Archiv für die Kategorie 'Blogosphäre'

setisbeW ehT dniheB

.

Das Projekt Behind The Websites setisbeW ehT dniheB möchte illustrieren, was die Leute über diese oder jene Website denken. Jeden Tag gibt es eine neue Illustration. Be part of it and let me know what you think about “what is behind the site”, schreibt Betreiber Ricardo Gimenes.

…………………..

.

#iranelection

.

Drüben bei TechCrunch macht Erick Schonfeld auf Möglichkeiten aufmerksam, aktuelle Bilder von den eskalierenden Protesten im Iran im Netz zu finden. Die Fotos vor allem aus den Straßen von Teheran werden über Plattformen wie Twitter und Flickr verbreitet. Viele von ihnen sind mit der (als Hashtag bezeichneten) Kennung #iranelection markiert.

Statt auf Twitter in einem Meer aus Tweets zu suchen, kann man auch eine Bildersuchmaschine wie Twicsy benutzen oder direkt auf Flickr suchen. Ein Warnhinweis: Die Bilder sind zum Teil drastisch und zeigen verwundete und schwer verletzte Menschen.

Da die iranischen Mobilfunknetze und SMS in den zurückliegenden Tagen häufig blockiert wurden, spielt Twitter bei der Verbreitung der Ereignisse im Iran eine bedeutende Rolle. Allerdings ist nicht immer klar, woher die Bilder stammen. Einige werden westlichen Nachrichtenagenturen wie AP, Reuters oder arabischen Nachrichtenagenturen zugeschrieben und von Bloggern im Iran und im Rest der Welt verbreitet; andere sehen so aus, als wären sie mitten im Geschehen mit eine Fotohandy aufgenommen worden.

Weitere Fotos von iranischen Bürgerjournalisten gibt es unter anderem auch bei Demotix.

.

…………………..

.

Wahlwortwolke

.

Eine geformte Wortwolke von Jeff Clark aus seinem Blog Neoformix - Discovering and Illustrating Patterns in Data. Sie ist zusammengesetzt aus den Worten von etwa 84.000 Tweets mit dem Hashtag #iranelection (und die Version in Jeffs Blog ist auch interaktiv). | Hier kann man Jeff Clark auf Twitter folgen.

…………………..

.

125,6 Millionen tote Blogs

.

Détail de “Blah, blah, blah” du studio Louise Campbell, Maison du Danemark (Foto: dalbera, Flickr/CC-Lizenz) ?

Encyclopädia Bitannica: Mit Wordnik will sich ein neuer Konkurrent für Lexika etablieren: Wordnik kombiniert Wörterbuch, Synonymlexikon, Twitter, Scrabble, Flickr, Wortwolken, Tags und Social Media auf einer Seite. Hier ein Beispiel: Eternity (Ewigkeit). |

.

? Space Invaders-Schmuck von Blingvaders aus dem australischen Victoria Park. |

Die Tetris-Keramik von Stéphanie Choplin (via picocool). ?

.

Das Blog Gefängnis-Fotografie. |

Gefaltete Geometrien: Matthew Slians Videos von trickreich komplexen, eleganten Papierobjekten. |

Alltags-Aggregator: Das Blog Daily Routines pflückt sich aus Nachrichtendiensten und Büchern Informationen über den Alltag berühmter Menschen wie John Grisham, Winston Churchill oder Earnest Hemingway (via Neatorama).

? Datenskulpturen, beispielsweise der One Week Coffee-Becher von Iohi design. |

Tausende Angebote bei Ebay enthalten Schreibfehler, die Auktionen enden oft ohne ein Angebot, weil niemand sie findet. Die Suchmaschine Fatfingers hilft beim Aufstöbern der kleinen verborgenen Schätze. |

Corpse Shape @MPI (Foto: MoonSoleil, Flickr/CC-Lizenz) ?

Kybernetische Karteileichen: Einer Studie der Blog-Suchmaschine Technorati aus dem Jahr 2008 zufolge wurden nur 7,4 Millionen der erfaßten 133 Millionen Blogs in den zurückliegenden 120 Tagen aktualisiert. Douglas Quenqua in der New York Times bezieht sich auf diese Zahlen und kommt zu dem Schluß, dass 95 Prozent der Blogs in Wirklichkeit aufgegeben sind (via new Shelton wet/dry). |

…………………..

.

Iran: die Blogosphäre und die Wahl

.

Eine Studie zu den iranischen Präsidentschaftswahlen von John Kelly und Bruce Etling im Blog des Internet and Democracy Project, das am Berkman Center for Internet & Society in Harvard durchgeführt wird. Hier eine Interactive Persian Blogosphere Map.


(via Global Voices Online)

…………………..

.

Ich erinnere mich vage an das Geräusch von Schüssen

.

Manchmal möchte ich den gesamten chinesischen Staatsrat am Kragen seiner zunehmend modischen Anzüge packen und schütteln, damit er zur Besinnung kommt. Meine Herren, so benimmt sich keine Großmacht. Hat Angst vor ihrem eigenen Schatten. Fürchtet sich vor den eigenen Leuten. Wird von einem Ereignis verfolgt, das 20 Jahre her ist und über das man nicht einmal bloggen kann, ohne seinen Internet-Zugang oder seinen Job zu riskieren.

Who Really Won Tiananmen? - Donald Morrison, vormals Chefredakteur der Asien-Ausgabe von “Time”, in der New York Times vom 3.6.2009.

.

Tian’anmen-Massaker bezeichnet die gewaltsame Beendigung eines Volksaufstandes, der aus der monatelangen Besetzung des Platzes des himmlischen Friedens in Peking durch eine ursprünglich studentische Demokratiebewegung hervorgegangen war. Am 3. und 4. Juni 1989 schlug das chinesische Militär im Zentrum Pekings gewaltsam die Proteste der Bevölkerung nieder. … Trotz der Namensgebung kam es auf dem Platz selbst und unter der studentischen Demokratiebewegung, im Gegensatz zu den Krawallen im Rest von Peking, zu keinen Todesfällen. Die Anwesenheit internationaler Pressevertreter, die eigentlich über den Staatsbesuch Gorbatschows berichten sollten, hatte zuvor die chinesische Demokratiebewegung und ihre Forderungen weltweit bekannt gemacht. Dieses Ereignis beendete eine Phase politischer Aktivität unter den Studenten Chinas. [via Wikipedia].

.

ERINNERUNGEN AN DEN TAG *

• Zhang, 24, PekingIch erinnere mich vage an das Geräusch von Schüssen, und Brände auf den Straßen. Meine Eltern wollten nicht rausgehen. Ich weiß nicht, was genau passiert ist, aber ich glaube, es ist heute nicht mehr so wichtig, so viele Jahre später. Es hat viel Fortschritt gegeben.

• Zhang, 30, PekingIch erinnere mich, dass die Menschen in meiner Heimatstadt schockiert waren, dass Studenten unseren Soldaten so etwas antun konnten - sie bei lebendigem Leib zu verbrennen. Meine Eltern sagten, dass ich mich wahrscheinlich trotzdem den Protestieren angeschlossen hätte, wenn ich schon alt genug gewesen wäre.

• Zhang, 32, PekingJa, ich erinnere mich an das Ereignis, aber nicht sehr deutlich. Ja, ich denke, dass man darüber dikutieren sollte, aber gegenwärtig kann man darüber nicht öffentlich sprechen. Was mich am meisten ärgert ist, wie die Menschen nach dem 4. Juni behandelt worden sind. Leute, die an den Ereignissen teilgenommen haben, haben ihre Jobs verloren, teilweise wurden sie verfolgt. Ich finde das ungerecht. Ebenso, dass Informationen noch 20 Jahre später blockiert werden. Naja, sie sind Kontrollfreaks. Das war in China schon immer so. Und das wird wahrscheinlich auch so bleiben.

• Zhang, 27, PekingIch glaube, dass darüber nicht diskutiert wird, weil es noch nicht wirklich Geschichte geworden ist. Es ist noch nicht genug Zeit vergangen. Ich denke, die Regierung hat damals richtig gehandelt: sie hat befürchtet, dass sich die Kulturrevolution wiederholen könnte und alles im Chaos versinkt.

• Zhang, 74, PekingWas gibt es da zu diskutieren? Das ist uninteressant.

• Zhang, 42, ehemaliger Student an der Peking-Universität | Ich erinnere mich. Ich hoffe, dass ich eines Tages darüber schreiben kann.

• Zhang, 35, PekingMeine heutigen Studenten wissen so gut wie nichts darüber. Ich habe Geschichten darüber von älteren Verwandten gehört, die zu der Zeit Studenten waren. Einer von ihnen war einen Monat im Gefängnis, bloß weil sein Name auch Liu Xiaobo [1] ist. Komisch, oder? Ich glaube, dass wir Chinesen keine schmerzhaften Erinnerungen mögen. Wir mögen sie nicht in unserem Privatleben und wir mögen sie nicht in unserem kollektiven Gedächtnis.

[1] Der chinesische Schriftsteller Liu Xiaobo beteiligte sich 1989 an den Pekinger Studentenprotesten. Im Anschluss verlor er seine Arbeitsstelle und saß von 1989 bis 1991 in Haft.

* Namen verändert

.

? Via bendilaowai.com - Rachel Beitaries Blog über “Leben, Wirtschaft und Politik in China und wie sich das Nicht-Chinesen darstellt”. Beitarie über sich: Ich bin 2002 nach China gekommen und habe es inzwischen aufgegeben, etwas herausfinden zu wollen. Ich versuche es jetzt so hinzukriegen, dass es mich herausfindet. Sie war Rucksackreisende, Studentin, Lehrerin, freiwillige Helferin, Tourguide und ist gegenwärtig China Business Correspondent für eine israelische Zeitung.

.

? ICH HABE NETPOWERED VERSUCHT HERAUSZUFINDEN, was bendilaowai bedeutet. Als erstes habe ich in der Chinesisch-Deutsch-Übersetzungshilfe von Google versuchsweise aus dem einen Wort zwei gemacht. Erster Treffer: Bendil = Kurve. Das verbleibende Aowai ergibt, jedenfalls im Zusammenhang mit dem Blog, keinen rechten Sinn, es ist der Name einer Sonderwirtschaftszone. Unter den chinesischen Namen, die man auch als Ahnungsloser im Kopf hat, nimmt Laotse einen der vorderen Plätze ein (Helmut Schmidt, “Der Laotse geht von Bord”). Also statt Aowai probiert Laowai. Zweiter Treffer: Laowai = Fremder, Ausländer. Nachdem die Blogbetreiberin Rachel Beitarie einen Sinn für Ironie zu haben scheint (s. About this blog), riskiere ich einen Übersetzungversuch, ohne Chinesisch zu können und würde sagen, bendilaowai heißt - mit dem shared “l” in der Mitte - sowas wie “kurvige Ausländerin”. Irgendwelche Einwände? |

.

It’s coming through a hole in the air,
from those nights in Tiananmen Square.
It’s coming from the feel
that this ain’t exactly real,
or it’s real, but it ain’t exactly there

Leonard Cohen, Democracy (The Future)

…………………..

.

Aufregung total

.

Sam Potts Twitter on Paper ist ein kostenloser Dienst, der einem zu individuellen, handgemachten Versionen von Tweets verhilft - und zwar auf Papier. Das heißt, Sam malt den Tweet auf Papier und mailt einem dann einen Scan, den man ausdrucken kann (Dank an Joachim Schmid). |

Weitere Papier-Twitter-Phänomene: Microblogging-inspirierte Kalender (via Trendhunter). |

Aus dem Archive Blog der Times: Twitter wurde bereits 1931 erfunden. |

@jesus: Die Trinity Church, eine Episkopal-Gemeinde mitten im New Yorker Börsenviertel, versucht es mit getwitterten Passionsspielen. |

Geteilte Geschmackserlebnisse bei getwitterten Weinproben. |

Mit den Baker Tweets ist man in London immer auf dem aktuellsten Stand, was gerade frisch aus dem Ofen geholtes Gebäck angeht. |

.
? Die twitternden Fotografen (ziemlich viele):

The Twittering Photographers Society - View this group's most interesting photos on Flickriver

? Twitter-Reisefotografen:

Twitter Travel Photographer of the Week! - View this group's most interesting photos on Flickriver

? Twitter…

Twitter - View this group's most interesting photos on Flickriver

.

? Hierzu siehe auch:

Ältestenrat debattiert über Twitter-Affäre (Stuttgarter Zeitung)

Aufregung, total! (Stuttgarter Zeitung)

…………………..

.

Wir haben damit nicht angefangen

.

Tut mir leid, der kam so tief. Ich konnte nicht mehr ausweichen -

…………………..

.

Follower-Schwanzlänge

.

Ein wunderschönes Applet von Sala: Webpages as Graphs. Scott hat damit beispielsweise sein Twitter Network visualisiert. Man kann sich damit aber auch seine Lieblingswebsite oder sein Blog als attraktives Daten-Doldengewächs anzeigen lassen – und ihm beim Wachsen und Aufblühen zusehen (via data is nature). Hier die Glaserei als Graph ?

Britische Brötchen-Tweets: Baker Tweet ist ein neuer Service, der es Bäckereien in London erlaubt, Tweets zu versenden, wenn gerade Brot oder Feingebäck frisch aus dem Ofen verfügbar sind. |

Twitter Street Art: Graffiti goes Gezwitscher (via Designyoutrust). |

Twitter Taste Live: Weinproben via Videokonferenz-Software und Twitter. |

Es gibt etliche Möglichkeiten, das eigene Twitter-Ranking in Erfahrung zu bringen, seien es die TwitterchartsTwitterholic oder TweetValue. Die Ermittlung der Follower-Schwanzlänge bei EPenis ist platt, aber sie macht deutlich, worum es geht. ?

Kürzer geht immer: Nach Twitter kommt Flutter (mit famoser Tweet-Verdichtungs-Engine). Jst fr fn. |

Qapture, ein Augenblicks-Aggregator “einiger der interessantesten twitternden Leute” zu Themen wie Design, Trends und Werbung (via SwissMiss). |

Paul Klee, Twittering Machine (Die Zwitscher-Maschine), 1922 ?

Status-checkender Kalender. Was machst du gerade? – diese Frage ist im Netz ein Hit, also haben Kreativdirektor Burak Kaynak und Cem Has den Status Calendar entwickelt. Er fordert einen auf, eine Antwort auf die Frage What are you doing today? aufzuschreiben (via Trendhunter). |

CrowdStarting: Bilder eines Space Shuttle-Starts von Twitter-Usern. |

Auf die Geschichte von Jon Engle hatte ich vor kurzem hingewiesen, als sie sich zu verbreiten begann. Nichts ist, wie es scheint. Drüben bei The Logo Factor sind in dem ausgezeichnet recherchierten Posting Stock artwork, logos, copyright and the power of Twitter. A cautionary tale die überraschenden Wendungen beschrieben, welche die Gescichte inzwischen genommen hat. |

…………………..

.

Streitgespräch

(Foto: Darth Fett, Flickr/CC) ?.

Wolfgang Stieler, Chefredakteur von Technology Review Online, hat einige ausführliche Fragen und Gegenpositionen zu meinem re:publica-Vortrag “In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?” zur Grundlage eines Streitgesprächs gemacht.

…………………..

.

Fahndungsaufruf

Meine Rede auf der re:publica 09, In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?, habe ich mit einem pointierten Vergleich des Literaturnobelpreisträgers George Bernard Shaw über den Unterschied zwischen Äpfeln und Ideen eingeleitet.

George Bernard Shaw

George Bernard Shaw

Das englischsprachige Bild (das ich hier gefunden habe) habe ich für meinen Vortrag ins Deutsche übersetzt. Ich habe es absichtlich nicht als Zitat, sondern als Bild bezeichnet, denn “zitieren” hieße, die Herkunft einer Textstelle zu belegen und nicht nur, sie zu behaupten - der Ursprungsbegriff citare bedeutet herbeirufen.

Die Herkunft der anschaulichen Zeilen war nicht angegeben; ich habe mir auch nicht die Zeit genommen, sie ausfindig zu machen. Jetzt will ich es aber doch wissen. Dazu brauche ich eure Hilfe.

Das Zitat stamme von dem griechischen Philosophen Platon, vermerkt EinBerliner in einem Kommentar. (Er betreibt das Blog Ein Berliner blogt mit dem schönen Motto “Hin und wieder sollte man auch bei anderen lesen, sonst wird es selbstreferentiell”). Aber auch EinBerliner zitiert nicht, sondern behauptet nur die andere Herkunft.

Eine erste Nachschau im Netz ergibt zwei Hauptströmungen: Im englischsprachigen Netzraum wird das Zitat bevorzugt George Bernard Shaw zugeschrieben, im deutschsprachigen Platon. Es gibt auch Mischformen.

Platon (links) und Aristoteles mit dem Timaios bzw. der Nikomachischen Ethik in Händen, Detailansicht aus Raffaels Die Schule von Athen (1510–1511), Fresko in der Stanza della Segnatura (Vatikan)

Platon (links) und Aristoteles mit dem Timaios bzw. der Nikomachischen Ethik in Händen, Detailansicht aus Raffaels Die Schule von Athen (1510–1511), Fresko in der Stanza della Segnatura (Vatikan)

Wortgleich formuliert mit dem Hinweis auf Platon als Urheber findet sich das Zitat unter anderem in “Einheit“, der Zeitschrift für Theorie und Praxis des wissenschaftlichen Sozialismus (veröffentlicht vom Parteivorstand der SED, 1982), in “neue Gedanken” der Katholischen Kirche Oberösterreichs oder dem Buch “Ressource Wissen” über wissensbasiertes Projektmanagement von Willhild Angelika Kreitel.

Wie bei solchen Zitaten leider üblich, ist nie eine Fundstelle oder Quelle angegeben. Dabei ist das Web genau dafür erfunden worden - um die Wurzelfäden in einem Text mit einem Klick nachvollziehbar zu machen, einfacher als mit jeder Fußnote.

In den Texten von Platon bei Projekt Gutenberg.de ist keine entsprechende Stelle zu finden. Gibt es einen freundlichen Platon-Kenner da draußen, der weiß, ob Platon so etwas gesagt hat (oder ob jemand mal gesagt hat, dass Platon so etwas gesagt haben soll) und wo man es nachlesen kann? Und gibt es vielleicht auch noch einen freundlichen George Bernard Shaw-Kenner, der dieselbe Frage Shaw betreffend beantworten kann? Hat Shaw vielleicht mal Platon zitiert? Oder sich das Zitat zueigen gemacht?

Für sachdienliche Hinweise querverbindlichen Dank im voraus.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch ein prima Stilmerkmal von Blogs, nämlich die mit [via] gekennzeichneten Quellenlinks. Sie verweisen auf die Herkunft von Beiträgen; das sollten sie jedenfalls. Da es aber leider noch keine Links mit Mehrfachverzweigungen gibt (ein Klick öffnet mehrere Ziele), wird der Anständigkeit halber meist primär auf das Blog verlinkt, auf dem man über das betreffende Fundstück gestolpert ist. Oft hat aber auch der dortige Finder das Stück woanders gefunden, worauf das nächste [via] hinweist. Nicht selten ist das der Anfang einer [via]-Kaskade¹, die einen zwar manchmal auf interessante, neue Blogs, aber nicht in die Nähe der Quelle bringt. Vielleicht sollte man ausser dem [via]-Link immer auch noch einen Link auf die originale Quelle setzen.

_______

¹ für den Begriff Dank an Kathrin Passig.

…………………..

.

In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?

[ Vorgetragen auf der re:publica 09 in Berlin am 2.4.2009 ]

.

[Update] VON GEORGE BERNARD SHAW¹ gibt es zu der Frage ein Bild: “Wenn du einen Apfel hast und ich habe einen Apfel und wir tauschen die Äpfel, wird jeder von uns nach wie vor einen Apfel haben. Aber wenn du eine Idee hast und ich habe eine Idee und wir tauschen diese Ideen aus, dann wird jeder von uns zwei Ideen haben.”

Wer möchte nicht in einer solchen Gesellschaft leben, in der sich die Ressourcen so wunderbar vermehren und das Tauschen so gewinnbringend ist? Apfelbauern vielleicht, die ihre Äpfel verkaufen wollen.

Das Teilen mit technologischer Hilfe führt nicht nur zur Vermehrung von Ideen, sondern auch zur Vermehrung von Problemen. Computer helfen uns dabei, Dinge schneller zu erledigen, die wir ohne Computer gar nicht hätten erledigen müssen, das wußte Marshall McLuhan schon in den sechziger Jahren. Als damals am MIT der erste Großrechner zur Verfügung stand, der Timesharing beherrschte und mehrere Nutzer gleichzeitig bedienen konnte, gab es einen Befehl, mit dem man einfach das ganze System zum Absturz bringen konnte, ohne Raffinesse und ohne jede Eleganz. Das wurde zwei, drei Mal ausprobiert, dann machte es keinen Spaß mehr. Brauchen wir einen solchen Befehl für’s Internet?

Im übrigen ist die Vermehrung von Problemen nicht unbedingt ein Manko. Von Egon Friedell stammt der Satz “Kultur ist Reichtum an Problemen”. Davon haben wir heute reichlich.

U-Bahn Tokio: Verhaltenshinweise

Die Wände, die uns umgeben, werden durch die neuen Kommunikationsmedien durchlässiger und poröser. Unsere Kultur wurzelt in dem hohen Wert, den wir dem Individuum zumessen. Privatsphäre ist der Humus, auf dem dieser Wert gedeiht. Angriffe auf diese Grundlage folgen inzwischen der selben Strategie, nach der auch moderne Kriege geführt werden: Nicht mehr die großen Heere gewinnen die Schlacht, sondern kleine Einheiten. Dieser Salamitaktik hin zu staatlicher Kontrolle begegnen immer mehr Menschen affirmativ. Unsere Gesellschaft scheint von einer unbändigen Lust an der Geheimnislosigkeit erfasst zu sein. Vor ein paar Jahren war Big Brother Synonym für totalitäre Kontrolle; mit den gleichnamigen Containershows hat sich das Ganze in unterhaltsame Sozialpornographie verwandelt - die Leistung der Teilnehmer besteht darin, alles zu zeigen.

Was sich im Netz abspielt, fühlt sich inzwischen oft an wie Beichten ohne Sünde: Alle packen aus, alles öffnet sich. Der Hauptspaß besteht darin, sich selbst in die Welt hinauszuschütten und von durstigen, aufmerksamen Augen getrunken zu werden. “Ausbreiten” bedeutet das lateinische Wort “expandere”, aus seiner Partizipform “expasso” ist unser “Spaß” hervorgegangen. Etwas breitet sich aus; jemand. Jeder sendet und empfängt nun ganz selbstverständlich.

Ein interessantes Phänomen haben Forscher an der Michigan State University beobachtet. Sie fanden heraus, dass die Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook sich sehr positiv auf das Wohlbefinden auswirken kann. Studenten, die mit ihrem Leben unzufrieden waren oder die unter mangelndem Selbstbewußtsein litten, zugleich aber intensiv Sites wie Facebook nutzten, konnten eine Art von sozialer Energiereserve aufbauen. Sie hat mit einer Form menschlicher Beziehungen zu tun, die Soziologen als “schwache Bindung” bezeichnen. Schwache Bindungen hat ein Mensch beispielsweise zu Mitschülern oder Partybekanntschaften. Sie sind sehr wichtig, weil sie einen mit neuen Perspektiven und Möglichkeiten versorgen können, die man von engen Freunden oder Familienmitgliedern nicht mehr erhalten würde – weil man sich schon zu gut kennt.

………..

VOR EINIGER ZEIT beklagte der ehemalige Chefredakteur des Online-Magazins Salon.com, David Talbott, die Geistesmüllawinen im Netz. Mehr denn je sei Qualitätsjournalismus gefragt, “im Web 2.0 werden wir ja täglich mit Blogs und Gelaber überflutet - was wir deshalb brauchen, sind sauber recherchierte, glaubwürdige Informationen. … Blogger haben die Medienwelt mit neuer demokratischer Energie bereichert, aber Blogs schreien nach professioneller redaktioneller Aufbereitung.”

Wir erleben gerade, wie Massenmedien sich in Medienmassen verwandeln. Talbot hat noch nicht gesehen, dass es sich beim vormals Leser, nunmehr Blogger inzwischen um einen bedeutenden Mitspieler und potentiellen Mitkämpfer handelt.

Immer neue Kommunikationskanäle öffnen sich, durch die Menschen miteinander in Austausch treten können. Jeder der Kommunikationskanäle versucht durch immer neue Features, Merkmale, Spielvarianten zu glänzen. In dem Film “Solo für zwei” spielt Steve Martin den Anwalt Roger Cobb, der eine Millionärin davon abbringen soll, ihre Seele durch einen tibetischen Lama in ein junges Mädchen wandern zu lassen (nebst testamentarischer Mitwanderung ihres Vermögens). Während einer turbulenten Suche beugt sich Cobb in der Meinung, die Seele sei darin gelandet, über einen Eimer mit Wasser und führt ein längeres Gespräch mit ihm, das in einer reflexhaften Erkenntnis endet: “Ich rede mit einem Eimer!” Die Szene beschreibt das Lebensgefühl des modernen telekommunizierenden Menschen. Was dieser Mensch in den Medien sucht, ist ein Gefühl der Souveränität und der Würde.

Die Überflutung mit Sinnhaftigkeiten ist auch nichts Neues. Als sich in den achtziger Jahren das Usenet in zehntausende Newsgroups verzweigte, waren neben der sozialen Vision (“Die Vielen sprechen erstmals zu den Vielen”) auch zunehmend Klagen über die ungefilterten Informationsmassen zu hören. Gern übersehen wird, dass schon damals gut abgestufte Mittel entwickelt worden sind, das Weisse Rauschen eingermaßen in den Griff zu bekommen: Moderatoren kümmerten sich um Gruppen und Themen, an denen ihnen gelegen ist. Um Neulingen einen Eindruck von digitaler Gastfreundschaft zu geben, wurde beispielsweise die wunderbare Aggregationsmethode der FAQs erfunden. Ein Blog funktioniert nicht viel anders als eine Newsgroup.

In den neunziger Jahren verlief die Front noch entlang der klassischen Aufteilung von Botschaften - Journalismus war für die schlechten Nachrichten aus der Realität zuständig, die Werbung für die guten Nachrichten aus den Konsumparadiesen. 1994, als das Netz gerade erst ein paar Monate durch die Öffentlichkeit geisterte, beklagte das US-Fachblatt Advertising Age in einem Editorial den Einfluß, den Werbetreibende auf Redakteure erlangt haben. Eine Umfrage bei 150 amerikanischen Tageszeitungen ergab, dass 89 Prozent der Redakteure davon berichteten, Werbekunden hätten Anzeigen zurückgezogen oder versucht, die Berichterstattung zu beeinflussen. 37 Prozent sagten, die Werbekunden hätten obsiegt.

Könnte sich die weitgehend werbefreie Blogosphäre nicht als Refugium erweisen, das die Berichterstattung vor solchen Formen von Korruption bewahrt?

Die eigentliche Macht der Vernetzung liegt in der informatischen Kraft, die sie jedem von uns an die Hand gibt. Journalisten brauchen nichts von ihrer Expertise aufzugeben, aber sie müssen mehr und wesentlich offensiver ihre Ansprüche mit den Nutzern und neuen Mitgestaltern ihrer Arbeit teilen. Es wird weiterhin erstklassige Reporter und Autoren geben, die uns mit klaren Blicken auf die Welt versorgen. Die Zeit, in der Journalismus von einer begrenzten Berufsgruppe ausgeübt wurde, geht jedoch zu Ende. In der Internet-Ära sind wir alle dazu verdammt, Journalisten zu sein.

Im übrigen liegt das Geheimnis guter Kommunikation unverändert darin, dass man etwas zu sagen hat, und wie man es sagt.

………..

VORGESTERN HAT DIE Tageszeitung Chicago Sun-Times Insolvenz angemeldet. Die große Konkurrenz, die Chicago Tribune, ist schon etwas länger insolvent. Medienwandel – die Chicago Tribune ist allerdings von einem Immobilienspekulanten gegen die Wand gefahren worden.

Wenn wir der Frage nachgehen, in welcher digitalen Gesellschaft wir leben wollen, dürfen wir nicht den Fehler machen und die Symptome des Übergangs mit der gesellschaftlichen Perspektive verwechseln. Manche haben das Gefühl, nicht mithalten zu können mit den Beschleunigungen der digitalen Welt. Aber wir befinden uns in einem Übergang und die Beschleunigung gehört zu den Symptomen dieses Übergangs. Was wir erleben, ähnelt einem flimmernden Bildschirm, der so lange nervt, bis die Bildfrequenz über 72 Hertz steigt. Dann wird das Bild ruhig und klar. Beschleunigt man weiter, wird das Bild nur noch ruhiger und klarer.

Die Frage, wohin die Reise geht - oder wohin ich mir wünschen würde, dass sie geht - möchte ich mit einem kleinen Schlenker 5000 Jahre in die Vergangenheit beantworten. Darauf hat mich das Gebäude gebracht, in dem die Chicago Tribune sitzt, ein wunderbarer alter Wolkenkratzer im Gothic Style. Als der Turm 1925 gebaut wurde, haben Korrespondenten aus aller Welt Steinstücke aus berühmten Bauwerken geschickt, aus dem Taj Mahal, dem griechischen Parthenon, der chinesischen Mauer und anderen. Wenn man auf der Straße an dem Tribune Tower vorbeigeht, sieht man die in die Außenfassade eingelassen Steine. Einer davon ist von der Cheopspyramide.

Vor 5000 Jahren, zu der Zeit, als die Pyramiden gebaut worden sind, haben die Ägypter zwei Dinge erfunden, die wir heute noch haben: den Staat und die Maschine. Der Staat ist als ein erstes Vernetzungsprojekt entstanden. Kleine Dorfgemeinschaften wurden dadurch in die Lage versetzt, Bewässerungsnetze zu betreiben, die sie alleine nicht zustande gebracht hätten. (Blöderweise ist mit dem Staat auch gleich die Steuer mit erfunden worden.)

Durch diese neuen Netze ließ sich nicht mehr nur ein Überschuss an Getreide erwirtschaften, sondern auch ein Überschuss an Zeit. Also begannen die Ägypter, Silos zu bauen, in denen man Zeit speichern kann – die Pyramiden. Diese Bauwerke wurden mit einer Maschine errichtet, die aus tausenden von Menschen bestand. Über einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum von 150 Jahren produzierte diese erste Maschine 80 monumentale Pyramiden, fast wie am Fließband. Jede Pyramide war nur für einen einzigen Menschen gebaut, den Pharao, aber nach 150 Jahren hatten die Ägypter die Schnauze voll.

Es folgten ein paar Jahrzehnte Rebellion und Anarchie, dann begann eine neue Zeit und etwas sehr Erstaunliches war passiert. Nun hatte jeder das Recht, unsterblich werden zu dürfen, nicht mehr nur der Pharao. Die Unsterblichkeit war demokratisiert worden.

Dieses Muster, das wir heute Demokratisierung nennen, hat sich in immer neuen Abwandlungen entfaltet, sei es, dass die Bibel gegen den Willen des Klerus für alle verständlich ins Deutsche übersetzt worden ist, sei es, dass die Aristokratie abgeschafft wurde. In der nordischen Mythologie flüstern Raben alles, was auf der Welt vorgeht, exklusiv dem Gott Wotan ins Ohr. Diese Raben wollen wir heute natürlich alle haben. Und immer hatten - und haben - diese Übergänge damit zu tun, dass Macht und Möglichkeiten und Wissen von ein paar Wenigen auf möglichst Viele verteilt werden und dass die Gesellschaft sich öffnet. Von diesem Muster wünsche ich mir, dass es sich weiter entfaltet.

Zu den neuen Regeln gehört, dass wir mehr Positionen zulassen müssen als bisher. Die Lage ist komplex. Der Schiedsrichter bei einem Fußballspiel ist ein Inbild der alten Zeit. Er ist mit seiner singulären Sicht auf dem Spielfeld in einer wesentlich schlechteren Position als jeder Zuschauer vor dem Bildschirm. Der Schiedsrichter ist sozusagen aussichtslos. Er betrachtet die Welt immer noch von seinem vereinzelten Standpunkt aus, der einen heute angesichts der elektronischen Multiperspektive hoffnungslos ins Hintertreffen geraten läßt. In kritischen Situationen auf dem Spielfeld muß der Schiedsrichter aus seiner subjektiven Position heraus entscheiden, obwohl ihn eine beunruhigende Medien-Objektivität umgibt: Der träge Zuschauer auf dem Sofa sieht im Lauf der nächsten Sekunden die Situation aus unterschiedlichen Kamerapositionen, in Zeitlupe wiederholt, vielleicht noch grafisch verstärkt, und kann sich ein - dem Fußball angemessenes - rundes, ganzheitliches Bild machen.

Nun geht es um Fragen wie die, was eigentlich freie Meinungsäußerung bedeutet, wenn sie plötzlich tatsächlich stattfindet - nicht mehr nur handverlesen auf Leserbriefseiten oder in repräsentativen Debatten, an denen ein paar ausgewählte Talkgäste teilnehmen, sondern wenn plötzlich haufenweise und ungebremst drauflosgemeint wird. In Kommentarfächern und Foren wird etwas Neues erlebbar, etwas Schönes und Schauerliches, nämlich die unrasierten und ungewaschenen Formen von Meinungsäußerung.

Das Meinen ist wilder, vitaler und unkontrollierter geworden. Wirklich entsetzlich aber wäre die Vorstellung einer harmonischen Blogosphäre, in der alle nett zueinander sind und in Pilzhäuschen wohnen, umgeben von Hühnern, die aus Freundlichkeit tot umfallen, damit niemand ihnen den Hals umdrehen muß, wenn er eines mit Salat und Pommes essen möchte. Die klassische Paradiesvorstellung ist für mich ein Inbild der Langeweile. Wenn die Löwen traulich neben den Lämmern liegen, was soll sich da noch groß entwickeln? Und die Freude wollen wir Charles Darwin lassen: Evolvieren ist eine feine Sache, und das nicht nur biologisch, sondern natürlich auch sozial.

………..

JETZT IST GERADE die Medienaristokratie in Bedrängnis - aber es geht nicht einfach um gut und böse. Die Lage ist wesentlich komplexer. So haben sich durch das Netz die Medien in etwas verwandelt, dem man nicht mehr einfach nur Informationen oder Unterhaltung entnimmt. Unsere Medien sind heute Lebensräume, in denen wir uns aufhalten, arbeiten, spielen und sozialisieren.

Auch das wünsche ich mir: In einer digitalen Welt zu leben, die komplex ist. Kultur bedeutet immer eine Zunahme an Unterschieden - eine Zunahme an Vielfalt und Optionen. Produktive Konkurrenz.

“Small is beautiful” - dieser Begriff stammt von dem 1994 verstorbenen österreichischen Philosophen Leopold Kohr. Im September 1941 hat Kohr in der amerikanischen Zeitschrift “The Commonweal” einen bemerkenswerten Aufsatz veröffentlicht mit dem Titel: “Einigung durch Teilung. Gegen nationalen Wahn, für ein Europa der Kantone”. Darin kommt er zu dem Schluß, dass Demokratie sich nur in kleinen Einheiten entfalten kann - “Das ist natürlich eine lächerliche Idee, orientiert allein an dem Menschen als einem lebendigen, geistigen Individuum. Welteinigungspläne dagegen sind todernste Vorhaben und auf einen Menschen zugeschnitten, den man sich nur als kollektives Wesen vorstellt.”

Eine solche Gesellschaftsform, genauer gesagt: solche Gesellschaftsformen, die wegen ihrer beabsichtigten Kleinteiligkeit naturgemäß etwas mühevoller zu betreiben sind, könnten auch ein Modell abgeben für ein anderes großes System, dessen Demokratisierung erst noch bevorsteht, nämlich Google.

Allein die schiere Größe und Dominanz, die diese Firma in der digitalen Welt erreicht hat, läßt einen unwillkürlich nach Alternativen Ausschau halten. Ich möchte in einer digitalen Gesellschaft leben, in der nicht eine einzige Firma nach intransparenten Kriterien darüber bestimmen kann, ob und wo etwas in einer Trefferliste auftaucht und sich das zum Beispiel auf Wohl und Wehe einer Biografie oder einer wirtschaftlichen Existenz auswirkt.

Sollte man den wiedererstarkenden Staat nutzen und erst Michael Jackson verstaatlichen, der 100 Millionen Dollar Schulden hat und wenn er pleite geht vielleicht die gesamte verbliebene Musikindustrie mit in den Abgrund reißt – und dann verstaatlichen wir Google? Ein Alptraum. Nein, wir müssen anfangen darüber nachzudenken, wie man die vielen ausgezeichneten, kleinen Alternativen zu Google in einen offenen Verbund bekommen kann und wie man sich richtig Rechenleistung zusammenklauben kann, um mit einer Mischung aus Seti@home und dem Wikipedia-Prinzip eine nicht-börsennotierte Suchmaschinenwolke zu organisieren, die Google vermeidbar macht.

………..

UND ICH WÜNSCHE MIR, in einer digitalen Gesellschaft zu leben, in der das Projekt der Aufklärung mit aller Kraft fortgeführt wird. Aufklärung ist die Quelle, aus der das frische Wissen kommt. Information wird die Welt retten, so lautete die Vision der neunziger Jahre, das Wissen der Menschheit liege vor uns im Zugriff. Wo stehen wir heute? Noch sind nicht ganz so viele Menschen wie im Mittelalter wieder davon überzeugt, dass sich die Sonne um die Erde dreht, aber es wird daran gearbeitet. Die Globalisierung der Dummheit macht erstaunliche Fortschritte. Begriffe wie “Lebenslanges Lernen” sagen uns, dass Wissen immer schneller von Entwertung bedroht ist.

Natürlich ist nichts gegen einfachen Zugang zu Information einzuwenden. Aber allzu leichter Gewinn verdirbt die Freude am Spiel. William James sagte, wenn das einzige Ziel des Fußballspiels darin bestünde, den Ball ins Tor zu bringen, wäre die einfachste Art zu gewinnen, den Ball nachts heimlich dorthin zu tragen.

Vor einiger Zeit berichtete der britische “Guardian” von einem Mann, der seit 40 Jahren seine Nachbarschaft unterminiert. William Lyttle, den die Nachbarn den Maulwurfmann nennen, gräbt von seinem Haus im Londoner Stadtteil Hackney aus seit den späten sechziger Jahren Tunnel. Er vernetzt den Untergrund. Behördliche Messungen mit Ultraschallscannern gaben Hinweise auf bis zu acht Meter tiefe Tunnels, die von Lyttles Haus an die 20 Meter in alle Richtungen ausstrahlen. Ein Nachbar berichtet, dass der Strom auf einer Straßenseite ausgefallen war, als der Maulwurfmann einmal eine Starkstromleitung angegraben hatte. Lyttle behauptet, er habe sich ursprünglich einen Weinkeller graben wollen, der im Lauf der Zeit etwas größer geworden sei. Vor fünf Jahren war der Gehsteig vor dem Haus eingebrochen. “Man konnte die ganzen Tunnel darunter sehen”, sagt eine Nachbarin. Ein anderer Nachbar bringt zum Ausdruck, was Briten für Exzentriker empfinden: “Wir möchten nicht, dass diesem Mann etwas Böses geschieht. Er arbeitet hart. Bedauerlicher Weise setzt er seine Energien nicht in die richtige Richtung ein.”

Das ist Gemeinschaftsgeist. In einer solchen vernetzten Gesellschaft möchte ich leben.

.

_______

¹ oder von Platon; hier ausführlicher.

………………….

.

Die Killer-SMS

.

Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.

Albert Einstein

.

? Es begann vor ein paar Tagen mit einem Bericht der ägyptischen Tageszeitung Egyptian Gazette. Ein Mann aus Mallawi im Süden von Kairo soll einem Gehirnschlag erlegen sein, nachdem er eine mysteriöse SMS erhalten hatte. Die ominöse Nachricht soll aus einer Kombination von Zahlen und einem Plus-Symbol bestehen und mit der Zahlenfolge 111 enden.

Die Geschichte erinnert an Gore Verbinskis Film Ring von 2002, in dem es um ein tödliches Videotape geht. Jeder, der das Band sieht, erhält danach einen Anruf mit der Ankündigung, er habe nur noch sieben Tage zu leben. (“Ring” war ein US-Remake des sehr erfolgreichen japanischen Horrorfilmes Ringu von 1998).

In Ägypten haben die Gerüchte über die tödliche SMS inzwischen ein Ausmaß angenommen, welches die Behörden zum Einschreiten veranlaßte. Das Gesundheitsministerium gab offiziell bekannt, dass von dem angeblichen Todesfall nichts bekannt sei und die Gerüchte jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Der Nachrichtenagentur MENA zufolge wurden drei Arbeiter einer Ölfirma festgenommen. Sie werden beschuldigt, das Gerücht in die Welt gesetzt zu haben.

Ein ähnliches Gerücht über tödliche Zahlen per SMS hatte sich im Jahr 2007 ausgebreitet, war aber nach kurzer Zeit als Hoax versandet und hatte keine offiziellen Stellungnahmen nach sich gezogen.

Cellphone numbers (Foto: Guillermo Esteves, Flickr/CC) ?

Im Mai letzten Jahres kursierte das Gerücht über tödliche SMS und den “Roten Ring” (gleichfalls mit Bezugnahme auf obigen Film) in Indonesien.

Dem Blog FutureIndonesia zufolge wurden fünf Menschen in der Stadt Bungo in der Provinz Jambi durch das Gerücht in Mitleidenschaft gezogen. Sie hätten eine rot gefärbte SMS und sternchenübersäte Bilder empfangen und seien darüber so erschrocken, dass sie die Besinnung verloren hätten. Das Gerücht besteht aus einem Cocktail aus Infrarotstrahlung, angeblichen satanischen Zahlen wie 0866 und 0666 nebst einer modernisierten Version schwarzmagischer Fernwirkung per Mobilkommunikation.

? Im April 2007 verursachte ein tödliches Virus, das angeblich durch Mobiltelefone übertragen wird, Panik in Pakistan und Afghanistan. Mobiltelefon-Besitzer erhielten eine SMS mit dem Hinweis, sie würden durch ihr Handy mit einem tödliches Virus verseucht, gefolgt von dem Hinweis, das Virus habe bereits 20 Menschenleben gefordert: “Eine Art Röntgenstrahlung oder ein Virus wird frei, wenn du einen Anruf von einer 12-stelligen Nummer erhältst, die 0099 enthält. Er überträgt ein Virus, das dein Gehirn schädigt und zum Tod führt. Das ist kein Witz.” Reuters berichtete über Anrufe verängstigter Mobiltelefonbenutzer im Kundencenter des pakistanischen Mobilfunk-Providers Warid Telecom.

Die Wikipedia über den tödlichsten Witz der Welt. | 

…………………..

.

Der analoge Blogger

? Alfred Sirleaf betreibt seinen Informationsdienst “Daily Talk” am Rand einer Hauptstraße in Monrovia, der Hauptstadt des westafrikanischen Liberia. Die News werden auf Kreidetafeln geschrieben, die von kleinen Werbeflächen flankiert sind. Sirleaf hat seinen Informationsdienst gestartet, um wichtige News auch Leuten an die Hand geben zu können, die sich keine Zeitung leisten oder die sie nicht lesen können. Er schätzt, dass er täglich etwa 10.000 Leser hat. Mitarbeiter im ganzen Land versorgen ihn über sein Mobiltelefon mit News. Da nicht alle seine Kunden lesen können, benutzt Sirleaf auf seinem Tafelblog auch Symbole und Bilder, um die Nachrichten rüberzubringen (via Afrigadget). |

? Nachrichtenwand einer US-Zeitung vom Dezember 1940: “Männer und Frauen lesen die Schlagzeilen im Fenster der Redaktion des Brockton Enterprise” (via Shorpy). |

…………………..

.

Unbedingte Leseempfehlung

Die gradiose Litanei “istdochklar” von Peter Praschl (via VAGUE):

Weil schon alles im Internet steht, weil schon alles auf Google News steht, weil man nach Gebrauchtwagen und offenen Stellen im Internet sucht, weil der Leser nicht so dumm ist, weil der Leser nicht mehr bezahlen will, weil die Verleger nichts begriffen haben, weil die Journalisten noch immer nichts begriffen haben, weil das Modell nicht mehr funktioniert, weil bezahlte Inhalte nicht mehr funktionieren, weil der Luxusmarkt zusammengebrochen ist, weil die Verleger und die Journalisten ihre Leser nicht mehr kennen noch je gekannt haben noch wirklich kennenlernen wollen… [weiter]

…………………..

.

Single Serving Sites

Drüben bei Kottke.org haben sie festgestellt, dass immer mehr Leute Websites einrichten, die nur eine einzige Seite haben und nur einem einzigen Zweck dienen.

Eine Auswahl:

In welcher Farbe ist das Empire State Building beleuchtet?  ?

Die Regeln für das Internet. | Bist du müde? Dann erzähl uns, warum. | Das Internet-Lagerfeuer. |

Laß uns doch diese beschissene Website gelb färben. | Müssen Websites in jedem Browser gleich aussehen? | Manchmal rot, manchmal blau. |

Ist Twitter down?

Wie ist meine IP? | Khaaan! - Der klassische William Shatner und sein Zorn. | Misanthropebook, eine Facebook-Parodie. | Zadawuff!: Instant Rimshot. | Es wird nie mehr so sein wie vorher. | Spinning Beach Ball of Death. |

Barack Obama Is Your New Bicycle zeigt all die wunderbaren Dinge, die Obama für dich getan hat. | Hillary Clinton Is Your New Bicycle. | John McCain Is Your New Bicycle. | Hillary Clinton Is Your New HD DVD Player. | Michelle Obama Is Your New Bicycle. | Sind wir im Krieg mit dem Iran? | Lebt Abe Vigoda oder ist er tot? [Die Wikipedia über den amerikanischen Schauspieler.] |

Für alle, die sich gern begrüßen und auffordern lassen, alles zu tun: Welcome to Zombo.com. | D-E-F-I-N-I-T-E-L-Y hilft dabei, das Wort DEFINITELY richtig zu buchstabieren. | Unklar: We Need More Lemon Pledge. | Ist gerade Weihnachten? | Purple. Mit FAQ. | Zur höheren Ehre des Hypnotoad. | iiiiiiii. |

Thank You Andy Warhol. | Und eine Website um ganz allgemein Dank zu sagen. |

…………………..

.

Das Internet ist Scheiße

“Es ist von größter Bedeutung, dass wir das alle zur Kenntnis nehmen und weiterkommen. Die Leute (also die Blogger) können sich gar nicht beruhigen darüber, wie wundervoll es ist. Wieviel Information es gibt hier heraußen im Cyberspace. Wie alles nur ein paar Mausklicks entfernt zu erreichen ist.”

Ein Beispiel:

Wenn ich Google betreibe, kann ich alles finden… Google plus Wireless ist ein bißchen wie Gott. Gott ist drahtlos, Gott ist überall und Gott sieht und weiß alles. Die Menschen sind seit jeher ohne Drähte mit Gott verbunden. Heute stellt man Google die meisten Fragen auf der Welt, und zunehmend kann man das auch drahtlos tun.

Alan Cohen vom Wireless-Provider Airespace in der New York Times vom 29.6.2003

 

weiter…  [Eine wunderbar schlichte Website]

…………………..

 

Geht alles

Rivva geht wieder. Aggregieren und jubilieren. |

? Die schwierige Musik, die [nun nicht mehr] immer gleich losgeht, kommt von hier. |

Yahoo owns Google (Screenshot: dannysullivan, unter Creative Commons) ? 

…………………..

 

Rivva und der Nutzen von Störungen oder: Warum die Blogosphäre wie Tokio ist

Beim Nachfassen zu der Nachricht, dass nun sogar die Frankfurter Allgemeine Zeitung sogenannte Weblogs in Betrieb nimmt, lande ich auf einer temporären Trauerseite -

 

Was geht ab? Die Rivva-Zwangspause läßt sich prima nutzen, um der geneigten Netzöffentlichkeit nachmals näherzubringen, was da eigentlich down ist. Die ersten Besuche in der Welt der Blogs fühlen sich für Viele an wie ein Spaziergang in Tokio - ein Ballungsraum, in dem 40 Millionen Menschen leben, in dem es aber keine Straßennamen und keine Hausnummern gibt.

Rivva ist ein Versuch, dem Blogosphärenbesucher Übersicht zu verschaffen. Seit März 2007 durchforstet Rivva die deutschsprachige Bloglandschaft nach aktuellen Themen und Diskussionen und bündelt sie in Kurzfassungen. |

Das Blog des Software-Entwicklers und Rivva-Schöpfers Frank Westphal. | Drüben beim Elektrischen Reporter gibt Frank Westphal in einem empfehlenswerten Interview Auskunft über Rivva. | 

? Neben Rivva gibt es noch weitere Blog-Navigationssysteme. | Der Blogmonitor versammelt “die meistdiskutierten deutschsprachigen Blogartikel”. | Ole Reißmann über Rivva vs. Blogmonitor. | Die deutsche Blogsuche von Google gräbt gleichfalls hierzulande. |

Die englische Blogsuche von Google ist entsprechend internationaler. | Auch die Blogsuche Twingly versucht, “The Best of Blogs” zugänglich zu machen. | Robert Basic über Rivva vs. Twingly. | Technorati gehört ebenfalls zu den großen Blog-Suchmaschinen. “Mitte Februar 2008 waren etwa 112.8 Millionen Weblogs im Index”, weiß die Wikipedia. | Drüben bei medienrauschen sieht man Technorati kritischerDu kleines, langsames, fehlerbehaftetes, grünes Ding: Gib doch endlich auf. |

 

? Auch die Street Art spürt der sonderbaren Schönheit von Störungsmeldungen nach - eine gesprühte Fehlermeldung des Internet Explorer, fotografiert von Andreas Solberg aus Norwegen:

 

? Pausendias: “Die Kameraführung der Italiener war ja ein bißchen einfallslos. Wir hätten gern mal etwas vom dem temperamentvollen Publikum gesehen, und statt des Pausendias, das 10 Minuten stand, Bilder aus Mailand.”, schreibt D. S. aus Recklinghausen 1964 in der “Hör Zu” Nr. 20 zur Aufzeichnung des Spiels Borussia gegen Inter Mailand in ARD und ZDF.

s.a. ?  Öffentliche Computerfehler - ein Flickr Pool:
Public Computer Errors - View this group's most interesting photos on Flickriver

…………………..

 

Sagt Google die US-Wahlen voraus?

 

Obama Word Portrait II von Jeff Clark, erstellt in der Programmiersprache Processing ?

 

Google In Quotes: Was haben Barack Obama und John McCain zu [Suchwort einsetzen] gesagt? | Kann Google Trends die Wahlen vorhersagen? | 

Obama und McCain als Pez-Spender (via Slashfood). | Ein McCain-Zierteller. | Sarah Palin-Merchandising (T-Shirts, Lätzchen, Taschen). | Gräßlicher Obama-Ohrschmuck. | Sarah Palin-Actionfiguren (sowie McCain- und Obama-Köpfe als Bleistiftaufsätze). | Der Bildhauer Daniel Edwards hat eine aufsehenerregende Büste von Michelle Obama angefertigt. | 

? Was passieren kann, wenn ein einziger Amerikaner am 4. November nicht zur Wahl geht (via Bizarrocomic). | Wie man einen amerikanischen Präsidenten wählt (Animation in einfachem Englisch). | 

“Ich gehe immer noch davon aus, dass McCain die Wahlen in den USA gewinnen wird“, schreibt Burks in einer lesenswerten Amerika-Einschätzung. | Zum Verständnis: Die nach wie vor großartige, informative und klar geschriebene Website “USA Erklärt” (”Der faktische Hintergrund, freundlich erklärt”). Aktuell: Sprünge von toten Katzen| 

…………………..

 

US-Wahlen: Vergesst Obama und McCain

Eine Karte der politischen Blogosphäre. ?

 

Vergesst Obama und McCain: Peter Glaser for President. Das Wahlkampfvideo und den “Glaser-Faktor” bitte zu beachten. | Empfehlt dieses Blog weiter und werdet Vize-Glaser. | 

Wir basteln uns einen Barack Obama. | Sarah Palin zum Aufblasen. | Ben Cook hat Barack Obama in Lego porträtiert. | Sarah Palin auch aus Lego. | Ein Palin-Propagandaposter. | Wahlwerbung, von Vati handgedruckt, auf Etsy. | Wenn die ganze Welt wählen könnte, würde Obama Präsident. | Wenn Sarah Palin Präsidentin wäre (rumklicken). | Strippen für Obama. | Sarah Palin-Debattenflußdiagramm (via Daily Kos). | Die neuen Weltherrscherschuhe: Obama-Sneakers. |

Ein Vater hat seiner Tochter hinter dem Rücken der Mutter den Namen Sarah McCain Palin gegeben (via Neatorama). | Erste Ergebnisse eines Wahlkabinen-Designwettbewerbs (via core77). | Everymomentnow.com zeigt in Gestalt eines Kampagnen-Kardiogramms, in wie vielen Artikeln täglich auf die Präsidentschaftsbewerber verwiesen wurde. | Eine wie nicht anders zu erwarten erlesene, kleine Linksammlung zu Obama, McCain, Palin und Bush drüben bei Grow-a-brain. | 

Der kleine Macht-Checker: Google Audio Indexing durchsucht Politiker-Videos nach Schlagworten. In der URL der Google Labs wird die Seite übrigens abgekürzt mit gaudi. | Google-CEO Eric Schmidt unterstützt die Kandidatur Obamas und bringt sich als Technikberater ins Gespräch (via cnet). | Google Maps macht Politik: Eine Karte, auf der man den Lebenslauf von Barack Obama nachverfolgen kann und die Fundrace2008-Karte der Huffington Post mit einer nach Namen und Adressen durchsuchbaren Übersicht, wer für wen gespendet hat (via techcrunch). | Die Spenden in Diagrammform, mit Fransen. | Google Maps - US Voter Info: Wo ist mein Wahlokal?

The Living Room Candidate: US-Wahlwerbespots von 1952 bis 2008. | Die Haustiere der amerikanischen Präsidenten (1959 bis 2000). | Maße und Gewichte der US-Präsidenten von 1896 bis heute (via Swissmiss). | Unsicher? In Wechselwählerstimmung? Machen Sie den Glassbooth-Test, um rauszufinden, wer der beste Präsidentschaftskandidat ist. | 

John McCain-Hundekackefähnchen (ein Flickr Fotoset):

beauchamping - View my most interesting photos on Flickriver

…………………..

 

Wallendes Wissenschaftshaar



Wie Ingenieure T-Shirts falten:


Ralph Segert hat eine hervorragende Blog-Anleitung für Einsteiger und Journalisten ins Netz gestellt (”Mit Weblogs per Du“). |

Es gibt sie noch, die guten Geometrie-Games: The eyeballing Game. | Coole Flaschenöffner, die mich wieder daran erinnern, dass der Computer das erste Werkzeug in der Kulturgeschichte ist, mit dem man keine Bierflaschen öffnen kann. Man begreift, weshalb die Maschine so revolutionär ist. |

→ Der Luxuriant Flowing Hair Club for Scientists™ (LFHCfS) nimmt, wie sich leicht vermuten läßt, ausschließlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Mitglieder auf, die über eine außergewöhnliche Haarpracht verfügen. | Der Microsoft-Entwickler Tamir Khason hat vor vier Jahren einen in gewöhnlich gutrasierten Kreisen viel beachteten Artikel über den Zusammenhang zwischen Programmiersprachen und Gesichtsbehaarung geschrieben. Nun unterzieht er seine Theorie einer neuerlichen Überprüfung. | Die Homepage der Europäischen Gesellschaft für Haarforschung (EHRS). |

Friseursalons der Welt:

Hair Salons, Barber Shops, and the like - around the world - View this group's most interesting photos on Flickriver

→ Frisuren in Second Life:
Hair Styles of SL - View this group's most interesting photos on Flickriver

…………………..




“Die Welt ist eine Google”: Nachbemerkung und Schluß.

Ich sehe die kleine Kontroverse als ein Lehrstück zu einer größeren Frage, nämlich: Wie wollen wir miteinander umgehen? Auch und vor allem im Netz. Wollen wir so miteinander umgehen? Ich bin nicht Knigge, aber etwas wirscher und etwas höflicher könnte nicht schaden.

Mein erster Kommentar war deshalb auch ein Auszug aus einem älteren Text, der sich ausführlich mit dem sozialen Miteinander im Netz befaßt. Mit Fragen wie etwa der, weshalb Menschen sich im Netz oft regelrecht von der Kette lassen, die in der NichtRechnerWelt (NRW) sehr wohl wissen, welchen Beitrag Umgangsformen zur Lebensqualität leisten.

Für meine zwei Zeilen an Marco Dettweiler hatte ich Gründe, die über den Satz “Die Welt ist eine Google” hinausgingen, mit dem sein Artikel beginnt. Wie in meiner Netzkolumne von 2005 mit dem selben Titel geht es auch in dem Dettweiler-Artikel um die Kartierung der Welt. Ich habe das weggelassen, weil ich den Ball flach halten wollte. Ich war neugierig, wollte aber nicht kompromittieren. Kleine dienstliche Anfrage.

Die Antwort ist bekannt. Sie hat mich erstaunt und zu einer Replik veranlaßt, in der ich mir nur wenig Ironie gestattet und stattdessen versucht habe, sachlich zu bleiben, soweit das mit einem solchen Satz und den ihn umgebenden Sachverhalten eben geht.

Viereinhalb Stunden nachdem ich das Posting veröffentlicht hatte, wies mich nrq in einem Kommentar darauf hin, dass Nico Lumma bereits am 29. September 2004 einem Foto vom Online Marketing Tag 2004 in der Fotodatenbank Flickr den Titel “Die Welt ist eine Google” gegeben hat. Tags darauf wies mich Cybaer noch auf einen Beitrag im Usenet-Archiv von Google hin - eine Anfrage von Heike Lauf zu Triumph-Fahrrädern in der Newsgroup de.rec.fahrrad vom 6. Dezember 2004: Die Welt ist eine Google, aber da fand ich nur Infos zu Triumph-Motorrädern und Schreibmaschinen. Hat jemand einen Tip?”

Johny Hardcore (dessen Ausbilder Nico Lumma war) berichtete in seinem Blog eine Woche später über eine angeblich noch ältere Fundstelle des Satzes vom 7. November 2003 - und darüber, dass der betreffende Artikel sehr wahrscheinlich “nachträglich erstellt oder Verändert wurde um ein paar schöne Links zu bekommen”. Link bait (”Links ködern”) heißt die Methode.

Ich habe keine Zweifel daran, dass Nico Lumma den Satz als erster ins Netz geschrieben hat. Wenn’s nach mir ginge, würde der Pokal an die Sachsen gehen, denn auch was geroyche sagt, klingt glaubwürdig - und so hätten am meisten Leute was davon. 

Ich neige mein Haupt vor der Blogosphäre, der immer wieder vorgeworfen wird, keine journalistische Qualität zu produzieren. Das Gegenteil ist der Fall. 

Meine Netzkolumne “Die Welt ist eine Google” vom 13. April 2005 ist nun nur noch der erste journalistisch relevante Text, in dem die Wendung auftaucht. Da ich mich in meiner Anfrage an Marco Dettweiler auf die Welt journalistischer Texte bezogen habe, war die Suche im Google News-Archiv das zusätzliche Werkzeug meiner Wahl, nicht Flickr und nicht das Usenet-Archiv (letzteres eine ernsthafte Nachlässigkeit). Aber diese Welt ist nicht genug, denn die Welt ist eine Google.

Die nicht moderierte, nicht leserbriefbereinigte, unrasierte Art der Meinungsäußerung, wie sie in Blogkommentaren stattfindet, ist nicht jedermanns Sache. Ich habe keine Veranlassung gesehen, die Kommentarfunktion zu beschränken. Was mich überrascht hat, war, dass der Adressat meines Postings nie die Möglichkeit in Betracht gezogen hat, seine Sicht der Dinge umgehend und direkt am Ort des Geschehens zum Ausdruck zu bringen. Auch Marco Dettweilers eigene Website “Wortvolles” ist wortlos geblieben und seit kurzem offline.

…………………..

In ein paar Tagen, wenn in den Kommentaren zu diesem Posting die wichtigsten Positionen zu Wort gekommen sein werden, werde ich das Ursprungs-Posting als auch diese Nachbemerkung löschen, denn das hier ist kein Register für Online-Haltungsnoten, sondern ein Blog. Den Platz der beiden Postings wird ein Text über die Kunst des Vergessens einnehmen.

?

 

E-Mail und die Detektive

? David Hirschmann wird als ein frühes Verkehrsopfer des Internet in die Geschichte eingehen. Er wurde von seiner eigenen E-Mail überfahren. 

Der Diplomand der renommierten Pariser École des hautes études commerciales (HEC), einer Wirtschaftshochschule, ließ sich am 12. Mai in einer Mail an seine Jahrgangskollegen ziemlich hochmütig über eine Unternehmensberatung aus, bei der man ihm für ein Bewebungsgespräch keinen Termin gewährt hatte, der ihm paßte. Fatimah Daddah, eine Kommilitonin, schrieb zurück, er möge doch an das Ansehen der Schule denken und nicht so arrogant sein. Hirschmann erwiderte mit einer Mail voll zotiger Aggressivität. Unbekannte verteilten daraufhin die ganze Korrespondenz an ehemalige nun berufstätige HEC-Studenten in der ganzen Welt weiter, die ihrerseits wilde E-Mail-Eruptionen auslösten. Zehntausende dies- und jenseits des Atlantik wissen nun, wer David Hirschmann ist und welchen Unflat er über seine Mitstudentin ausgegossen hat. Olivier de Koning, stellvertretender Leiter der New Yorker Filiale von Credit Lyonnais, schrieb an Hirschmann: “Du bist noch gar nicht in New York und schon berühmt”. Hirschmann bestreitet inzwischen, daß die obszöne Mail von ihm stammt. Ein Unbekannter habe seinen Account an der Uni gehackt und ihm die Zeilen untergeschoben.

Die Wahrheit ist wahrscheinlich: David Hirschmann hat das neue Medium unterschätzt. Eine E-Mail ist keine Klotür und auch kein Papierbrief. In einem Web-Ring aus 14 miteinander verbundenen Sites, etwa der “Rebel David Page”, machen sich inzwischen angebliche Fans über Hirschmann lustig (“Er ist unschuldig und wird von Feinden der freien Meinungsäußerung attackiert”). Fatimah Daddah hat im Gegensatz zu Hirschmann genau verstanden, was E-Mail möglich macht. E-Mail kann ein kleiner Same sein, der sich innerhalb von Minuten um den Planeten verbreitet und Sturm sät. 

? “Zweifellos vergessen manche Leute die goldenen Regeln des guten Tons nirgendwo so sehr wie beim Telefonieren”, vermerkte Joachim Haller 1961 in seinem berühmten Benimmbuch “Der Gute Ton im Umgang mit Menschen” - “ob das daher kommt, daß sie ihren Gesprächspartner nicht sehen?”. Bei E-Mail fällt nun nicht nur die Gestik weg – auch die Stimme fehlt. Die Reduktion der vielschichtigen Signale, die ein real präsenter Mensch abgibt, auf in Normschrift abgefaßte Zeilen am Bildschirm stellen eine reizvolle Herausforderung an unser Einfühlungsvermögen dar. Wer ist das, der mir da gegenübersitzt, möglicherweise am anderen Ende der Welt? Frau oder Mann, alt oder jung, blöd oder nett? Wie reagiert das Gegenüber auf Argumente? Auf Ironie? Auf Emotionalität? Eine der ersten und eindrucksvollsten Erfahrungen, die wohl jeder macht, der mailt und chattet, ist die, wie viel sich doch aus ein paar dürren Zeilen über jemanden herausspüren läßt - wenn man will. Weniger ist mehr.

Durch das Fehlen eines direkten Visavis entwickelt sich allerdings auch das Mißverständnis zu geradezu nuklearer Macht. Die elektronische Kommunikation beschert uns eine neue, radikale Ehrlichkeit. E-Mail wirkt wie eine Wahrheitsdroge. Im Netz können wir erstmals ausprobieren, was geschieht, wenn wir uns unverstellt zeigen. Das Risiko, zumindest auf den ersten Blick, ist gering. Ein paar doofe Kommentare vielleicht. Aber niemand zeigt mit dem Finger auf uns. 

? 1991 veröffentlichten die amerikanischen Soziologinnen Lee Sproul und Sara Kiesler die Ergebnisse einer ersten Langzeitstudie zu den Auswirkungen von E-Mail. Das Kommunikationsverhalten veränderte sich durch den nahezu völligen Abbau der Einflüsse von sozialem Status und Aussehen. Positiv verzeichnet wurde der Verzicht auf soziales Posieren (“Posturing”) und “eine neue Ehrlichkeit”. Offenbar fällt es Menschen leicht, Schwächen und intime Züge einzugestehen, wenn sie diese einem Computer anvertrauen. Negativ fiel eine Tendenz zu extremen Positionen auf, die oft vehement vertreten werden.

E-Mail ist im Internet zum beliebtesten Feature geworden. Einer der maßgeblichen Gründe ist der Fortfall herkömmlicher Umgangsformen - das ist nicht negativ zu verstehen. Dazu muß man etwa wissen, daß ein Amerikaner unmöglich ein Telefongespräch mit dessen eigentlichem Gegenstand beginnen darf. E-Mail erlaubte plötzlich eine klare, von manchen allerdings als schroff empfundene Direktheit. Das Prompte hat immer auch etwas Barbarisches. E-Mail ist eine neue Kommunikationsform, und wir müssen den Umgang mit ihr erst erlernen.

? Im letzten Jahrhundert begann der Mensch in zwei Teile zu zerfallen: Die Tiefenpsychologie beschrieb die Psyche als seelischen Komplex ohne körperliche Wurzeln. Cyberspace ist kein stofflos tauber Raum. Da kommen richtig Gefühle in Bewegung. Die schmale Bandbreite des Geschriebenen hat zwar eine phantastische Hebelwirkung als Auslöser, aber sie ist denkbar ungeeignet, aufgewühlte Gemüter zu moderieren. Verbalradikale, Nervtöter (“net bozos”) und Gemeinschafts-Saboteure erproben neue Formen von Sozialversagen, die es im nichtdigitalen Raum noch nicht gab. 

Als ich mal in einem internen Debattenbereich ein ernstes Problem zu lösen versuchte, fielen Leute, mit denen ich zum Teil seit 20 Jahren befreundet war, plötzlich über mich her wie Kampfhunde. Ich griff zum Telefon und führte lange Gespräche, und ich setzte mich in den Zug, als ich merkte, daß nur noch ein persönliches Treffen hilfreich sein würde. 

E-Mails sind wie Amöben: Sie sterben nie. Obwohl man denkt, sie seien gelöscht, geistern sie als Sicherungskopien herum oder können über andere Wege rekonstruiert werden. “Viele Menschen verstehen nicht, daß eine E-Mail nicht wirklich weg ist, wenn man auf die Löschtaste drückt”, weiß der auf Internet-Fragen spezialisierte Anwalt Terry Loscalzo. In Scheidungsfällen entwickeln sich Festplatten - in ausspionierter oder beschlagnahmter Form - seit Jahren zu Goldgruben inkriminierender Information für die jeweils gegnerische Partei. 

“Es gibt nichts Schwerwiegenderes in einem Prozeß als eine handgeschriebene Notiz oder eine E-Mail”, sagt der Kartellrechtsspezialist Tyler Baker aus Dallas. Im Juni 1996 schrieb Bill Gates in einer E-Mail: “Wenn wir [dem Chef der Software-Firma Intuit] für den Tausch der Browser in den nächsten Monaten einen Gefallen tun könnten, der uns so um eine Million Dollar kostet, dann wäre ich offen dafür.” Diese und viele andere E-Mails rieb die Anklage in dem Antitrust-Verfahren gegen Microsoft den Vertretern des Unternehmens unter die Nase. Auch Microsoft-Vizepräsident und Forschungschef Nathan Myhrvold hatte stets für reichlich Mails und Memos gesorgt, nun wandte sich seine Mitteilungsfreudigkeit gegen ihn. In einer - sichergestellten - E-Mail vom 2. Mai 1996 hatte er davon gesprochen, wie man Internet-Provider dazu zwingen könne, ihre Kunden zu mindestens 85 Prozent mit dem Webbrowser von Microsoft auszustatten. Myhrvold dementierte, aber die Anklage präsentierte E-Mail um E-Mail. Inzwischen hat Myhrvold das Unternehmen verlassen.

? E-Mail ist, als ob man seine Post nicht im Umschlag, sondern auf Postkarten verschicken würde. Was man in einer E-Mail sagt, sollte man auch in der Öffentlichkeit laut vorlesen können. Ob eine E-Mail authentisch ist oder nicht, ist im übrigen nicht einfach herauszufinden. Jeder kann eine Mail erzeugen, die so aussieht, als hätte jemand anderer sie geschickt. 1992 wurde Adelyn Lee, einer Mitarbeiterin des Datenbankherstellers Oracle, gekündigt. Firmenchef Larry Ellison erhielt im Anschluß eine E-Mail von seinem Vizepräsidenten: “Ich habe Adelyn auf deinen Wunsch hin erledigt.” Lee klagte erfolgreich gegen ihre Entlassung und erhielt 100.000 Dollar Abfindung. Zwei Jahre später mußte sie das Geld wieder abliefern und wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Man hatte ihr nachgewiesen, daß sie die E-Mail selbst geschrieben hatte.

 

Den Artikel “E-Mail und die Detektive”, aus dem dieser Auszug stammt, habe ich 1999 für das Magazin Konr@d geschrieben.

…………………..

 

Die Kunst des Vergessens

.

Während manche ziemliche Angst davor haben, dass ihre Daten verlorengehen könnten, hoffen andere auf genau das.

Von Mobiltelefonen konnten Computer eine ganze Menge lernen, bis vor kurzem jedenfalls. Die kleinen Handys beherrschen eine große Kunst: das Vergessen. Inzwischen kann man sie mit zunehmend großen Speicherkarten ausstatten. Davor konnte man außer seiner Telefonliste gerade mal eine eine Handvoll SMS speichern. War die Karte voll, mußte man welche löschen. Newsjunkies und Blogger horten heute Textvorräte, als läge das Durchschnittsalter des Menschen bereits bei 500 Jahren. Sicherheitsbehören würden am liebsten jedem Neugeborenen einen jener Funkchips implantieren lassen, die in den kommenden Jahren aus der Warenwirtschaft ein datenschwirrendes Paletten-Internet machen werden. Da wir, mit einem Wort, im Zeitalter des kompletten Speicherwahns leben, ist die Kunst des Vergessens, in der die Mobiltelefone uns unterweisen, vorbildlich und zukunftsweisend.

Das unmäßige Alles-Aufheben begann schon in der PC-Frühzeit. Auch wenn man bald seine Software-Favoriten gefunden hatte, behielt man nicht nur die eine Textverarbeitung oder das eine Kopierprogramm, das man auch tatsächlich benutzte, sondern alle, derer man jemals habhaft geworden war. Heute können die Hersteller von Festplatten und anderen Speichermedien gar nicht so schnell liefern, wie der Platz auch schon wieder vollgestopft ist.

Die forcierte Neigung, nichts mehr zu löschen und auch noch die verwackelten Fotos undsoweiterundsofort aufzubewahren, führt zu einer gefährlichen kulturellen Transformation.  Denn nicht nur die Individuen sammeln Daten wie verrückt, auch Unternehmen und Behörden. Und Computer, vor allem in vernetzter Form, vergessen nicht. Was ich vor Jahren ins Netz geschrieben habe, ist mit unveränderter Leuchtkraft zu lesen. Es hält starr und statisch einen Zustand meiner Persönlichkeit fest, die sich längst weiterentwickelt hat.

Das Vergessen ist nicht nur eine wichtige Funktion jeder Entwicklung. Einiges von dem, was unsere Zivilisation ausmacht, wäre nicht denkbar ohne das Vergessen. Wenn einem Menschen ein Elefantengedächtnis nachgesagt wird, verheißt das nicht nur Gutes – man empfindet so jemanden bisweilen als nachtragend. Auch Resozialisierung oder Vergebung sind veredelte Formen des Vergessens.

Um wie viel einfacher wäre die Handhabung der Informationsgischt, die ständig an unsere Bildschirme brandet, wenn Dateien ebenso altern und vergehen würden wie das Laub auf Bäumen oder verblassende Gedanken.

“I can’t forget”, heißt es in einem Lied von Leonard Cohen, “but I don’t remember what.“

…………………..

Im Zahlenrausch: Die Blogosphäre

? Es gibt etwa 500.000 Blogs weltweit (Juni 2003). | Zwischen 6,5 und 10 Millionen Blogs (”Der größte Teil davon tot.”) (November 2004). | Weltweit gibt es mehr als 50 Millionen Blogs (April 2005). | Im August 2007 waren es 94 Millionen Blogs, im November 2007 bereits 109,2 Millionen. | 

Schätzungen über die Zahl der deutschen Blogs schwanken zwischen 60.000 und 300.000 (Dezember 2006). | Fünf Prozent der Deutschen schreiben Weblogs (Juli 2006). | 2,64 Prozent der Deutschen sind Blogger (September 2007). | Etwa 880.000 deutschsprachige 14- bis 64-jährige Internetnutzer schreiben gelegentlich in ihrem eigenen Weblog, 340.000 tun dies regelmäßig (Oktober 2007). | 18 Prozent der Deutschen lesen Blogs (2007). | 

? Von 170 befragten deutschen Journalisten nutzen über 90 Prozent Wikis, RSS-Feeds und Blogs. Rund zwei Drittel sieht sich regelmäßig in der Blogosphäre um. 86 Prozent sehen Blogs nicht als Konkurrenz zur eigenen Berichterstattung. (Februar 2007). | Nach einer Studie von BILDblog haben 12,5 Prozent der Befragten den Feed abonniert, 85,4 Prozent rufen das Blog manuell oder via Bookmark direkt auf (Herbst 2007). | 

In Frankreich haben bereits 90 Prozent der Internet-Nutzer etwas von Blogs gehört, in Italien 58 Prozent, in Deutschland 55 Prozent, in Spanien 51 Prozent, in Großbritannien 50 Prozent. 27 Prozent der Franzosen haben schon Blogs gelesen, 16 Prozent der Spanier, 15 Prozent der Deutschen und Italiener und 14 Prozent der Briten. Selbst bloggen nur drei Prozent der Europäer, in Deutschland sind es zwei Prozent (November 2006). | 

? Etwa 56 Prozent der aktiven englischsprachigen Blogs sind Spam (September 2006). | Schätzungsweise 30 Prozent aller Blogs stehen unter Spam-Verdacht (März 2008). | Matt Mullenweg schätzt, dass es etwa 25-30 Millionen Nicht-Spamblogs gibt, von denen etwa 8-14 Millionen tatsächlich aktiv sind und regelmäßig neue Beiträge aufweisen. Der interessante Kern der Blogosphäre umfaßt laut Mullenweg etwa 4 bis 5 Millionen Blogs (März 2008). |

Eine Studie erwartet in den USA für das Jahr 2012 mehr als 145 Millionen Blogger (Mai 2008). |

Derek Price errechnete, daß bei der gegenwärtigen Wachstumsrate der wissenschaftlichen Produktivität in ein paar Jahrhunderten auf jeden Mann, jede Frau, jedes Kind und jeden Hund auf unserer Erde Dutzende Wissenschaftler kommen würden.”

(Lewis Mumford, 1967)

……………………….