Archiv für die Kategorie 'Geschichten'

Essen mit einem alten Freund



(Gefunden bei thisisnthappiness.com | via magnificent ruin)

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Lobster Tea Party, 1938




“Anne and her family lived alone on an island. She enjoyed having tea time with her friends the spiny lobster and baby hawk.” – National Geographic, August 1938

(Gefunden bei retronaut.co)

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Stephen Fry: What I Wish I Knew When I Was 18


Da lohnt das Englischlernen …



Dank für den Tip an Max Ackermann!

(Gefunden bei openculture)

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Die Katze, die Room 8 hieß

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Die Abschlußklasse von 1953, in der Bildmitte: Room 8.

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Im Jahr 1952 kam ein streunender Kater in die Elysian Heights Elementary School in Los Angeles. Er war etwa sieben Jahre alt, mager aber gesund und hatte sich offensichtlich vorgenommen, in der Schule zu leben. Die Schüler adoptierten ihn, sie teilten ihre Pausenbrote mit ihm und der Kater ließ sich in Room 8 nieder, verschwand jede Nacht und war jeden Morgen wieder da. Die Pausenbrote müssen gut gewesen sein, denn Room 8, wie die Katze nun hieß, blieb 15 Jahre an der Schule.

Den Sommer über verschwand er und tauchte am Ende der Ferien jedesmal wieder auf. Zeitungen schrieben über die Katze, Fernsehkameras wurden zu Schulanfang aufgebaut und über die Rückkehr des Streuners in die Schule berichtet. “Time” schrieb über ihn und “Look” brachte im November 1962 ein dreiseitiges Feature. Room 8 wurde berühmt.

Eine Dokumentation wurde gedreht (”Big Cat, Little Cat”), 1966 erschien ein Kinderbuch (”A Cat Called Room 8“) und 1971 schrieb der Gitarrist Leo Kottke ein Instrumental mit dem Titel “Room 8″ für sein Album Mudlark. Manchmal kamen täglich bis zu 100 Briefe, die an die Katze adressiert waren und von den Schülern pflichtbewußt beantwortet wurden, insgesamt etwa 10.000 Briefe. Jedes Jahr kam Room 8 mit auf das Foto der Abschlußklasse.

Woher auch immer er gekommen war, er schien gefunden zu haben, was er gesucht hatte. Room 8 starb im August 1968 mit 22 Jahren an den Folgen eines Katzenkampfs. Sein Nachruf in der Los Angeles Times lief über drei Spalten und stand neben den Nachrufen auf bedeutende Politiker. Die Pfotenabdrücke von Room 8 sind im Gehsteig vor der Schule verewigt und die Lehrer lesen mit jeder neuen Klasse das Kinderbuch über den Kater.

1972 wurde ein Tierheim für Katzen eingerichtet, The Room 8 Memorial Foundation. Leute aus der Nachbarschaft erinnern sich in Blogs an Room 8: I still remember him vividly, his slow walk, gray hair and those big yellow eyes. He’d come by at his leisure and dine with our two family cats and actually stayed around for one full summer. He lived a great life.

(Gefunden bei futilitycloset)

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Jeder Tag tut weh



“Every day hurts” von Gone aus Kroatien
ist ein kurzer Film über einen obdachlosen Mann:

(Gefunden bei Vimeo)

→ Hierzu siehe auch:

Der Mann mit der Papierrose
Draußen, mit Würde und Weh
Der Gentleman-Ruderer
Der Baum und die Katze

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Mit den Waffen einer Frau (Noncombatant)






Die Ehe von Marilyn Monroe mit dem US-Baseballstar Joe DiMaggio wurde am 14. Januar 1954 geschlossen und dauerte nur neun Monate. Monroe traf DiMaggio 1952 während der Dreharbeiten zu dem Film Liebling, ich werde jünger bei einem arrangierten Blind Date. Die Ehe wurde von der Öffentlichkeit und der Klatschpresse intensiv verfolgt. DiMaggio, der sich aus dem aktiven Baseball-Sport zurückgezogen hatte, wünschte sich eine häusliche Ehefrau, während Monroe auf dem Höhepunkt ihrer Karriere war. Wenn seine Frau ihm schilderte, wie sie wieder einmal bewundert worden sei, pflegte DiMaggio bitter zu antworten, dass er sich gut an dieses Gefühl erinnere. Als während der Dreharbeiten für den Film Das verflixte 7. Jahr Monroes Kleid über einem U-Bahnschacht immer wieder hochgewirbelt wurde, bekam DiMaggio vor hunderten von Zuschauern einen Eifersuchtsanfall. Am 31. Oktober 1954 wurde die Ehe wegen gegenseitiger seelischer Grausamkeit wieder geschieden. In späteren Jahren pflegten Monroe und DiMaggio wieder herzlichen Kontakt. Nach dem Tod Marilyn Monroes veranlasste Joe DiMaggio, dass zwanzig Jahre lang jede Woche eine rote Rose an ihr Grab gebracht wurde.

(Gefunden bei cargohoo)

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Back to work


• Ein Bericht über eine 93-jährige Amerikanerin, die mit der Finanzkrise ihr Investment verloren hat und wieder zur Arbeit geht:







• Eine Blondine, die nach 30 Jahren wieder zur Arbeit geht (Der Spot dauert nur 4 Sekunden; wer jünger als 30 ist, wird ihn möglicherweise nicht verstehen):




(Gefunden bei YouTube | Dank für den Tip an Stuart Schlossman )

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Journalism in the Age of Data


“Journalists are coping with the rising information flood by borrowing data visualization techniques from computer scientists, researchers and artists”, schreibt Geoff McGhee. “Some newsrooms are already beginning to retool their staffs and systems to prepare for a future in which data becomes a medium. But how do we communicate with data, how can traditional narratives be fused with sophisticated, interactive information displays?”



(Gefunden bei murdeltas)

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Der Baum und die Katze


Zehn Minuten Zeit? Hier ist eine Fabel über das Miteinander.

Die ideale Reihenfolge, aber das dauert länger als zehn Minuten, wäre: Erst “Der Fremde” von Albert Camus lesen und dann “Der Baum und die Katze” sehen:






“Der Baum und die Katze” (1983), produziert vom ehemaligen Studio des populärwissenschaftlichen Films in Kiew. | Buch: Irina Glebova, Regie: Yevgeny Sivokon, Musik und Sound: Vadim Khrapachev und Igor Pogon, Animatoren: Nina Churilova, Igor Kovaliev und N. Zurabova.


(Gefunden bei bei neatorama | via animationrainbow)

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Ohne Worte






(Gefunden bei soberinanightclub)

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Kleinstadtleben

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Am 5. Juni habe ich hier ein Comic-Schnipsel gepostet - “Mal sehen, wie das Kleinstadtleben ist”. Dazu hat Claudia Böhm einen Kommentar geschrieben, den ich aus dem schattigen Kommentarkeller hochholen möchte, weil er so großartig ist:

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It is difficult, be sure!

Du hast gut gewohnt, gut gewohnt bedeutet in diesem Fall, du hattest eine ruhige Wohnung im Hinterhof einer wunderbaren Stadt und keine zwei Straßenecken weiter sprudelt das Leben nur so aus dem Boden. Der Bäcker, der Supermarkt, die gefühlten 35000 verschiedenen Restaurants, die U-Bahn, der Trödelmarkt, der Dönermann, die Bank die Bibliliothek, der Park, die Prachtstraße der Stadt und natürlich das Kino sind gleich da draußen, sofort und leicht erreichbar.

Die U-Bahnstation verfügt sogar über einen 24-Stunden-Shop. Man muss noch nicht einmal bei den öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Abfahrtzeiten achten, es ist eine Dauersendung, verpasst man die eine Bahn, kommt schon die nächste. Früher dachte ich, die Zeit zwischen der gerade verpassten und der nächsten wäre eine Ewigkeit. Ganz falsch; es ist ein Fliegenschiss.

In einer Kleinstadt kann es Stunden dauern, bis die nächste fährt, vielleicht kommt auch gar keine mehr oder sie fährt nicht ganz dahin, wohin man eigentlich will (hier bekommt das Wort eigentlich mal einen Sinn) man lässt sich aber darauf ein, man hat keine Wahl, der Umweg den man zusätzlich noch in Kauf nimmt und auch die Umsteigevorgänge werden hingenommen und dann steht man irgendwo in der Pampa und jetzt geht nur noch ein Taxi. Aber man stellt fest, es gibt keins, jedenfalls nicht sofort. Die fahren da nicht so einfach herum, die stehen nicht mal am Bahnhof. Man muss sie anrufen und dann noch ganz viel Geduld aufbringen. Nein, nein, es kommt auf keinen Fall gleich, es dauert. Jetzt heißt es Zähne zusammen beißen, nicht ausflippen, schön reden. Schön reden hilft immer. Ich finde Kleinstadt und schön reden gehört einfach zusammen.

Da bricht in mir schon mal Panik aus, wegen der Sorge, den Zug, den Zug mit dem richtigen Ziel zu verpassen, ehrlich gesagt, fahre ich deshalb so gut wie mir mit ihm, nur, wenn es unbedingt sein muss. Und dann geht der Stress los. Es bedeutet Stress für mich, darauf zu achten, wann ich von zu Hause los muss. Dieser Zustand kann schon mal 2 Stunden vorher einsetzen.Ich bin immer noch nicht in der Lage, die Strecke zwischen unserem Haus und dem Bahnhof realistisch einzuschätzen, deshalb sitzt ich dann auch mal eine halbe Sunde auf dem Bahnsteig und warte auf die einzige, in einem Zeitfenster von 5 Stunden, fahrende Bahn. Da hört sich eine halbe Stunde Wartezeit nicht nach einem Opfer an und ich finde ich habe durchaus die Berechtigung dort zu sitzen,denn ich weiß ganz genau heute gibt es keine zweite Chance. Allerdings kann ich immer noch nicht glauben, dass ich nur ca. 5 Minuten mit dem Fahrrad brauche um den Bahnhof zu erreichen. Deshalb werde ich dann trotz dieses Wissen

s nervös, schaue dauernd auf die Uhr und entscheide dann,  lieber ein wenig früher loszufahren. Und da sitze ich dann ganz alleine und bewundere die Menschen (die anderen zwei) die lässig schlürfend fast zeitgleich (für wirklich zeitgleich  hat dann doch keiner den Mut)  mit dem Zug auf dem Bahnsteig eintreffen, wissen die nichts von all dem? Respekt!

Vielleicht ist es aber auch nur eine sehr seltene,oder auch nur eine mich bestreffende Disfunktionalität; die Unfähigkeit der Zeiteinschätzung.

Es könnte aber auch so kommen, sobald nur genügend Menschen von diesem Makel erfahren würden, könnten sich tausende Selbsthilfegruppen zusammen tun, man könnte an Kongressen teilnehmen, Tabletten dagegen Erfinden und Unmengen von Ratgebern schreiben. Wer weiß!

Aber eins weiß ich, wenn dann die Bahn kommt, weiß ich das ist meine und ich werde da einsteigen, selbst wenn der Zugführer, warum auch immer, wegen des Alkoholgehaltes in seinem Blut oder auch wegen der schief stehenden Sonne oder einfach nur aus einer Laune heraus (sehr unwahrscheinlich/das ist aber eine andere Geschichte) in seine Anzeigetafel anstatt Dreieich-Buchschlag mal eben Massachussses eingetippt hätte. Ich würde einsteigen, ich würde keine Sekunde zögern. Diese Gewissheit steht mir zu. Diese Gewissheit habe ich mir dann aber auch nach all dem Stress verdient, dass da keine andere mehr kommt, jedenfalls nicht heute.

Aber schauen wir mal auf die schönen Dinge: Ich habe jetzt jeden Tag einen Parkplatz vor der Tür, wenn ich es recht bedenke, könnte ich drei Parkplätze belegen, zugegeben, der dritte erfordert etwas Glück, ein ganz klein wenig.

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Das Geheimnis von WGASA

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1972 eröffnete der San Diego Wild Animal Park, durch den die Besucher auch mit einer Einschienenbahn fahren konnten. Die Bahn hieß the Wgasa Bush Line. Die meisten Besucher dachten, der exotische Name sei Afrikanisch.

In Wirklichkeit war die Bezeichnung während eines Meetings in der Planungsphase ins Spiel gekommen. Als dem Chefarchitekten Chuck Faust aus dem Stand kein Name einfiel, schrieb er WGASA auf die Pläne. “Alle lachten, weil sie die wahre Bedeutung kannten, aber es gefiel ihnen, weil es sich so afrikanisch anhörte”, schrieb Charles Schroeder, der Gründer des Zoos, später. “Wir dachten, dass WGASA nur eine Projektbezeichnung bleiben würde. Aber die Bahn heißt immer noch so.”

WGASA steht für “Who gives a shit anyway?”

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(Gefunden bei futilitycloset)

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Big Boy

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Zwei Brüder und ein Waschbär, den sie mögen.
Eine Dokumentation von Matthew Salton:

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(Gefunden bei Vimeo)

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Die Bremer Stadtmusikanten im 21. Jahrhundert

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Dies ist eine kurze Dokumentation von Erik Clapp über einen Mann namens Gregory Pike aus Telluride, Colorado. Gregory fährt von Stadt zu Stadt und verdient sein Geld mit seinen drei Tieren, einem Hund (Booger), einer Katze (Kitty) und einer Ratte (Mousy). Gregory Pike ist ein Mann des Friedens und seine Botschaft lautet: Wenn diese Tiere friedlich zusammenleben können, warum können wir das nicht?

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Wer Gregory und seinen Gefährten etwas spenden möchte, kann das hier tun.

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(Gefunden bei unstage)

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Kauft doch was

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(Gefunden bei everythingrandom)

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Draußen, mit Würde und Weh

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Philip Bloom: Promo for Channel 4 doc, The Insider.

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• Hierzu siehe auch:

Der Mann mit der Papierrose. |
Glück und Tod. |
Die Tage sind lang, aber die Jahre sind kurz. |
Die Taxifahrt, die ich nie vergessen werde. |
Der Gentleman-Ruderer. |
Ein blinder Bergsteiger. |
Ein Fisch ist tot. |
Hoffnungslosigkeit. |

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Hoffnungslosigkeit

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Florida, 2009

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DCvision2006 - View my 'dispair' set on Flickriver

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“I like to take pictures. It’s as easy to take a picture as it is difficult to take a good picture. Sometimes the good ones are gifts, sometimes the good ones require days of standing still and being quiet, sometimes you find them after weeks of looking for something else.”

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(Gefunden im Flickr-Photostream von DCvision2006)

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Die Tage sind lang, aber die Jahre sind kurz

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Eine Audio-Slideshow von Gretchen Rubin über Dinge, die sich nicht festhalten lassen:

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(Gefunden bei growabrain)

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Benachrichtigung

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Eines Nachmittags läutete es an der Haustür der Wohnung von Peter Sellers in London. Sellers arbeitete in seinem Studio im ersten Stock und seine Frau Anne ging zur Tür. Es war ein Telegramm für sie: BRING ME A CUP OF COFFEE. PETER.

Die Wikipedia über Peter Sellers (1925-1980). |

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(Gefunden bei Futility Closet)

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• Hierzu siehe auch:

WO WARST DU?

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Der Kryptoflorist [Update]

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Der New Yorker Florist Max Schling schaltete einst eine Anzeige in der New York Times, die zur Gänze in Kurzschrift abgefaßt war. Hunderte neugieriger Geschäftsleute gaben die Anzeige ihrer Sekretärin und baten um eine Übersetzung. Und die Sekretärin las vor: “Wenn Sie Blumen für die Frau vom Chef besorgen, denken Sie an Schling’s Blumengeschäft.”

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Pitman Kurzschrift-Lektion (Scan: Teresa Stanton, Flickr/CC-Lizenz). Die Pitman-Kurzschrift wurde von dem Engländer Sir Isaac Pitman (1813–1897) erstmals im Jahre 1837 präsentiert.

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Hier eine Anzeige für das Blumengeschäft des Österreichers Max Schling (”The Telegraph Florist of New York”) von 1925. [Der Link ist repariert]

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(Gefunden bei Futility Closet)

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Der Gentleman-Ruderer

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Bei den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam führte der australische Ruderer Bobby Pearce im Viertelfinale, als er über die Schulter sah, dass vor ihm eine Entenfamilie seine Bahn kreuzte. Er hielt seine Ruder an und ließ sie passieren. Währenddessen überholte ihn der Franzose Victor Saurin und setzte sich mit fünf Längen Vorsprung an die Spitze. Aber Pearce ruderte wieder los und gewann am Ende mit grandiosen 20 Längen Vorsprung. Er stellte einen neuen Streckenrekord auf und wurde zum Liebling der niederländischen Kinder.

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(Via Futility Closet)

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Ein blinder Bergsteiger

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Trailer zu Uwe Behringers Film “Blind am Abgrund” über den blinden Bergsteiger Andy Holzer, der am 12. November beim 21. Internationalen Berg+Abenteuer-Filmfestival Graz gezeigt wird:

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Jung und alt (und der Airbag)

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Die Wege des Lebens, in einem einzigen Kameraschwenk und einem Zoom poetisch und urkomisch zusammengefaßt:

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Dank für den Tip an Harry Golbach!

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Ein Fisch ist tot

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IN DEN ENGLISCHEN MIDLANDS nahe Peterborough liegt der Kingfisher Lake, ein ruhiger See. Hier lebte Benson, der berühmteste Karpfen Englands; ein weiblicher Karpfen, um genau zu sein. Wo genau das Tier geboren wurde, weiß niemand mehr, aber mit zehn, als es in dem See ausgesetzt wurde, war es bereits ein Prachtstück. In den schattigen Buchten wuchs der Fisch heran. Und wuchs. 2006 hatte Benson gut 29 Kilo und war annähernd kreisförmig.

In ihren großen Tagen erinnerte die Fischdame die einen an Marilyn Monroe, andere an Raquel Welch. Geschmeidig, ein träges, goldenes Schlenkern, streifte sie durch das Seegras. Die glänzenden Schuppen waren perfekt, wie gemalt, so drückte ein Fan es aus. Ein Witzbold hatte sie Benson genannt wegen eines schwarzen Flecks auf ihrem Rücken, der ihn an ein Zigarettenbrandloch erinnerte. Es war ein aparter Fleck, hübsch wie das Muttermal einer Schönheit aus dem 18. Jahrhundert. Dazu die vollen Lippen, ob sie einem nun heißblütig oder schmollend erschienen, und ein ungerührter Ausdruck; Benson lächelte selten.

Ihr Freund Hedges, ein treuer Begleiter auf ihren Schwimmwegen, wurde 1998 von den Wassern des angrenzenden Flusses Nene fortgetragen. Benson, verlassen, begann sich Kummerspeck anzufuttern. Nichts wurde verschmäht. Würmer, Plankton, Flusskrebse, Wasserlilienwurzeln – alles verschwand in dem gezahnten, großen Maul. Sie verwandelte sich in einen fischförmigen Staubsauger, der sich durch den nahrhaften Schlamm und durch Schichten von Ablagerungen arbeitete. Es gab auch exotische Angebote. Käsewürfel, Wurststückchen, Brotkrusten, Hundekuchen und Eiskrem kamen ins Wasser geflogen. Benson nahm sich ihrer an. Sie war aber nicht so dumm, zu glauben, dass diese Dinge aus dem Nichts kommen. Sie konnte die Angelschnüre sehen und an ihrem anderen Ende die verschwommenen Schemen von Bert oder Mike oder Stan, die einen ruhigen Sonntag ohne ihre Frauen mit einer Dose Bier unter einem Schirm verbringen wollten.

An heißen Tagen stieg Benson manchmal unter die Oberfläche und glühte und schimmerte ein wenig. Oft sah sie sich das alles auch länger an und wühlte etwas Schlamm auf, um sich in ihrer schuppigen Schönheit zu verschleiern. An Sommertagen stieg sie vom Grund auf, gleißend und verlockend, beschirmt von Lilienblättern über ihr und spielte Haschmich, ehe sie wieder in ihre schattige Unaufgeregtheit zurücksank. Dann, warum auch immer, biß sie an. Die ersten Male am Haken schmerzten höllisch, aber mit den Jahren gewöhnte sie sich daran und ihr ledriges Maul nahm den Haken stolz entgegen.

Auch wenn es sie ins Rampenlicht zog, blieb sie bewundernswert gelassen. Das war sie ihrer Pracht schuldig. Sie posierte mit dem Fotografen ohne eine Regung und hielt den Atem an. Es gibt ein Foto von ihr mit Tony, dem Besitzer des Sees, der dem Wall Street Journal verriet, dass er “eine ganz besondere Beziehung” zu ihr hatte; mit Ray, der sie um zwei Uhr früh fing und ihren Schönheitsschlaf störte; mit Matt mit dem scheuen Lächeln und dem Wollhut; mit dem bärtigen Kyle, für den sie besonders finster und schmollmündig dreinschaute; und mit Steve, der die Zeitung Peterborough Today ungalant wissen ließ, sie fühle sich an “wie ein Sack Kartoffeln” und sei “für jedermann verfügbar”. Das war sie nicht, aber etwa 50 andere Angler hielten sie in ihren Händen oder betatschten sie. Klaglos schmiegte sie sich in ihre Arme, ehe sie wieder in ihr Element hinabgelassen wurde.

Diese Männer könnten einer geheimen Gesellschaft angehören, die sich zu später Stunde an verborgenen Orten rund um den See trifft. Sie reden von Boilies mit Klappösen,  Auftriebsschaum, Marker- und Wallerposen und Kugel-Runclips. Daten und Gewichte werden erwähnt wie geheime Codes. Ein Weilchen absorbierte Benson jeweils die Anflutungen einer etwas grelleren und komplexeren Sphäre, hörte die blecherne Musik aus ihren Radios und starrte in das blendende Tageslicht. Es hätte bestimmt einiges gegeben, das sie noch interessierte, aber ihre Angler mußten wieder nach Haus zu ihrem Fußball und ihrem Tee.

Am Ende machte ihr wahrscheinlich die Gier den Garaus. Es heißt, sie habe einen Köder aus ungekochten Chufa-Knollen verschluckt, die dann in ihr aufquollen, bis sie mit dem Bauch nach oben trieb; leere Papiertüten, die darauf hindeuten, wurden am Flußufer gefunden. Kann auch sein, dass sie schwanger war, mit 300.000 Eiern, und es Komplikationen gab; oder sie war gestreßt von so viel Gefangenwerden und Zurück-ins-Wasser-gesetzt-werden, ständig am Rand des Untergangs. Über dem Wasserspiegel, an der Grenze zwischen Leben und Tod auf dem See, atmete sie die fatale Luft ein und ging nicht mehr unter. Und da lag sie, Weisheit aus der Tiefe: so golden und so still.

Benson starb am 29. Juli 2009 im Alter von 25 Jahren.

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(Via The Economist | Dank für den Hinweis an Max Ackermann)

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Die Fische, die eingangs herumschwimmen, kann man per Mausklick füttern. Wer auch solche Fische haben möchte, kann sich drüben bei Adam Bowman den Code angeln. (Via …aux Champs Elise) |

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Alles nur ein Irrtum

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Aus dem Online-Portfolio von Flux Labs: notes from a drowning |
fluxismo twittert.

(Via thisisnthappiness)

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Der Mann mit der Papierrose

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Anfang August war der Filmemacher Donald Kilgore mit ein paar Freunden zu einem Dreh in Downtown Huston. An der Main Street begegneten sie diesem Mann. Sie kamen ins Gespräch, und der Mann erzählte von seinem Leben und seiner einzigartigen Kunst. Dieser Mann, der obdachlos ist, fertigt Papierblumen aus Taschentüchern und anderen Papierresten, die er im Papiermüll findet. Seine Papierblumen sind außerordentlich detailliert. Er verwandelt Müll in etwas Schönes. Für eine solche Blume braucht er einen Tag.

“Ich habe es bedauert”, schreibt Kilgore in seinem Blog, “dass ich diese Rose nicht gekauft habe. Ich hatte kein Bargeld dabei. Er wollte uns die Rose schenken, aber das wäre nicht recht gewesen. Er hat einen ganzen Tag daran gearbeitet. Ich will versuchen, ihn wiederzufinden und ihm zu zeigen, wie der kurze Film geworden ist. Und ich möchte eine seiner kunstvollen Blumen kaufen.

Er war sehr fotogen und hatte Spaß daran, dass wir ihn fotografiert und gefilmt haben. Ich wünschte, mehr Menschen wären so offen vor der Kamera. Eine solche Begegnung hat man nicht oft. Als wir am Gehen waren, sagte er, dass er für uns etwas singen wolle. Der Song erzählt seine Geschichte, woran er glaubt, seine Erfahrungen und seine Überlebensphilosophie.”

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Nur hin

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CARL McCUNN wurde 1946 in Deutschland geboren, während sein Vater in der US Army diente. Er wuchs in San Antonio in Texas auf, war vier Jahre bei der Navy und wurde dann Naturfotograf. Er fotografierte wild lebende Tiere. 1970 zog er nach Anchorage in Alaska um.

Im März 1981 ließ er sich von einem Buschpiloten in einer verlassenen Gegend an einem See in der Nähe des Coleen River absetzen, um zu fotografieren. Dort hatte er 1976 schon einmal fünf Monate verbracht. Er hatte 500 Rollen Film dabei und Vorräte, die bis zum Sommer reichten. McCunn war der Meinung, er habe mit dem Piloten verabredet, dass der ihn im August wieder abholen solle. Aber das hatte er nicht.

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ÜBER ACHT MONATE führte McCunn Tagebuch in einer Ringbuchmappe. Als er Mitte August zurückwollte, wurde ihm klar, dass er sich dem Piloten gegenüber wohl nicht klar genug ausgedrückt hatte. Zu seiner allergrößten Erleichterung sah er nach ein paar Tagen ein Flugzeug, das über ihm kreiste.

Er gab Handzeichen, um das Flugzeug zum Landen zu veranlassen; jedenfalls dachte er das. Der Pilot, der von besorgten Freunden geschickt worden war, sah, dass McCunn das all-OK-Signal winkte und dann langsam zu seinem Zelt schlenderte. Also nahm er an, dass alles in Ordnung war und flog zurück. Nachdem das Flugzeug verschwunden war, wurde McCunn klar, dass er das falsche Handsignal gegeben hatte.

Sein Lager befand sich etwa 350 Kilometer nördlich von Fairbanks und 120 Kilometer von Fort Yukon entfernt. Statt den Versuch zu unternehmen, zu Fuß zurück in die Zivilisation zu gelangen, beschloß McCunn abzuwarten, ob jemand zurückkommen würde, um ihn rauszuholen.

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ER HÖRTE AUF, seine Tagebucheinträge zu datieren. Die meiste Zeit war er damit beschäftigt, etwas zu Essen aufzutreiben und sich warmzuhalten. Er machte sein Zelt winterfest und kämpfte gegen die Füchse. Im Oktober ging ihm der Proviant endgültig aus. Kurz vor dem Ende schrieb er “Ich brenne jetzt die letzte meiner Signalfackeln ab und lege das letzte Kleinholz, das noch da ist, ins Feuer. Wenn die Asche erkalten wird, werde ich mit ihr erkalten.”

Im Februar 1982 fanden Ranger seine Leiche neben dem 100-seitigen Tagebuch, in dem er seinen Niedergang beschrieb. Mit der letzten Patrone, die ihm geblieben war, hatte McCunn sich in den Kopf geschossen. Dem Tagebuch war eine testamentarische Notiz hinzugefügt, dass seine persönlichen Dinge an seinen Vater überbracht werden sollten und dass die Person, die ihn finden würde, sein Gewehr und seine Schrotflinte behalten sollte.

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Quellen: Futilitycloset | Wikipedia | A Death A Day |

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Zwei Tunnel

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DER EINE TUNNEL. Der Prospektor William Schmidt war überglücklich, als er im kalifornischen Copper Mountain auf Gold stieß. Aber es gab ein Problem: Er war auf der Nordseite des Bergs und die Straße zur Metallhütte war auf der Südseite. Also grub Schmidt einen Tunnel. Er begann 1906 im Alter von 35 Jahren. Er arbeitet mit einer Spitzhacke, einem Vorschlaghammer, einem Handbohrer und Dynamit. Als er auf der Südseite an Tageslicht durchbrach, war es 1938 und Schmidt war 66 Jahre alt. Er hatte nur mit seinen Händen einen 570 Meter langen Tunnel gegraben und 2600 Tonnen Granit beiseitegeschafft. Der Erfolg hatte seinen Preis. Während Schmidt grub, waren eine Straße und eine Bahnlinie um den Berg herum gebaut worden. Der Tunnel war nicht mehr nötig (via futilitycloset). |

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DER ANDERE TUNNEL. Vage fiel mir ein, dass irgendwann Ende der achtziger Jahre in dem Nachrichtenmagazin “Newsweek” eine Geschichte über Seymour Cray gestanden hatte. Cray, der Vater der Supercomputer, soll im Keller seines Hauses in Chippewa Falls jahrelang an einem mit Holz verschalten Tunnel gegraben haben. Immer wenn er mit der Arbeit an seinem neuesten Supercomputer nicht weiterkam, ging er in den Keller und grub - während, so Cray, die Elfen aus dem benachbarten Wald in seinem Arbeitszimmer das Problem lösten.

Ich überlegte, wo die Seite aus Newsweek sein konnte; ich wußte, dass ich sie damals rausgerissen hatte. Ich wußte auch, dass in meiner Garage etwa ein Kubikmeter nicht indizierter Zettel liegt. Zum Glück leben wir in modernsten Zeiten. Einige Blogs hatten die Geschichte von Cray und seinem Tunnel übernommen. Ein Kommentator wußte auch, dass nicht Cray selbst die Geschichte erzählt hatte, sondern sein Geschäftspartner John Rollwagen. Kurz darauf gab es ein Update zu der Anmerkung in dem Blog. Ein ehemaliger Mitarbeiter von Cray schrieb, dass Rollwagen die Geschichte weitgehend erfunden habe, um den Ruf des visionäres Genies Seymour Cray zu fördern.

Weitgehend? Ich fing auch an zu graben. In einer alten Ausgabe von “Business Week” fand ich - nichts ist, wie es scheint - die Realität hinter der Legende: “Was Cray tatsächlich mal gegraben hat, war ein dreieinhalb Meter tiefer, verschalter Schacht in ein Seeufer. Es war eine sportliche Übung für ihn, und er brauchte Platz für seine Windsurfing-Ausrüstung.”

Interessant an dem ganzen sind nicht allein die Anekdoten, sondern ein neues Phänomen, das man den Wissensmagnetismus des Web nennen könnte. In kürzester Zeit akkumulieren nun manchmal um ein Nachrichtenschnipsel weitere Teile - es ist Data Minig von Hand, eine Form der Informationsveredelung. Wenn man dabei, wie im Fall der hübschen Cray-Legenden, noch kleine Detektivarbeit und Aufklärung betreiben kann, zeigt sich das Netz in seinem Glanz. |

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Glück und Tod

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Der Fotograf Romain Blanquart schreibt:

Katie Kirkpatrick, 21, hielt den Krebs im Zaum, um den glücklichsten Tag ihres Lebens zu feiern. Katie hatte den Krebs schon mal verjagt, aber er kam zurück und setzte sich in ihren Lungen und in ihrem Herz fest. Das Atmen war jetzt anstrengend, sie brauchte Sauerstoff. Die Schmerzen in ihrem Rücken waren so stark, dass auch das Morphium sie nicht mehr abschirmen konnte. Ihre Organe waren im Begriff zu versagen, aber das alles würde sie nicht davon abhalten, Nick Godwin, 23, zu heiraten. Seine Liebe gehörte ihr, seit er 16 war. Fünf Tage später starb Katie.

Bilder der Hochzeit von Katie Kirkpatrick und Nick Godwin: The Bride Was Beautiful. |

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Die Taxifahrt, die ich nie vergessen werde


“Vor zwanzig Jahren war ich Taxifahrer. Ich wollte ein Cowboyleben führen; eins, in dem man keinen Boss hat. Mir war nicht klar, dass ich auch Seelsorger sein würde. Da ich die Nachtschicht fuhr, war mein Taxi ein fahrbarer Beichtstuhl. Die Leute stiegen ein, nahmen hinter mir in der totalen Anonymität Platz und erzählten mir ihr Leben. Ich begegnete Menschen, deren Leben ich mit Staunen oder mit Gewinn zur Kenntnis nahm, manche brachten mich zum Lachen, manche machten mich traurig.

Niemand hat mich mehr berührt als die Frau, mit der ich in einer Augustnacht fuhr. Der Anruf kam aus einem Apartmentkomplex in einem ruhigen Teil der Stadt. Ich ging davon aus, dass ich ein paar Partygäste abholen sollte, oder jemanden, der sich gerade mit seinem Partner gestritten hatte, oder einen Arbeiter, der zur Frühschicht in eine Fabrik im Industriegebiet mußte.

Als ich gegen halb drei morgens hinkam, lag das Gebäude im Dunklen, nur in einer Wohnung im Erdgeschoß brannte Licht. Viele Fahrer würden ein oder zweimal hupen, kurz warten und dann wieder fahren. Ich hatte aber schon zu viele arme Leute gesehen, die auf ein Taxi als einziges verfügbares Transportmittel angewiesen waren. So lange es nicht nach Gefahr roch, ging ich deshalb immer an die Tür. Vielleicht konnte der Fahrgast meine Hilfe gebrauchen. Also ging ich an die Tür und klopfte. Eine dünne, alte Stimme antwortete, “Nur eine Minute”. Ich hörte, dass etwas über den Flur gezogen wurde.

Nach einer langen Pause öffnete sich die Tür. Eine kleine Frau um die Achtzig stand vor mir. Sie trug ein bedrucktes Kleid und ein Hütchen mit Schleier, eine Pillbox, wie jemand aus einem Film aus den vierziger Jahren. Neben ihr stand ein kleiner Nylonkoffer. Das Apartment sah aus, als würde seit Jahren niemand mehr darin leben. Die Möbel waren mit Tüchern überdeckt. An den Wänden hingen keine Uhren, auf den Schränken weder Nippes noch andere Utensilien. In einer Ecke stand ein Pappkarton mit Fotos und ein paar Sachen aus Glas.

“Würden Sie mein Gepäck zum Auto bringen?” Ich trug den Koffer zum Taxi und ging dann wieder zurück, um der Frau zu helfen. Sie nahm meinen Arm und wir traten langsam über die Bordsteinkante auf die Straße. Sie bedankte sich für meine Liebenswürdigkeit. “Nichts zu danken”. “Sie sind ein guter Junge”.

Als wir im Wagen waren, gab sie eine Adresse an und fragte mich, ob wir durch die Stadt fahren könnten. “Das ist nicht der kürzeste Weg”, sagte ich. “Oh, das macht nichts”, sagte sie. “Ich hab’s nicht eilig. Ich bin auf dem Weg in ein Hospiz.” Ich schaute in den Rückspiegel. Ihre Augen glitzerten. “Ich habe keine Angehörigen mehr”, fuhr sie fort. “Der Arzt sagt, es dauert nicht mehr lange.”

Ich machte das Taxameter aus. “Welche Strecke möchten Sie gern fahren?”

Die nächsten zwei Stunden fuhren wir durch die Stadt. Sie zeigte mir das Haus, in dem sie früher als Liftdame gearbeitet hatte. Wir fuhren durch die Nachbarschaft, in der sie mit ihrem Mann gelebt hatte, als sie jung verheiratet waren. Sie zeigte mir ein Möbelgeschäft, das einmal ein Ballsaal gewesen war, in dem sie als Mädchen tanzen war. Manchmal bat sie mich, vor einem Gebäude oder an einer Ecke anzuhalten, und dann saß sie da und schaute in die Dunkelheit hinaus und sagte nichts.

In der Morgendämmerung sagte sie plötzlich “Ich bin müde. Lassen Sie uns gehen.”

Wir fuhren schweigend zu der Adresse, die sie mir gegeben hatte. Es war ein niedriges Gebäude, das aussah wie ein kleines Kurheim, mit einer Zufahrt, die vor einem Säulengang endete. Als wir hielten, kamen zwei Krankenpfleger an das Taxi. Sie waren beflissen und aufmerksam und achteten auf jede Bewegung der Frau. Sie mußten sie erwartet haben. Ich brachte den kleinen Koffer zum Eingang. Die Frau wurde in einen Rollstuhl gesetzt.

“Wieviel schulde ich Ihnen?”

“Nichts”, sagte ich.

“Sie müssen von etwas leben.”

“Es gibt noch andere Fahrgäste.”

Ohne nachzudenken, beugte ich mich zu ihr und umarmte sie. Sie hielt mich fest.

“Sie haben einer alten Frau eine Freude gemacht”, sagte sie. “Danke.”

Ich drückte ihre Hand und ging raus. Hinter mir schloß sich eine Tür, mit dem Geräusch schloß sich ein Leben.

In dieser Schicht habe ich niemanden mehr gefahren. Ich fuhr ziellos und gedankenverloren herum. An diesem Tag wollte ich mit niemandem mehr reden. Was wäre gewesen, wenn die Frau einen schlecht gelaunten Fahrer erwischt hätte? Einen, der ungeduldig war, weil seine Schicht zu Ende ging? Was wäre gewesen, wenn ich den Ruf nicht angenommen hätte, oder einmal gehupt hätte und weggefahren wäre? Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie etwas Wichtigeres getan.

Wir glauben, dass unser Leben um große Momente kreist. Große Momente erwischen uns aber oft völlig überraschend - und sie sehen so aus wie ein kleiner Moment.” |

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Die Geschichte dieser Taxifahrt findet sich seit Jahren in zahlreichen Variationen im Netz. Sie wurde umgeschrieben und nicht nur ohne Quellenangabe weiterverbreitet, sondern auch anderen Autoren zugeschrieben. Die Geschichte ist aus dem Buch Make Me an Instrument of Your Peace von Kent Nerburn. In seinem Blog schreibt Nerburn über seine Erfahrungen mit der entführten Geschichte. “What was interesting to me was the comments that people made in response to the story. There seemed to be two fundamental threads: ‘This is a beautiful story; I’m glad there are people like this in the world,’ and ‘What a bunch of sappy, probably fictional, crap.’ Well, though strange and improbable, it is not fictional.”

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