.
Ziemliche Überraschung in der U-Bahn, von Nestor Prado:
.
…………………..
.
.
Fühlt sich gut an, wie Graphic Novel: Die stimmungsvollen, detailreichen Bilder von Gáspár Tamás, der als seinen derzeitigen Aufenthaltsort “den Deadline-Sumpf” angibt (gemeint ist Budapest) und der auf diese grandiose Art auch Games illustriert.
Hier seine Website. | Sein Portfolio auf DeviantART. |
.
(Via Abduzeedo)
…………………..
.
.
Dan Ros hat einen singenden Fisch gehackt. Er (der Fisch) spricht nun auch, unter anderem, dass er jedes sexuelle Verhältnis mit Monika Lewinsky bestreite, außerdem twittert das Tier. Alles, was man braucht, um den Fisch zu bedienen, ist ein USB-Kabel und ein Internetbrowser – er läuft über mBED, eine einfache Microcontroller-Entwicklungsplattform.
.
(Via Geeks are Sexy)
.
Wem der eine Fisch nicht reicht, der sollte sich mal den unfaßbaren Sashimi Tabernacle Choir auf dem Volvo des Texaners Richard Carter zu Gemüte führen – gut acht Kilometer Kabel, fünf 6-Volt-Batterien aus elektrischen Golfkarren, ein selbstgebauter Hubrahmen, ein Linux-Server und ungefähr zweihundert synchron singende Fische:
.
…………………..
.
.
Neulich hatten wir hier bereits Einblick genommen in die Welt des High Frequency Trading – einer neuen und extrem lukrativen Art des Börsenhandels. Dabei geht es, vereinfacht gesagt, darum, wer die schnellsten Rechner und die windschnittigsten Algorithmen hat (? “Die teuerste Gewerbefläche der Welt” und warum es High Frequency-Tradern an der Börse unter anderem extrem viel Geld wert ist, jeden unnötigen Zentimeter Verbindungskabel zu vermeiden). |
Tomas schreibt in einem Kommentar zum digitalen Hochgeschwindigkeits-Handel: “Dabei wird nicht nur die Preisdifferenz zwischen den Börsen (arbitrage) genutzt sondern auch die Orders der Kunden als Information genutzt - vorgekauft und zu gering höherem Kurs weiterverkauft - also Insidergeschäft (Flash Trading genannt). Diese Geschäfte explodieren gegenwärtig und zwar an den elektronischen Börsen - sie sind weniger reglementiert und man agiert an mehreren Börsen gleichzeitig - Betrug ist da kaum noch nachweisbar. Innovationsmotor wie oft: Goldman Sachs. 2008 sollen sie ein paar Milliarden mit HFT verdient haben. Dies ist keine Nische mehr, sondern macht in den USA anscheinend schon 3/4 der Börsenumsätze. Die Folge: die Volatilität (Kursschwankungen) sowie die Börsenumsätze steigen und die Manipulationsmöglichkeiten steigen.”
.
? Lehrreich und lustig: Cash Cow – High-Frequency Trading
(aus “The Daily Show with Jon Stewart”):
.
| The Daily Show With Jon Stewart | Mon - Thurs 11p / 10c | |||
| Cash Cow - High-Frequency Trading | ||||
|
||||
.
.
• Hierzu siehe auch:
A Goldman trading scandal? (5.7.2009, Reuters Blogs):
Ärger bei Goldman Sachs. Geheimcode - einfach geklaut (7.7.2009, Süddeutsche):
Sicherheitslücke: Programmierer kopiert Goldman-Code (7.7.2009, FTD):
The Real Story of Trading Software Espionage (10.7.2009, Advanced Trading):
Zero Hedge: Goldman’s $4 Billion High Frequency Trading Wildcard (17.7.2009, Zero Hedge):
Traders Profit With Computers Set at High Speed (23.7.2009, NYTimes)
High Frequency Trading and Goldman Sachs (23.7.2009, Crime & Federalism):
High Frequency Trading Is A Scam (24.7.2009, The Market Ticker):
Alan Schram: High Frequency Trading Programs Ripping Investors Off (26.7.2009, Huffington Post):
Heiß umkämpft: Programme zum High-Frequency-Trading (24.8.2009, Heiseticker):
…………………..
.
.
DIE MINIATURISIERUNG schreitet voran: nun ist die persönliche Sphäre dran.
“My Room II” von Yamaha sieht auf den ersten Blick aus wie ein Werkzeughüttchen für den Garten, ist allerdings für das Wohnzimmer gedacht: der holzverkleidete Würfel mit zwei Metern Seitenlänge kostet 700.000 Yen (etwa 5.300 Euro), verfügt über eine eigene Klimaanlage, ist fensterlos und hat aber immerhin einen schmalen Glasstreifen in der Tür. Laut Hersteller eignet sich das Mikrozimmer, das man in seinen eigentlichen Wohnraum stellen kann, ideal für Dinge, die man im großen Zimmer nicht tun würde, etwa Karaokesingen, studieren, laut fernsehen und so weiter.
Mich erinnert das ganze eher an einen Grabkammernsimulator, bestenfalls an eine Trainingseinrichtung für jemanden, der vorhat, sein Leben in den Legebatterien von Großraumbüros zu verbringen. Auch wenn in japanischen Ballungsräumen, vor allem im Großraum Tokio, Wohnraum extrem knapp beziehungsweise teuer ist, bin ich sicher, dass das Geld besser angelegt wäre, wenn man sich damit ein paar Verabredungen mit potentiellen Freunden gönnt.
.
DAS EUROPÄISCHE PENDANT dieser Art von Innenarchitektur für Klaustrophobie-Aficionados ist das Inhouse-Zelt “Piilo” des Industriedesigners Markus Michalsky, das als “private, insgeheime Rückzugsmöglichkeit” gedacht ist. Der futuristische, faltbare Jalousie-Kokon soll “Gefühle der Zugehörigkeit und Sinnlichkeit” hervorrufen. In sowas reinzukriechen, wird aber eher an jene Gefühle anknüpfen, die einen als Kind anwandelten, nachdem man sich ein Zelt aus Decken gebaut hatte – nach kürzester Zeit wurde man darin von Langeweile und der drängenden Frage: Und was jetzt?, überfallen.
Die fortschreitende Individualisierung, von der der Nachkriegszeit an vor allem aus wirtschaftlichen Interessen betrieben, schuf immer kleinere gesellschaftliche Einheiten. Aus der Großfamilie schnürten sich Kleinfamilien ab, die ihr eigenes Haus und Auto und Zeug besitzen wollten. Danach der einzellebende Mensch, dem man neuerlich jeweils eine Haushaltsgrundausstattung undsoweiter verkaufen konnte. Danach wurde es schwierig. Dem linken Arm kann man nicht etwas anderes verkaufen wie dem rechten.
Es gibt Vereinzelungsbedürfnisse, die man mit einer gewissen Toleranz für andere Kulturformen als zwar sonderbare, aber pragmatische Lösungen ansehen kann, etwa die Ein-Personen-Sauna für prüde Amerikaner oder verschämte Briten, Glaskäfige für Raucher oder für notorisch nichtöffentliche Menschen, etwa Geheimdienstler, etwas wie den extrem abhörsicheren “WhisperRoom”. ?
.
ANDERE VERKLEINERUNGSFORMEN stießen an biologische Grenzen. Mit der seit den siebziger Jahren rapide zunehmenden Miniaturisierung wurde ein übermütiger Konstrukteursgeist geweckt, der Armbanduhren mit eingebauten Superwinztastaturen hervorbrachte – die sich allerdings von keinem Finger mehr bedienen ließen, weil sie einfach zu klein waren. In einem jahrzehntelangen Hinundher wurden Gebrauchsgegenstände oder ihre Bedienelemente kleiner (downsizing) und wieder größer (rightsizing), während der menschliche Körper sich als Maß aller Dinge veränderungsresistent zeigte (außer durch veränderte Konfektionsgrößen infolge kollektiver Überernährung).
Hart an der Grenze zum Zynismus sind Kunstprojekte wie das von Michael Rakowitz mit dem Namen ParaSITE, im Zuge dessen er aufblasbare Großstadt-Biwaks für Obdachlose entwickelt. Die PARAsite-Zelte nutzen die Abwärme von Gebäuden, um sich aufzublasen und die Wärme zu speichern.
Die Verkleinerungstendenz beim persönlichen Lebensraum stößt schnell auf konservative Barrieren. Freiwillig einpferchen läßt sich der wie alle Lebewesen äußerst auf sein Revier bedachte Mensch nur zeitweise (Dusche, Toilette), bei spezieller Veranlagung auch etwas länger (U-Boot-Matrose, Kampfjägerpilot, Astronaut) oder wenn ihm besonderes Vergnügen verheißen wird (Samadhi-Tank).
Den schaurigen Kern von My Room II und des Piilo-Kokons legte der australische Künstler Adam Norton frei. Seine ”Generic Escape Capsule” ist ein modifizierter Kleiderschrank, in dem ein Mensch nur auf eine Weise existieren kann, die, wenn sie einem Kriegsgefangenen zugemutet würde, die UN-Menschenrechtskommission auf den Plan rufen würde. |
…………………..
.
Wenn dich ein Kind fragt – kannst du ein endoplasmatisches Retikulum von einem Golgi-Apparat unterscheiden? Na? Drüben bei Instructables zeigt user ChrysN, wie man ein lehrreiches Modell einer Zelle aus Plüsch macht (via craftzine). ?
.
? Eine bemerkenswerte Mischung aus Modezeichnungen und anatomischen Illustrationen von Fernando Vicente (unter Pintura > Anatomias). |
.
Röntgenstrümpfe, halterlos. ?
Ohne Bild: Strumpfhosen mit aufgedruckten Arterien und Venen. |
.
? Anatomisch korrekte Herzen als Halsketten-Anhänger sowie als realistischer T-Shirt-Aufdruck (via donttouchmymoleskine). |
.
Ohne Bild: Erhellende ? Animationen zur menschlichen Physiologie auf der Website des Connecticut College in New London. Anschaulich gemacht werden Vorgänge von der Signalübertragung in Synapsen bis zu Organfunktionen. |
.
Eine Brustkorb-Tasche aus Filz von Marisa Ranalli (via BoingBoing). ?
.
? Jason Freeny, der sich bereits mit der Anatomiezeichnung eines Lego-Männchens bekannt gemacht hat, präsentiert in seiner jüngsten Arbeit “What You’re Made Of” ein Skelett im Selbstbausatz – in einem Plastikrahmen, aus dem man die einzelnen Teile rausdrücken kann, ganz so wie man es aus dem Modellbau kennt (via brothers-brick). |
.
Ein älteres Rückgrat, sauber gezeichnet (via Pureblog). ?
.
? Der Inhalt eines Chirurgenkoffers, um 1800. |
.
.
Saure Drops, als Körperflüssigkeiten verpackt – Blutprobe, Urinprobe (via The Laughing Squid). ?
.
? Handyschmuck in Gestalt einer Blutkonserve (via Picocool). |
.
Modernistisches Feisch von John Isaacs, nicht aus Fleisch gemacht (via aeroplastics). ?
.
? Der Künstler David Foox hat sich ein Spielzeugkonzept ausgedacht, um mehr Aufmerksamkeit für das Thema Organspende zu erzeugen – lustige, kleine Puppen aus Vinyl, mit Organen statt Köpfen. |
.
Medizinische Wachsmodelle aus dem Palacio de la Escuela de Medicina in Mexico City (via BoingBoing). ?
.
? Ein mit einem Sharpie (dem amerikanischen Edding) in Form eines detailreichen, phantastischen Skeletts bemaltes Seidenkleid von Jamie Avis (via Street Anatomy). |
.
.
• Bonus-Track:
? Der H1N1 Prevention Rap wurde geschrieben, komponiert, produziert und wird dargeboten von Dr. med. John D. Clarke (FAAFP):
(Via Geeks are Sexy)
…………………..
.
.
Die Elektronikrockband ArcAttack aus dem texanischen Austin bietet mit ihren singenden Tesla-Spulen und dem Robot-Drummer ebenso ungewohnte wie köstliche Hörgenüsse. Der Mann, von dem die Robot-Drums sind, hat 15 Jahre Animatronics für Disney gebaut, und er hat das ganze Ding aus gebrauchten Teilen in seiner Garage gebaut. Die Tesla-Spulen produzieren nicht nur die bekannten gruselfilmgemäßen Lichteffekte, sondern auch Sounds. Gut, es ist ein bißchen gefährlich, aber die Jungs haben inzwischen 300 Auftritte ohne eine einzige Panne hinter sich, außer dass sie einmal einen Polizisten festhalten mußten, der einen ihrer Auftritte beenden wollte. Naja, und dem Typ, der in der Galerie neben dem Raum ausstellt, in dem der gefilmte Auftritt stattfand, ist die Wlan-Karte weggeschmurgelt.
ArcAttack bieten das Thema aus der seit 1963 laufenden britischen SF-Fernsehserie Doctor Who dar:
(Via Core77)
…………………..
.
.
Dieses Uhrending namens ? switchitallingaling stammt von dem Designer Matthias Pugin. Ich bin nicht sicher, was passiert, wenn man der Uhr morgens nach dem Aufwachen eine Weile zusieht, vielleicht wird man zeitseekrank, vielleicht wachgeschwurbelt, vielleicht bewegen sich den Rest des Tages die Dinge, die auf der persönlichen to-do-Liste stehen, auf dieselbe Art wie die Ziffernfragmente auf der Uhr und man fühlt sich zwar wunderbar durchschwebt, kriegt aber überhaupt gar nichts geregelt. Pugins Uhr funktioniert übrigens analog – mit kleinen Metallstäben, die magnetisch über das Ziffernblatt bewegt werden.
.
…………………..
.
Neue Kommentare:
RSS