Tagesarchiv für 19. Februar 2009

Nacktkleider, Weltübergriffe

 

Die Nacktkleider oder Hautkleider der Fotografin Nicole Tran Ba Vang (via Street Anatomy). | 

? Der Schockwellenreiter hat ein Buch geschrieben: “Per Anhalter durch das Mitmach-Web“. Für alle, die etwas über Social Networks, Blogs, Wikis und das Selberfernsehsenden wissen möchten (also für alle). | 

Weltübergreifende Werbung: Eine Reihe schöner Beispiele für geschickte Realitätseinschleichmanöver. | Das durchblätterbare Notizbuch von Craig Frazier: 98 Pages. | Super Mario World als Brettspiel. | Weltkartentiere. | 

Der Fotograf Jesse Chan-Norris und ein Mordversuch vor seiner Wohnung in Manhattan: At 5:40am I was jolted out of sleep by a noise. BANG. BANG. BANG. BANG. BANG.

? Eine neue, sehr angenehme Art, die New York Times zu lesen: der Article Skimmer. | 

 

Cassettenhüllen auf Flickr:

Jubru - View my most interesting photos on Flickriver

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Dumm gelaufen (DG), fünfte Lieferung

 

Unlucky, San Francisco (Foto: Eric Fischer, unter Creative Commons) ? 

 

“Heute ist wie alle Tage: Ich kann nie, was ich muss. Viel leichter fällt mir, was ich nicht soll. Und am besten kann ich, was ich nicht darf. DG.”

- von Carsten

 

«Heute hat mein Freund, mit dem ich vier Monate zusammen war, mit mir per SMS Schluß gemacht. Er hat meinen Namen falsch geschrieben. DG.»

- von tacky_unrefined

 

«Heute beim Essen wollte ich mit der Hand mein Kinn stützen, hab mich aber danebengelehnt und mir den Trinkhalm aus meinem Getränk in die Nase gerammt. Ich kriegte unglaublich Nasenbluten. Er hat mich seither nicht mehr angerufen. DG.»

- von EK

 

«Heute haben mein Kumpel und ich beschlossen, unseren Lehrer zu verarschen und so laut wir können über das erste, was er sagen würde, zu lachen, weil er ständig schlechte Witze reisst. Er kam rein und sagte, dass sein Vater gestorben sei. Ich war der einzige, der gelacht hat. DG.»

- von pinestrawboy

 

«Heute hab ich meinen zweiten Arbeitstag als Praktikant angetreten. Meine Chefs begrüßten mich und sagten, es gebe ein Meeting. Das Meeting bestand darin, dass wir uns die besoffenen Sprüche anhörten, die ich ihnen auf dem Anrufbeantworter hinterlassen hatte. DG.»

- von Noname

 

«Heute hab ich 200 Dollar beim Pokern mit meiner neuen Sonnenbrille verloren. Bin hinterher erst draufgekommen, dass man die Karten in der Spiegelung sehen kann. DG.»

- von jwz

 

«Heute hab ich eine Freundin eingeladen und dachte eigentlich, dass es ein Date ist. Als ich nach dem Essen bezahlte, nahm sie die Rechnung und schrieb ihren Namen und ihre Telefonnummer für den Kellner drauf. DG.»

- von Nonames

 

«Heute bei der Physiotherapie war neben mit ein Mädchen mit einem blauen Armband. Ich sagte “Hey, netter iPod”. Sie sagte “Ich hab das wegen meiner Diabetes”. DG.»

- von LA

 

«Heute war ich in einem Fastfood-Restaurant, um für mich und meine Arbeitskollegen was zu essen zu besorgen. Ich bestellte 250 Chicken Fingers, 15 mal Fritten und sieben Liter Tee, und der Typ hinter dem Tresen fragte “Zum Hieressen oder zum Mitnehmen?” DG.»

- von efffmylife

 

«Heute hat sich herausgestellt, dass man mich verklagt hat, weil mir ein paar Hochzeitsfotos abhanden gekommen sind, die ich gemacht habe. Sie sind verschwunden, weil ich auf dem Nachhauseweg von den Aufnahmen überfallen worden bin und mir Equipment im Wert von 11.000 Euro gestohlen worden ist. DG.»

- von Xsjado

 

Mehr dumm Gelaufenes im Archiv der Glaserei:

Dumm gelaufen (DG) - dritte Lieferung
Dumm gelaufen (DG) - zweite Lieferung
Dumm gelaufen / dumme Nuss
Glück gehabt
Dumm gelaufen: Die Einladung
Aufruf: Dumm gelaufen

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Digitaler Status

 

Medienwandel ? 

 

Am Beispiel des Autodesigns läßt sich ablesen, wie sich mit der Verbreitung des Umweltbewußtseins die Dinge symbolisch vor sich selbst zu schämen begannen. Die Karosserien wurden im Lauf der Jahre immer glatter. Keine Kante schneidet mehr scharf und verletzend in die Umwelt. Antennen zogen sich schneckenfühlerhaft ins Blech zurück, desgleichen Türgriffe, die in Griffmulden ins Chassis hinein emigriert sind. Längst schon sind Chromleisten und Heckflossen verschwunden. Wenn schon nicht der Fahrer, so sollte zumindest sein Gefährt Sensibilität verströmen und sich in flüssigen Formen in die Landschaft gießen.

Der vormalige Waffenhändler Adnan Kashoggi sagte mal, es gebe zwei Möglichkeiten, Geld auf den Boden fallen zu lassen – leise auf einen Teppich oder klingelnd und münzschillernd auf einen Marmorboden. Design und Ästhetik sind von ihrem Ausritt in den wilden Luxus längst zurückgekehrt in die Nobilität des Nützlichen. Das Gedämpfte und Zurückgenommene ist nun Ausdruck unserer Zeit. Heute genießen Produkte und Verhaltensweisen unsere Aufmerksamkeit, in denen Weglassen auf intelligente Weise mehr Lebensqualität bedeutet.

Status verleiht heute nicht mehr nur der Besitz von Dingen, sondern die Art, wie man Dinge benutzt. In einer Kommunikationsgesellschaft bezieht man sein Selbstbewußtsein nicht aus der Rechenstärke seines Computers, sondern aus der Art und Weise, in der man sich durch den Informationsozean bewegt und sich mit anderen austauscht.

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