Tagesarchiv für 2. September 2009

Probleme mit Vimeo-Clips [Update]

Die Video-Plattform Vimeo hat momentan offenbar mit einer Server-Überlast zu kämpfen.

Eingebundene Videos werden deshalb nicht oder erst nach längeren Ladezeiten angezeigt - zum Beispiel die letzten drei Clip-Postings hier im Blog, “Asteroids” (Eine vektorgrafische Liebesgeschichte), “Vergessen” (Artificial Paradise) und “Das Geheimnis des Lebens” (A Record of Life).

Wenn G-Mail in einem Blackout verschwindet und Twitter ständig abkachelt, darf Vimeo wohl auch mal.

Please hold on and enjoy the music.

.

Immer nur fernzehn macht ohnehin dumm – hier zehn empfehlenswerte Textbeiträge als Alternativen:

Maschinen gegen die Nacht
Hightech und Hose

Die Taxifahrt, die ich nie vergessen werde

Glück und Tod

Zwei Tunnel

Die Katze, die Room 8 hieß

Nur hin

Der Mann mit der Papierrose

Reality - what a concept!

Zwei Knopfgeschichten

.

[Update 22:30]

Das Problem bei Vimeo ist behoben. Die Clips können wieder vorschriftsmäßig betrachtet werden.

…………………..

.

Das Freaky Production House

.

Einfach nur mal das Menü ? durchklicken und staunen. |

.

…………………..

.

Asteroids

.

Eine vektorgrafische Liebesgeschichte von Nigel Upchurch.
Musik: “No Time” von The Juan MacLean.

.

(Via Notcot)

…………………..
.

Der Schachtelbot

.

Guus Oosterbaan aus Kopenhagen hat sich ROBOX ausgedacht - neun Schachteln, die sich zu einem großen Roboter zusammenstellen lassen:

.

.

…………………..

.

Wie man moderne Tiere zeichnet

.

Les Animaux Tels Qu’ils Sont” von R. und L. Lambry auf Flickr:
pilllpat (agence eureka) - View my most interesting photos on Flickriver

…………………..

.

Vergessen

.

Artificial Paradise” von Jp Frenay ist eine beeindruckende experimentelle Animation über eine Zukunft, in der ein großes Unternehmen eine einzigartige Software entwickelt hat, die auf einer organischen virtuellen Realität basiert und in der die gesamte verlorene Erinnerung der Menschheit aufbewahrt wird. Ein User tritt mit dieser Datenbank des Vergessens in Kontakt. Wonach sucht er?

.

(Via Fubiz)

…………………..

.

Fraktale Flamingos

.

Die Flamingo-Fotografiken der amerikanischen Künstlerin Cassandra C. Jones:

.

.

(Wär’ auch ein schöner Name für ein Betriebssystem - FlamingOS).

…………………..

.

Das Geheimnis des Lebens

.

A Record of Life” von Owen Gatley und Luke Jinks. Diese kurze Animation basiert auf den wissenschaftlichen Daten über die verschiedenen Spezies, die uns eine Vorstellung von den Zusammenhängen und den Geheimnissen der Evolution und der Vielfalt des Lebens auf der Erde geben:

.

(Via Share Some Candy)

…………………..

.

Dreimal Kafka

.

Altes Kulturschaffen, das mit dem Internet in Berührung kommt, zieht manchmal bemerkenswerte Phänomene nach sich.

.

KAFKAESK nennen wir etwas, das auf besonders tiefgehende Art rätselhaft erscheint. Dem Begriff zugrunde liegen die Werke von Franz Kafka, die berühmt sind für ihre klare Sprache und aber immer von etwas Ungreifbarem handeln.

Ich stehe vor zusätzlichen Rätseln, die mit den Wegen zu tun haben, welche Franz Kafka ins Internet angetreten hat. Begonnen hat es mit einer Geschichte des israelischen Satirikers Ephraim Kishon, die ich in den siebziger Jahren gelesen habe. Sie heißt “Schaschlik, sum-sum, wus-wus” und es geht darin um die Benennungshoheit von Speisen in einem arabischen Restaurant in Tel Aviv. Der Held der Geschichte verdächtigt den Wirt, die Namen der Zutaten zu erfinden, um ihn einzuschüchtern, und erfindet seinerseits Gerichte, die er selbstsicher bestellt - und auch bekommt (”Was? Das soll ein echtes wus-wus sein?”). Eine der georderten Mahlzeiten, “Mao-Mao mit Kafka”, weigert er sich anzurühren, “solange kein Kafka auf dem Tisch steht”. Zu “Kafka” gibt es hier, für Unterhaltungsliteratur unüblich,  sogar eine Fußnote: über die literarischen Qualitäten Kafkas bestünden keinerlei Zweifel, seine kulinarischen Werte seien jedoch noch nicht geklärt. Diesen überraschenden Absprung habe ich Jahre später als eine erste Vorahnung auf das wiedererkannt, was uns nun im Internet als Verlinkung begegnet.

Mitte der neunziger Jahre stieß ich wieder auf Kafka, diesmal explizit netzrätselhaft. Eine Privatbrauerei und die Literarische Gesellschaft Karlsruhe präsentierten eine “virtuelle Bibliothek”, die unter anderem aus einer Online-Fassung von Kafkas “Brief an den Vater” bestand. Die interaktiven Bedienelemente dazu waren im Bierdeckeldesign ausgeführt, einen Mausklick weiter konnte man “Bier-Geräusche” wie Rülpsen oder Eingießen abrufen. Der Begriff “gemeinfreier Text” erhielt für mich eine neue Bedeutungsfacette. (Gemeinfrei sind Texte, die nicht mehr dem Urheberrecht unterliegen und der Allgemeinheit gehören).

Mit dem in letzter Zeit vielzitierten “Heidelberger Appell” berührte Kafka mich neuerlich durch die Weiten der digitalen Welt hindurch: Der Initiator des Aufrufs, der Literaturwissenschaftler Roland Reuß, wendet sich vehement gegen eine Enteignung von Autoren durch die Buchsuche von Google (und gegen den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur). Zugleich ist Reuß Herausgeber der historisch-kritischen Kafka-Ausgabe - ausgerechnet Franz Kafka, dessen Werke größtenteils erst nach seinem Tod und gegen seinen erklärten Willen von seinem Freund  Max Brod (einem Juristen), veröffentlicht worden sind. “Faßt Du Dein Urteil über mich zusammen”, heißt es an einer Stelle in dem ‘Brief an den Vater’, “so ergibt sich, dass Du mir zwar etwas geradezu Unanständiges oder Böses nicht vorwirfst, aber Kälte, Fremdheit, Undankbarkeit.”

…………………..

.

Instrument des Tages (23): Filz

.

Die mit viel Detailgefühl gefertigten Filz- und Plüsch-Instrumente der australischen Textilkünstlerin pul(sew)idth.

Hier ihr ? Etsy-Shop und hier ihr ? Flickr-Fotostrom.

.

.

.

.

…………………..

,

Klare Sache

.

Aus dem Skizzenbuch der New Yorker Zeichnerin Sylvia Park:

.

.

.

…………………..

,