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WÄHREND DIE AUSSERIRDISCHEN in den TV-Episoden der sechziger Jahre noch verdächtig hübschen Mädchen mit Miniröcken und Gogo-Stiefeln ähnelten, nahmen sie im Lauf der Zeit ungewöhnlichere Züge an. Zu den beliebtesten Nichtmenschen im Star Trek-Universum gehören die Klingonen. Der Klingone ist brüsk, er badet nicht regelmäßig und seine Kampfschiffe haben kein Klo. Eingeweihte wissen, dass Klingonen in neueren Star Trek-Folgen im Gegensatz zu früher auch nett sein können. Der Linguist Marc Okrand, der für “Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock” eigens eine klingonische Sprache ausgearbeitet hat, veröffentlichte 1985 ein Wörterbuch, das auch als elektronisches Übersetzungsgerät erhältlich ist. Heute gibt es sogar klingonisch beschriftete Computertastaturen zu kaufen.
Futuristische Technologie spielt eine bedeutende Rolle - und das nicht nur in den Filmen. Inzwischen haben Physiker es sogar in der wirklichen Welt bereits zuwege gebracht, zumindest einzelne Elementarteilchen zu beamen. Raumschiffen mit Holodeck, die mit Warp-Geschwindigkeit überlichtschnell durch die Unendlichkeit flitzen, stehen in Star Trek auch nützliche Kleingeräte wie Phaser, Kommunikatoren, Tricorder oder etwa der sogenannte “Feinberger” gegenüber - so genannt nach dem ideenreichen Ausstatter der Urfolgen, Irving Feinberg -, ein salzstreuergroßes Gerät, das dem Bordarzt Auskunft über Körperfunktionen erteilte (und das tatsächlich ein Salzstreuer war).
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Beam Me Up: Eine Klamm des Columbia River imOsten von Portland, Oregon (Foto: Alaskan Dude, Flickr/CC) ?
WIE ES SICH für eine Kultserie gehört, gibt es übrigens auch einen Satz, der nie gesagt wurde, der aber ständig zitiert wird: “Beam me up, Scotty”. Nie wurde der von James Doohan kongenial gespielte Chefingenieur Montgomery “Scotty” Scott so angesprochen. Die Technik des Enterprise-Zeitalters ist, wie Spock sagen würde “faszinierend”. Aber erst dass es in den erzählten Geschichten im Kern immer um Menschen geht, ihre Beziehungen zueinander, ihre Fähigkeit, mit Fremden umzugehen und schwierige Entscheidungen zu treffen, macht Star Trek zu einem Inbegriff von Unterhaltung für die ganze Familie.
Trek Lovin` (Foto: jamiefreaky, Flickr/CC)?
Manches ist mehr als nur Unterhaltung. “Denk daran, Nichelle”, sagte Martin Luther King 1967 zu Nichelle Nichols, die als Verbindungsoffizier Uhura nicht nur als Schwarze, sondern als Frau und im Offiziersrang an Bord war – “du hast für immer das Angesicht der Fernsehwelt verändert”. Ihr Star Trek-Name war der abgewandelte Titel eines Buchs, das sie gelesen hatte, während sie auf das Vorsprechen für “Star Trek” gewartet hatte - “Uhuru”, eine Abhandlung über die Geschichte Afrikas. Am 22. November 1968 war dann das erste Mal im US-Fernsehen zu sehen, dass ein Weißer und eine Schwarze einander küßten, nämlich Captain Kirk und Lieutenant Uhura in der “Star Trek”-Folge “Plato’s Stepchildren”. Um die TV-Zensur zu umgehen, wurde der Kuß geschickt durch die Haltung der Köpfe verdeckt. Trotzdem verweigerten mehrere Fernsehsender in den Südstaaten die Ausstrahlung dieser Folge.
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STAR TREK IST HEUTE ein Hypermythos. “Niemand, der ganz dicht ist, steht morgens auf und sagt: ‘Ich denke, ich werd heute mal ein Phänomen schaffen’”, so Gene Roddenberry. In dem äußerst flexiblen Star Trek-Rahmen aber lassen sich Geschichten aus allen Zeiten und Realitäten einbetten, und das in vielfältigsten Formen, ob als Komödie, Satire, Farce, Tragödie, psychologische Studie, Fabel, Seifenoper oder Melodram. Unsterbliche Figuren, archetypische Strukturen und phantastische Bilder - der Erfolg einer Serie wie dieser gründet sich auf die große Welt der Sagen, auf die sie sich beziehen kann.
“Es gibt Sachen, auf die wir als Menschen stolz sein können”, sagte Roddenberry in dem letzten Interview vor seinem Tod im Oktober 1991. “Es waren keine Astronauten, die die Pyramiden gebaut haben. Menschen haben sie gebaut, weil sie clever sind und hart arbeiten können. Und in Star Trek geht es genau darum.” Science Fiction mag manchmal romantische Realitätsflucht sein. In glanzvollen Momenten aber ist sie der Entwurf einer anderen Wirklichkeit, von der aus wir über diese hier nachdenken können.
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Weiter morgen mit Teil III: Eine kleine Star Trek-Chronologie
STAR TREK: Crashkurs, Teil I
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