Monatsarchiv für Dezember 2009

2010 ansurfen

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Sei eine gute Welle, junges Jahr:

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Surfen auf Maui, Hawaii. Aufnahmen von iamkalaniprince.

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(Gefunden bei Gizmodo)

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Vitamieze

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(Gefunden bei Uberpix)

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Die Geburt einer Idee

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The Ride“: Die Leute aus dem Motion Graphics-Studio King & Country aus Los Angeles haben in einer quietschvergnügten Animation die Entwicklung einer Idee ins Bild gesetzt:

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(Gefunden bei psfk | via Brain Picker)

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Der Umschalter für Kunst,–

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Coder, aufgepaßt: Schalten ist Kunst!

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(Gefunden bei Don’t touch my moleskine | via peekasso)

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Feeling Peta?

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Ein Petabyte ist eine ganze Menge. Richtig viel. Ein unglaublicher Haufen Zeug:

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(Gefunden bei Made With Computers | via Mozy Blog)

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Sonderschläfer

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Bill Gates ging nach Harvard, um Mathematiker zu werden – bis er merkte, dass andere besser in Mathematik waren als er. Er verbrachte seine Zeit damit, Flipper, Bridge und Poker zu spielen. Das Geld, das er dabei gewann, half ihm beim Aufbau von Microsoft. Sein Kommilitone Steve Ballmer erinnert sich an den verrückten Vogel, der nie eine Bettdecke benutzte. Der fuhr zu Weihnachten nach Hause, ließ die Tür zu seinem Zimmer offen, das Licht an, das Geld auf dem Tisch und die Fenster offen – und es regnete.

Gespielt wurde jede Nacht in einem Raum des Currier House in Harvard. Nicht selten wechselten bei den Partien mehrere hundert Dollar den Besitzer. Gates teilte seine Zeit zwischen Rechnerraum und Pokerzimmer auf.

Im Abschlußexamen in griechischer Literatur am Ende des ersten Jahres schlief Gates ein - und schaffte trotzdem die zweitbeste Note. Dass er bei der Prüfung einschlief, war nicht weiter verwunderlich. Drei Tage ohne Schlaf waren nichts besonderes für ihn. Richtig zu Bett ging er streng genommen nie. Er legte sich auf das ungemachte Bett, zog eine Heizdecke über den Kopf und schlief sofort ein, egal was rundherum los war. Diese Fähigkeit hat er immer noch.

Das hier ist übrigens nicht Gates, sondern jemand, der mich auf ihn gebracht hat:

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(Gefunden bei Unique Daily)

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• Hierzu siehe auch:

Die Laptop-Burkha. |

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Beautiful Loser

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Glamour-Fotos, die leider danebengegangen sind:

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(Gefunden bei Manofest, wo es noch mehr davon gibt)

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• Hierzu siehe auch:

Peinliche Fotos aus dem Familienpappkarton (1) |
Peinliche Fotos aus dem Familienpappkarton (2) |
Warum manche Kinder ihre Eltern hassen
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Das Dezembertrauma: Grausame Weihnachtsmannfotos. |

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Matte Mathik

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Bemerkenswerte Kurven: Ausgaben für Bildung (blau) versus erzielte Leistungen amerikanischer Schüler und Studenten, was ihre Lesefähigkeit (grün) und ihre mathematische Fertigkeiten (braun) betrifft:

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Gefunden bei Simple Complexity,
wo sich auch detaillierte Betrachtungen zu den Daten finden

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Instrument des Tages (125): Finnen

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Canonbells (viral): Finnische Intel-Ingenieure lassen sich als menschliche Kanonenkugeln an die Röhren eines gigantischen Glockenspiels schießen, um die “Intel Inside”-Kennmelodie ertönen zu lassen:

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(Gefunden bei Gizmodo)

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Open Your Face and Make Words

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“You can make more words with your face than with your mouth. So you’ll hear more with your eyes than you can see with your ears.”

Eine visuelle Aufforderung zum Dichten: Leichthin gespielter Clip für den Titeltrack der EP “Open Your Face and Make Words” von Impactist (Kelly Meador & Daniel Elwing).

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(Gefunden bei abduzeedo)

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Mobilierende

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Illustrationen von Basar Bellisan aus Istanbul für den Kalender 2010 des türkischen Mobilfunkanbieters AVEA.

Das Portfolio von Basar Bellisan bei Behance.net. |

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San Francisco, 1958

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Jeff Altman ist Filmcolorist aus Chicago. Diese Aufnahmen haben seine Großeltern 1958 gemacht:

“It was edited by hand some 50 years ago by my grandfather shortly after shooting it. Judging by the 3 minute length, I would say its safe to assume you’re seeing all the footage he shot. 100 foot rolls of 16mm are of about 3 minutes in length. The order of the shots were probably changed, as well as removal of flash frames and other junk.”

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(Gefunden bei like cool)

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Wir basteln uns einen Teilchendetektor

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Die Konstruktion des gewaltigen ATLAS-Detektors im Extremschnelldurchlauf.

ATLAS ist Teil des Large Hadron Colliders (LHC). Der Teilchenbeschleuniger am europäischem Kernforschungszentrum CERN hat einen Ringdurchmesser von knapp 27 Kilometern, verursachte Baukosten von über drei Milliarden Euro und ist die größte Maschine der Welt.

ATLAS soll unter anderem endlich das von Theoretikern geforderte Higgs-Boson herausrücken und die derzeit kleinsten Bausteine der Materie, Leptonen und Quarks, auf etwaige noch kleinere Strukturen hin untersuchen. An dem ATLAS-Experiment, das auf 10 Jahre anberaumt ist, werden etwa 1.870 Forscher aus 150 Instituten weltweit teilnehmen.

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(Gefunden bei Ovablastic)

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Superzeitlupenanimiertes

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MK Adagio: Neue Erscheinungsbilder für den südafrikanischen Musiksender MK von den Broadcast-Designern der Firma Orijin:

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(Gefunden bei abduzeedo)

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Existentialistische Pizza

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”Es heißt so, weil wir der Auffassung sind, dass der Mensch vollkommen frei ist und von daher verantwortlich für das, was er aus sich selbst und für sich selbst macht. Möchten Sie immer noch die mit doppelt Anchovis und den gebratenen Mozarellastreifen?”

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(Gefunden bei Ovablastic)

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→ Hierzu siehe auch:

• Die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt. |
• Die Krise des Katers Henri. |
• Action Camus. |
• Sehnsucht auf Speed. |

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Mädchenwandel (4)

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Ist Print noch tragbar? Aber ja doch:

Newspaper Handbags aus recycelten Zeitungen, aus dem Geschenkeladen im Hotel Fairmont Copley Plaza in Boston. Die Zeitungen stammen aus den Hotelzimmern.

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• Hierzu siehe auch:

Mädchenwandel (1)
Mädchenwandel (2)
Mädchenwandel (3)
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(Gefunden bei Luxist)

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Der Mann, der das globale Dorf erfand

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März 1969. Grandioses Interview, sehr lang. Lohnt sich.

The Playboy Interview: Marshall McLuhan”. A candid conversation with the high priest of popcult and metaphysician of media.

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In 1961, the name of Marshall McLuhan was unknown to everyone but his English students at the University of Toronto — and a coterie of academic admirers who followed his abstruse articles in small-circulation quarterlies. But then came two remarkable books — The Gutenberg Galaxy (1962) and Understanding Media (1964) — and the graying professor from Canada’s western hinterlands soon found himself characterized by the San Francisco Chronicle as “the hottest academic property around.” He has since won a world-wide following for his brilliant — and frequently baffling — theories about the impact of the media on man; and his name has entered the French language as mucluhanisme, a synonym for the world of pop culture… [ → weiterlesen bei Next Nature]

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Die englischsprachige Wikipedia als auch die deutschsprachige Wikipedia über Marshall McLuhan. |

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(Gefunden im Flickr-Photostream von centralasian)

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McLuhan erläutert seine Ideen:

(Gefunden bei Jackie Breckenridge)

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Marshall McLuhan bei einem Cameo-Auftritt
in dem Woody Allen-Film “Der Stadtneurotiker” (1977):

(Gefunden bei Cinematical)

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• Hierzu siehe auch:

• Marshall McLuhan mit dicken Büchern und jeder Menge Telefonen. |

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Jesus auf Banane erschienen

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(Gefunden bei Unique Daily)

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• Hierzu siehe auch:

Jesus bei Ikea erschienen. |
Jesus auf der Seitenscheibe erschienen. |
Jesus auf einer Toilette in Las Vegas erschienen. |
Darwin auf einer Betonwand erschienen. |
Jesus und Darwin kämpfen gegeneinander. |
Kirchenfenster mit Steve Jobs. |
Sport-Jesusse. |
Ikonen und Devotionalien. |
Jesus 2000. |
Jeder hat einmal einen schlechten Tag. |
Telegrafendrähte-Passion. |
Skaten mit dem Jesus-Deck. |
Digitaldevotionalien. |
Joggen mit Jesus. |
Jesus ohne Bart. |
Jesus Use Me. |

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Instrument des Tages (124): Das Fauxharmonische Orchester

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Bytehoven live: Drüben bei Kulturtechno weist Johannes Kreidler auf das Fauxharmonic Orchestra von Paul H. Smith hin. Smith führt mit hochwertigen Samples Konzerte auf und produziert damit Orchesteraufnahmen. Anstelle des Dirigentenstabs benutzt er eine Wii-Remote, mit der die musikalischen Elemente im jeweils gewünschten Moment und in den verschiedenen Ausdruckstönungen hervorgerufen werden können, ähnlich wie bei einem analogen Orchester.

Hier Ausschnitte aus der ersten Live-Aufführung einer Beethoven-Sinfonie, die von einem digitalen Orchester gespielt wird; davor Paul Hindemiths “Trauermusik” für Bratsche und Streichorchester:

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Macbook, knochengepimpt

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Schlicht und wirkungsvoll:

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(Gefunden bei Street Anatomy)

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Schönheit ist komplex

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(Gefunden bei Man vs. Machine)

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Watercolors And Women

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Die Mädchen der französischen Illustratorin Lutheen. |
Hier das Blog von Lutheen, hier ihr Shop. |

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(Gefunden bei Design You Trust)

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Alma

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Eine fantastische Animation von Rodrigo Blaas.
Musik: Mastretta.

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(Gefunden bei drommels)

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Japanischer Maschinenstürmer

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Die japanische Tageszeitung Asahi Shimbun berichtet, dass es einem 24-jährigen Mann gelungen sei, im Hauptsitz der Demokratischen Partei Japans (DPJ) in Tokio in das Büro des Premierministers und Parteivorsitzenden Yukio Hatoyama vorzudringen und dessen Computer zu zerschlagen.

Bei seiner Ankunft schwang er ein 53 Zentimeter langes hölzernes Schwert vor einer Rezeptionistin und gelangte anschließend über eine Feuertreppe in das zu diesem Zeitpunkt leere Büro von Hatoyama. Dort lief er stracks an den Schreibtisch des Premierministers und zerstörte dessen Computer, ehe er von Sicherheitsbeamten überwältigt werden konnte. Er wurde wegen Hausfriedensbruchs festgenommen.

Portrait einer bloggenden Schönheit,
nach Chikanobu Toyohara
(
Mike Licht, notionscapital.com) ?

Der Mann hatte nach eigenen Angaben einen Wutanfall bekommen, nachdem er im Internet von den Zusagen der DPJ gelesen hatte, ausländischen Bürgern das Wahlrecht und verheirateten Paaren das Tragen unterschiedlicher Familiennamen zu gewähren. “Ich wollte das verhindern, indem ich den Computer zerstöre”, wurde der Mann von ermittelnden Beamten zitiert.

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(Gefunden bei Japan Probe)

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Die totale Verimmerung

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Früher gab es einen Zustand, dann kam eine Veränderung, dann ein neuer Zustand. Jetzt ist Veränderung der Zustand. Früher hat der Große den Kleinen gefressen, dann fraß der Schnelle den Langsamen. Nun wird das Manchmal vom Immer verschluckt.

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ES WAR Anfang der achtziger Jahre. Ich dachte, Computer machen immer alles sofort. Ich schrieb ein kleines Programm für meinen ersten eigenen Computer, das eine jener damals beliebten 3D-Funktionen darstellen konnte, die aussehen wie Sombreros. Ich dachte erst, das Programm habe einen Fehler. Nach ein paar Minuten sah ich, dass die Maschine ab und zu einen Punkt entlang der ersten Bildschirmzeile zeichnete. Ich ging eine Pizza essen. Als ich zurückkam, war meine Grafik gerade mal einen Finger hoch. Ich war davon ausgegangen, dass die Zauberformel für Mikrochips Dummheit mal Geschwindigkeit laute. Ein Computer kann ja nicht einmal bis zwei zählen (null und eins), das aber in einem unglaublichen Tempo. Und nun diese Enttäuschung.

Der Traum hieß also: Echtzeit.

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Bis dahin heißt es warten. Interessanterweise raubt uns etwas, das nicht schnell genug geht, ebenso unsere Zeit wie das modernere Phänomen, nämlich wenn zu vieles zu schnell geht. Alltag im 21. Jahrhundert bedeutet, dass sich immer mehr Hauptsachen in Nebensachen verwandeln. Früher kam einmal am Tag die Post und abends um acht in den Nachrichten das Neueste aus der Welt. Heute kommt der Briefträger ständig. Mit E-Mail, SMS, dem Facebook-Status und Twitter ist es fast wie im Krieg - man kann jederzeit unter Beschuss geraten. Und ständig öffnen sich neue Kommunikationskanäle.

Das Warten reicht im Übrigen vom launigen Herumsitzen über bedingten Verweilzwang (Friseur, Behörde) bis hin zur Haft. Warten heißt die Zeit, in der wir fühlen, wie gleichermaßen banal und bedeutend das ist, was wir Freiheit nennen. Es gibt ein Süd-Nord-Gefälle. Warten in seiner mitteleuropäischen Form ist die dunkle Seite des Müßiggangs. Je weiter nach Süden man kommt, desto mehr wandelt es sich in Lebensqualität. Jener Süden, in dem das Warten auch als eine Lust an der Zeit empfunden wird, reicht hoch bis an die Alpen. Die österreichische Kaffeehauskultur etwa verlangt ihren Teilnehmern eine herzenstiefe Bereitschaft zur Zeitnachlässigkeit ab.

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SEYMOUR CRAY galt als Beethoven unter den Computerkonstrukteuren. Um sich von den Anstrengungen bei der Komposition seiner Supercomputer zu entspannen, stieg er in den Keller seines Hauses in Chippewa Falls und trieb mit der Spitzhacke einen mannshohen Tunnel durch die Erde voran. Durch den sorgsam mit Holz verschalten Stollen, durch den er sich über Jahre auf einen nahen Wald zugrub, kamen, so erzählte er, die Elfen zu ihm: “Wenn sie merken, dass ich aus meinem Arbeitszimmer gehe, kommen sie und lösen alle Probleme, die ich zurückgelassen habe.” Die Verdrahtung der Cray-Supercomputer wurde von Hand gezogen, um keinen Zentimeter zu verschenken, der wertvolle Nanosekunden an Datenlaufzeit kosten konnte.

Am 5. Oktober 1996 starb Seymour Cray 71-jährig, ein fremder Wagen war in seinen Jeep gerast. Auf der Homepage der Firma Cray Research wurde der Tod des Firmengründers vermeldet - darunter war unabsichtlich ein Werbebanner mit einem Slogan der Firma Silicon Graphics geschaltet: “We’ll take Your breath away”.

Den rasanten Schaltgeschwindigkeiten der Computer steht das Programmieren als eine extreme Form von Zeitlupe gegenüber. Wochenlang tüfteln die Coder, indem sie dessen geplante Geschehensweise Sekundenbruchteil für Sekundenbruchteil beschreiben, an einem Ereignis, das sich schließlich innerhalb eines Augenblicks abspielen wird: der Programmlauf. Neulich habe ich einen meiner programmierenden Freunde auf dem Flughafen getroffen. Er hatte ein Wirtschaftsmagazin zu einem steifen Hochglanzknüppel gerollt und schlug damit, während wir uns unterhielten, unentwegt auf eine verchromte Querstange. Er schlug die Zeit tot.

Sein Urerlebnis war der Übergang vom Dreirad zum Tretroller gewesen. Die damit verbundene Zunahme an Aktionsradius hatte ihm ein Gefühl von Freiheit beschert, das er seither immer wieder zu erleben sucht. Das Tempo ließ sich via Mofa, Auto und Flugzeug weiter forcieren. Sein Geschwindigkeits-Eldorado fand er, wie viele von uns, schließlich im Computer. Wer mit einem Computer arbeitet, will alles, und zwar sofort. Die digitale Maschine erzeugt eine aufreizende, neue Art von Ungeduld. Wenn eine Website länger als fünf Sekunden braucht, um auf dem Bildschirm zu erscheinen, hat sie verloren.

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SÄMTLICHE MEDIEN, allen voran das Netz, sind inzwischen auf ein Ziel ausgerichtet: Permanenz. Online gibt es keinen Ladenschluss mehr, keine Sperrstunde, kein Programmende. Der digitale Medienfluss verwandelt sich in eine Umweltbedingung - etwas, das überall und immer da ist - und etwas, das uns an immer mehr Stellen einlädt, auffordert, verlockt, ihm unsere Zeit zu widmen. Früher öffnete sich einmal pro Abend das Nachrichtenfenster in die Welt. Heute fließen die Ströme an Meldungen, Unterhaltung, Information unausgesetzt. Sonderbare Dinge wie “Testbild” und “Sendeschluss” kennen junge Medienkonsumenten nicht mehr. Zum Inbegriff der Permanenz ist das Netz geworden. Ständig geht es vor sich, aktualisiert sich, vibriert vor Mitteilsamkeit. Früher gab es einen Zustand, dann kam eine Veränderung, dann ein neuer Zustand. Jetzt ist Veränderung der Zustand. Früher hat der Große den Kleinen gefressen, dann fraß der Schnelle den Langsamen. Nun wird das Manchmal vom Immer verschluckt.

Was vor ein paar Jahren nur als Parodie denkbar war, nämlich statt fernzusehen Internet zu schauen, ist inzwischen vollkommen normal. Und die wahre Gefahr für ihre Filme haben die Hüter Hollywoods noch gar nicht erkannt: Es sind nicht illegale Kopien, sondern die Superkürze, die Filme im Netz haben - allgemeiner gesagt: die Erscheinungsformen der neuen Mikrokultur, die sich mit der digitalen Welt ausbreitet. Abendfüllend war gestern, heute ist YouTube. Wer kennt nicht das Gefühl, nachdem er im Kino gewesen ist, dass der Trailer, den man sich zuvor angesehen hatte, eigentlich schon der ganze Film gewesen ist? Nun wird der Trailer zum Hauptfilm. Keine Zeit für’s alte Kino, zu viel Neues wartet.

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ABENDS IM HOTELBETT dachte ich wieder an meinen Freund vom Flughafen. Ich weiß, dass er Schwierigkeiten mit dem Einschlafen hat, weil er zu ungeduldig ist, sich durch den Halbschlaf einsinken zu lassen in die Welt der Träume. Er sucht eine Art Lichtschalter in seinem Inneren, mit dem er das Tagesbewusstsein, klack, auslöschen kann und, zoing, schlafen. Ich sage: Alter, du musst dich entspannen. Er schluckt Schlafmittel. Das ist die europäische Art zu meditieren, sagt er.

Morgens nach dem Aufwachen wusste ich wieder einmal fünf Minuten lang nicht, in welcher Stadt ich bin. Auf dem Weg zum Flughafen sah ich meinen Freund, der in einem gemieteten Sportcoupe an meinem Taxi vorbeiraste, keine Zeit. Wenig später traf ich ihn im Flughafenrestaurant wieder. Seine Maschine hatte eineinhalb Stunden Verspätung. Wir aßen Carpaccio und saßen schweigend, wie Freunde das manchmal tun. Ich schaute aus dem Fenster. Die Zeit verging, als wäre nichts. Was sollte sie auch tun?

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(Erstveröffentlicht in der Futurezone auf ORF.at).

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Algorithmisches Turnen

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PythagoraSwitch ist eine im japanischen Kinderfernsehen immens beliebte, etwa 15-minütige Sendung. Ich hatte sie schon mal erwähnt wegen der fantastischen Rube-Goldberg-Maschinen, die sie da zeigen.

Zu den Standards der Sendung gehört das geniale Algorithmus-Turnen. Es sind die immergleichen, versetzt ausgeführten Bewegungen zu einem immergleichen Liedchen, die von jedesmal anderen Darstellern exekutiert werden - mal von Tunnelbauern, mal von Sumo-Ringern, mal von Robotern:

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(Gefunden bei Tabibito - Japan-Almanach)

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Instrument des Tages (123): Klavierhandschuhe

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Scott Garner erläutert den Prototypen seiner Klavierhandschuhe. Für die Hardware hat er Arduino verwendet, als Software Processing. Die Idee ist, dass man mit den Handschuhen ohne Klavier auf einer beliebigen Oberfläche Klavierspielen kann. Mir gefällt das, ich bin ja schon seit langem dafür, dass die Hardware verschwindet und nur die Funktionen bleiben.

Arduino ist eine interessante Open Source-Plattform für elektronisches Prototyping. | Die Wikipedia über Arduino. | Hier einige weitere Arduino-Projekte: Der Xylobot von Ramsey Arnaoot und Robb. | Jacaranda - die eisernen Vögel von Jim Jenkins. | Der Humantesizer von Calvin Harris. |

Die Website von Scott Garner. | Sein Flickr-Photostream.

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(Gefunden bei creative applications)

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Ein Siebziger-Hauch

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(Gefunden im Flickr-Photostream von junkyard.dogs)

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Cut-Ups

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“Ich mochte die Stimme von William S. Burroughs immer schon”, schreibt Matti Niinimäki, “und ich wollte immer schon mal was über die Ursprünge und Hintergründe der Cut-up-Technik machen. Jetzt hab ich’s gemacht. Mit dabei ein Cut-up-Beispiel von Brion Gysin.”

Die Wikipedia über William S. Burroughs und Brion Gysin. |
Die Cut-up-Technik. |

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(Gefunden bei abduzeedo)

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• Hierzu siehe auch:

Erntedank-Gebet von William S. Burroughs. |

William S. Burroughs, A Junkies Christmas 1
William S. Burroughs, A Junkies Christmas 2
William S. Burroughs, A Junkies Christmas 3
William S. Burroughs, A Junkies Christmas 4

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The Machine Stops

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The Machine Stops” ist eine bemerkenswerte Science Fiction-Erzählung des englischen Autors Edward Morgan Forster (1879–1970) aus dem Jahr 1909.

In “The Machine Stops” werden Technologien wie das Fernsehen (”cinematophote”), Videokonferenzen und soziale Netze beschrieben, die erst Jahrzehnte später tatsächlich erfunden wurden. Forster hebt in der Geschichte den Wert unmittelbarer Erfahrungen hervor, die durch den fast ausschließlichen Umgang in virtuellen Gemeinschaften in Frage gestellt werden. Seine Zukunftsvision war ungewöhnlich weitsichtig. In der Geschichte werden viele Nuancen des Online-Lebens beschrieben – und das mehr als 60 Jahre vor den ersten Anfängen des Internet.

Erzählt wird von einer Zeit, in der fast alle Menschen unter der Oberfläche der Erde leben. Jedes Individuum lebt isoliert in einer standardisierten “Zelle”. Alle körperlichen und geistigen Bedürfnisse werden durch eine allmächtige, globale Maschine erfüllt. Reisen ist zwar erlaubt, aber unbeliebt und selten notwendig. Die gesamte Bevölkerung kommuniziert durch eine Art Instant-Messaging- und Videokonferenz-System, den sogenannten “speaking apparatus”. Damit gehen sie ihrer einzigen Aktivität nach, dem Austausch von Wissen und Ideen aus zweiter Hand.

Die beiden Hauptpersonen, Vashti und ihr Sohn Kuno, leben auf jeweils anderen Seiten der Welt. Vashti ist zufrieden mit ihrem Leben, das sie mit dem Produzieren von Ideen und deren endloser Diskussion verbringt, genau wie die meisten Bewohner der Welt. Ihr Sohn jedoch wagt sich auf die Oberfläche der Erde. Dann treten zum ersten Mal Störungen der alles umfangenden Maschine auf…

1966 strahlte die BBC in der SF-Sendereihe “Out of the Unknown” eine Verfilmung von “The Machine Stops” aus:

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(Gefunden bei easydreamer)

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