Tagesarchiv für 8. Februar 2009

Die Modernisierung der katholischen Kirche

Die Kirche hat die geradezu phantastische Andachtsbereitschaft der Computerspieler bisher mißachtet (ausführlicher hier). Ich muß an den außergewöhnlichen Film “Sans Soleil” von Chris Marker denken, in dem jemand in einem Großkaufhaus in Tokio eine Ausstellung von Schätzen aus dem Vatikanmuseum sieht, die das Museum seit Jahrhunderten nicht mehr verlassen haben. In den Augen der Kunden vermeint der Betrachter einen Glanz von Industriespionage wahrzunehmen und er vermutet, dass die Japaner in absehbarer Zeit mit einer etwas leistungsfähigeren und billigeren Version des Katholizismus auf den Markt kommen werden.

 

“What Jesus looks like” von Marc Johns (via Holga)

 

Obwohl die Automation schon seit längerem stetig an Boden gewinnt, ist seltsamerweise erst in jüngster Zeit das Problem aufgetaucht, welche Bedeutung es hätte, wenn der Großteil des menschlichen Arbeitslebens ausradiert würde. Auch heute erkennen nur wenige, daß dieses Problem, einmal ehrlich ausgesprochen, das Endziel der Automation ernsthaft in Frage stellt. Was die mögliche Schaffung einer vollautomatisierten Welt betrifft, so können nur Ahnungslose ein solches Ziel als den höchsten Gipfel menschlicher Entwicklung ansehen. Es wäre eine Endlösung der Menschheitsprobleme nur in dem Sinne, in dem Hitlers Vernichtungsprogramm eine Endlösung des Judenproblems war.

Lewis Mumford, “Mythos der Maschine” (1967)

 

Der umstrittene Bischof der Piusbruderschaft, Richard Williamson, will seine Thesen zum Holocaust vorerst nicht widerrufen. Er werde zunächst die historischen Beweise prüfen, sagte der Katholik dem Spiegel: “Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich korrigieren. Aber das wird Zeit brauchen.” (Februar 2009)

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Eine ungewöhnliche Rube-Goldberg-Maschine

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Eine bemerkenswert schöne, handgezeichnete Rube-Goldberg-Maschine von Leolyxxx and Finsta, die Musik ist von Pluxus:

(via Scene 360 Illusion)

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Hierzu siehe auch:

• Eine großartige Rube Goldberg-Uhr. |
• Mehr über Rube Goldberg und seine unglaublichen Geräte. |

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Update: Gefangene

? (Update zu: Patrick McGoohan, freier Mensch): Klassisch - das Intro von “Nummer 6” (The Prisoner):

 

? Ein Designer-Gefängnis, das angeblich in Chicago steht, in Wahrheit aber im österreichischen Leoben (via Snopes). | Wiewohl es auch in Chicago ein bemerkenswertes Gefängnis gibt, das Chicago Metropolitan Correction Center. In den gitterschmalen Fensternischen (hier Fotos auf Flickr) haben sich Wanderfalken eingenistet. Hier eine Luftaufnahme des Gebäudes. | “Das amerikanische Familiengefängnis“: eine Performance der guatemaltekischen Künstlerin Regina José Galindo. | 

? ”Prisoner’s Inventions” (2003-2006): “Dieses Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem inhaftierten Künstler Angelo. Er hat eine Reihe bemerkenswerter Erfindungen gezeichnet, die den Bedürfnissen von Gefangenen und ihren restriktiven Lebensbedingungen entgegenkommen. Die Erfindungen decken alle Bereiche von selbstgebastelten Sexpuppen, Kondomen, Salz- und Pfefferstreuern bis zu Schachspielen ab. Wir haben zwei Jahre lang gemeinsame mit Angelo an diesem Projekt gearbeitet. Es gab viele weitere Teilnehmer, die unter anderem ein Buch veröffentlicht und eine Ausstellung mit nachgebauten Erfindungen und einer Gefängniszelle veranstaltet haben.” Vier Videos zeigen die Herstellung und Funktion von Gefangenenerfindungen.

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