Foto: cliff1066, unter Creative Commons
? Erst wurde computerisiert und roboterisiert was das Zeug hält, nun verschwinden viele Maschinen wieder aus den Fabriken: Sie schaffen es einfach nicht.
Das mechanistische Weltbild, das den Kosmos als unveränderliches Uhrwerk ansieht, schien längst überwunden. Seit dem Übergang von der analogen zur digitalen Technik war die Starre der herkömmlichen Mechanismen im Begriff, der Wandelbarkeit und eleganten Flüchtigkeit von Mikroprozessoren und Software zu weichen.
War nicht der Vormarsch der grandiosen Dinge, die sich damit erreichen lassen sollten, unaufhaltsam? Hatten nicht kühne Künder bereits ein postbiologisches Zeitalter im Blick, in dem die Schöpfungen digitaler Natur die alte, feuchte Natur hinter sich lassen sollten? Radikale Vertreter jener turbodarwinistischen Disziplin, die sich “harte KI” (Künstliche Intelligenz) nennt, sehen in Cyborgs und Roboter-Intelligenzen den nächsten Schritt der Evolution. In einer nicht allzu fernen Zukunft sollen ihre Maschinen dem Menschen die Krone der Schöpfung aus der Hand nehmen. Vielleicht werden die künstlichen Intelligenzen sich dann einmal genauso schämen, vom Menschen herzukommen, wie es dem Menschen peinlich war, vom Affen abzustammen.
Vielleicht aber auch nicht. Eine vor ein paar Jahren durchgeführte Erhebung des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ergab, dass bereits über ein Drittel von etwa 1000 untersuchten Unternehmen mit hoch automatisieren Anlagen das Niveau der Automatisierung in ihrer Produktion GESENKT hat oder das plant (Wichtigster Grund ist die zu geringe Flexibilität der Anlagen).
Weltbeherrschende Maschinenwesen, besser als alles, was die Evolution in 500 Millionen Jahren zustandegebracht hat? Viele der hoch automatisierten Produktionseinrichtungen weichen wieder Systemen mit deutlich geringerem Automatisierungsgrad. “Berücksichtigt man”, so ein Branchendienst, “dass es Entscheidungsträgern schwer fallen dürfte, Fehlentscheidungen offen zuzugeben, ist der Umfang des in der Industrie vorhandenen Overengineering bemerkenswert.”
Den Ansprüchen einer vom technologischen Wandel geprägten Wirtschaft, unter anderem maßgeschneiderte Produkte in kleinen Serien, können die kybernetischen Klötze längst nicht mehr genügen. Besondere Probleme haben Betriebe mit einer innovativen Produktpalette. Hier gibt es mit den Automaten erhebliche Schwierigkeiten bei Montagestationen und dem Materialfluss in der Herstellung.
Vielleicht haben die harten künstlichen Intelligenzler wie Kevin Warwick, Hans Moravec oder Ray Kurtzweil sich von der Fabrik des japanischen Roboterherstellers Fanuc inspirieren lassen. Auf dem Gelände gibt es - soll man sagen: bereits? - einen eigenen Firmenfriedhof für verstorbene Mitarbeiter.
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