Monatsarchiv für September 2009

Amorphophallus Titanum

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Die deutsche Künstlerin Jana Schirmer aka Janaschi lebt in Leipzig und Köln.

Ihre Arbeiten auf deviantART.
Azzitay befindet: “Hammergallerie!” Dem kann man sich bedenkenlos anschließen:

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(Via designflavr)

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Wir basteln uns eine Druckerpresse

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Vandercook & Sons war ein Hersteller von Druckmaschinen. Das Unternehmen wurde vor 100 Jahren – im September 1909 – von Robert Vandercook in Chicago gegründet und dominierte die amerikanische Druckmaschinen-Industrie im 20. Jahrhundert. Vandercook entwickelte die ersten und nachfolgend weitestverbreitetsten Druckmaschinen, die sich über Zahnräder einfach und präzise bedienen ließen. 1968 wurde Vandercook & Sons verkauft und ist seither durch viele Hände gegangen. Gegenwärtig heißt die Firma NA Graphics und sitzt in Siverton, Colorado. |

A Short History of Vandercook. | Webmaster Paul Moxon hat unter anderem eine erlesene Sammlung mit Druckmaschinisten-Fehlern zusammengestellt (”Common Vandercook Operator Errors”); das war noch zu Zeiten, als die Menschen anstelle der Maschinen Fehler gemacht haben. |

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Print Your Own Vandercook: Anläßlich des Jubiläums kann jeder sich eine Vandercook Simple Precision SP20 selber basteln, hier der Ausschneidebogen als PDF oder als EPS. Hier ein Blick auf die Papier-Druckmaschine:

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Und hier ein Blick auf das Original: eine Vandercook SP20 in der Hausdruckerei der niederländischen Universität Leiden

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? Buchdruck (Universität Leiden):

canus - View my 'Letterpress (Universiteit Leiden)' set on Flickriver

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MCM Style

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Sandi Vincent aka sandiv999 hat ein paar schöne Flickr-Sets mit interessanten Beispielen für den Mid-Century Modern-Style (MCM) zusammengestellt; wie unschwer zu erkennen, ist die Mitte des zurückliegenden Jahrhunderts gemeint.

Aus der 18-bändigen “Practical Encyclopedia of Good Decorating and Home Improvement“:

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? Interior Goodies - Sandi Vincents Home:

sandiv999 - View my 'Interior Goodies - My Home' set on Flickriver

? The good and bad of the late 1960’s design (Published 1970):

sandiv999 - View my 'Practical Encylopedia of Good Decorating and Home Improvement' set on Flickriver

? MCM Advertisements:

sandiv999 - View my 'MCM Advertisements' set on Flickriver

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Bums

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Ein Paar aus Neapel hat eine Versicherung auf Schadenersatz wegen einer ungewollten Schwangerschaft verklagt, die in der Folge eines Verkehrsunfalls mit Blechschaden in einem neapolitanischen “Liebespark” zustande gekommen sei.

Italienischen Zeitungen zufolge sind ein mittelgroßer Fiat Regata und ein kleiner Panda in die Klage verwickelt. Der Unfall geschah in einem Park, der Nachts zahlreiche Pärchen anzieht¹, die sich dort in ihren Autos miteinander vergnügen.

Der junge Kläger wirft der Versicherung vor, er habe in dem kleinen Wagen mit seiner Freundin Sex gehabt, als das große Auto von hinten auffuhr. Durch den Anprall habe er völlig die Kontrolle verloren, was zu der Schwangerschaft geführt habe, wie sowohl La Stampa als auch La Repubblica berichten. Der Kläger fordert eine Kostenerstattung für die Reparatur des Panda sowie für die Hochzeit, für die das Paar sich entschieden hatte, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Frau schwanger war. (AP)

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(Via Criggo)

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¹ Es müßte natürlich heißen: auszieht

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The Dot-Man

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Der Brasilianer Rubens LP hat einen einzigartigen Zeichenstil, linienleicht und von fast schwärmerischer Eleganz, aber nur fast. Seine Liebe zu Punkten erinnert an die Rätselgrafiken, in denen man eine Zeichnung vervollständigt, indem man Punkte miteinander verbindet.

Hier die Website von Rubens LP und hier sein Blog. |

“My name is Rubens and I’m a brazilian guy passionate for lines, dots, colours, drawings, candies, friendship, sunny days…”

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(Via Abduzeedo)

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Dumm gelaufen (DG): Unterm Tisch am Füßeln

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Nö, danke. Lieber nicht:

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(Via Look At This)

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Heute hat mich mein Freund seinen Kumpels vorgestellt – als “Meine andere Freundin”. DG.

- von Anonymous

Heute bin ich draufgekommen, dass jemand meine Bankomatkarte geklaut und bis ans Limit ausgereizt hat. Die gute Nachricht: der Trottel hat vergessen, die Adresse zu ändern, also wird alles, was er online gekauft hat, an mich geliefert. Die schlechte Nachricht: Ich hab jetzt bisher 16 Snuggies in Empfang genommen und erwarte noch weitere. DG.

- von SnuggieOverload

Heute bin ich mit meiner Familie auf die Farm meines Cousins gefahren. Als erstes hat mir eine Gans raufgekackt, dann hat mich ein Hundewelpe angepinkelt, danach hat mir die Hündin ins Gesicht gebissen, anschließend bin ich in der Scheune durch die Bodenbretter am Heuboden durchgebrochen und dann hab ich mich mit der Hand an den elektrischen Zaun der Pferdekoppel gelehnt. DG.

- von Anonymous

Heute habe ich meinem Sohn und meiner Tochter erklärt, dass ihr Vater und ich uns scheiden lassen werden. Sie reagierten beide mit “YAY! Ich möchte bei Daddy leben! Er kauft bessere Geschenke.” Ihr Vater hat ihnen niemals auch nur irgendetwas gekauft. Aus genau diesem Grund lasse ich mich scheiden. DG.

- von Anonymous

Heute hatte ich ein Meeting mit einem Geschäftsführer über einen vielversprechenden, gut bezahlten und mit etlichen Annehmlichkeiten verbundenen Job. Während des Meetings haben wir einander plötzlich wiedererkannt. Er war jemand, über den ich mich in der Schule die ganze Zeit lustig gemacht hatte. Er weigerte sich, weiter mit mir zu reden und ließ mich von den Sicherheitsleuten rausschmeissen. Schlechtes Karma. DG.

- von SucksToBeMe

Heute hab ich mit einer Frau telefoniert, die sagte, ihre letzte Beziehung “habe grauenhaft geendet”. Ich sagte: “Laß mich raten: Die Sau hat dich betrogen?” Nach einer längeren Pause sagte sie: “Nein, er ist bei einem Motorradunfall verunglückt.” DG.

- von Greg

Heute sagte ich meinem Mann, dass ich mich scheiden lassen möchte. Er sagte, das käme nicht in Frage. Ende der Diskussion. DG.

- von jentown11

Heute hab ich den Vater meines Freunds kennengelernt. Wir waren in einem Restaurant und mein Freund war mit mir unterm Tisch am Füßeln. Als er sich kurz entschuldigte und auf die Toilette verschwand, ging das Füßeln weiter. DG.

- von ohcrap

Heute ist mir klargeworden, dass ich in allen Bewerbungen, die ich verschickt habe, das Wort “Ausbildung” falsch geschrieben habe. DG.

- von Anonymous

Heute mußte ich mal wieder für einen Arbeitskollegen zusätzlich einspringen, weil er nicht auf der Arbeit auftauchte. Er kommt ständig zu spät und es nervt mich total, immer für ihn einspringen zu müssen. “Wehe, er ist nicht im Krankenhaus oder tot”, sagte ich zu einem Kollegen. Hat sich rausgestellt, dass er tot ist. DG.

- von mcdeez

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(Via the great, little fmylife.com)

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Jede Menge weiterer Dumm gelaufen’s sind im Archiv zu finden. |

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Weltherrschaft

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Kurz: Was fehlt, sind die Nerds. Und jetzt, da sich aus ihrem innersten Kern eine neue und wahrscheinlich bald auch immer un-nerdigere, weil moderne politische Bewegung formiert, kann man nicht anders, als voller Respekt und ohne Ironie ihren Siegeszug zu rühmen.

Frank Schirrmacher, “Aufstieg der Nerds”

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In meiner Jugend las ich Modern Electrics, und die neuen Mittel der drahtlosen Kommunikation nahmen meine Jünglingsphantasie gefangen. Nachdem ich meinen ersten Radioapparat zusammengebastelt hatte, war ich hocherfreut, als ich tatsächlich Botschaften von nahe gelegenen Stationen empfing, und ich fuhr fort, mit neuen Geräten und Anschlüssen zu experimentieren, um noch lautere Botschaften von weiter entfernten Sendestationen zu empfangen. Aber ich machte mir nie die Mühe, das Morsealphabet zu lernen oder zu verstehen, was ich da hörte.

Lewis Mumford, “Mythos der Maschine”

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Das überhandnehmende Maschinenwesen quält und ängstigt mich, es wälzt sich heran wie ein Gewitter, langsam, langsam; aber es hat seine Richtung genommen, es wird kommen und treffen.

Johann Wolfgang von Goethe, “Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahre”

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(50-Epic-Super-Nerd-Photos via manofest)

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• Hierzu siehe auch:

Top 37 Nerdy Fashions – Geek Chic. | 
Celebrations of Nerdiness
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Hacker How-Tos for Aspiring Nerds
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Instrument des Tages (46): Zeitplattenspieler

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Die Bastelbesessenen auf dem Selbermachplaneten Etsy stellen selbstverständlich auch Musikalien-Merkwürdigkeiten her. Pixelthis beispielsweise hat ein paar außergewöhnliche Uhren aus recycelten Plattenspielern im Angebot:

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? Ein alter Fisher-Plattenspieler,
aufgelegt ist eine LP der Doobie Bothers: “Minute by Minute” (was sonst?):

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? Ein Steelman-Plattenspieler (nebst Lederkoffer)
mit einer alten 45er-Single; die Single kann ausgetauscht werden:

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? Ein Realistic Clarinette 15-Plattenspieler
mit einer ebenfalls austauschbaren Vinyl-Single, aktuell aufliegend: “Musical Multiplication Tables”

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(Via synthgear)

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Herbst am Wasser

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I’m looking at the river
But I’m thinking of the sea

Randy Newman, “In Germany Before The War

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Foto: kelc via deviantART. |

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Kein Empfang

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KOMMUNIKATION scheint im Kommunikationszeitalter nicht zu den erstrebendwertesten Gütern zu gehören. So beschränkt sich nach Erkenntnissen britischer Forscher der Signalaustausch im englischen Familienkreis mittlerweile überwiegend auf kurze Zurufe, Brumm- und Grunzgeräusche. Zu den Hauptursachen gehöre, dass Großbritannien die längsten Arbeitszeiten in der EU hat, außerdem laufe dauernd der Fernseher.

Destillierten Formen des Verstummens - das Schweigen und die Stille - sind regelrecht gesucht. Ein Team der Event-Agentur “Matterhorn Experience‘‘ aus Zermatt baute vor einiger Zeit auf 2300 Meter Höhe ein temporäres Luxusrestaurant für 180 Mitarbeiter eines Pharmakonzerns auf. Neben der Sterneküche genossen die Kunden besonders das stille Dasein im Funkloch. Es gabt dort oben keinen Mobiltelefonempfang. Anfangs waren noch manche nervös und suchten nach einem Netz; nach einer Weile schalteten sie ab.

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Flackern

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Leise fliegen Lichter durch den Abend. Auf den ganzen Bildschirm großschalten, zurücklehnen. Fängt langsam an, aber laß ihm Zeit…

Regisseur Chris Tootell hat als Animator für Coraline, Corpse Bride (”Hochzeit mit einer Leiche“) und die Aardman-Studios gearbeitet, die mit Wallace & Gromit berühmt geworden sind. | Hier seine Website WhitegateFilms.

Musik: Paper Beat Scissors.

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(Via likecool)

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Tumor ist, wenn man trotzdem lacht

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Die japanische Künstlerin Mio Iizawa ist dem Innenleben des menschlichen Körpers zugetan. Ihre interaktiven Arbeiten sind ebenso grotesk wie niedlich. | Hier ihre Website.

Ihr “mechanical tumor” ist ein in die Computer-Hardware eingebauter Tumor, der sich je nach Prozessor-Auslastung verändert und pulsiert:

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Hier Mio Iizawas “external heart” (2006):

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Dank für den Tip an Ken Ulrich Paasche!

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Virtuosen der Lichtmalerei

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Eric Staller ist ein amerikanischer Künstler und Erfinder. Er studierte in New York und begann in Galerien und Museen seine Lichtskulpturen und Installationen zu zeigen. 1980 erfand er das “Lightmobile”, einen mit 1,659 computergesteuerten Glühbirnen ausgestatteten VW-Käfer. 1994 übersiedelte er nach Amsterdam und erfand das “Conference Bike“. (Hier seine Website).

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Justin Martinez stammt aus Georgia und verdiente sich seine Sporen als Fotograf für eine Studentenzeitung. Er begann sich für Langzeitbelichtungen zu interessieren und inzwischen hat er eine reichliche Ausstattung an Leuchtmitteln und glühenden Gadgets, mit denen er während der Aufnahme in Echtzeit Special Effects erzeugt. Er arbeitet mit dem Licht wie mit einem Pinsel. “Die meisten Leute glauben mir nicht, wenn ich ihnen sage, dass die Bilder nicht mit Photoshop oder irgend einem anderen Bildbearbeitungsprogramm manipuliert sind.” Justin arbeitet derzeit als Fallschirmpacker für eine Firma in Atlanta.

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• Justin Martinez auf Flickr:

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? Light Painting and Writing:

Justin from Georgia - View my 'Light Painting and Writing' set on Flickriver

? Drew, Brett, Jessie:

Justin from Georgia - View my 'Drew, Brett, Jessie' set on Flickriver

? Noah and Stephen:

Justin from Georgia - View my 'Noah and Stephen' set on Flickriver

(Via abduzeedo)

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Jan Leonardo Wöllert und Jörg Miedza
gehören zu den Pionieren der Light Art Performance Photography (LAPP):.

(Via Trendhunter)

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Magnetic Sphere

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Robert Hodgin drüben bei Flight404 und eine seiner eleganten Etüden in der Programmiersprache Processing: “Habe mir den soundgetriebenen Look der zentralen Partikel nochmal zur Brust genommen.”

Musik aus einem Mix von Karri O. |

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Fashion Lines

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Die Modezeichnungen der Moskowiterin ? Alëna Lavdovskaya.
Hier ihre Website und hier ihr Blog.

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(Via Abduzeedo)

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Ein Fisch ist tot

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IN DEN ENGLISCHEN MIDLANDS nahe Peterborough liegt der Kingfisher Lake, ein ruhiger See. Hier lebte Benson, der berühmteste Karpfen Englands; ein weiblicher Karpfen, um genau zu sein. Wo genau das Tier geboren wurde, weiß niemand mehr, aber mit zehn, als es in dem See ausgesetzt wurde, war es bereits ein Prachtstück. In den schattigen Buchten wuchs der Fisch heran. Und wuchs. 2006 hatte Benson gut 29 Kilo und war annähernd kreisförmig.

In ihren großen Tagen erinnerte die Fischdame die einen an Marilyn Monroe, andere an Raquel Welch. Geschmeidig, ein träges, goldenes Schlenkern, streifte sie durch das Seegras. Die glänzenden Schuppen waren perfekt, wie gemalt, so drückte ein Fan es aus. Ein Witzbold hatte sie Benson genannt wegen eines schwarzen Flecks auf ihrem Rücken, der ihn an ein Zigarettenbrandloch erinnerte. Es war ein aparter Fleck, hübsch wie das Muttermal einer Schönheit aus dem 18. Jahrhundert. Dazu die vollen Lippen, ob sie einem nun heißblütig oder schmollend erschienen, und ein ungerührter Ausdruck; Benson lächelte selten.

Ihr Freund Hedges, ein treuer Begleiter auf ihren Schwimmwegen, wurde 1998 von den Wassern des angrenzenden Flusses Nene fortgetragen. Benson, verlassen, begann sich Kummerspeck anzufuttern. Nichts wurde verschmäht. Würmer, Plankton, Flusskrebse, Wasserlilienwurzeln – alles verschwand in dem gezahnten, großen Maul. Sie verwandelte sich in einen fischförmigen Staubsauger, der sich durch den nahrhaften Schlamm und durch Schichten von Ablagerungen arbeitete. Es gab auch exotische Angebote. Käsewürfel, Wurststückchen, Brotkrusten, Hundekuchen und Eiskrem kamen ins Wasser geflogen. Benson nahm sich ihrer an. Sie war aber nicht so dumm, zu glauben, dass diese Dinge aus dem Nichts kommen. Sie konnte die Angelschnüre sehen und an ihrem anderen Ende die verschwommenen Schemen von Bert oder Mike oder Stan, die einen ruhigen Sonntag ohne ihre Frauen mit einer Dose Bier unter einem Schirm verbringen wollten.

An heißen Tagen stieg Benson manchmal unter die Oberfläche und glühte und schimmerte ein wenig. Oft sah sie sich das alles auch länger an und wühlte etwas Schlamm auf, um sich in ihrer schuppigen Schönheit zu verschleiern. An Sommertagen stieg sie vom Grund auf, gleißend und verlockend, beschirmt von Lilienblättern über ihr und spielte Haschmich, ehe sie wieder in ihre schattige Unaufgeregtheit zurücksank. Dann, warum auch immer, biß sie an. Die ersten Male am Haken schmerzten höllisch, aber mit den Jahren gewöhnte sie sich daran und ihr ledriges Maul nahm den Haken stolz entgegen.

Auch wenn es sie ins Rampenlicht zog, blieb sie bewundernswert gelassen. Das war sie ihrer Pracht schuldig. Sie posierte mit dem Fotografen ohne eine Regung und hielt den Atem an. Es gibt ein Foto von ihr mit Tony, dem Besitzer des Sees, der dem Wall Street Journal verriet, dass er “eine ganz besondere Beziehung” zu ihr hatte; mit Ray, der sie um zwei Uhr früh fing und ihren Schönheitsschlaf störte; mit Matt mit dem scheuen Lächeln und dem Wollhut; mit dem bärtigen Kyle, für den sie besonders finster und schmollmündig dreinschaute; und mit Steve, der die Zeitung Peterborough Today ungalant wissen ließ, sie fühle sich an “wie ein Sack Kartoffeln” und sei “für jedermann verfügbar”. Das war sie nicht, aber etwa 50 andere Angler hielten sie in ihren Händen oder betatschten sie. Klaglos schmiegte sie sich in ihre Arme, ehe sie wieder in ihr Element hinabgelassen wurde.

Diese Männer könnten einer geheimen Gesellschaft angehören, die sich zu später Stunde an verborgenen Orten rund um den See trifft. Sie reden von Boilies mit Klappösen,  Auftriebsschaum, Marker- und Wallerposen und Kugel-Runclips. Daten und Gewichte werden erwähnt wie geheime Codes. Ein Weilchen absorbierte Benson jeweils die Anflutungen einer etwas grelleren und komplexeren Sphäre, hörte die blecherne Musik aus ihren Radios und starrte in das blendende Tageslicht. Es hätte bestimmt einiges gegeben, das sie noch interessierte, aber ihre Angler mußten wieder nach Haus zu ihrem Fußball und ihrem Tee.

Am Ende machte ihr wahrscheinlich die Gier den Garaus. Es heißt, sie habe einen Köder aus ungekochten Chufa-Knollen verschluckt, die dann in ihr aufquollen, bis sie mit dem Bauch nach oben trieb; leere Papiertüten, die darauf hindeuten, wurden am Flußufer gefunden. Kann auch sein, dass sie schwanger war, mit 300.000 Eiern, und es Komplikationen gab; oder sie war gestreßt von so viel Gefangenwerden und Zurück-ins-Wasser-gesetzt-werden, ständig am Rand des Untergangs. Über dem Wasserspiegel, an der Grenze zwischen Leben und Tod auf dem See, atmete sie die fatale Luft ein und ging nicht mehr unter. Und da lag sie, Weisheit aus der Tiefe: so golden und so still.

Benson starb am 29. Juli 2009 im Alter von 25 Jahren.

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(Via The Economist | Dank für den Hinweis an Max Ackermann)

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Die Fische, die eingangs herumschwimmen, kann man per Mausklick füttern. Wer auch solche Fische haben möchte, kann sich drüben bei Adam Bowman den Code angeln. (Via …aux Champs Elise) |

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Yes, We Khan!

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? 162 Soundschnipsel aus Star Trek bei Entertonement,
hier drei zum Anschmecken:

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“Scotty, beam me up!”:

“Yes, we Khan!”

“Get out of the chair!”

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(Via Entertonement)

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Instrument des Tages (45): The Breakcore Kid

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kukowa aus Russland hat aus zwei quietschvergnügten Kids (ich würde sagen, es sind zwei verschiedene, oder?) plus etwas Video- und Audio-Sampling ein Stück zuinnerst vergnügte Musik gemacht:

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Breakcore wurde 1992 in Deutschland auf dem Force Inc Music Works Label von Produzenten wie Biochip C, Alec Empire, Space Cube und DJ Bleed entwickelt. Das Sub-Label Riot Beats spezialisierte sich auf den damaligen neuen Sound, der härter war als dessen britischer Vorläufer ‘Breakbeat’. Die deutschen Produzenten vermischten hauptsächlich ihre Einflüsse aus dem harten Detroit Techno mit sehr schnellen Breakbeats, die um die 160-180 BPM lagen. Stark auffällig war auch die links politische Haltung der Musiker und DJs, die diesen Stil als Gegenbewegung zum kommerziellen Trance Techno erschufen. Die Musiker trieben das Zerschneiden und Verfremden von Loops und Klangschnipseln alter Schallplatten auf einen bislang unerreichten Höhepunkt. Journalisten beschrieben diesen Stil oft als ‘Zerstörung aller vorangegangenen Musikgenres’.
(Die Wikipedia über Breakcore) |

(Via synthgear)

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Splash Style

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Die außergewöhnliche Wasserfarbenmalerei der englischen Künstlerin Lora Zombie.

Hier ihre Website Bananca und hier eine Auswahl ihrer Arbeiten auf deviantART.
Hier ein Interview mit Lora Zombie. Und Lora Zombie auf MySpace.

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(Via abduzeedo)

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Zweimal Google, einmal Googie

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• Seit September gibt es bei Google eine ? Data Liberation Front. Das in Chicago ansässige Team von Google-Ingenieuren hat sich in Anspielung auf den Monty Python-Film “Das Leben des Brian” nach der Splittergruppe “Volksfront von Judäa“ benannt (”Die einzigen, die wir noch mehr hassen als die Römer… sind die von der scheiß Judäischen Volksfront“). Damit stellt man bei Google erst einmal klar, dass auch der Gestus von Subversion und Widerstand der unendlichen Großherzigkeit von Google nicht widerstehen kann und einkassiert wird. Die namenlosen Mitglieder der Data Liberation Front arbeiten daran, einfache Import- und Export-Funktionen für die von den Nutzern bei Google hinterlegten Daten zu schreiben, um den Daten-Umzug zu erleichtern, wenn jemand raus möchte bei Google. |

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• Google Internet Stats: 5% aller Online-Zeit verbringen die Leute bei Facebook (meldete Comscore im April 2009). Bei YouTube werden pro Minute etwa 20 Stunden Video hochgeladen (meldet YouTube). Nach einer Umfrage von OTX Research sind 33% der jungen Menschen zwischen 12 und 24 in England, den USA, Deutschland, Indien und Japan jederzeit erreichbar, auch wenn sie schlafen (März 2009). – Diese und eine Reihe weiterer statistischer Daten bietet Google nun unter ? Google Internet Stats als Statistik-Aggregator respektive Webwühlkiste an. |

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Googie. Nein, nicht Google - Googie: “? Googie (auch: populuxe) ist eine Form der Architektur und des Designs, die sich Ende der vierziger Jahre im Süden Kaliforniens entwickelt hat und bis in die Mitte der 1960er Jahre fortbestand. Googie weist einen sehr futuristischen Stil auf und wurde stark durch die damalige amerikanische Autokultur und durch die noch in den Kinderschuhen steckende amerikanische Raumfahrt beeinflusst. Typisches und wohl bekanntestes Designbeispiel für Googie ist die Lavalampe. Auch die 1962 fertiggestellte Space Needle in Seattle ist in ihrer Gestaltung vom Googie-Stil beeinflusst. Ein bekanntes Beispiel war auch das kalifornische Drive-in-Restaurant Johnie’s Broiler in Downey bei Los Angeles. Als einer der bekanntesten Vertreter der kommerziellen Googie-Architektur gilt John Lautner, der 1949 das Design für Googie’s Coffee Shop entwarf, dessen Name verwendet wurde, um den Stil zu bezeichnen.” (Die Wikipedia über Googie) |

Hier noch Googie Central, “home to some of most space-age, ‘astro’, bold, and yes, Googie architecture and sign in all the land.” |

? Einige Dinge im typischen Googie-Stil:

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Echterdings

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Die lebensgroßen, hyperrealistischen Skulpturen des amerikanischen Künstlers Thomas S. Kuebler. | Hier seine Website (mehr Skulpturen unter The Result) und ein paar biographische Schnipsel.

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Myron Klinefelter’s Revenge

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Cletus and Shorty
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Schlitzie

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(Via Lost At E Minor)

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So ist Google klar und einfach


Schlichte Google-Version von Infinise Design (via likecool). |

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Der Kampf um die Aufmerksamkeit

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Awareness! Jeder Blogger kennt das: Es wird immer schweriger, Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Schlacht um die Augäpfel ist in vollem Gang:

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(Via Look At This)

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WWSJD?

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Ahnlich wie bei Elvis-Sichtungen gehen bei den Technikblogs in Silicon Valley immer wieder Hinweise auf Sichtungen des Mercedes von Steve Jobs am Apple-Hauptquartier in Cupertino ein (meist irgendwie schräg geparkt oder auf dem Behindertenparkplatz).

Nun haben sie aber drüben bei TechCrunch noch was Besseres erwischt. Man beachte das Autokennzeichen. ?

Für die Heidenkinder und Agnostiker unter den Lesern: WWSJD steht für What Would Steve Jobs Do? – eine Anspielung auf das populäre christliche Motivations-Mem What Would Jesus Do?

Wie es heißt, soll der Fahrzeuginhaber bei Apple arbeiten. Wie delikat.

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• iUbel!

Incredible!, Amazing!, Awesome! – Signifikante Ausschnitte aus der Apple-Keynote vom 9. September 2009 (der Clip enthält keine Wiederholungen!):

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• Bonus-Track:

Unfaßbar geparkte Autos I
Unfaßbar geparkte Autos II

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Instrument des Tages (44): Der verborgene Klang des Lebens

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The Hidden Music of Life. | Der brasilianische Filmer und Musiker Jarbas Agnelli hat etwas entdeckt und ausprobiert:

“In einer Zeitung habe ich ein Foto von Vögeln auf einer Stromleitung gesehen. Ich hab das Foto ausgeschnitten und beschlossen, einen Song zu machen – mit den Vögeln als Noten und den Stromleitungen als Notenlinien. Schon klar, das ist nicht die originellste Idee im Universum. Ich war aber neugierig, wie die Melodie sich anhören würde, die da von den Vögeln geschaffen worden war. Ich schickte die Musik an Paulo Pinto, der das Foto in der Zeitung gemacht hat und den ich über Google fand. Er erzählte es dem Chefredakteur, der steckte es einem Reporter und der hat mich interviewt.”

Hier ein Video mit dem Foto, der Musik und der von den Vögeln komponierten Partitur:

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(Via psfk)

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• Bonus Track:

Leonard Cohen, “Bird on a Wire“:

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Moin, Planet

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Elftausend Good Mornings: Jer Thorp drüben vom blprnt-Bog hat eine schlichte, aber unwiderstehliche Datenvisualisation für Tweets geschrieben, in denen jemand irgendwo auf der Welt etwas wie “good morning” sagt. Die nachfolgende Animation zeigt ein weltweites Wogen von 11.000 Tweets über einen Zeitraum von 24 Stunden:

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• Bonus-Track:

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? 22 frische Frühstücks-Innovationen,
darunter dieses Tastatur-Waffeleisen:

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Hyper Island

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Ein schönes Wallpaper von Samuel Larsson.
Es darf kopiert, aber nicht verkauft werden.

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(Via Design You Trust)

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Leicht anders

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Die Bilder der französischen Illustratorin Véronique Meignaud.

Ihre Website. | Ihr Portfolio auf dem BehanceNetwork. |

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Keine Angst vor Veränderung

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Menno Fokma, Agentur Categorie 1: Don’t Fear Change. Cross The Line.
Musik: Joris Van Grunsven, “Krampfhaft“. Der Junge: Pip Kuyt. |

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Hierarchie der digitalen Ablenkungen

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Die Prokrustinationspyramide:

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(Via psfk, hier auch in höherer Auflösung)

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