Tagesarchiv für 28. März 2009

Globaler Dorftratsch

Und was kann ich als Journalistin tun?
Sie könnten sich gegen den Zwang auflehnen, von Dingen zu reden, auf die es nicht ankommt.

Uns hilft kein Gott“: Peter Sloterdijk im Gespräch mit Julia Encke
(Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.3.2009)

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? “Lassen wir sie sterben”: Douglas Rushkoff über die Wirtschaft. Eine Leseempfehlung. |

Kondome als Jobkiller. Drüben bei Danwei China News ist zu erfahren, dass 300 US-Jobs verlorengehen werden, da US-Behörden künftig billigere Kondome ordern (von denen einige in China hergestellt werden). Die U.S. Agency for International Development (USAID) hat bisher etwa 10 Milliarden in den USA hergestellte Kondome zur AIDS-Prävention in arme Länder der Welt verteilt. Für die Entscheidung waren der günstigere Preis - 2 Cent gegenüber 5 Cent für ein US-gefertigtes Kondom - ausschlaggebend, außerdem die Tatsache, dass der US-Kongress seine “buy American language“-Haltung in einem jüngst erfolgten Beschluß revidiert hat. |

Kondom-Automat in Shanghai (Foto: Augapfel, Flickr/CC) ?

? Transnationaler Trash I: Cola aus Kuh-Urin. In einem Land, in dem Kühe heilig sind, geht etwas von der Göttlichkeit auch in denjenigen über, der ihren Urin trinkt. Man kann das sogar vermarkten. Das Cow Protection Department der Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS), einer radikal-hinduistischen Freiwilligenorganisation, möchte eine Cola aus Kuh-Urin herstellen: “Man muß sich ein Getränk vorstellen, das nicht nur gut schmeckt, sondern auch gesund ist”, so RSS-Oberhaupt Om Prakash in einem Interview mit ABC News. |

In der ägyptischen Al-Ahram Weekly schreibt Nader Habib, dass viele Jugendliche sich wünschen, ihre Mütter würden am digitalen Zeitalter teilnehmen - und dass der Muttertag erstaunliche Veränderungen bewirkt hat: Mothers and memory cards. |

? Transnationaler Trash II: Chinas führende Zeitschrift für Quatsch mit Saucer, das “Journal für UFO-Forschung” hat relauncht. Das Magazin des Gansu Verlags für Wissenschaft und Technologie erscheint nun in Farbe - und keine der aktuellen Coverstories hat etwas mit UFOs zu tun. In der Titelgeschichte geht es um Poltergeister, gefolgt von nützlichen Vorschlägen: “The Top Ten Ways to Destroy the Earth”. |

Deutsche Krimi-Autoren tun sich schwer mit der modernen Technik. Statt im Labor und am Rechner zu ermitteln, flüchten die TV-Kommissare in die Provinz, schreibt Michael Schlieben in der Zeit. |

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Der analoge Blogger

? Alfred Sirleaf betreibt seinen Informationsdienst “Daily Talk” am Rand einer Hauptstraße in Monrovia, der Hauptstadt des westafrikanischen Liberia. Die News werden auf Kreidetafeln geschrieben, die von kleinen Werbeflächen flankiert sind. Sirleaf hat seinen Informationsdienst gestartet, um wichtige News auch Leuten an die Hand geben zu können, die sich keine Zeitung leisten oder die sie nicht lesen können. Er schätzt, dass er täglich etwa 10.000 Leser hat. Mitarbeiter im ganzen Land versorgen ihn über sein Mobiltelefon mit News. Da nicht alle seine Kunden lesen können, benutzt Sirleaf auf seinem Tafelblog auch Symbole und Bilder, um die Nachrichten rüberzubringen (via Afrigadget). |

? Nachrichtenwand einer US-Zeitung vom Dezember 1940: “Männer und Frauen lesen die Schlagzeilen im Fenster der Redaktion des Brockton Enterprise” (via Shorpy). |

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Der Gummibildschirm

? Silke Hilsing hat etwas gebaut, das sie “ein kleines Druckdisplay” nennt. Es ist softe Hardware, auf ihrer Projektseite sind Entwicklung und Aufbau der Einrichtung anschaulich ausgeführt. Zu den weiteren experimentellen Interfaces von Silke Hilsing gehören die penetrante Hängeleselampe und die Charaktervase.

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? Die nächsten Spiele werden Realitätserweiterungen enthalten. Wie das aussehen wird, kann man inzwischen an Prototypen sehen (”Ich wünschte, das hätte es schon gegeben, als ich noch Battletech gespielt habe”):

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? Struktable, ein interaktiver Tisch. Er ist teuer und elektronisch, statt “drauf rumfingern” sagt man deshalb “multitouch-fähig“. Bis zu acht Leute können das gleichzeitig tun.


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