Tagesarchiv für 26. April 2009

Die Rückwand

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DAS EINKAUFSZENTRUM unten vor dem Bahnhof ist eine gelungene Parodie auf die neueren Vorstellungen vom Netz als proprietäres, kontrolliertes System. Beides ist modernst und öffentlich gemeinter Raum, komplett als ein künstliches Inneres angelegt. Zwar hat der Alltag dem Glänzenden an den Geschäften im Einkaufszentrum längst gewisse Schäbigkeiten zugefügt, kleine Beseelungsversuche. Exklusiv sind auch nur noch die Männer, die vor den Glastüren zur Passage stehen und Dosenbier trinken und Jogginganzüge tragen, dieses gespenstische Gegenteil von Gefängniskluft: der Anzug derer, die draußen sind. Und wo an dem Einkaufszentrum eigentlich die Vorderseite sein sollte, sind verhängte Fenster. Dadurch gewinnt man den Eindruck eines Gebäudes, das anstelle von Außenseiten rundum nur noch Rückwände hat und für eine äußere Welt nicht viel mehr übrig als Verachtung.

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Zeitreisen: Bardot, Büro, Beat-Generation

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High School-Mode aus dem Jahr 1969: Auch die Strumpfhosen flippen aus. |

Brigitte Bardot auf dem Weg zum Erfolg (via Vintagephoto). Die Wikipedia über BB. |

9. Oktober 1952: Satchmo in Düsseldorf-Lohausen. |

Indien in den sechziger und siebziger Jahren: Schwarzweiß-Fotografien. |

Vor der islamischen Revolution: Der Iran in den siebziger Jahren. |

Drüben beim Mid-Century Modernist gibt es eine hervorragende Sammlung von Büro-Anmutungen aus der, wie sich leicht raten läßt, Mitte des 20. Jahrhunderts. |

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The Beat Generation:

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Woodstock Festival 1969:

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Zeitreisen: Gesichter und Orte

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? Age Maps: Fotos derselben Person aus unterschiedlichen Lebensaltern, zu einem Bild montiert (via Bobbyneeladams). |

? Jason Powell sucht alte Fotos von Orten, druckt sie aus und hält das ausgedruckte Bild paßgenau in die Örtlichkeit wie sie heute aussieht. “Inspiriert haben dieses Projekt meine Liebe für Geschichte und die Souvenirs von Michael Huges” –

Jason Powell: Looking into the past
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Michael Huges: Souvenirs
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DIE GESICHTER hinter dem Mechanical Turk von Amazon (via Waxy.org). | Die vielen Gesichter des James Kuhn - er hat für jeden Tag des Jahres ein neues Gesicht (via Telegraph). | ? Ben nimmt jeden Tag ein Foto von sich auf. | Gesichtsanalysen und Herstellung von individuellen, realistischen Gesichtsskupturen. |

? Hierzu siehe auch: Der Fotograf Robbie Cooper zeigt hochkonzentrierte junge Videospieler in Aktion (via New York Times). | Hierzu s.a. die Fotos von ? Philip Toledano, der ebenfalls Gesichter von Videospielern fotografiert hat. |

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Zeitreisen mit Google

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Ein Schummelzettel für Zeitreisende (via Buzzfeed). |

Zeitungszeitreisen mit der Google News Timeline. |

Zeitreisen mit Google Earth. |

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Fotoalbum von Zeitreisenden (ein Flickr-Pool):
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Die Weltausstellung in Seattle, 1962:
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? Weitere Zeitreisen aus dem Archiv der Glaserei:

Hippies und Jazz von Kraftwerk
Es war einmal in Amerika
The Recently Deflowered Girl
The Flying Merkel
Das gute Leben
Die legendäre Mata Hari
Weltkrieg bis Warhol
Lichtspiele, Kennedy, Steamwork
Tagebücher und Jeans im sozialistischen Ungarn
Kleine Zeitreisen

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Modemix

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Der australische Künstler Julian Wolkenstein hat es gemeinsam mit dem Hairstylisten Acacio da Silva statt mit Models mal mit Pferden probiert: Horse Hairstyles. ?

Charles Darwin, der zwischen 1828 und 1831 an der Universität Cambridge studierte, gab mehr Geld für teure Schuhe als für Bücher aus. Das zeigen jüngst von Historikern gefundene Unterlagen. |

Die Liege Text-ile, die Dante Bonuccelli für das Projekt UMUL (Use More, Use Less) entworfen hat, besteht fast zur Gänze aus gebrauchten Computertasten. | Hier noch eine Tasche aus Tasten: the Keybag. |

? Brad Pitt und Angelina Jolieaus Lippenstift geschnitzt. |

Schuhkleider (also: Kleider für Schuhe) von Nicolas Winograd (via Yankodesign). |

Durchsichtige Cinderella-Slipper von Normaluisa aus Italien. |

Das Online Designer Stiletto and Fetish Shoe Museum (Schutzbrille aufsetzen wegen des farbigen Schriftgemischs). |

Schön, dass die siebziger Jahre schon vorbei sind: Herrenmode aus der Ära der Hundeohrkragen, Kappenschuhe und orangen Frotteesocken. Nicht zu vergessen, der Raschel Knit Hemd-Body (”Das Hemd kann nicht mehr aus der Hose rutschen”). Und hier eine Anzeige für Eleganza ?

Is this your luggage? – ”Ich sammle verlorenes Gepäck, fotografiere es und versuche dann, die Besitzer zu finden. Klingt ein bißchen seltsam, ist aber nicht seltsamer als Briefmarkensammeln, nur dass die Sachen mehr Platz brauchen. Wenn verlorenes Gepäck gefunden wird, heben Luftlinien beziehungsweise Flughäfen es eine Weile auf und versuchen, den Besitzer zu finden. Ist die Lagerfrist abgelaufen, wird das Gepäck versteigert und der Erlös wohltätigen Einrichtungen überwiesen. Ich gehe zu diesen Auktionen und kaufe Gepäck, um meiner sonderbaren Leidenschaft nachzugehen und es zu fotografieren. Ich würde wirklich gern die Leute finden, denen meine Koffer gehören, wenn Sie also Freunde haben sollten, die Gepäck verloren haben, zeigen Sie ihnen bitte meine Website.” | Ein ganz ähnliches Projekt bei Future Agenda (Personal Effects anklicken). |

Samurai-Unterhosen (via Japanprobe). |

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Abendspaziergang

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DER AUTOR, seit jeher hart am Rand des Stofflichen tätig, rückt mit dem Schreiben am Computer seiner Bestimmung näher. Meine Tinte ist das Licht.

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ELEKTRISCHES LICHT - nicht der Computer - war das erste universelle Medium. Das Licht selbst ist reine Information; alles, was es beleuchtet, wird zu einem Phänomen. Da es die Fluchträume ausleuchtet, in die sich zuvor die Müdigkeit zurückgezogen hatte, bildete sich zugleich mit dem Aufkommen des elektrischen Lichts eine neuzeitliche Form der Erschöpfung aus. Und es war die Geburtsstunde des jugendlichen Nachtlebens, das seither lärmend und irrlichternd rund um den Globus flackert.

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DIE AUGEN sind das Geschlechtsteil der Seele. Kurzsichtige sind noch begünstigt: um jede Laterne haben sie, wie durch ein Beugungsgitter gefilmt, eine nadelig strahlende Aura aus Unschärfen.

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DU LÄSST DICH fahren unter ausgespannten Kuppeln aus Licht, es ist großartig. Ganz oben dunkelrot die Flugzeugwarnlichter, eine Strahlerkette zieht am Pylon einer Brücke hoch, und in einer langgestreckten Unterführung gibt der Fahrer dann Gas und die Leuchtstoffstreifen an den Seiten fahren direkt in die Augenwinkel hinein und geben dir ein Gefühl, als ob du eine ganz schmale, mörderische Brille aufhättest.

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1882 HIELT mit Edisons Glühbirnen, gespeist vom ersten Kraftwerk in der New Yorker Pearl Street, die künstliche Beleuchtung Einzug in die USA. In Paris gingen die Damen damals aus Angst vor dem stechenden Licht der öffentlichen Bogenlampen nachts mit Schirmen durch die Straßen.
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Empfehlungen aus dem Archiv der Glaserei:
? Nachtleben im New York der siebziger Jahre, fotografiert von Allen Tannenbaum.

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