Tagesarchiv für 2. August 2009

L’échange - The exchange

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Der Film erzählt mit (größtenteils) einem einzigen Pixel eine spannende Geschichte. Ein mimalistisches Meisterwerk von Sola Baptiste, inspiriert von der Arbeit von Josef Albers:

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Rozendaals Spezialschnickschnack

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Nix für Epileptiker (Dank an Markus B.!) |

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Die irren Ein-Zweck-Websites des niederländisch-brasilianischen Animators Rafael Rozendaal sind längst zu stiller Berühmtheit gelangt. |
Hier Rozendaal mit einem Wurstbrot auf Flickr. |

? Hier die Sites, lohnt sich:

Flaming Cursor: Advent, Advent, der Cursor brennt. | Cold Void: An den Knotenpunkten des Netzes kann man ziehen. Alles hängt mit allem zusammen. | Burning Cigarette: Rauchen wird immer schwieriger. Nun müssen dazu schon drei YouTube-Clips gestartet werden. | Color Flip: An einer der Bildschirm-Ecken freundlicherweise umblättern. |

Colour Your Life (Foto: Capture Queen, Flickr/CC-Lizenz) ?

Popcorn Painting: Ein Gemälde mit Ton. | Jello Time: Zitternde Götterspeise, dazu ein Sound wie aus einer Campingversion von Star Wars. | Broken Self: Einfachirgendwo in das Bild klicken. | Mirror Mouse: Wie der Name schon sagt. |

? Jesus Drowning: Jeder hat mal einen schlechten Tag. | Future Physics: Wer mag, kann die Planeten mit dem Mauspfeil auf neue Bahnen lenken. | Big Long Now: Eine bemerkenswerte Endlostür, endlosaufmachbar. |

Paper Toilet: Eine Rolle Bildschirmklopapier. | Much better than this…: Na, was reimt sich drauf? Is a …. | Only Nothing: Eh, was guckst du? | Vai Avanti: Coloraturen eines elektronischen Meeres. Relax. |

Nosquito: Nun nerven auch noch virtuelle Mücken. | It Will Never Be The Same: Bieg die Straße. It’s a long and winding road. | On A Horse: Wer reitet so schräg durch Nacht und Rot? |

Fatal To The Flesh: Scharfe Schnitte, Blut. | 25 Minutes To Go: Könnte auch heißen: Zehen Minuten zu früh. Zieh an den Zehen. | See Through: Der rutschige Türspion. | On And Off: Ein oder aus. Siehe hierzu vielleicht auch Der magische Schalter. |

Why Was He Sad: Heiter bis wolkig. Und dann erst die Musik. | Stagnation Means Decline: Eine angesichts der Finanzkrise beispielhaft bildgebende Animation aus dem Jahr 2002. | Everything You See Is In The Past: Den Titel versteh ich nicht, echt jetzt. | I Am Very Sorry: Angriff der Farbübergangsverbindungslinien. |

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Nachbemerkung zur bemannten Raumfahrt

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ERINNERT SICH noch jemand an die zweite Mondlandung, die am 19. November 1969 stattfand? Oder an die letzte? Das eigentliche Produkt der Mondlandemission war längst eingefahren. Es war natürlich nie um Forschung gegangen, sondern immer nur darum, Wolkenkratzer zu bauen, die fliegen können. Es war einzig darum gegangen, mit den riesigen Raketen den Stahlhochbau zu der selben Vollendung zu bringen, zu der die alten Ägypter mit dem Pyramidenbau die Steinbearbeitung geführt hatten. Pyramidenbau und Raumfahrt gleichen sich sehr. Die Ähnlichkeiten zwischen einem Astronauten in seinem weißen Schutzanzug und einer Mumie sind unübersehbar. Und beide Großbauten, Pyramide und Rakete, dienen der Reise in die Unendlichkeit und der Erzeugung eines besonderen Gemeinschaftsgefühls, im Fall der Mondrakete des Gefühls: Wir sind die Menschheit, mit der wir uns, die Augen feucht vor Rührung, dem unendlichen Schweigen der Natur entgegenstellen.

Cape Canaveral war damals zum Ausgangspunkt der Himmelserstürmung geworden. Angeblich hatte Wernher von Braun eine Geschichte des Science Fiction-Autors Arthur C. Clarke benutzt, um Präsident Kennedy von der Notwendigkeit der bemannten Raumfahrt und von Flügen zum Mond zu überzeugen. Die Illustratoren populärer Magazine wie “Colliers” und “Popular Mechanics”, und Wunderwelten-Profis wie Walt Disney entwarfen grandiose Bilder von Raumstationen und Reisen durchs All, welche die Phantasie einer zukunftshungrigen Generation in Flammen setzte.

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Das Vehicle Assemby Building auf Cape Canaveral (Foto: mathewingram, Flickr/CC-Lizenz)?

IN DEN MONUMENTALEN Bauwerken auf Cape Canaveral kristallisierten diese luftigen Gedanken. Von den beiden Starttürmen führt eine lange, breite Straße auf eine wie ein Straßendorf hingestreckte Ansammlung von Gebäuden zu. Alles dort überragt ein imposanter Hallenwürfel, das Vehicle Assemby Building (VAB). Beim Aufmalen der 2.144 Quadratmeter großen amerikanischen Flagge und des NASA-Emblems auf eine der Seitenwände wurden mehr als 22.000 Liter Farbe verbraucht. Das Gebäude ist mit 3,6 Millionen Kubikmetern das vom Volumen drittgrößte Bauwerk der Welt. Zum Vergleich: Die Cheops-Pyramide umfaßt 2,5 Millionen Kubikmeter. Im Zeitungsinnenteil der Mickymaus-Hefte wurde damals berichtet, dass sich bedingt durch die gewaltige Größe der Raketenhalle gelegentlich eine eigene Wetterlage in dem Gebäude bildete. Eine eigene Wetterlage!

Manchmal sah ich als Junge einen ganzen Nachmittag lang fern, während eine mächtige Saturn V-Rakete im Startturm wartete, Kältewolken von den Tankwänden wehten und Professor Heinz Haber in Fernsehen physikalische, technische und astronomische Hintergründe erläuterte. Die Telefonvorwahl für Cape Canaveral lautet übrigens, passend zum Countdown, 321.

Inzwischen stagniert die technische Himmelsbewältigung. Die Erde hat sich in einen Schleier aus Satelliten gehüllt, aber die Verheißungen des Himmels sind nun wieder auf die Erde zurückgekommen. Nach der Challenger-Katastrophe trat die Hoffnungslosigkeit der bemannten Raumfahrt unübersehbar zu Tag.

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Kennedy Space Center - Rocket Garden (Foto: Stig Nygaard, Flickr/CC-Lizenz) ?

DER VERSUCH, den lebensfeindlichen Weltraum mit menschlichem Eroberungsdrang zu beleben, ist nach dem milliardenteuren Einflug mehrerer Kilo Mondgestein längst in der Kälte des Kosmos verweht. Im September 2004 wurden Teile des Kennedy Space Center von Hurrikan Frances schwer beschädigt. Ein Teil der Gebäudeverkleidung des VAB wurde weggerissen und der Bereich, in dem die Hitzekacheln des Space Shuttle montiert werden, schwer beschädigt.

Heute kann man in Cape Canaveral im “Rocket Garden” das paradoxe Gegenteil dessen sehen, wozu die Anlage ursprünglich gebaut worden ist: liegende Raketen, die auch noch am Boden festgeschraubt sind. Längst wenden wir den Himmel und das All auf technologischem Weg nach Innen. Das Internet ist die Demokratisierung der bemannten Raumfahrt – nun kann jeder mitfliegen.

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(Erstveröffentlicht im ? Blog der Technology Review). |

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Plitsch

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Der Wassertropfenwaschbeckenstöpsel (eines der Worte, mit denen man Deutschlernende schocken kann) von Lunar Europe:

Foto: Roy Hessing
(Hier Roys Website → munich-street-art.de).


(Via brandonblog)

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