Tagesarchiv für 23. März 2009

Frühlingsgefühle

.

Amerikanerin attackiert bessere Hälfte mit spermagefüllter Spritze.

Eine Frau aus dem US-Bundesstaat Massachusetts steht wegen häuslicher Gewalt mit Körperverletzungsfolge vor Gericht, nachdem sie versucht haben soll, ihre Lebensgefährtin mit einer Plastikspritze zu schwängern, in der sich Sperma ihres Bruders befand.

Stephanie L. (26) aus Pittsfield war Berichten zufolge ziemlich betrunken, als sie ihrer Partnerin Jennifer L. (33) die unerwünschten Avancen machte. Jennifer L. erklärte den Polizeibeamten, dass Stephanie ihr bereits mehrfach gesagt habe, sie werde versuchen, sie zu schwängern und dass sie sich dazu mit einer Bratenspritze¹ und dem Samen ihres Bruders in einem kleinen Behälter bewaffnet habe.

Foto: gniliep (Flickr/CC)

(The Register, via impropable)

____

¹ Die Bratenspritze, im Englischen turkey baster, hat eine umgangssprachliche Zweitbedeutung: lesbian who wants to give birth to her own child. so called because of the infamous episode of [the british soap opera] Brookside when artificial insemination was attempted using a turkey baster.” (Urban Dictionary)

…………………..

.


Herr Nash und Herr Dutu

Mike Nash hat auf seiner Website eine denkwürdige Chat-Begegnung mit einem Scammer dokumentiert. Nash vertreibt Anti-Phishing-Software, vielleicht ist es ein PR-Fake. Was es auf jeden Fall ist: schiere Poesie.

Herr Nash hat Herrn Dutu ein paar Stunden später nochmal angechattet.
Der Dialog ist hier nachzulesen.

…………………..

.

Aufstieg und Fall



• Ein Reporter von Good Morning America berichtet
von der Spitze des 160-stöckigen Burj Dubai:

(via Britannica Blog)



Goodbye Dubai:
“Dubai ist ein Ort für die Seichten und Flatterhaften. Klatschspaltenbewohner und abgelebte Sport-Stars werden von studiogebräunten, Botox-aufgespritzten europäischen Immobilienentwicklern mit geschwollenen Gesichtern gesponsert, um die Art von Leuten, die vom blanken Ruhm beeindruckt sind, nicht von dem, was ihn verursacht hat, zum Kauf nachgemachter mediterraner Villen auf Fake-Inseln zu animieren.”

(via smashingtelly)

…………………..




Die Nichtschonwiedervereinigung

Foto: jared (Flickr/CC) ?

? Konvergenz ist eine Lieblingsidee von Leuten, die Angst haben, die Übersicht zu verlieren.

Überall bilden sich Hybridformen neuer Gerätschaften und digitaler Ströme, die wie Schwämmchen anverwandte Features aufsaugen und aus ein paar dünnen Nebenflüssen den einen oder anderen Mainstream machen können.

? In nicht allzuferner Zukunft wird es keine Fotoapparate mehr geben, sondern das Fotografieren wird nur noch eine Option digitaler Videokameras sein. Großflächige Displays werden so robust und billig sein, dass etwa Außenwerbung nicht mehr auf Papier, sondern stattdessen nur noch auf den flexiblen großen Anzeigentafeln stattfindet. Das Genre Werbeplakat wird verschwinden beziehungsweise nur noch als flüchtige Erinnerung an frühere Zeiten ab und zu als kurzes Standbild auf den Großdisplays auftauchen. Telefonieren wird eine Option digitalen Netzzugangs sein, etcetera etcetera. Die Lage ist unübersichtlich.

Das Zusammenwachsen einzelner Technologien zu einem einheitlichen System ist eine Idee, die viele seit langem fasziniert und die nun wieder neu aufgelegt wird. “Der Computer”, sagt der Mediendenker Friedrich Kittler, “ist dabei, den Begriff der Medien in der Mehrzahl überflüssig machen und zum Medium schlechthin zu werden.”

? Andererseits sind gerade die wiedervereinigten Deutschen, was Generalzusammenführungen verbunden mit Heilsversprechungen angeht, aus gutem Grund skeptisch. Zumal: Wo alles auf einen Punkt zuläuft, droht digitaler Totalitarismus. Schon Vilem Flusser sind die Gemeinsamkeiten zwischen Kabelsträngen und den altrömischen Rutenbündeln aufgefallen - den Fasces, von denen die Faschisten ihren Namen hergeleitet haben.

Das Konvergenzmodell hat einen scheinbar verlockenden Vorteil: Alles läuft auf eine einfache Erklärung der technischen Welt hinaus. Konvergenz ist die zentralisierende Vorstellung eines einheitlichen Mediums, das hinkünftig die Mediennutzung der ganzen Familie oder Nutzerschaft fokussieren soll. Kultur bedeutet jedoch immer eine Zunahme an Unterschieden und damit an Möglichkeiten, keine Verminderung. Angesichts des menschlichen Bedürfnisses nach Varianz und Individualisierung erscheint deshalb eine Entwicklung zur Konvergenz als ein Rückschritt.

? Statt nur noch die Campingversion eines Schwarzen Lochs im Wohnzimmer hocken zu haben, das digitale Einheitsgerät, ist mir nach wie vor ein als Vielfalt erlebbares Durcheinander lieber, das sich zwischen einer Salatschüssel voller Fernbedienungen und inhomogenen Anhäufungen von Apparaten an technikbestärktem Alltag erleben läßt.

…………………..

.

Piraten peilen

Foto: The B@man (Flickr/CC) ?

Als im Sommer letzten Jahres die Batman-Verfilmung “The Dark Knight” in die Kinos kam, ließ das Hollywood-Studio Warner Bros. in Hunderten von US-Kinos die Besucher nach Videokameras durchsuchen. In Australien wurde das Publikum während der Vorführung mit Nachtsichtgeräten überwacht, um Versuche aufzudecken, das Lichtspiel heimlich heimlich abzufilmen.

? Noboru Babaguchi von der Universität Osaka hat mit seinen Kollegen nun eine Methode ausgetüftelt, mit der Filmpiraten festnagelt werden sollen. Babaguchi bringt dazu im Soundtrack des Films spezielle Audio-Wasserzeichen unter. Wenn man weiß, in welchem Kino der Pirat operiert, kann man seinen Sitzplatz ausfindig machen. Jedem Tonkanal wird ein spezifisches Audio-Wasserzeichen beigemischt, das im Kinosaal aus jeweils anderen Lautsprechern kommt. Durch die Analyse der Tonspur einer heimlich aufgenommenen Camcorder-Filmaufzeichnung ließ sich ermitteln, wie weit das Mikrofon des Camcorders jeweils von einem der Lautsprecher entfernt war und damit ein bestimmter Sitzplatz einpeilen.

Um im Nachhinein feststellen zu können, wer auf dem Sitzplatz saß, müßten die Kinobetreiber nun noch auf namentlich zugeordnete Tickets zurückgreifen können und über Aufnahmen der Gesichter aller Kinobesucher verfügen.

…………………..

.