Tagesarchiv für 12. Juni 2009

Iran: die Blogosphäre und die Wahl

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Eine Studie zu den iranischen Präsidentschaftswahlen von John Kelly und Bruce Etling im Blog des Internet and Democracy Project, das am Berkman Center for Internet & Society in Harvard durchgeführt wird. Hier eine Interactive Persian Blogosphere Map.


(via Global Voices Online)

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Wo Google Street View zu feige ist

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Ohrwumm: “Freie Klänge aus besetzten Gebieten” – Die Straßen von Ramallah.
Video von Lephar, Musik von Checkpoint303 (hier ihre Myspace-Seite).

(via Jinn.TV)

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I Wanst You, Babe

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Die Geschichte der westlichen Kultur in einer Kompaktfassung des brillianten österreichischen Karikaturisten Thomas Wizany:

(via mudwerks)

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Der Weltenraum

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Zehn Plattencover mit Space Age-Motiven
(via Pulp International) ?

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Das Blog des Space Age Museums. |

45 Space Age-Magazintitel aus der Sammlung von Andrew Lindstrom. |

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? Ein Video, das William Castleman während der “Texas Star Party” in Fort Davis in der Nacht vom 22. auf den 23. April gedreht hat. Man beachte den vorüberziehenden Zentralbereich der Milchstraße:

(via Neatorama)

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Das Weltraumteleskop Hubble wird nach Reparaturen aus der Ladebucht des Spaceshuttle Atlantis zurück in die Ungebundenheit entlassen:

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In der Schwerelosigkeit wird aus einem CD-Player ein Gyroskop:

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Kann denn Sammeln Zünde sein?

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Neulich hatten wir indische Streichholzschachteln. Hier ein Nachtrag von Gabriele Ermen, für den die Streichholzschachteletikettenfraktion herzlich dankt ?

Eine weitere Sammlung farbenfroher Streichholz-Schachteln des Subkontinents von Matt Lee: “Diese Sammlung ist entstanden, während ich in Bangalore gearbeitet habe. Es sind Erinnerungen an meine Reisen und die Erfahrungen, die ich in Indien gesammelt habe.” Ein Interview zu der Sammlung gibt es bei 160over90. |

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? Japanische Streiholzschachtel-Etiketten:
maraid - View my most interesting photos on Flickriver

? Alte Streiholzbriefchen und -schachteln:
vintage matchbooks and -boxes - View this group's most interesting photos on Flickriver

? Der Flickr-Pool “Matchbox Crafts”:
Matchbox Crafts - View this group's most interesting photos on Flickriver

? Streiholzschachtel-Schreine:
Creativity Challenge: Matchbox Shrines - View this group's most interesting photos on Flickriver

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? Matchbox Mountain: Dieser 1984 entstandene Burgberg aus Streichhölzern war jahrelang im Schaufenster des Spielzeuggeschäfts FAO Schwartz in San Francisco zu sehen. Das Bauwerk wurde kürzlich mit einem Startgebot von 4.500 Dollar bei Ebay angeboten, fand jedoch keinen Interessenten (via BoingBoing).

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Vive la Redaktion!

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Es wird so viel geschrieben wie noch nie. Das Text-Universum explodiert - und schon formieren sich die Bruchstücke zu neuen Erscheinungsformen.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass der hellsichtige Soziologe Michael Rutschky die Beobachtung gemacht hat, dass scheinbar keiner mehr lesen mag - alle wollen nur noch schreiben. Rutschky muß schon früh das Zeitalter der Blogs heraufdämmern gesehen haben.

Über 130 Millionen Blogs gibt es inzwischen weltweit. Im Schnitt werden innerhalb eines Tages 900.000 neue Beiträge in diesen Netzjournalen verfaßt. 1,59 Milliarden Menschen waren im Mai 2009 online, jeder zwölfte Internetbewohner bloggt also und trägt dazu bei, dass eine formidable Textflutwelle an die Bildschirme des Planeten brandet.

Text Fist
(Foto:
Andrew Mason, Flickr/CC-Lizenz) ?

Dieser immense Zustrom bedeutet eine immer größere Vielfalt an Lesenswertem. Die hat allerdings einen Preis: Was herkömmlich in Zeitungsrubriken und Sender-Programmschemata vorgeordnet wurde, wird nun entbündelt. Textatome fliegen uns um die Ohren, als hätte eine kulturelle Nuklearexplosion stattgefunden. Musiker verkaufen im Netz keine Alben mehr, sondern einzelne Tracks. Ähnlich geht es nun in der Online-Textwelt zu, in der ein flatterhafter Leser durch riesige Textmengen streift und sich hier und da und dort für einen einzelne Artikel entscheidet.

Um nicht unterzugehen in dieser Übermenge an Geschriebenem, gibt es drei mögliche Strategien: Redaktion, Aggregation und Ignoranz. Ignoranz ist eine der stärksten Waffen im Kampf gegen Überinformation, sie schenkt uns ein gewisses Gefühl der Souveränität. Redaktion heißt, dass wir nun in der Internet-Ära alle miteinander dazu verdammt sind, Journalisten zu sein und ein Gefühl für Qualität zu entwickeln. Und Aggregation heißt, dass aus den Textatomen schnell wieder Moleküle werden - vollautomatisch, wie bei Google News oder sorgsam oder spielerisch von Hand, wie es vielfach im Netz bereits geschieht.

Zu den Blogs kommen noch weitere digitale Schreibgelegenheiten wie Facebook mit 200 Millionen Nutzern oder Twitter mit 14 Millionen Nutzern in den USA und einige Zehntausend in Deutschland – den Kurztextklassiker SMS nicht zu vergessen. Im Januar 2009 erhielt Greg Hardesty aus dem kalifornischen Silverado Canyon die Handy-Rechnung seiner Tochter Reina. Sie war 440 Seiten lang und verbuchte 14.528 SMS (im Schnitt 484 Kurztexte pro Tag). Hardestys Glück: Reina hat eine Flatrate mit unbegrenzt SMS.

Es soll aber niemand glauben, dass die Vielschreiberei ein Phänomen ist, das erst jetzt in der digitalen Ära zum Vorschein kommt. Einer der exzessivsten Proto-Blogger war der Architekt Buckminster Fuller, der sein Leben in einer unglaublichen Ausführlichkeit  dokumentierte: Von 1915 an schrieb er 68 Jahre lang alle 15 Minuten einen Eintrag in ein Journal. Als Fuller am 1. Juli 1983 starb, hinterließ er 80 laufende Meter an Notizbüchern.

Die immer eingehenderen Aufzeichnungen, mit denen wir es zu tun haben, werfen ein Problem auf, das der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges in seiner Erzählung “Von der Strenge der Wissenschaft” beschrieben hat. Es geht darin um ein Reich, in dem die Kunst der Kartographie eine solche Vollkommenheit erreicht hat, dass eine Karte entsteht, “die genau die Größe des Reiches hatte und sich mit ihm an jedem Punkte deckte”. Aber eine Karte, die genauso detailliert ist wie die Wirklichkeit, verliert ihre Funktion.

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• Eine Auswahl weiterer Kolumnen
aus der Netzwelt der Stuttgarter Zeitung
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Slow Tech
Viele an Computer und Netz interessierte Menschen möchten sich nicht von Digital-Cowboys mit laut muhenden technologischen Leitströmungen durch die Prärie treiben lassen.

Die Killer-SMS
Im Zeitalter der Vernetzung breitet sich Wissen schnell aus - und Idiotie.

Vernetztes Wasser
Wer glaubt, dass Wasser bloß durchsichtig, klar und billig ist, sollte sich mal im Netz umsehen.

Das geheime Leben der Objekte
Bald bloggen nicht nur Menschen, sondern auch Dinge.

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