Tagesarchiv für 3. Juli 2009

Nachmittagsgewitter in einer kleinen Stadt

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Ah, vertan. Regis schreibt, dass es sich bei der Stadt Laval nicht wie ursprünglich angeführt um die bei Quebec handelt, sondern um das schöne Laval im Nordwesten Frankreichs, an der Mayenne gelegen. Dieses Laval hat etwa 50.000 Einwohner, ist also, wie ich in der Überschrift in weiser Voraussicht vorweggenommen habe, tatsächlich eine kleine Stadt. Sonst alles wie gehabt:

Der heiße, sonnige Nachmittag des 25. Juni 2009 in Laval ging plötzlich in einem Unwetter unter, dessen Fluten bei Autofahrern und Passanten leichte Panik verursachte. Regis Hervagault hat den Übergang aufgezeichnet:

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(Via designyoutrust)

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Kodachrome 1957

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(Via Zmanphoto/Flickr)

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? Nach 74 Jahren wird der Farbfilm Kodachrome nicht mehr weiter hergestellt. Die Firma Eastman Kodak kündigte an, Produktion und Vertrieb des Diafilms einzustellen. Die Nachfrage war durch den Erfolg der digitalen Fotografie stark zurückgegangen. Die letzte Rolle Kodachrome-Farbfilm geht an den Fotografen und Bildjournalisten Steve McCurry., der mit Bildern auf Kodachrome-Material berühmt geworden ist, ehe er sich zum Umstieg auf digitales Equipment entschloss.

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Die Urkraft

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Thesen zur Entstehung der DNS-Helix, heute:
Ein Kleinkind zeichnet seinen eigenen Mittelstreifen:

(Via mudwerks)

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Rumbrettern

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Ein eleganter Stuhl aus wiederaufbereiteten Skateboard-Decks von Skate Study House. Die Jungs machen auch Lampen, Liegen, Garderoben und Raumteiler aus den Überbleibseln der Skateboard-Produktion (via academyforthegifted). ?

Aus nicht abschließend geklärter Ursache eskalierte im kalifornischen San Mateo ein Streit zwischen zwei Obdachlosen, der aus einer Diskussion über Quantenphysik hervorgegangen war. Am Ende warf einer dem anderen ein Skateboard ins Gesicht (via BoingBoing). |

Skateboardförmiger USB-Flash-Speicher mit dem schönen Namen “ACP-EP Memory SC-SKATESH/2G Santa Cruz Checker SkateDrive Flash Drive” | Hier das Ganze auch als SnowDrive, als Surfbrett und als “ACP-EP Memory LOSTSD1-07/2G Lost Speed Demon Skull SurfDrive Flash Drive” (via designyoutrust). |

• Skater lieben leere Becken: Baden auf die harte Tour. |

? Der seit zwei Jahren stattfindende Maloof Money Cup im kalifornischen Costa Mesa ist der größte Skateboard-Wettbewerb der Welt. Die diesjährige Veranstaltung beginnt am 10. Juli, und auf die Sieger warten Preise im Wert von 450.000 Dollar. Für das Design des Parcours haben die Sponsoren Joe und Gavin Maloof sich der Planungsmagie der Skate Park-Designer Joe Ciaglia und Geoff Rowley anvertraut. Hier der 2009 Street Course (via core77). |

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Jordan Witkov von 360SEE (”high-end sustainable design”) versammelt handverlesene Künstler und Handwerksvirtuosen, zum Beispiel Piotr Woronkowicz mit seinen Utopian Decks oder dem Jesus Deck?

iBoard, das iPhone-Skateboard. |

Warum Skater die Rezession lieben (via PSFK). |

Extremes Mode-Marketing: Adam Kimmel zeigt Anzüge auf Highspeed-Skateboards). |

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? Das Propeller-Skateboard von CrazyBuilders; hier in Betrieb auf Vimeo (via Spreeblick). |

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? Ein Tag im Leben der Streetskater-Legende Mark Gonzales alias The Gonz:

(Via picocool)

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? Niall Kenny von der London South Bank University erzählt von dem kurzen, schmerzlichen Leben eines Skateboards. Rider: James Gardner:

(Via picocool)

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The Times They Are A-Changin’

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Come writers and critics
Who prophesize with your pen
And keep your eyes wide
The chance won’t come again
And don’t speak too soon
For the wheel’s still in spin
And there’s no tellin’ who
That it’s namin’.
For the loser now
Will be later to win
For the times they are a-changin’.

Bob Dylan

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? Orientalische Dame mit Kopftuch und Doppelcassettendeck: Shadi Ghadirian, Ohne Titel aus der Ghajar-Serie, 1998-1999

(Via pureblog)

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? Laptop-Babuschkas:

(Via riotclitshave)

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Das Unwägbare

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MIT DEM GLOBALEN DORF wird ein alter Mythos wieder wahr. Vor Jahrmillionen gehörten die Kontinente noch zu einem einzigen Stück Land - Pangäa nennen es die Geologen. Dann kam das Wasser und trieb die Kontinente auseinander. Das Online-Universum will die Welt, die Kontinente, wieder zusammenfügen. Jede Bewegung des Raums hat ihren Grund in der Bewegung des Geistes. Wir fühlen etwas von dem Ungemeinen und Phantastischen, das dieses Neue für uns bedeutet. Die Natur schweigt, wie sie es seit Ewigkeiten tut. Der Mensch aber beginnt eine Welt zu errichten, die ihn versteht. Mit Hilfe der Maschinerie, die er sich erschaffen hat, ist er tief berührt - von Kommunikation.

Diese Maschine hat kein Gehirn
(Foto:
Pierre-Olivier Carles, Flickr/CC) ?

Beim Menschen hat das Nervensystem in einigen - stammesgeschichtlich wenigen - zurückliegenden Jahrtausenden Jahren ein außerordentliches Wachstum erfahren. Dank dieses Nervensystems und den aus seiner geistigen Substanz geformten Produkten, den Zeichen und Symbolen, lebt der Mensch in einer an Möglichkeiten unvergleichlich reicheren Welt als jedes andere Lebewesen. Nur hier, im menschlichen Geist, hat die Fortschrittsidee Substanz und bietet Aussicht auf eine bessere Zukunft.

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KOMPLEXITÄT, SO KÖNNTE MAN als These für den Leitstrom formulieren, ist der Sinn von allem. Die Welt ist dazu da, komplex zu sein. Vom Menschen aus gesehen liegt ihr Sinn in der Entfaltung und Erkenntnis immer neuer verborgener Möglichkeitsräume und Tiefen. Und obwohl mancher daran zweifeln mag, wenn er das Nachmittagsprogramm im Fernsehen sieht: der Mensch wäre dazu da, seinen Weg zu immer neuen, bisher unvorstellbaren und ungedachten Komplexitäten zu finden und sich selbst als ein Ausdruck dieser Komplexität zu erfahren. Was wir als Universum bezeichnen, ist das vorhandene Maximum an Komplexität. In immer neuen und erstaunlich erfolgreichen Vorstößen versuchen wir zu lernen, wie wir immer umfassender Formen von Komplexität handhaben können. Das bemerkenswerteste herkömmliche Instrument dafür ist unser Organismus, das verheißungsvollste neue Instrument die vernetzte Computertechnik.

Viele sprechen vom Kommenden zurecht als von etwas Unwägbarem. Klar sind die technischen Anforderungen, die transnationalen Verschränkungen, die Billionensummen, die investiert werden in den Aufbau von Infrastruktur von völlig neuen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Räumen, die kein Körper betreten kann und in denen sich trotzdem bereits hunderte Millionen Menschen bewegen. Das Unwägbare betrifft die Qualität der Veränderungen, welche die neuen Technologien nach sich ziehen werden. Niemand wagt ernsthaft Prognosen die über ein paar Monate hinausreichen zu dem, was mit uns geschehen wird durch das, was wir da tun. Die Idee der massiv multimedialen, weltweiten Vernetzung verstärkt sich selbst, der kritische Punkt ist überschritten.

Die jenseitigen Ziele der christlichen Religion, die unsere Kultur zwei Jahrtausende lang geprägt haben, verblassen. Als Medium der Welterklärung tendiert die Computer- und Kommunikationstechnik nun dazu, zur Religion zu werden - wie jede Ideologie, die universale Bedeutungen vermittelt und absolute Anpassung verlangt. Die Befolgung der richtigen Befehle (am Rechner) wird geadelt durch Begriffe wie Computerkompetenz. Nicht nur an videospielenden Jugendlichen ist die Intensivform jener Inbrunst zu beobachten, die vor noch nicht allzulanger Zeit der Erzeugung von Marienerscheinungen oder der Steuerhinterziehung vorbehalten war.

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DEN WEG ZU ENTSCHEIDUNGEN verändert und beschleunigt die neue, hyperkomplexe Geistmaschine radikal. So wie das altrömische Straßennetz mit seinen Wegweisern dem Apostel Paulus half, die Lehren und Bräuche der christlichen Kongregationen zu verbreiten und zu vereinheitlichen, geben elektronische Kommunikationssysteme nun vormals im Dunklen tappenden Gruppen Gemeinschaftsgefühl, Vertrauen und weltweite Unterstützung.

Den Traum vom Fortschritt durch neue Technik wird aber nicht die Technik erfüllen. Die Entscheidungen treffen, wie wir auch gerade im Iran sehen, nach wie vor die Menschen - die Machthaber und jeder einzelne Demonstrant und jeder Polizist oder Prügelperser, der das entscheidende Gefühl wahrnimmt: Ist da noch Angst oder schon der nächste Antrieb?

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(Erstveröffentlicht im Blog der Technology Review)

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