Monatsarchiv für Juni 2009

Zwei Tunnel

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DER EINE TUNNEL. Der Prospektor William Schmidt war überglücklich, als er im kalifornischen Copper Mountain auf Gold stieß. Aber es gab ein Problem: Er war auf der Nordseite des Bergs und die Straße zur Metallhütte war auf der Südseite. Also grub Schmidt einen Tunnel. Er begann 1906 im Alter von 35 Jahren. Er arbeitet mit einer Spitzhacke, einem Vorschlaghammer, einem Handbohrer und Dynamit. Als er auf der Südseite an Tageslicht durchbrach, war es 1938 und Schmidt war 66 Jahre alt. Er hatte nur mit seinen Händen einen 570 Meter langen Tunnel gegraben und 2600 Tonnen Granit beiseitegeschafft. Der Erfolg hatte seinen Preis. Während Schmidt grub, waren eine Straße und eine Bahnlinie um den Berg herum gebaut worden. Der Tunnel war nicht mehr nötig (via futilitycloset). |

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DER ANDERE TUNNEL. Vage fiel mir ein, dass irgendwann Ende der achtziger Jahre in dem Nachrichtenmagazin “Newsweek” eine Geschichte über Seymour Cray gestanden hatte. Cray, der Vater der Supercomputer, soll im Keller seines Hauses in Chippewa Falls jahrelang an einem mit Holz verschalten Tunnel gegraben haben. Immer wenn er mit der Arbeit an seinem neuesten Supercomputer nicht weiterkam, ging er in den Keller und grub - während, so Cray, die Elfen aus dem benachbarten Wald in seinem Arbeitszimmer das Problem lösten.

Ich überlegte, wo die Seite aus Newsweek sein konnte; ich wußte, dass ich sie damals rausgerissen hatte. Ich wußte auch, dass in meiner Garage etwa ein Kubikmeter nicht indizierter Zettel liegt. Zum Glück leben wir in modernsten Zeiten. Einige Blogs hatten die Geschichte von Cray und seinem Tunnel übernommen. Ein Kommentator wußte auch, dass nicht Cray selbst die Geschichte erzählt hatte, sondern sein Geschäftspartner John Rollwagen. Kurz darauf gab es ein Update zu der Anmerkung in dem Blog. Ein ehemaliger Mitarbeiter von Cray schrieb, dass Rollwagen die Geschichte weitgehend erfunden habe, um den Ruf des visionäres Genies Seymour Cray zu fördern.

Weitgehend? Ich fing auch an zu graben. In einer alten Ausgabe von “Business Week” fand ich - nichts ist, wie es scheint - die Realität hinter der Legende: “Was Cray tatsächlich mal gegraben hat, war ein dreieinhalb Meter tiefer, verschalter Schacht in ein Seeufer. Es war eine sportliche Übung für ihn, und er brauchte Platz für seine Windsurfing-Ausrüstung.”

Interessant an dem ganzen sind nicht allein die Anekdoten, sondern ein neues Phänomen, das man den Wissensmagnetismus des Web nennen könnte. In kürzester Zeit akkumulieren nun manchmal um ein Nachrichtenschnipsel weitere Teile - es ist Data Minig von Hand, eine Form der Informationsveredelung. Wenn man dabei, wie im Fall der hübschen Cray-Legenden, noch kleine Detektivarbeit und Aufklärung betreiben kann, zeigt sich das Netz in seinem Glanz. |

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Erste Mohnlandung für Miezen

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Die verheerenden Folgen des Katzenminze-Anbaus in Afghanistan:

(Via Arbroath)

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Der Raketenmann

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Rocketman von Michal Marcinkowski ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das sein Lieblings-PopUp-Book liest. In diesem Buch ist ein Bauernhof, und auf diesem Bauernhof lebt ein Mann mit seinem Affen. Der Mann und der Affe sehnen sich nach Abenteuern und mit ein bißchen Einfallsreichtum finden sie Wege, mehr von der Welt zu sehen:

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125,6 Millionen tote Blogs

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Détail de “Blah, blah, blah” du studio Louise Campbell, Maison du Danemark (Foto: dalbera, Flickr/CC-Lizenz) ?

Encyclopädia Bitannica: Mit Wordnik will sich ein neuer Konkurrent für Lexika etablieren: Wordnik kombiniert Wörterbuch, Synonymlexikon, Twitter, Scrabble, Flickr, Wortwolken, Tags und Social Media auf einer Seite. Hier ein Beispiel: Eternity (Ewigkeit). |

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? Space Invaders-Schmuck von Blingvaders aus dem australischen Victoria Park. |

Die Tetris-Keramik von Stéphanie Choplin (via picocool). ?

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Das Blog Gefängnis-Fotografie. |

Gefaltete Geometrien: Matthew Slians Videos von trickreich komplexen, eleganten Papierobjekten. |

Alltags-Aggregator: Das Blog Daily Routines pflückt sich aus Nachrichtendiensten und Büchern Informationen über den Alltag berühmter Menschen wie John Grisham, Winston Churchill oder Earnest Hemingway (via Neatorama).

? Datenskulpturen, beispielsweise der One Week Coffee-Becher von Iohi design. |

Tausende Angebote bei Ebay enthalten Schreibfehler, die Auktionen enden oft ohne ein Angebot, weil niemand sie findet. Die Suchmaschine Fatfingers hilft beim Aufstöbern der kleinen verborgenen Schätze. |

Corpse Shape @MPI (Foto: MoonSoleil, Flickr/CC-Lizenz) ?

Kybernetische Karteileichen: Einer Studie der Blog-Suchmaschine Technorati aus dem Jahr 2008 zufolge wurden nur 7,4 Millionen der erfaßten 133 Millionen Blogs in den zurückliegenden 120 Tagen aktualisiert. Douglas Quenqua in der New York Times bezieht sich auf diese Zahlen und kommt zu dem Schluß, dass 95 Prozent der Blogs in Wirklichkeit aufgegeben sind (via new Shelton wet/dry). |

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Redakteure zu Pflugscharen

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Für die Ausgabe vom 10. Juni 2009 schickte der Chefredakteur der liberalen israelischen Tageszeitung Haaretz seine Redakteure nach Hause und holte stattdessen einunddreissig der renommiertesten Schriftsteller und Dichter Israels, um von den Neuigkeiten zu schreiben.

Hier beispielsweise ein Bericht im Wirtschaftsteil, den der Schriftsteller Avri Herling verfaßt hat: “Alles ist okay. Alles läuft wie üblich. Der gestrige Handel hat sein Ende gefunden. Alles ist in Ordnung. Die Ökonomen sind nach Hause gefahren, die Wäsche trocknet auf der Leine, das Essen wartet… Der Dow Jones verlief beständig und schloß mit 8.761 Punkten, dem Nasdaq gesellten sich 0,9% auf einen Stand von 1.860 hinzu… Der Mann aus der Shakshuka-Bude¹ hat seine Preise wieder erhöht.”

Fühlt sich ein bißchen nach Des Kaisers neue Kleider an, oder?

(via snarkmarket)

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¹ Shakshuka ist ein variationsreiches israelisches Gericht auf einer Basis von Eiern und Tomaten.

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Mikrokultur: 0,3 Sekunden Porno

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Das Zeitalter der Mikrokultur hat begonnen. Der Tag hat nur 24 Stunden. Wenn wir mehr von dem Vielen sehen wollen, das es nun zu sehen gibt, müssen wir kürzere Filme sehen; ja, noch kürzere. Die besten Sätze aus 100 Filmen in 200 Sekunden:


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Compression Sound Art von Kreidler - zum Beispiel eine komplette Beethoven-Sinfonie in einer Sekunde, 130.000 Songs in 4 Sekunden, die Tonspur eines kompletten Pornofilms, abgespielt in einer Drittelsekunde, die Aktienkurse tausender Banken, melodisiert für Computerspiele oder die Stimme des Papstes, abgespielt auf einem Kondom als Membran - um nur einige zu nennen (Dank an pit) :


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The Igel Has Landed

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“Waren Sie eifersüchtig, dass Louis Armstrong der erste Mensch auf dem Mond war und nicht Sie?”: Apollo-Astronaut Buzz Aldrin im Gespräch mit Ali G. (aka Borat):

(via funnyordie)

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? Die New York Times meldet gerade, dass Aldrin eine Rap-Session mit Snoop Dogg [s.a. hier] absolviert hat und dazu einen Rap mit dem Titel Rocket Experience komponiert hat: “It’s not singing. It’s rapping.”

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Conan, der Bibliothekar

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Was ist das Schönste im Leben? Wolfram Alpha weiß es von Conan:

? Hier live. |
Hier Conan. |

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(via new Shelton wet/dry)

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Zimmerleutestärke

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Bretter are better: Handgefertigte Plattenspieler aus Holz drüben in dem thailändischen Blog Passionturntable

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Endlich

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? Wurde auch Zeit. Ein Twitter-Client für den C64: Breadbox64 von dem brillianten belgischen Ingenieur Johan Van den Brande

(via Retrothing)

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Teilweise bewölkt

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Wie Menschen, Tiere und Spaß gemacht werden. 30-Sekunden-Teaser:
Partly Cloudy von Adam Mayse für Pixar (2009)

(via Drommels)

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Wie groß ist die Welt?

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Wir sind klein unter den Sternen.
Unser Bißchen und der Rest, anschaulich gemacht von morn1415 mit Cinema4D:

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HOME


Grandios. Ansehen

HOME von Yann Arthus-Bertrand ist vollständig und in HD auf YouTube zu sehen.
Die Website zu dem Film. Die Förderer. Weitere Informationen über den Planeten.

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Katze will Mütze

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Cat’s Meow, eine Animation von Jorge Garcia, Musik: Brian Weitzeil.
Der Film hat eine eigene Website, hier gibt’s das ganze auch in HD.

(via Drommels)

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Not to forget: Seit “Simon’s Cat - Cat Man Do” genießt der Brite Simon Tofield im Netz einen Ruf wie Donnerhall. Einige Millionen mal wurde die Animation einer Katze, die ihre Bezugsperson zu wecken versucht, bei YouTube abgerufen.

Mit dem Nachfolge-Clip “Simon’s Cat - Let Me In!“ zeichnete Genosse Tofield sich unauslöschlich ins Herz eines jeden Mitglieds der Katzengewerkschaft.

Die bisher letzte Episode: “Simon’s Cat - TV Dinner”.

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Neopunk: God save the file

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Die britische Band We Have Band mit You Came Out, Regie: David Wilson. Für die Stop-Frame-Animation wurden innerhalb von zwei Tagen 4816 Einzelbilder geschossen.

(via likecool)

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iPädagogik

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Shawn Hazen aus Chicago betreibt das empfehlenswerte Blog The Flavor. Er ist Designer und schreibt über das nebenstehende Puzzle-Set: “I’m very proud to admit that one of my son’s first words was ‘logo’. And if he hadn’t mastered the Little Wooden Puzzle at a staggeringly early age, you can bet I would run off immediately and buy him one of these. He’s already very familiar with one of the pieces here, though he usually yells ‘iPod’ when he sees it…”

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Emerson, Lake & Polster

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Obwohl Rock ja Fels heißt, kann man zweifelsohne auch weich abrocken - einer aus einer Auswahl von Kissensynthesizern von pul(sew)width (bei Etsy):

(via The Flavor)

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? Hierzu siehe auch: Das Z-z-z-Book: ein Laptop-Kissen, das sie sich bei der Werbeagentur BBDO Mexiko ausgedacht haben. | Teils gewagte Fahrzeuge auf Luftkissen. | Ein Testbildkissen von Henriette Hyldgaard. | Diverse knuffige OS X-Kissen für Leute, die gern auf Bildschirmsymbolen rumliegen. | Nahrungs- und Genußmittel-Kissen von Sofa Garden. Es gibt auch Toast- und Sushi-Kissen. |

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Traumprodukte

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? Facebook, eine Werbeanzeige vom rechten Rand: “Funktionierende Anmachen - Lerne im Detail, wie Du Frauen ansprichst, ohne zurückgewiesen zu werden - sogar wenn Du nicht reich oder gutaussehend bist.”
Hierzu Anregungen aus den siebziger Jahren (via
mudwerks):

(Zur Evolution der Herrenunterwäsche hier japanische Kampf-Unterhosen aus dem Jahr 2009).

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? Auch nicht zu unterschätzen:
Die Verführungskraft leistungsstarker und
formschöner Gerätschaft.

(via monkeysforhelping)

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Oceansize

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Wieder mal die Leute von der Supinfocom in Arles. Ein bemerkenswerter 3D-Kurzfilm über eine Katastrophe, die sich etwas wie einer Ölbohrplattform zu  nähern scheint, geschaffen von Romain Jouandeau, Adrien Chartie, Gilles Mazieres und Fabien Thareau:

(via Fubiz)

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Die Beschmierbar

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Unstreet Art: Die Doodle Bar ist ein neues Lokal in London Battersea. Man darf dort Wände, Boden und Sofas beschmieren. Filzstifte werden zur Verfügung gestellt:

(via dontpaniconline)

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Kämpfe

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? Mac vs. PC:

(via redbubble)

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? Facebook vs. Twitter:

(via jess3)

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Das Drama eines Downloads

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“This Side Up”, eine prima Animation von Liron Topaz:

(via Drommels)

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Ägypten: Pflanzen-Demo

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Drüben bei All The Good Names Had Gone berichtet Scarr, dass auf den Stufen des Staatsrats-Gebäudes in Kairo an die 100 Topfpflanzen in einen unbefristeten Sitzstreik getreten sind, um gegen Unterbewässerung und drohende Todesgefahr in Behördenbüros in ganz Ägypten zu protestieren.

Ein Sprecher sagte, die Proteste der verbotenen “Freies Blattwerk”-Bewegung (FBB), die staatlicherseits terroristischer Aktivitäten beschuldigt wird, würden trotz Mißhandlungen durch die Sicherheitskräfte fortgesetzt. In einer Pressekonferenz sprach der Innenminister von einer “Herausforderung für die nationale Sicherheit” und dem propagandistischen Schaden am internationalen Ansehen Ägyptens. Nach Erkenntnissen des ägyptischen Geheimdienstes soll es Verbindungen der FBB zur islamistischen Hisbollah geben: “Wir haben Fotos, auf denen der Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah zu sehen ist, wie er eine Poinsettie streichelt.”

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Iran: die Blogosphäre und die Wahl

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Eine Studie zu den iranischen Präsidentschaftswahlen von John Kelly und Bruce Etling im Blog des Internet and Democracy Project, das am Berkman Center for Internet & Society in Harvard durchgeführt wird. Hier eine Interactive Persian Blogosphere Map.


(via Global Voices Online)

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Wo Google Street View zu feige ist

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Ohrwumm: “Freie Klänge aus besetzten Gebieten” – Die Straßen von Ramallah.
Video von Lephar, Musik von Checkpoint303 (hier ihre Myspace-Seite).

(via Jinn.TV)

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I Wanst You, Babe

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Die Geschichte der westlichen Kultur in einer Kompaktfassung des brillianten österreichischen Karikaturisten Thomas Wizany:

(via mudwerks)

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Der Weltenraum

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Zehn Plattencover mit Space Age-Motiven
(via Pulp International)

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Das Blog des Space Age Museums. |

45 Space Age-Magazintitel aus der Sammlung von Andrew Lindstrom. |

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• Ein Video, das William Castleman während der “Texas Star Party” in Fort Davis in der Nacht vom 22. auf den 23. April gedreht hat. Man beachte den vorüberziehenden Zentralbereich der Milchstraße:

(via Neatorama)

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• Das Weltraumteleskop Hubble wird nach Reparaturen aus der Ladebucht des Spaceshuttle Atlantis zurück in die Ungebundenheit entlassen:

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• In der Schwerelosigkeit wird aus einem CD-Player ein Gyroskop:

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Kann denn Sammeln Zünde sein?

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Neulich hatten wir indische Streichholzschachteln. Hier ein Nachtrag von Gabriele Ermen, für den die Streichholzschachteletikettenfraktion herzlich dankt:

• Eine weitere Sammlung farbenfroher Streichholz-Schachteln des Subkontinents von Matt Lee: “Diese Sammlung ist entstanden, während ich in Bangalore gearbeitet habe. Es sind Erinnerungen an meine Reisen und die Erfahrungen, die ich in Indien gesammelt habe.” Ein Interview zu der Sammlung gibt es bei 160over90. |

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Japanische Streiholzschachtel-Etiketten:
maraid - View my most interesting photos on Flickriver

Alte Streiholzbriefchen und -schachteln:
vintage matchbooks and -boxes - View this group's most interesting photos on Flickriver

Der Flickr-Pool “Matchbox Crafts”:
Matchbox Crafts - View this group's most interesting photos on Flickriver

Streiholzschachtel-Schreine:
Creativity Challenge: Matchbox Shrines - View this group's most interesting photos on Flickriver

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Matchbox Mountain: Dieser 1984 entstandene Burgberg aus Streichhölzern war jahrelang im Schaufenster des Spielzeuggeschäfts FAO Schwartz in San Francisco zu sehen. Das Bauwerk wurde kürzlich mit einem Startgebot von 4.500 Dollar bei Ebay angeboten, fand jedoch keinen Interessenten (via BoingBoing):


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Vive la Redaktion!

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Es wird so viel geschrieben wie noch nie. Das Text-Universum explodiert - und schon formieren sich die Bruchstücke zu neuen Erscheinungsformen.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass der hellsichtige Soziologe Michael Rutschky die Beobachtung gemacht hat, dass scheinbar keiner mehr lesen mag - alle wollen nur noch schreiben. Rutschky muß schon früh das Zeitalter der Blogs heraufdämmern gesehen haben.

Über 130 Millionen Blogs gibt es inzwischen weltweit. Im Schnitt werden innerhalb eines Tages 900.000 neue Beiträge in diesen Netzjournalen verfaßt. 1,59 Milliarden Menschen waren im Mai 2009 online, jeder zwölfte Internetbewohner bloggt also und trägt dazu bei, dass eine formidable Textflutwelle an die Bildschirme des Planeten brandet.

Text Fist
(Foto:
Andrew Mason, Flickr/CC-Lizenz) ?

Dieser immense Zustrom bedeutet eine immer größere Vielfalt an Lesenswertem. Die hat allerdings einen Preis: Was herkömmlich in Zeitungsrubriken und Sender-Programmschemata vorgeordnet wurde, wird nun entbündelt. Textatome fliegen uns um die Ohren, als hätte eine kulturelle Nuklearexplosion stattgefunden. Musiker verkaufen im Netz keine Alben mehr, sondern einzelne Tracks. Ähnlich geht es nun in der Online-Textwelt zu, in der ein flatterhafter Leser durch riesige Textmengen streift und sich hier und da und dort für einen einzelne Artikel entscheidet.

Um nicht unterzugehen in dieser Übermenge an Geschriebenem, gibt es drei mögliche Strategien: Redaktion, Aggregation und Ignoranz. Ignoranz ist eine der stärksten Waffen im Kampf gegen Überinformation, sie schenkt uns ein gewisses Gefühl der Souveränität. Redaktion heißt, dass wir nun in der Internet-Ära alle miteinander dazu verdammt sind, Journalisten zu sein und ein Gefühl für Qualität zu entwickeln. Und Aggregation heißt, dass aus den Textatomen schnell wieder Moleküle werden - vollautomatisch, wie bei Google News oder sorgsam oder spielerisch von Hand, wie es vielfach im Netz bereits geschieht.

Zu den Blogs kommen noch weitere digitale Schreibgelegenheiten wie Facebook mit 200 Millionen Nutzern oder Twitter mit 14 Millionen Nutzern in den USA und einige Zehntausend in Deutschland – den Kurztextklassiker SMS nicht zu vergessen. Im Januar 2009 erhielt Greg Hardesty aus dem kalifornischen Silverado Canyon die Handy-Rechnung seiner Tochter Reina. Sie war 440 Seiten lang und verbuchte 14.528 SMS (im Schnitt 484 Kurztexte pro Tag). Hardestys Glück: Reina hat eine Flatrate mit unbegrenzt SMS.

Es soll aber niemand glauben, dass die Vielschreiberei ein Phänomen ist, das erst jetzt in der digitalen Ära zum Vorschein kommt. Einer der exzessivsten Proto-Blogger war der Architekt Buckminster Fuller, der sein Leben in einer unglaublichen Ausführlichkeit  dokumentierte: Von 1915 an schrieb er 68 Jahre lang alle 15 Minuten einen Eintrag in ein Journal. Als Fuller am 1. Juli 1983 starb, hinterließ er 80 laufende Meter an Notizbüchern.

Die immer eingehenderen Aufzeichnungen, mit denen wir es zu tun haben, werfen ein Problem auf, das der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges in seiner Erzählung “Von der Strenge der Wissenschaft” beschrieben hat. Es geht darin um ein Reich, in dem die Kunst der Kartographie eine solche Vollkommenheit erreicht hat, dass eine Karte entsteht, “die genau die Größe des Reiches hatte und sich mit ihm an jedem Punkte deckte”. Aber eine Karte, die genauso detailliert ist wie die Wirklichkeit, verliert ihre Funktion.

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• Eine Auswahl weiterer Kolumnen
aus der Netzwelt der Stuttgarter Zeitung
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Slow Tech
Viele an Computer und Netz interessierte Menschen möchten sich nicht von Digital-Cowboys mit laut muhenden technologischen Leitströmungen durch die Prärie treiben lassen.

Die Killer-SMS
Im Zeitalter der Vernetzung breitet sich Wissen schnell aus - und Idiotie.

Vernetztes Wasser
Wer glaubt, dass Wasser bloß durchsichtig, klar und billig ist, sollte sich mal im Netz umsehen.

Das geheime Leben der Objekte
Bald bloggen nicht nur Menschen, sondern auch Dinge.

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Dance with me

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Sehr zurückgelehnt: Nouvelle Vague, “Dance with me”

(via placebokatz)

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