Monatsarchiv für Juli 2009

Der Computer Nummer 3

.

Der Computer Nummer 3
Zog für mich den richtigen Boy
Und die Liebe ist garantiert
Für beide dabaaaaaaiiii

.

Oldie but Goldie:
France Gall
mit ihrem visionären Vorgriff (1968!) auf das Zeitalter der Dating-Sites:

.


.

Bonus-Track: France Gall, “Ein bißchen Goethe, ein bißchen Bonaparte“. |

…………………..




static : pulse

.

Tokio. Megametropol, wolkenüberflutet, scheinwerferdurchflossen. ? Samuel Cockedey macht daraus Gedichte für die Augen. Songs, die man sehen muß:

.

.

Schön? Dann gefällt dir das auch:
Samuels ? ”remanence : variance” war schon mal in der Glaserei notiert. |

…………………..

.

Aua (World Wide Weh)

.

“Bisher war ich der Meinung, dass die Neunziger eine der besten Dekaden überhaupt waren. Also… jetzt bin ich da nicht mehr ganz so sicher” –

.

(Via Geeks Are Sexy)

…………………..

.

Bladerennen

.

A High Speed Journey: Eine angemessen beschleunigte und stimmungsdichte nächtliche Spazierabfahrt durch Tokio, Ausklang in Yokohama. Von ? Andreas Doppelmayr. Musik: Adult, “Hand to Phone”:

.

…………………..

.

Männer mit Loop Stations [Update]


Der Australier Ben Stanford nennt sich Dub FX und macht Straßenmusik auf eine Art und Weise, die einen umhaut. Er benutzt nur seine Stimme und ein bißchen Equipment – eine Loop Station. Er fängt an, indem er einzelne Teile eines Stücks singt, mit der Loop Station aufnimmt und zu einem Grundbeat moduliert; über den Beat kommen dann weitere Schichten Musik…




Hier im Duett mit Herrn Woodnote am Saxophon, Musik aus dem Album “Everythinks A Ripple”.

Hier solo mit “Step on my Trip”.

Die Alben von DubFX kann man auf seiner Website kaufen, er verschickt sie weltweit.

(Via Geeks Are Sexy)



[Update I]: | Oh, und hier Ricoloop aus Berlin, der deutsche One Man Jam und seine Boss RC-20 Loopstation im Kammermusiksaal in Berlin (Hier eine opulente Galerie mit weiteren sehenswerten Ricoloop-Clips - der Mann dreht wirklich gut durch):


(Dank für den Tip an Ralf Bendrath!)



[Update II] | Und noch ein deutscher Loopstation-Meister – Konrad Kuechenmeister aus Dresden (hier seine MySpace-Seite). Aus einem Fernseh-Interview für Xen.On / OKB und BBB, made by René Zeuner und Ilan Sprafke:


(Via Umgebungsgedanken, Dank an emptyspace!)

[Update III]:| “Der alte DDR-Free-Jazz-Haudegen Conny Bauer arbeitet auch mit Loopstation” (Dank für den Hinweis an Ede!): Conny Bauer, die ausführliche Biographie. | Die Wikipedia über Conny Bauer. |

…………………..




Aus gutem Grund ist Juno rund

.

Der Lego-Raucher von woordenaar auf Flickr:

(Via ilovebadthings)

.

Your Hit Parade war eine jeden Samstag ausgestrahlte amerikanische Radio- und später Fernsehsendung, die von der American Tobacco Company und ihrer Zigarettenmarke Lucky Strike gesponsert wurde. Die Hit Parade lief von 1935 bis 1955 im Radio und von 1950 bis 1959 im Fernsehen. Damals bestand eine Hitparade übrigens nicht aus einer Liste der populärsten Platten, sondern der populärsten Melodien, die dann oft von verschiedenen Künstlern dargebracht wurden. Die Zigarettensorte Hit Parade war offensichtlich der Versuch, aus der beliebten Sendung noch etwa mehr Gewinn zu schlagen:

.

? 10 einfallsreiche Kampagnen gegen das Rauchen. (Ich verwende den Begriff “Nichtraucher” absichtlich nicht, da er zu den erfolgreichsten Tricks der Zigarettenindustrie gehört. Jemand, der nicht raucht, müßte schlicht als “Luftatmer” bezeichnet werden. Niemand hat gern eine negative Identität als “Nicht…”. Der Begriff “Nichtraucher” gibt vielen Rauchern das irrige Gefühl, auf der falschen Seite zu stehen, wenn sie das Rauchen aufgeben). |

.

Zigarettenreklame von früher:

Vintage Cigarette Ads - View this group's most interesting photos on Flickriver

…………………..

.

Bürobedarf rulez!

.

Ein ? Rube Goldberg-Klapparatismus in einem Copyshop:

? Mehr über Rube Goldberg und seine unglaublichen Geräte. |
Eine großartige ? Rube Goldberg-Uhr. |

…………………..

.

Coder Girl

.

Cool. Eine Ode an alle ? Coder Girls da draußen. Heiterer Nerdcore-Rap von dem Programmierergrünschnabel Dale ChaseInvariably, how would I pass this, when my coder girl gives me root access?…

.

(Via Geeks Are Sexy)

…………………..

.

Ikonoklastische¹ Katzen

.

(Via seehere)

.

_______

¹ Unter Ikonoklasmus (zu altgr. ?????, Bild, Abbild und ????????, zerbrechen) versteht man die Zerstörung heiliger Bilder oder Denkmäler der eigenen Religion (Bildersturm), besonders im Christentum, im weiteren Sinn die Bilderfeindlichkeit oder ? Bilderfurcht (Ikonophobie) einer Kultur oder Institution. | Der Koran enthält nachweislich kein ? Bilderverbot. | Zum reformatorischen ? Bildersturm des 16. Jahrhunderts siehe hier. |

…………………..

.

http://URLaub

.

In 240 Sekunden von Los Angeles nach New York – mit dem Auto!

…………………..

.

Sommerklang

.

Forget“: ein freundliches, geschmeidiges Video mit einer Prise Achtziger-Ästhetik (die perforierten Linien!) – und außerordentlich zurückgelehnte Musik der deutsch-portugiesischen Combo ? Vania and the Master:

.

“Forget” hat gerade verdientermaßen den “Großen Endhirsch” als ? bestes Musikkvideo beim Heidelberger Kurzfilmfestival abgeräumt. Das Video haben Vania Oliveira, Moritz Reichartz and Michael Fragstein vom Büro Achter April gemacht. |

(Via wyendrys)

…………………..

.

Sachen, die man beim Sex sagen kann

.

I believe that sex is one of the most beautiful, natural, wholesome things that money can buy. 

Tom Clancy

.

There are a number of mechanical devices which increase sexual arousal, particularly in women. Chief among these is the Mercedes-Benz 380SL.

(Dank an Christian G. für den Hinweis, dass das Zitat nicht von Lynn Lavner stammt, sondern dem Satiriker P. J. O’Rourke zugeschrieben wird.)

.

Sexy HTML-Tips von Exey Panteleev (via designyoutrust). Hier beispielsweise border style ?

Wie man unverwerflich lustvoll leidet: christlicher Sadomasochismus und verwandte Verbindlichkeiten. |

.

Train Spam – zwischen Genie und Bahn: “enlarge your penis” von Luther Blisset, Amsterdam (via rebel art). |

Sachen, die man beim Sex sagen kann
(via ffffound). Hier enlarged. |

.

Was für ein hübsches Comic: “Sky Doll” von Barbara Canepa (hier ihr Blog) und Alessandro Barbucci?
(Hier eine größere Version). |

.

• Da eine 16-jährige aus Hartford (Connecticut) gehört zu haben glaubte, dass ihre Mutter von ihrem Freund tätlich angegriffen wurde, forderte sie ein paar ihrer Freunde auf, ihn aufzumischen. Sie erfuhr danach, so die Polizei, dass das Paar Sex gehabt hatte. Das Mädchen hatte die Lustschreie der Frau mißdeutet. Einer der vorgeschickten Teenager zog dem 25-jährigen Freund der Mutter eine Baseballkeule über, während die anderen auf ihn einschlugen. Das Opfer trug ein blaues Auge und diverse Blutergüsse davon. (Via AP/Yahoo). |

? Es geht ihr nicht anders als Zeitungen und den diversen Unternehmungen, die von der Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen sind: Ist die Porno-Industrie dem Untergang geweiht? (Via alternet). |

Jordan P. (20) aus Cincinnati wurde wegen mutwilliger Sachbeschädigung verurteilt, weil er in dem Edelkaufhaus Sears mit einem Permanent-Marker einen 30 Zentimeter langen Penis auf einen 1600 Dollar teuren Plasmafernseher gemalt hatte. “Ein Motiv für die Tat ist nicht bekannt.” (Via BoingBoing). |

Hierzu siehe auch: Ein 18-Jähriger Brite hat einen 18 Meter langen Penis auf das Dach des elterlichen Anwesens in der Grafschaft Berkshire gemalt, welcher ein Jahr lang unentdeckt blieb. (Via BBC). |

.

?Body” von Chris Koolmees – es regnet Licht auf nackte Haut:

…………………..

.

Nur ein Wort

.

Vorstellungskraft.

(Murat Pak, “Imagine“). |

…………………..

.

Famose Fernsichten

.

Eine Sammlung der ? bemerkenswertesten und sonderbarsten Anblicke, die sich dem über die Erde schweifenden Satellitenauge auf Google Maps bieten, zusammengestellt von Chris Silver Smith aus Dallas.

Hier beispielsweise ein Kornkreis in Form des Firefox-Logos auf einem Feld in der Nähe von Portland, Oregon (hier der Fuchs direkt in Google Maps):

Foto: ? Silver Smith (Si1very), “Coolest Google Maps Pics” auf Flickr. |

.

? Die Sammlung von Si1very auf Flickr:

Si1very - View my most interesting photos on Flickriver

.

(Dank an Joachim S.!)

…………………..

.

Passion

.

(Via yimmyayo)

…………………..

.

Der wöchentliche Zwischenraunzer

.

• Wer die Glaserei als ? Notizen auf Facebook mitliest, wird unfroh feststellen, dass Facebook eingebettete Videos nicht mit anzeigt. Abhilfe: ? “Ursprünglichen Beitrag anzeigen” anklicken (rechts über dem Kommentarfeld) führt direkt ins Blog. Da sind die Postings dann in ihrem vollen Glanz zu bewundern.

• Ich möchte auch ? die geschätzten RSS-Leser einladen, ab und zu direkt auf die Glaserei zu klicken und sich an dem von Vati handgesägten Layout der Beiträge zu erfreuen. Manche FeedReader reduzieren meine kleinen Gestaltungsanstrengungen ins komplett ? Spartanische.

.

Mr. Scott, Energie!

P.G.

…………………..

.

Das Archiv

.

Paul Mawhinney wuchs in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania auf. Mit den Jahren hat sich bei ihm etwas angesammelt, das inzwischen ? die größte Plattensammlung der Welt geworden ist. Paul hat etwa eine Million Langspielplatten und eineinhalb Millionen Singles in seinen Regalfluchten und Registerkisten. Weil es mit seiner Gesundheit nicht zum Besten steht und da es auch der Plattenindustrie nicht mehr gut geht, muß Paul seine Sammlung verkaufen.

Dies ist die Geschichte eines Mannes und seiner Platten (Regie: Sean Dunne):

.

…………………..

.

Touristen

.

Eine scharf beobachtete, knusprige Studie von ? Menschen, die versuchen, Ferien zu machen – von dem Mann, der uns schon “The Astronomer’s Dream” brachte (nämlich ? Animalcom aus Montreal):

…………………..

.

Sommer. Heiß. Eis.

.

Kunst am Bauch: James Titterton stellt seine Haut für visuelle Experimente zur Verfügung. Er nennt sich Tan the Man, sieht sich als Leinwand und lud Künstler ein, Entwürfe für die Gestaltung seiner Hauttönung zu präsentieren. Nachdem er sich für das Design von Janine Rewell entschieden hatte, kamen Vinylschablonen und ein Solarium zum Zug, um die Sache zu realisieren. (Via printeresting). ?

Aus ? Best of Wikipedia (lesenswert, macht Spaß & schlau): Die Eisblock-Expedition von 1959. Der norwegische Isoliermittelhersteller Glassvatt reagierte damals auf einen Aufruf von Radio Luxemburg und ließ einen drei Tonnen schweren Eisblock aus der Stadt Mo i Rana, die nahe dem nördlichen Polarkreis liegt, nach Libreville in Gabun schaffen, die Stadt liegt fast am Äquator. Das Ganze natürlich ohne Kühlaggregat. Neben dem Eis wurden in dem Truck noch 300 Kilogramm Medikamente für das Krankenhaus von Albert Schweitzer in Lambaréné transportiert. |

Ein Spielzeug, mit dem man Sommernachspeisen hinkriegt: The Ice Cream Ball. |

60 exreme Eiskrem-Innovationen von Eiskrem-Unterhosen bis Waffel-Sneakers (via trendhunter). |

Der USB-Minikühlschrank für
genau eine Dose
. |

Handgecrushtes Eis
aus der limonenfarbenen Gummiform. |

.

.

Antarctica” von Darek Sepiolo - ein Tribut an einen großen Komponisten und die Schönheit der Natur: Der Clip ist inspiriert von Hans Zimmers Soundtrack zu dem Film “Der schmale Grat” (”The Thin Red Line”).

Die Aufnahmen wurden gemacht mit einer Sony EX1. |

…………………..

.

Stady

.

Schöne ? Visualisierung von Musik.
Bildkunst von Ohashi Takashi, Tonkunst von Haruka Nakamura, “Delight”:

(Hier die MySpace-Seite von Haruka Nakamura). |

…………………..

.

Wenn der Tag beginnt

.

Der vierte Aggregatzustand von Wasser: ? Tau.
Von Daniel Zagórski:

.

…………………..

.

Tagsonomie

.

Vom 24. bis 28. April 2009 hat Evan Roth in den Straßen der 20 Pariser Arrondissements 2400 Graffiti-Tags fotografiert. Die Fotos wurden archiviert, getaggt und alphabetisch sortiert. Die zehn am häufigsten verwendeten Zeichen wurden identifiziert (die Buchstaben A, E, I, K, N, O, R, S, T und U) und aus jeder Buchstabengruppe 18 Tags isoliert, um eine Vorstellung von Vielfalt und Spielräumen des jeweiligen Zeichens zu geben.

Es geht dabei nicht darum, die “besten” Tags von Paris zu zeigen, sondern die Palette der unterschiedlichen Formen zwischen Groß- und Kleinschreibung, einfach und komplex oder lesbar versus kryptisch. (Mehr Informationen hier. Eine interaktive Version der Tag-Sammlung hier).

.

(Via fffff)

…………………..

.

Die berühmte Telefonzelle im Nichts

.

→ Mojave Phone Booth Adventure auf einer Karte anzeigen



Die Mojave-Telefonzelle (”Mojave Phone Booth”) wurde Anfang der sechziger Jahre im heutigen Mojave-Nationalpark in Kalifornien aufgestellt. Nachdem Godfrey Daniels, der sich Deuce of Clubs (D.o.C.) nennt, 1997 auf seiner Website von der einsamen Zelle berichtete, wurde sie zu einer Online-Berühmtheit.

Am 26. Mai 1997 hatte D.o.C. in einem Club den Drummer der Band “Girl Trouble” aus Tacoma getroffen, der ihm ein Exemplar des Band-Fanzines “Wig Out!” gab. Ein gewisser Mr. N. aus Kalifornien schrieb darin an den Herausgeber:

“Ich hab auf einer Karte der Mojave-Wüste mitten im Nichts einen kleinen Punkt entdeckt, neben dem das Wort ‘Telefon’ steht. Das hat mich fasziniert … und ich habe mich in meinem alten Jeep auf den Weg gemacht. Nach vielen Stunden wurde ich fündig (die Scheiben sind zerschossen und das Telefonbuch fehlt) aber es funktioniert! Offenbar ist die Telefonzelle nach dem Zweiten Weltkrieg für die Leute in einer Mine in der Nähe aufgestellt worden, die in den sechziger Jahren dichtmachte; weshalb die Telefongesellschaft die Zelle weiter in Betrieb hält, ist eine interessante Frage. Ein Rancher, der in der Nähe wohnt, erzählte mir, dass irgendwann in den siebziger Jahren die Wählscheibe gegen einen Ziffernblock ausgetauscht worden war, “weil die Schafe Probleme beim Wählen gehabt hatten.” Falls es jemanden interessiert: Die Nummer ist (619) 733-9969. Länger läuten lassen.”

Die Telefonzelle stand in der Mojave-Wüste, 24 Kilometer vom nächsten Interstate Highway entfernt, kilometerweit kein Haus in Sicht. Fans riefen in der Telefonzelle an und hofften, dass vielleicht zufällig gerade jemand da sein könnte, der abnahm; einige reisten eigens an, um Anrufe entgegenzunehmen. Auf der Website von Deuce of Clubs findet sich ein Transkript des ersten Gesprächs, das er am 20. Juni 1997 mit einer Frau führte, die abnahm, nachdem er vier Wochen lang täglich in der Telefonzelle angerufen hatte (”I was prepared to call for years”).

Ein Reporter der Los Angeles Times, John Glionna, berichtete von seiner Begegnung mit dem 51-jährigen Rick Karr an der Telefonzelle. Karr behauptete, der Heilige Geist habe ihn aufgefordert, hier Anrufe zu beantworten. Er verbrachte 32 Tage an dem Ort und führte in dieser Zeit mehr als 500 Telefongespräche, darunter mehrere mit einem Mann, der sich als “Sergeant Zeno from the Pentagon” vorstellte.

Mit der Zeit wurde die Telefonzelle von Graffiti überwuchert. Am 17. Mai 2000 wurde sie auf Veranlassung des National Park Service von der Telefongesellschaft Pacific Bell abgerissen und die Telefonnummer außer Funktion gesetzt. Wütende Freunde der Telefonzelle organisierten eine Online-Petition zur Wiedererrichtung, die von 238 Unterstützern unterzeichnet wurde. Später wurde eine grabsteinartige Platte an dem Ort angebracht, an dem die Telefonzelle gestanden hatte; sie wurde gleichfalls vom National Park Service entfernt.

Die Geschichte der Telefonzelle spielt die tragende Rolle in dem Kinofilm “Mojave Phone Booth” von 2006. Die Dezimalkoordinaten des Orts zur Eingabe in Google Earth lauten 35.2858 N, 115.6844 W

.

Das Ende der Mojave-Telefonzelle (Foto: Lara Hartley, Desert Dispatch)

…………………..




Leuchtende Zellen und das Glück

.
OB EIN ORT glücklich sein kann, hängt neben anderen Dingen vom geografischen Breitengrad und der Mentalität des Ortsglücksuchenden ab. Warten etwa heißt die Zeit, in der wir fühlen, wie gleichermaßen banal und bedeutend das ist, was wir Freiheit nennen. Was Warten bedeutet, weiß jeder Nutzer digitaler Gerätschaft. Man wartet, bis dero gütigster Gerätschaft fertig zu booten geruhen, bis das Mobiltelefon so langsam zu sich kommt, bis das eine oder andere Gigabyte mit der virtuellen Handpumpe aus dem Datenkeller gepumpt ist.

Wobei es ein Süd-Nord-Gefälle gibt. Je weiter nach Süden man kommt, desto mehr wandelt sich das, was wir hier nördlicher unwohl als Warten ansehen, in eine Lebensqualität. Eines der ersten Worte, die man auf Arabisch lernt, heißt bukra - “morgen”. Jener Süden, in dem das Warten nicht als Gemütsbremsung, vielmehr als eine Lust an der Zeit empfunden wird, reicht hoch bis an den Südrand der Alpen respektive den Nordrand des Balkans. Noch im Nachbarland Österreich ist der süße Hang zum Müßigen zu spüren. So verlangt die Kaffeehauskultur ihren Teilnehmern die ernsthafte Bereitschaft zum Rumhängen ab.

Telefonzelle
(Foto:
Newchurch ™, Flickr/CC-Lizenz) ?

.

DAMIT ABER ERST gar keine falschen Vorstellungen über uninnovatives Faulsein aufkommen, möchte ich darauf hinweisen, wie sehr schon vor über hundert Jahren zu Zeiten der k.&.k. Donaumonarchie die klassische Kaffeehaussituation jener Altagssuite ähnelte, die ein Netznutzer im 21. Jahrhundert vorfindet. Man ging nicht einfach ins Kaffeehaus, um Kaffee zu trinken und aus dem Fester zu sehen. Zum einen lag (und liegt) in einem guten Kaffeehaus eine Auswahl der internationalen Tages- und Wochenpresse zur Lektüre aus. Zum anderen ließen sich Stammgäste oft ihre Post nicht in ihre Wohnung, sondern ins Kaffeehaus zustellen, die sie zusammen dann mit dem ersten Kaffee an den Tisch gebracht bekamen.

Zum Weiteren gab es bereits das analoge Pendant zu Google. Im guten Kaffeehaus gab es natürlich auch ein Konversationslexikon, und wenn man bei der Zeitungslektüre auf einen Sachverhalt oder einen Begriff gestoßen war, zu dem man gern mehr wissen wollte, konnte man den Oberkellner fragen, der dann entweder mit der Auskunft oder dem bereits auf der interessierenden Seite aufgeschlagenen Lexikonband wieder zurückkam. Die Antwortzeiten lagen zwar unwesentlich höher als bei Google, der begleitende Rückfluß an Glücksgefühl aber war zweifellos höher.

Mojave Phone Booth, Sonnenaufgang
(Foto:
eyetwist, Flickr) ?

.

GLÜCK IST, by the way, kein erstrebenswerter Dauerzustand. Es hat seinen Platz in den Gezeiten der Gefühle und ist, wie auch die Liebe, nicht nur ein Gefühl, sondern eine Fähigkeit. Glück ist eine Option. Ich schaue, zum Beispiel, hinaus in die blaue Dämmerung und sehe die Telefonzelle am Ende der Straße, leer und leuchtend. Eine der verbliebenen Telefonzellen, wobei ja auch die kahlen Kommunikationsmarterpfähle aus gebürstetem Stahl, die man uns stattdessen in den öffentlichen Raum gerammt hat, inzwischen mit Vordächern und Seitenwänden langsam wieder zuwachsen zu etwas zumindest Zellenhaftem.

Leuchtende, leere Telefonzellen in der Dämmerung sind wunderschön, ein paar davon gibt es ja noch. Sie sehen aus wie robotische Boten einer längst versunkenen Zivilisation, freundliche Maschinen, unermeßlich klüger als wir. Die leuchtende Zelle lädt ein, sie zu betreten und jemand Fernen anzurufen. Obgleich ein Mensch in einer Telefonzelle allein steht, wirkt doch niemand so wenig einsam wie jemand, der in einer Telefonzelle steht und telefoniert. Eine Katze, die einen Menschen telefonieren sieht, ist zurecht verwirrt. Der Mensch, in gänzlicher Zuwendung, spricht mit einem Ding. Er ist verloren an eine Ferne.

Das Allerschönste aber ist eine leere, leuchtende Telefonzelle in der Dämmerung. Ich entwerfe leicht euphorisiert ein Theaterstück, das in einer Telefonzelle spielt. In dem Stück wird eine Telefonzelle von jemandem bewohnt, der noch auf dem Brett, auf dem früher die Telefonbücher lagen, einen Untermieter hat. In dem Stück geht es um alle erreichbaren Fernen der Welt. Mit der Hand schöpfe ich noch etwas Licht in meinen Pullover und verlasse dann, glücklich, den Ort.

.
Telefonzellen in der Nacht:
Nightboxes - View this group's most interesting photos on Flickriver

…………………..
.

Zellen im Abendrot

.

Die letzten vier Telefonzellen in Manhattan stehen - interessanter Weise - alle entlang der West End Avenue, die parallel zum Broadway verläuft:

die letzten telefonzellen in manhattan auf einer Karte anzeigen

(Via Scouting New York)

.

Jorge Colombo hat mit dem iPhone-Malprogramm Brushes ein paar bemerkenswerte Kleingemälde mit Straßenszenen aus New York gemacht (via psfk). ?

.

Phil Ross, so heißt es drüben bei Inhabitat.com, sei “ein Ein-Mann-Laboratorium für geekige Öko-Kunst-Experimente.” Er arbeitet gern mit Pflanzen, merkwürdigen Organismen und kaputter Technik (hier ein paar Beispiele). Ein vom Wetter schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogenes altes Handy, das er an einem Strand gefunden hat, inspirierte ihn beispielsweise dazu, ein paar Digitalkameras in einen Zementmixer zu schmeissen und sie dort in futuristische, recycelte Versionen ihrer selbst zu verwandeln. |

…………………..

.

Alternde Zellen II

.

Telefonzellen an grandiosen Plätzen:
Phone boxes in great locations - View this group's most interesting photos on Flickriver

Telefonzellen, in denen kein Telefon mehr ist:
No Phone-Phone Booth - View this group's most interesting photos on Flickriver

Telefonbücher:
Phone Book - View this group's most interesting photos on Flickriver

…………………..
.

Alternde Zellen I

.

? Telefonzellen der Welt:
Telephone Boxes of the World - View this group's most interesting photos on Flickriver

? Der Flickr-Pool Telefonzelle:
Telefonzelle / telephon box - View this group's most interesting photos on Flickriver

? Telefonzellen aus Amerika und Kanada:
Phone Booths USA (& Canada too!) - View this group's most interesting photos on Flickriver

…………………..

.

Sushi Express

.

1930. Mitten in der Nacht kommt der Godfather der italienischen Mafia nach Chicago, um etwas zu klären. Er ist bestohlen worden… Eine beängstigend gut gemachte Animation (Hier die Website zu dem Film):

.

…………………..

.

Ohrnithologie

.

NACHDEM der britische Digitalradiosender OneWorld den Betrieb einstellte, hatte die BBC kein Programm in petto, um den freigewordenen Sendeplatz zu füllen. Also wurden statt Musik Aufnahmen mit Vogelgezwitscher abgespielt. Im Lauf von 18 Monaten fand das Birdsong radio etwa eine halbe Million Zuhörer, viele von ihnen, etwa der Schriftsteller Sir Terry Pratchett, fanden es relaxing. Viele der Fans waren Großstadtmenschen, die kaum einmal die Möglichkeit hatten, einen richtigen Vogel singen zu hören. Anfang Juni war das Idyll vorbei: Die BBC startete den neuen Sender “Amazing Radio”, in dem Musiker vorgestellt werden, die noch keinen Vertrag mit einem Label haben. (Via Popgadget). |

AUS PROTEST gegen die mangelhafte Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat das polnische Kulturradio “Dwojka” einen ganzen Tag lang Vogelgezwitscher gesendet. Dazwischen wurde alle zehn Minuten eine Erklärung in eigener Sache verlesen. Die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk hatte nach den gewonnenen Parlamentswahlen im Herbst 2007 angekündigt, die Rundfunkgebühren abzuschaffen. Dies führte zum massiven Rückgang der Einnahmen. Nach Schätzungen bezahlen nur noch 40 Prozent der Fernseh- und Radionutzer. (Via Kölner Stadtanzeiger). |

FORSCHER an der Universität Zürich haben mit Hilfe eines kleinen Gerätes, des so genannten Neurologgers, die navigatorischen Gehirnaktivitäten von Tauben bei ihren Trainingsrunden aufgezeichnet. (Via Technology Review). |

Bungee-Vogelfutter von suck.uk ?

DAS BLOG Alte Spieluhren von Detlef Knick ist eine Fundgrube für Freunde der mechanischen Maschinerie. Auf der Seite mit Singvogel-Automaten gibt es eine phantastische Fülle an alten Zwitschermaschinen. Nicht weniger empfehlenswert: das Kugelbahn-Blog von Falk Keuten Spiel und Kunst mit Mechanik. |

.

Im chinesischen Shenzhen ist ein Vogelnester-Schmuggelring aufgeflogen.
(Via Danwei). |

.

? DIE RABENVÖGEL, zu denen neben den Raben auch Krähen und Häher gehören, galten bereits im 19. Jahrhundert als die intelligenteste Vogelgattung. Zoologen und Verhaltensforscher haben zahllose Beispiele für den scharfen Verstand der Krähen gesammelt. Hier biegt sich eine neukaledonische Krähe in einem an der Universität Oxford durchgeführten Experiment ein Werkzeug zurecht, um an ihr Futter zu gelangen:

(Via Britannica Blog)

…………………..

.

Kla4tuosen: Du haust. Dich. Weg.

.

Der britische Schauspieler und Comedian Dudley Moore (1935-2002) war auch ein begnadeter Musiker. Nach seinem Musikstudium in Oxford war ihm die Stelle des Organisten am King’s College in Cambridge angeboten worden – Moore lehnte ab und tourte stattdessen als Jazzpianist.

Seine Klaviertuosität demonstriert er hier in der grandiosen Parodie auf eine Pianosonate, die auf dem gepfiffenen River-Kwai-Marsch basiert:

(Via Britannica Blog)

An dieser Stelle möchte ich mal explizit ? das feine Britannica Blog empfehlen. Hier schreiben auf Einladung der Encyclopædia Britannica (genau, der wissensmächtige Möbelfüller aus vorwikipedischer Zeit) schlaue Leute niemals langweilig über eine weite Palette von Themen (”recognised intellectuals and academics who are chosen ‘for their ideas and their ability to think, write, enlighten, and entertain’”). Das überreiche Archiv empfiehlt sich für Tauchfahrten zur Ideenschatzsuche (? “Top Categories”). |

.

? Hier das Original aus dem Film Die Brücke am Kwai von 1957 – der Colonel Bogey March. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Marsch in England und den USA gern mit vulgären Spottexten gesungen, wie “Hitler has only got one ball” (”Hitler hat nur ein Ei”):

.

• Bonus Track:

Virtuose Virtualisierung oder Der wahre Musiker braucht letztlich kein Instrument – Rowan Atkinson a.k.a. Mr. Bean als “The Piano Player” (für Netizen jvujcic “the greatest comedy bit ever”):

…………………..

.