Die Kirche hat die geradezu phantastische Andachtsbereitschaft der Computerspieler bisher mißachtet (ausführlicher hier). Ich muß an den außergewöhnlichen Film “Sans Soleil” von Chris Marker denken, in dem jemand in einem Großkaufhaus in Tokio eine Ausstellung von Schätzen aus dem Vatikanmuseum sieht, die das Museum seit Jahrhunderten nicht mehr verlassen haben. In den Augen der Kunden vermeint der Betrachter einen Glanz von Industriespionage wahrzunehmen und er vermutet, dass die Japaner in absehbarer Zeit mit einer etwas leistungsfähigeren und billigeren Version des Katholizismus auf den Markt kommen werden.
“What Jesus looks like” von Marc Johns (via Holga)
Obwohl die Automation schon seit längerem stetig an Boden gewinnt, ist seltsamerweise erst in jüngster Zeit das Problem aufgetaucht, welche Bedeutung es hätte, wenn der Großteil des menschlichen Arbeitslebens ausradiert würde. Auch heute erkennen nur wenige, daß dieses Problem, einmal ehrlich ausgesprochen, das Endziel der Automation ernsthaft in Frage stellt. Was die mögliche Schaffung einer vollautomatisierten Welt betrifft, so können nur Ahnungslose ein solches Ziel als den höchsten Gipfel menschlicher Entwicklung ansehen. Es wäre eine Endlösung der Menschheitsprobleme nur in dem Sinne, in dem Hitlers Vernichtungsprogramm eine Endlösung des Judenproblems war.
Lewis Mumford, “Mythos der Maschine” (1967)
Der umstrittene Bischof der Piusbruderschaft, Richard Williamson, will seine Thesen zum Holocaust vorerst nicht widerrufen. Er werde zunächst die historischen Beweise prüfen, sagte der Katholik dem Spiegel: “Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich korrigieren. Aber das wird Zeit brauchen.” (Februar 2009)
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