Tagesarchiv für 29. September 2009

Herbst am Wasser

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I’m looking at the river
But I’m thinking of the sea

Randy Newman, “In Germany Before The War

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Foto: kelc via deviantART. |

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Kein Empfang

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KOMMUNIKATION scheint im Kommunikationszeitalter nicht zu den erstrebendwertesten Gütern zu gehören. So beschränkt sich nach Erkenntnissen britischer Forscher der Signalaustausch im englischen Familienkreis mittlerweile überwiegend auf kurze Zurufe, Brumm- und Grunzgeräusche. Zu den Hauptursachen gehöre, dass Großbritannien die längsten Arbeitszeiten in der EU hat, außerdem laufe dauernd der Fernseher.

Destillierten Formen des Verstummens - das Schweigen und die Stille - sind regelrecht gesucht. Ein Team der Event-Agentur “Matterhorn Experience‘‘ aus Zermatt baute vor einiger Zeit auf 2300 Meter Höhe ein temporäres Luxusrestaurant für 180 Mitarbeiter eines Pharmakonzerns auf. Neben der Sterneküche genossen die Kunden besonders das stille Dasein im Funkloch. Es gabt dort oben keinen Mobiltelefonempfang. Anfangs waren noch manche nervös und suchten nach einem Netz; nach einer Weile schalteten sie ab.

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Flackern

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Leise fliegen Lichter durch den Abend. Auf den ganzen Bildschirm großschalten, zurücklehnen. Fängt langsam an, aber laß ihm Zeit…

Regisseur Chris Tootell hat als Animator für Coraline, Corpse Bride (”Hochzeit mit einer Leiche“) und die Aardman-Studios gearbeitet, die mit Wallace & Gromit berühmt geworden sind. | Hier seine Website WhitegateFilms.

Musik: Paper Beat Scissors.

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(Via likecool)

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Tumor ist, wenn man trotzdem lacht

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Die japanische Künstlerin Mio Iizawa ist dem Innenleben des menschlichen Körpers zugetan. Ihre interaktiven Arbeiten sind ebenso grotesk wie niedlich. | Hier ihre Website.

Ihr “mechanical tumor” ist ein in die Computer-Hardware eingebauter Tumor, der sich je nach Prozessor-Auslastung verändert und pulsiert:

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Hier Mio Iizawas “external heart” (2006):

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Dank für den Tip an Ken Ulrich Paasche!

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Virtuosen der Lichtmalerei

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Eric Staller ist ein amerikanischer Künstler und Erfinder. Er studierte in New York und begann in Galerien und Museen seine Lichtskulpturen und Installationen zu zeigen. 1980 erfand er das “Lightmobile”, einen mit 1,659 computergesteuerten Glühbirnen ausgestatteten VW-Käfer. 1994 übersiedelte er nach Amsterdam und erfand das “Conference Bike“. (Hier seine Website).

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Justin Martinez stammt aus Georgia und verdiente sich seine Sporen als Fotograf für eine Studentenzeitung. Er begann sich für Langzeitbelichtungen zu interessieren und inzwischen hat er eine reichliche Ausstattung an Leuchtmitteln und glühenden Gadgets, mit denen er während der Aufnahme in Echtzeit Special Effects erzeugt. Er arbeitet mit dem Licht wie mit einem Pinsel. “Die meisten Leute glauben mir nicht, wenn ich ihnen sage, dass die Bilder nicht mit Photoshop oder irgend einem anderen Bildbearbeitungsprogramm manipuliert sind.” Justin arbeitet derzeit als Fallschirmpacker für eine Firma in Atlanta.

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• Justin Martinez auf Flickr:

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? Light Painting and Writing:

Justin from Georgia - View my 'Light Painting and Writing' set on Flickriver

? Drew, Brett, Jessie:

Justin from Georgia - View my 'Drew, Brett, Jessie' set on Flickriver

? Noah and Stephen:

Justin from Georgia - View my 'Noah and Stephen' set on Flickriver

(Via abduzeedo)

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Jan Leonardo Wöllert und Jörg Miedza
gehören zu den Pionieren der Light Art Performance Photography (LAPP):.

(Via Trendhunter)

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Magnetic Sphere

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Robert Hodgin drüben bei Flight404 und eine seiner eleganten Etüden in der Programmiersprache Processing: “Habe mir den soundgetriebenen Look der zentralen Partikel nochmal zur Brust genommen.”

Musik aus einem Mix von Karri O. |

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Fashion Lines

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Die Modezeichnungen der Moskowiterin ? Alëna Lavdovskaya.
Hier ihre Website und hier ihr Blog.

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(Via Abduzeedo)

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Ein Fisch ist tot

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IN DEN ENGLISCHEN MIDLANDS nahe Peterborough liegt der Kingfisher Lake, ein ruhiger See. Hier lebte Benson, der berühmteste Karpfen Englands; ein weiblicher Karpfen, um genau zu sein. Wo genau das Tier geboren wurde, weiß niemand mehr, aber mit zehn, als es in dem See ausgesetzt wurde, war es bereits ein Prachtstück. In den schattigen Buchten wuchs der Fisch heran. Und wuchs. 2006 hatte Benson gut 29 Kilo und war annähernd kreisförmig.

In ihren großen Tagen erinnerte die Fischdame die einen an Marilyn Monroe, andere an Raquel Welch. Geschmeidig, ein träges, goldenes Schlenkern, streifte sie durch das Seegras. Die glänzenden Schuppen waren perfekt, wie gemalt, so drückte ein Fan es aus. Ein Witzbold hatte sie Benson genannt wegen eines schwarzen Flecks auf ihrem Rücken, der ihn an ein Zigarettenbrandloch erinnerte. Es war ein aparter Fleck, hübsch wie das Muttermal einer Schönheit aus dem 18. Jahrhundert. Dazu die vollen Lippen, ob sie einem nun heißblütig oder schmollend erschienen, und ein ungerührter Ausdruck; Benson lächelte selten.

Ihr Freund Hedges, ein treuer Begleiter auf ihren Schwimmwegen, wurde 1998 von den Wassern des angrenzenden Flusses Nene fortgetragen. Benson, verlassen, begann sich Kummerspeck anzufuttern. Nichts wurde verschmäht. Würmer, Plankton, Flusskrebse, Wasserlilienwurzeln – alles verschwand in dem gezahnten, großen Maul. Sie verwandelte sich in einen fischförmigen Staubsauger, der sich durch den nahrhaften Schlamm und durch Schichten von Ablagerungen arbeitete. Es gab auch exotische Angebote. Käsewürfel, Wurststückchen, Brotkrusten, Hundekuchen und Eiskrem kamen ins Wasser geflogen. Benson nahm sich ihrer an. Sie war aber nicht so dumm, zu glauben, dass diese Dinge aus dem Nichts kommen. Sie konnte die Angelschnüre sehen und an ihrem anderen Ende die verschwommenen Schemen von Bert oder Mike oder Stan, die einen ruhigen Sonntag ohne ihre Frauen mit einer Dose Bier unter einem Schirm verbringen wollten.

An heißen Tagen stieg Benson manchmal unter die Oberfläche und glühte und schimmerte ein wenig. Oft sah sie sich das alles auch länger an und wühlte etwas Schlamm auf, um sich in ihrer schuppigen Schönheit zu verschleiern. An Sommertagen stieg sie vom Grund auf, gleißend und verlockend, beschirmt von Lilienblättern über ihr und spielte Haschmich, ehe sie wieder in ihre schattige Unaufgeregtheit zurücksank. Dann, warum auch immer, biß sie an. Die ersten Male am Haken schmerzten höllisch, aber mit den Jahren gewöhnte sie sich daran und ihr ledriges Maul nahm den Haken stolz entgegen.

Auch wenn es sie ins Rampenlicht zog, blieb sie bewundernswert gelassen. Das war sie ihrer Pracht schuldig. Sie posierte mit dem Fotografen ohne eine Regung und hielt den Atem an. Es gibt ein Foto von ihr mit Tony, dem Besitzer des Sees, der dem Wall Street Journal verriet, dass er “eine ganz besondere Beziehung” zu ihr hatte; mit Ray, der sie um zwei Uhr früh fing und ihren Schönheitsschlaf störte; mit Matt mit dem scheuen Lächeln und dem Wollhut; mit dem bärtigen Kyle, für den sie besonders finster und schmollmündig dreinschaute; und mit Steve, der die Zeitung Peterborough Today ungalant wissen ließ, sie fühle sich an “wie ein Sack Kartoffeln” und sei “für jedermann verfügbar”. Das war sie nicht, aber etwa 50 andere Angler hielten sie in ihren Händen oder betatschten sie. Klaglos schmiegte sie sich in ihre Arme, ehe sie wieder in ihr Element hinabgelassen wurde.

Diese Männer könnten einer geheimen Gesellschaft angehören, die sich zu später Stunde an verborgenen Orten rund um den See trifft. Sie reden von Boilies mit Klappösen,  Auftriebsschaum, Marker- und Wallerposen und Kugel-Runclips. Daten und Gewichte werden erwähnt wie geheime Codes. Ein Weilchen absorbierte Benson jeweils die Anflutungen einer etwas grelleren und komplexeren Sphäre, hörte die blecherne Musik aus ihren Radios und starrte in das blendende Tageslicht. Es hätte bestimmt einiges gegeben, das sie noch interessierte, aber ihre Angler mußten wieder nach Haus zu ihrem Fußball und ihrem Tee.

Am Ende machte ihr wahrscheinlich die Gier den Garaus. Es heißt, sie habe einen Köder aus ungekochten Chufa-Knollen verschluckt, die dann in ihr aufquollen, bis sie mit dem Bauch nach oben trieb; leere Papiertüten, die darauf hindeuten, wurden am Flußufer gefunden. Kann auch sein, dass sie schwanger war, mit 300.000 Eiern, und es Komplikationen gab; oder sie war gestreßt von so viel Gefangenwerden und Zurück-ins-Wasser-gesetzt-werden, ständig am Rand des Untergangs. Über dem Wasserspiegel, an der Grenze zwischen Leben und Tod auf dem See, atmete sie die fatale Luft ein und ging nicht mehr unter. Und da lag sie, Weisheit aus der Tiefe: so golden und so still.

Benson starb am 29. Juli 2009 im Alter von 25 Jahren.

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(Via The Economist | Dank für den Hinweis an Max Ackermann)

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Die Fische, die eingangs herumschwimmen, kann man per Mausklick füttern. Wer auch solche Fische haben möchte, kann sich drüben bei Adam Bowman den Code angeln. (Via …aux Champs Elise) |

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Yes, We Khan!

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? 162 Soundschnipsel aus Star Trek bei Entertonement,
hier drei zum Anschmecken:

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“Scotty, beam me up!”:

“Yes, we Khan!”

“Get out of the chair!”

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(Via Entertonement)

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Instrument des Tages (45): The Breakcore Kid

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kukowa aus Russland hat aus zwei quietschvergnügten Kids (ich würde sagen, es sind zwei verschiedene, oder?) plus etwas Video- und Audio-Sampling ein Stück zuinnerst vergnügte Musik gemacht:

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Breakcore wurde 1992 in Deutschland auf dem Force Inc Music Works Label von Produzenten wie Biochip C, Alec Empire, Space Cube und DJ Bleed entwickelt. Das Sub-Label Riot Beats spezialisierte sich auf den damaligen neuen Sound, der härter war als dessen britischer Vorläufer ‘Breakbeat’. Die deutschen Produzenten vermischten hauptsächlich ihre Einflüsse aus dem harten Detroit Techno mit sehr schnellen Breakbeats, die um die 160-180 BPM lagen. Stark auffällig war auch die links politische Haltung der Musiker und DJs, die diesen Stil als Gegenbewegung zum kommerziellen Trance Techno erschufen. Die Musiker trieben das Zerschneiden und Verfremden von Loops und Klangschnipseln alter Schallplatten auf einen bislang unerreichten Höhepunkt. Journalisten beschrieben diesen Stil oft als ‘Zerstörung aller vorangegangenen Musikgenres’.
(Die Wikipedia über Breakcore) |

(Via synthgear)

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