefühle

? Grandiose Stoptrickfrickelmusik (1600 Bilder in 30 Sekunden):

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? 5 Künstler (die “Glue Society”) und 500 regenbogenfarbige Plastikstühle:

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Kunst und Mode: Bewaffnung

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Hitchcock meets Haarshampoo: Der Psycho-Duschvorang von Spinning Hat.

Eine Seemine für die Badewanne.

Ein bombastischer Pistolenspiegel. | Kugelsichere Mode sowie kugelsicheres Gepäck und kugelsichere Kunst. |

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Eine raketenbetriebene Kettensäge:

Wir basteln uns ein Waffenlager. |

Militärische Wand-Tatoos. | Soldatische Skizzen: Zeitgenössische Kunst aus Nordkorea. |

Schlagringe: Schmuck und -Accessories. | Ein Segway von Chanel. |

ARM.ME: Die Modewaffen des Fotografen Justin Melnick. | Lanvin: Fashion Show mit Lego-Maschinenpistolen. | Kosmetik-Waffen und -Roboter von Massimo Gammacurta und Philip Karlberg |

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• Flower Power Art von Brigitte aus Belgien:

Brigitte63 - View my most interesting photos on Flickriver

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• Werbefilm für das Spielzeuggewehr Johnny Seven OMA (One Man Army) von 1964:

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Mehr zu Kriegen im Archiv der Glaserei:

Gaza: Krieg unter der Erde
Propaganda
Krieg: Wie im Kino, bloß real
Krieg: Spaghetti-Schlagringe, Porzellan-Pistolen
Krieg: Echte Handgranaten und Imitate
Tote, verbrannte Körper essen
Krieg: Ernst (Gaza)
Krieg: Spaß (Chanel)
Zeitreisen: Weltkrieg bis Warhol

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Fantastisch

Neulich am Münchner Flughafen…

(danke, Dietmar)

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Momentmoleküle

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Intimzonenrandgebiet

Es heißt nicht Honorar de Balzac

Nein, es heißt auch nicht die Plusbrüder, sondern die Piusbrüder

Hochgesteckte Erlösziele sind keine neuen Frisuren

Statt Schlittenfahren gelesen: Schiitenfahren

Die ironischen Ayatollahs

Seidenweihnachtskugeln aus den sechziger Jahren

Multiprayer

Entmannte Raumfahrt

NASA: Dascienceberechtigung?

Metallschäume

Herr der Ringe. Herder Straße.

Megawhat?

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Mehr Momentmoleküle aus dem Archiv der Glaserei:

Moment-Moleküle (1)

Moment-Moleküle (2)

Augenblicks-Atome

Top 10 der Lieblingsverschreiber und -verleser


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Heute im Webfernsehen

? Ein Tag im Leben eines Mannes:
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? Tomer Esheds preisgekrönte Animation “Our Wonderful Nature“:

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? Casey Curran und seine wie Seeanemonen wogenden Draht-Automaten:

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Single Serving Sites

Drüben bei Kottke.org haben sie festgestellt, dass immer mehr Leute Websites einrichten, die nur eine einzige Seite haben und nur einem einzigen Zweck dienen.

Eine Auswahl:

In welcher Farbe ist das Empire State Building beleuchtet?  ?

Die Regeln für das Internet. | Bist du müde? Dann erzähl uns, warum. | Das Internet-Lagerfeuer. |

Laß uns doch diese beschissene Website gelb färben. | Müssen Websites in jedem Browser gleich aussehen? | Manchmal rot, manchmal blau. |

Ist Twitter down?

Wie ist meine IP? | Khaaan! - Der klassische William Shatner und sein Zorn. | Misanthropebook, eine Facebook-Parodie. | Zadawuff!: Instant Rimshot. | Es wird nie mehr so sein wie vorher. | Spinning Beach Ball of Death. |

Barack Obama Is Your New Bicycle zeigt all die wunderbaren Dinge, die Obama für dich getan hat. | Hillary Clinton Is Your New Bicycle. | John McCain Is Your New Bicycle. | Hillary Clinton Is Your New HD DVD Player. | Michelle Obama Is Your New Bicycle. | Sind wir im Krieg mit dem Iran? | Lebt Abe Vigoda oder ist er tot? [Die Wikipedia über den amerikanischen Schauspieler.] |

Für alle, die sich gern begrüßen und auffordern lassen, alles zu tun: Welcome to Zombo.com. | D-E-F-I-N-I-T-E-L-Y hilft dabei, das Wort DEFINITELY richtig zu buchstabieren. | Unklar: We Need More Lemon Pledge. | Ist gerade Weihnachten? | Purple. Mit FAQ. | Zur höheren Ehre des Hypnotoad. | iiiiiiii. |

Thank You Andy Warhol. | Und eine Website um ganz allgemein Dank zu sagen. |

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Wenn Computern zum Kinderspiel wird

Heavy Petting für Computer. |

Hierzu siehe auch den Text über das Lieblingsgerät, das es nicht gibt aus dem Archiv der Glaserei.

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Pläne, Matten, Platten

Der Wohnzimmertisch des Italieners Ezri Tarazi ist ein aus Aluminium gefertigter Stadtplan von Bagdad, Kostenpunkt: 35.000 Euro (via craziestgadgets). | Fliegenklatschen, deren Gitter dem Stadtplan von Mailand entspricht. | Polygone in der Polarregion des Mars, die aussehen wie ein Stadtplan. | Der Stadtplan von Liberty City aus dem Videospiel Grand Theft Auto IV ist durchgesickert (März 2008). | Bilder von Karten bei Flickr. | Ein winziger Stadtplan auf einem Pflanzenblatt. |

Ein Handschuhteppich. | Ein unkonventioneller Teppich, mit dem man sprechen kann. | 21 modernste Entwürfe für Teppiche und Matten, beispielsweise welche mit vorgefertigten Fußspuren, welche in geländegängiger Form oder welche als Spiegel-Ei. |

Eine Sammlung schöner, alter Plattencover. |

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Das Maschinenwesen

“Das überhandnehmende Maschinenwesen quält und ängstigt mich, es wälzt sich heran wie ein Gewitter, langsam, langsam; aber es hat seine Richtung genommen, es wird kommen und treffen.”

Goethe, “Wilhelm Meisters Wanderjahre”

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Eine Maschinen-Animation: “Casa de Máquinas” von Daniel Herthel und Maria Leite

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Turbo-Darwinismus

Foto: cliff1066, unter Creative Commons


? Erst wurde computerisiert und roboterisiert was das Zeug hält, nun verschwinden viele Maschinen wieder aus den Fabriken: Sie schaffen es einfach nicht.

Das mechanistische Weltbild, das den Kosmos als unveränderliches Uhrwerk ansieht, schien längst überwunden. Seit dem Übergang von der analogen zur digitalen Technik war die Starre der herkömmlichen Mechanismen im Begriff, der Wandelbarkeit und eleganten Flüchtigkeit von Mikroprozessoren und Software zu weichen.

War nicht der Vormarsch der grandiosen Dinge, die sich damit erreichen lassen sollten, unaufhaltsam? Hatten nicht kühne Künder bereits ein postbiologisches Zeitalter im Blick, in dem die Schöpfungen digitaler Natur die alte, feuchte Natur hinter sich lassen sollten? Radikale Vertreter jener turbodarwinistischen Disziplin, die sich “harte KI” (Künstliche Intelligenz) nennt, sehen in Cyborgs und Roboter-Intelligenzen den nächsten Schritt der Evolution. In einer nicht allzu fernen Zukunft sollen ihre Maschinen dem Menschen die Krone der Schöpfung aus der Hand nehmen. Vielleicht werden die künstlichen Intelligenzen sich dann einmal genauso schämen, vom Menschen herzukommen, wie es dem Menschen peinlich war, vom Affen abzustammen.

Vielleicht aber auch nicht. Eine vor ein paar Jahren durchgeführte Erhebung des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ergab, dass bereits über ein Drittel von etwa 1000 untersuchten Unternehmen mit hoch automatisieren Anlagen das Niveau der Automatisierung in ihrer Produktion GESENKT hat oder das plant (Wichtigster Grund ist die zu geringe Flexibilität der Anlagen).

Weltbeherrschende Maschinenwesen, besser als alles, was die Evolution in 500 Millionen Jahren zustandegebracht hat? Viele der hoch automatisierten Produktionseinrichtungen weichen wieder Systemen mit deutlich geringerem Automatisierungsgrad. “Berücksichtigt man”, so ein Branchendienst, “dass es Entscheidungsträgern schwer fallen dürfte, Fehlentscheidungen offen zuzugeben, ist der Umfang des in der Industrie vorhandenen Overengineering bemerkenswert.”

Den Ansprüchen einer vom technologischen Wandel geprägten Wirtschaft, unter anderem maßgeschneiderte Produkte in kleinen Serien, können die kybernetischen Klötze längst nicht mehr genügen. Besondere Probleme haben Betriebe mit einer innovativen Produktpalette. Hier gibt es mit den Automaten erhebliche Schwierigkeiten bei Montagestationen und dem Materialfluss in der Herstellung.

Vielleicht haben die harten künstlichen Intelligenzler wie Kevin Warwick, Hans Moravec oder Ray Kurtzweil sich von der Fabrik des japanischen Roboterherstellers Fanuc inspirieren lassen. Auf dem Gelände gibt es - soll man sagen: bereits? - einen eigenen Firmenfriedhof für verstorbene Mitarbeiter.

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Rasende

? Ein rasender Mann:

? Eine rasende Frau:

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The Escape From City 17

Die Brüder David und Ian Purchase aus Toronto haben diesen bemerkenswerten Kurzfilm produziert. Inspiriert dazu hat sie die Saga des Videospiels Half Life: Filmed guerilla style with no money, no time, no crew, no script, the first two episodes were made from beginning to end on a budget of $500.

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Bauarbeiten

Dieses Blog will schöner, bemerkenswerter, handhabbarer, transparenter und anschmiegsamer werden. Dazu sind digitale Bauarbeiten im Gange, die in nächster Zeit zu wundervollen oder -samen Erscheinungen führen können. Ich appelliere an die Großherzigkeit meiner Leser, darüber hinwegzusehen, davon begeistert zu sein oder den Phänomenen zornglänzend und mit kalter Klinge im Kommentarkeller entgegenzutreten.

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Digitales Manschen

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? ”Der Begriff Moshen oder Moshing stammt aus der Trash-Metal- und Metal-Crossover-Ecke des Hardcore Punk. Beim Moshen bilden die Tänzer einen Pulk und schubsen sich gegenseitig durch die Gegend, wobei sich die Tänzer jedoch nur an Armen und Schultern gegenseitig abstoßen und üblicherweise nicht wirklich zuschlagen. Im Unterschied zum ursprünglichen Pogo springen die Tänzer im sogenannten Moshpit nicht hoch. Moshen ist im modernen Punk und Oi! heute der am weitesten verbreitete Tanz”, erläutert User murgh im Forum des legendären Deutsch-Englisch-Wörterbuchs LEO den Begriff, der es offiziell noch gar nicht in das Lexikon geschafft hat.

Nimmt man anstelle der Pogotänzer Pixel, haben wir es mit Datamoshing zu tun. Das Verfahren erlebt gerade seinen Durchbruch als künstlerisches Stilmittel. Johnny drüben bei Spreeblick weist auf den neuen Kayne West-Clip hin, in dem ordentlich datagemosht wird. Hier ein Pionierwerk von 2007, “umbrella zombie datamosh mistake” von paperrad:

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? Auch dieses neue Video von Chairlift ergeht sich in der zerfließenden, chromatischen Schönheit schlechter Videokompression:

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Nachfolgend anverwandte Beispiele sogenannter Glitch Art. Bei Ted Davis gibt es das Programm text2image, mit dem man Text online in eine geglitschte Grafik verwandeln kann. Auch Chris Davenport arbeitet mit absichtlich gestörten Grafikdaten.

? Dass sich Photoshop-Filter auch auf Möbel anwenden lassen, stellt Sebastian Brajkovic unter Beweis.

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Richard Hutten spielt mit der Tradition handgeknüpfter Teppiche. Die Älteren unter den Lesern werden sich noch erinnern, wie es aussah, wenn man per Modem ein Bild aus dem Netz zu laden versucht hat und es aber nicht richtig wollte.

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Maschinenarsch

Delphin-Stresstest (Foto: Tidewater Muse, unter Creative Commons) ?

Einer britischen Studie zufolge fahren mehr als 54 Prozent der User mindestens einmal pro Woche wegen eines Ärgernisses im Netz aus der Haut. Manche dreschen auf dann die Tastatur oder hauen den Bildschirm. Es kommt auch vor, dass Personen, die sich gerade in der Nähe befinden, geschlagen werden. Die Mehrzahl der Anwender resigniert und schaltet den Rechner ab.

Gelegentlich gestaltet sich das Abschalten dramatisch. Die Washington Post berichtete von einem Barbetreiber namens George Doughty, der verhaftet worden war, nachdem er seinen toten Laptop an die Wand genagelt hatte. Gäste bezeugten, dass Doughty das Gerät, nachdem es zum x-ten Mal abgestürzt war, mit vier Gewehrschüssen erledigt hatte. “Schon komisch”, sagte der zuständige Polizeileutnant Rick Bashor, “wo doch alle genervt sind von ihrem Computer” (Sekunden nach dem Statement stürzte der Polizeicomputer ab).

Will man als Nutzer seinen Unwillen gegen die Maschine kundtun, ist die Interaktion seit jeher schwierig. Jede Maschine sollte einen Bereich haben, der dazu da ist, um in die Maschine reintreten oder reinhauen zu können. Konstrukteure denken nicht an sowas. Es wäre nötiger denn je.

So beklagt sich etwa ein gewisser Fred in seinem Blog über das lausige Design vernetzter Systeme im Alltag. Er berichtet von einem Versuch, an einer Tankstelle zu tanken. Kreditkarte durch das Lesegerät an der Zapfsäule gezogen, Zapfhahn gedrückt. Nichts. Gerüttelt, Knöpfchen gedrückt, Pumpe neu gestartet. Benzin für 30 Cent kommt aus dem Hahn. Der Tankwart kommt aus seinem Häuschen und empfiehlt, es mit einer anderen Zapfsäule zu versuchen, dort passiert dasselbe. Diesmal kommt Benzin für 25 Cent aus dem Hahn. Der Tankwart zuckt mit den Schultern. An der nächsten Tankstelle wird die Kreditkarte abgewiesen. Die Software des Kreditkartenunternehmens ist der Meinung, es handle sich um einen Betrugsversuch. Kein Benzin mehr im Wagen. Fred, der sein Mobiltelefon nicht dabei hat, läuft zu Fuß den ganzen Weg nach Hause, um bei der Kartenfirma anzurufen. Am Telefon muß er erst einen fünfminütigen automatisierten Verifikationsprozess über sich ergehen lassen. Fred ist nicht nett zu der Person, mit der er schließlich verbunden wird. “Es war”, schreibt er, “zum Schreien”. Eine kleine Zornzone an der Zapfsäule hätte die Situation entspannt.

Aber auch die Maschinen scheinen etwas zu ahnen. Robert P. Booth, ein Landwirt aus Wirtz im US-Bundesstaat Virginia, hat die erste “Ass Kicking Machine” der Welt gebaut – ein hölzernes Rad, an dem ein derber Schuh befestigt ist. Ein Freundeskreis im Netz namens “Ass-Kicker Central” berichtet, dass Booth von der Maschine, die etwa 100 Arschtritte pro Minute verabzureichen imstande ist, bereits attackiert worden sei, als er sich ihr unvorsichtig genähert habe.

Dabei handelt es sich um keinen Einzelfall. So war der ehemalige thailändische Finanzminister Suchart Jaovisidha vor einiger Zeit von seinem Dienstwagen verschluckt worden. Auf dem Weg zu einem Treffen mit Bankern geriet sein BMW in einen Zustand katatonischer Starre. “Der Motor blieb stehen, die Klimaanlage fiel aus, die Türen verriegelten sich und die Fenster gingen nicht mehr auf”, wird der Minister in einer Tageszeitung in Bangkok zitiert. “Wir bekamen kaum noch Luft.” Fensterkurbeln gibt es in dem Fahrzeug nicht mehr. Um auf sich aufmerksam zu machen, gestikulierten der Minister und sein Fahrer wie wild. Es dauerte zehn Minuten, ehe das jemandem ungewöhnlich vorkam. Ein Sicherheitsbeamter versuchte schließlich, ein Seitenfenster mit einem Vorschlaghammer zu zertrümmern. Da die Ministerkarosse mit Panzerglas ausgestattet war, erwies sich das als außerordentlich mühsam.

Die Maschinen wollen uns nicht mehr entkommen lassen.

- Hierzu siehe auch:

Das iPhone virtuell kaputtmachen. | Der Superhelden-Antifrust-Knopf. | Quetschbarer Streßball gegen unangenehme Anspannung. | Das Zona Plus Hypertension Relief Device baut Stress auf wissenschaftliche Weise ab. | Zur Stressmessung: Das Oracle Stress-o-Meter. | USB-Kopf zum Draufhauen, mit realistischen Schmerzenslauten. | Riesenhafte Antistressknödel. |

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Zärtliche Gleichgültigkeit

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Angesichts dieser Nacht voller Zeichen und Sterne wurde ich zum ersten Mal empfänglich für die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt.

Albert Camus, “Der Fremde”

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Camus, 1957 (via)

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Neues aus Japan (3): Augenschmäuse

? Von Otaku-Blogger Danny Choo:
Ein Fest auch für die Augen - 365 Tage japanisches Essen.


 

? Zum Dessert: Ultraman Battle-Schokolade (und mehr über Ultraman).

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Neues aus Japan (2): Die Nasenhaare des Poeten

Natsume Soseki (1867-1916) war einer der großen japanischen Schriftsteller der Meiji-Periode. Er hatte die Angewohnheit, sich einzelne Nasenhaare auszureissen und sie zeilenweise auf Schreibpapier anzuordnen. Einer seiner Schüler, Herr Hyakken Uchida, bewunderte seinen Lehrer so sehr, dass er einige der Nasenhaarblätter sammelte, die aber bedauerlicherweise während des zweiten Weltkriegs verlorengingen.

(via Japanprobe)

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Neues aus Japan (1): Begrüßungs-Roboter

Man muß seine Gäste auf einem Hochzeitsfest nicht mehr selber willkommen heißen. Dafür gibt es jetzt Begrüßungsroboter, mit denen man (vorausgesetzt, man spricht Japanisch) auch ein bißchen Konversation machen kann:

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Hyperholz: Jenseits des althergebrachten Bretts

Nutzlos, aber schön: Bambuskiesel. | ?

Mobiliar aus Holzresten von Amy Hunting (via Core77). |

Hölzerne Handtaschen von Tivi. | Ein Laptop-Case aus Holz von Rainer Spehl. |

Casemodding: Ein Edel-PC in Holz. | Ein Superflitzer aus Holz. |
Ein Holz-Parfümflacon von Anicka Yi und Maggie Peng. | Ein Holzbaum von Hrafn Gunnarsson. |
Ein Restaurant in Boston mit bemerkenswerter, höhenschichthafter hölzerner Raumgestaltung (weitere Fotos hier). |

In 3D-Holzskulpturen verwandelte Finanz-Charts des Berliner Künstlers Andreas Nicolas Fischer. |

Eine ungewöhnliche Holzhalskette der Norwegerin Liv Blåvarp. |

Die poröse Holzwand der dänischen Designerin Anne Romme. |

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Beiläufig

Flughafen Stuttgart im Abendlicht (Foto: Andrei Dimofte, unter Creative Commons) ?

In der Dämmerung sieht das menschliche Auge Dinge, die von außen in den Rand des Blickfelds geraten, in einer rätselhaften Schärfe – eine Überlebensfähigkeit aus ferner, stammesgeschichtlicher Vergangenheit. Heute finden so Intuitionen ihren Weg ins Bewußtsein. Während die Aufmerksamkeit auf etwas anderes fokussiert und abgelenkt ist, kann sich beiläufig Neues einschleichen.

Der Computer ist die mächtigste Ablenkungsmaschine der Geschichte. Für die einen ist er ein Schrecknis, für die anderen ein Potential voller Schöpfungskraft. Wenn das Feuer im digitalen Zentrum der Aufmerksamkeit manchmal für einen Moment nachläßt, sehen wir staunend, dass nicht mehr der Weg das Ziel ist. Nun ist der Rand die Mitte.

Wohin uns diese neuen, zentrifugalen Kräfte lenken, ist umstritten. Marc Fisher, Kolumnist der Washington Post, hält das Jagen und Sammeln von Informationen für eine Oberschicht-Angelegenheit. “Der Fokus liegt … immer auf solchen Personen, die so viel Zeit und Kompetenz haben, Informationen im Netz überhaupt aufzuspüren. Menschen, die selten Zeitung lesen oder Nachrichten im Fernsehen sehen, sind die eigentlichen Verlierer des derzeitigen Medienwandels, denn sie sind weit davon entfernt, selbst die Initiative zu ergreifen und zehn verschiedene Sichtweisen einer Story im Internet zu lesen.”

In einem Interview beklagt Fisher sonderbarer Weise, dass wir mit dem Aussterben der gedruckten Zeitung die Möglichkeit verlieren, “beim Überfliegen der Seiten zufällig über Nachrichten zu stolpern.” Fisher weiter: “Dieses beiläufig erworbene Wissen ist meiner Meinung nach essentiell für die Demokratie, weil es die Massen erreicht. Wenn uns diese Möglichkeit genommen wird, ist das ein wirklich schlimmer Verlust für unsere demokratische Gesellschaftsordnung.”

Ich denke, das Gegenteil ist der Fall. Es gibt im Netz eine neue Qualität von beiläufigem Informations- oder Wissenszufluß, für die es im Deutschen noch gar keinen Begriff gibt, aber ein konsistentes Gefühl. Im Englischen gibt es ein Wort dafür: Serendipity. Interessante Dinge zu finden, die man gar nicht gesucht hat. Zum Einzigartigen einer jeden Bibliothek gehört diese Mischung aus Flanieren und Suchen, dieses Eintauchen in kleine, verschlungene Zufälligkeiten. Serendipity ist fast so etwas wie die natürliche Art, sich durchs Netz zu bewegen. Wer Information auf Rundumblicke auf die Nachrichtenwirklichkeit reduziert, hat eine sehr beschränkte Auffassung der Welt im 21. Jahrhundert.

Die Verkündung zu Internet-Frühzeiten, das Wissen der Welt stünde uns nun zur Verfügung, war eher einer Euphorie geschuldet als einer neuen Tatsache. Bibliotheken und damit den Zugang zum Wissen der Menschheit gibt es seit Jahrtausenden. Fortschritte hat nicht primär die Technik - also der Zugriff auf die Bücher - gebracht, sondern die Verbesserung der Bildungs-Chancen, Ideenreichtum und der menschliche Kulturwille. Zwar wird ein Lesemuffel auch heute durch die bloßen Informationsfluten im Netz nicht bibliophil werden. Aber durch die verschwenderische Überfülle im Netz zu stolpern, die natürlich nicht nur aus ausgewogenen Leitartikeln und solidem Lexikonwissen besteht, macht mehr Menschen neugierig auf Wissen im allerweitesten Sinn als je zu vor.

(Veröffentlicht im Blog der Technology Review)

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Tauchfahrt durch New York

Der Fotograf Vicente Sahuc war mit seinen Rollerskates und einer kleinen Kamera in New York unterwegs. Die Kamera, die 300 Bilder pro Sekunde durchschaufelt, war auf einem Schwebestativ montiert. Mit den herkömmlichen 24 Bildern pro Sekunde (und mit guter, zurückgelehnter Musik dazu) abgespielt, findet eine Art Unterwasserreise durch die Stadt der Städte statt:


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Die Finanzkrise in 11 Minuten

Jonathan Jarvis macht den Weltfinanzwahnsinn anschaulich:


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Jackos Reste Rampe

Die online durchblätterbaren fünf Kataloge zur Collection of Michael Jackson - etwa 2000 Kuriositäten und entmutigend kitischiger Krempel, die das Auktionshaus Julien’s von 22. bis 25. April 2009 verkloppen wird.

King of Pop: A once in a lifetime Auction
Featuring
The Personal Property of
Michael Jackson

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Nacktkleider, Weltübergriffe

 

Die Nacktkleider oder Hautkleider der Fotografin Nicole Tran Ba Vang (via Street Anatomy). | 

? Der Schockwellenreiter hat ein Buch geschrieben: “Per Anhalter durch das Mitmach-Web“. Für alle, die etwas über Social Networks, Blogs, Wikis und das Selberfernsehsenden wissen möchten (also für alle). | 

Weltübergreifende Werbung: Eine Reihe schöner Beispiele für geschickte Realitätseinschleichmanöver. | Das durchblätterbare Notizbuch von Craig Frazier: 98 Pages. | Super Mario World als Brettspiel. | Weltkartentiere. | 

Der Fotograf Jesse Chan-Norris und ein Mordversuch vor seiner Wohnung in Manhattan: At 5:40am I was jolted out of sleep by a noise. BANG. BANG. BANG. BANG. BANG.

? Eine neue, sehr angenehme Art, die New York Times zu lesen: der Article Skimmer. | 

 

Cassettenhüllen auf Flickr:

Jubru - View my most interesting photos on Flickriver

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Dumm gelaufen (DG), fünfte Lieferung

 

Unlucky, San Francisco (Foto: Eric Fischer, unter Creative Commons) ? 

 

“Heute ist wie alle Tage: Ich kann nie, was ich muss. Viel leichter fällt mir, was ich nicht soll. Und am besten kann ich, was ich nicht darf. DG.”

- von Carsten

 

«Heute hat mein Freund, mit dem ich vier Monate zusammen war, mit mir per SMS Schluß gemacht. Er hat meinen Namen falsch geschrieben. DG.»

- von tacky_unrefined

 

«Heute beim Essen wollte ich mit der Hand mein Kinn stützen, hab mich aber danebengelehnt und mir den Trinkhalm aus meinem Getränk in die Nase gerammt. Ich kriegte unglaublich Nasenbluten. Er hat mich seither nicht mehr angerufen. DG.»

- von EK

 

«Heute haben mein Kumpel und ich beschlossen, unseren Lehrer zu verarschen und so laut wir können über das erste, was er sagen würde, zu lachen, weil er ständig schlechte Witze reisst. Er kam rein und sagte, dass sein Vater gestorben sei. Ich war der einzige, der gelacht hat. DG.»

- von pinestrawboy

 

«Heute hab ich meinen zweiten Arbeitstag als Praktikant angetreten. Meine Chefs begrüßten mich und sagten, es gebe ein Meeting. Das Meeting bestand darin, dass wir uns die besoffenen Sprüche anhörten, die ich ihnen auf dem Anrufbeantworter hinterlassen hatte. DG.»

- von Noname

 

«Heute hab ich 200 Dollar beim Pokern mit meiner neuen Sonnenbrille verloren. Bin hinterher erst draufgekommen, dass man die Karten in der Spiegelung sehen kann. DG.»

- von jwz

 

«Heute hab ich eine Freundin eingeladen und dachte eigentlich, dass es ein Date ist. Als ich nach dem Essen bezahlte, nahm sie die Rechnung und schrieb ihren Namen und ihre Telefonnummer für den Kellner drauf. DG.»

- von Nonames

 

«Heute bei der Physiotherapie war neben mit ein Mädchen mit einem blauen Armband. Ich sagte “Hey, netter iPod”. Sie sagte “Ich hab das wegen meiner Diabetes”. DG.»

- von LA

 

«Heute war ich in einem Fastfood-Restaurant, um für mich und meine Arbeitskollegen was zu essen zu besorgen. Ich bestellte 250 Chicken Fingers, 15 mal Fritten und sieben Liter Tee, und der Typ hinter dem Tresen fragte “Zum Hieressen oder zum Mitnehmen?” DG.»

- von efffmylife

 

«Heute hat sich herausgestellt, dass man mich verklagt hat, weil mir ein paar Hochzeitsfotos abhanden gekommen sind, die ich gemacht habe. Sie sind verschwunden, weil ich auf dem Nachhauseweg von den Aufnahmen überfallen worden bin und mir Equipment im Wert von 11.000 Euro gestohlen worden ist. DG.»

- von Xsjado

 

Mehr dumm Gelaufenes im Archiv der Glaserei:

Dumm gelaufen (DG) - dritte Lieferung
Dumm gelaufen (DG) - zweite Lieferung
Dumm gelaufen / dumme Nuss
Glück gehabt
Dumm gelaufen: Die Einladung
Aufruf: Dumm gelaufen

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Digitaler Status

 

Medienwandel ? 

 

Am Beispiel des Autodesigns läßt sich ablesen, wie sich mit der Verbreitung des Umweltbewußtseins die Dinge symbolisch vor sich selbst zu schämen begannen. Die Karosserien wurden im Lauf der Jahre immer glatter. Keine Kante schneidet mehr scharf und verletzend in die Umwelt. Antennen zogen sich schneckenfühlerhaft ins Blech zurück, desgleichen Türgriffe, die in Griffmulden ins Chassis hinein emigriert sind. Längst schon sind Chromleisten und Heckflossen verschwunden. Wenn schon nicht der Fahrer, so sollte zumindest sein Gefährt Sensibilität verströmen und sich in flüssigen Formen in die Landschaft gießen.

Der vormalige Waffenhändler Adnan Kashoggi sagte mal, es gebe zwei Möglichkeiten, Geld auf den Boden fallen zu lassen – leise auf einen Teppich oder klingelnd und münzschillernd auf einen Marmorboden. Design und Ästhetik sind von ihrem Ausritt in den wilden Luxus längst zurückgekehrt in die Nobilität des Nützlichen. Das Gedämpfte und Zurückgenommene ist nun Ausdruck unserer Zeit. Heute genießen Produkte und Verhaltensweisen unsere Aufmerksamkeit, in denen Weglassen auf intelligente Weise mehr Lebensqualität bedeutet.

Status verleiht heute nicht mehr nur der Besitz von Dingen, sondern die Art, wie man Dinge benutzt. In einer Kommunikationsgesellschaft bezieht man sein Selbstbewußtsein nicht aus der Rechenstärke seines Computers, sondern aus der Art und Weise, in der man sich durch den Informationsozean bewegt und sich mit anderen austauscht.

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Die Felix Machines

Bei den Felix Machines handelt es sich um eine Reihe außergewöhnlicher mechanischer Musikinstrumente, die der britische Künstler Felix Thorn seit 2006 in seinem Schlafzimmer gebaut hat. Über einen Computer setzen die Machines Kompositionen in Klänge um, die von Klavierteilen, Zylinderspulen, Federn und Motoren hervorgerufen und durch Lichtsignale untermalt werden (via Data is Nature):

Ein Interview mit Felix Thorn. | 

 

Mehr Musik aus dem Archiv der Glaserei:

Schöne Musik
Twist again: Die Beatles, outgesourct
Wie Schallplatten gemacht werden
Wie sich Britney Spears wirklich anhört
Traumhafte Testbild-Musik
Die wirklich unglaubliche Ukulele
Bytehoven
Allerlei Smoke On The Waters
Amanda Palmer singt “I Google You”
Klänge mal Breite
Musik zum Sitzenbleiben
Durch Klang- und Datenmeere
Von den Meistern der Musikanimation: Violinenmaschinen
Das schrecklichste Musikvideo aller Zeiten

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Sisyphos, die Schraubverschlußversion

Wie eine Katze den Turmbau zu Babel und alles damit verbundene Übel verhindert und ein Mensch zeigt, wie einfach es ist, Geduld zu haben, jedenfalls wenn man es mit einer Katze zu tun hat:

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