Archiv für die Kategorie 'Hypermoderne'

Der Hypertrailer

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Filme 2000-2009: Eine extrem kompakte Übersicht über das Kino im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends, on the beat geschnitten von Paul Proulx.

Hier Paul Proulx Blog Benett Media. |

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(Gefunden bei Neatorama)

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Literatur in der Astronautenzentrifuge

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What kind of novel, if any, can appeal to readers who read with 34 nested browser tabs open simultaneously on their frontal lobes?

Sam Anderson im New Yorker über zerfallende Literatur – Leseempfehlung!: “When the Meganovel Shrank

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Hier weitere Formen neuerer Literatur:

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Animierte Wortwolke von Jeff Clark:

(Gefunden bei Neoformix)

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“Typography (picture theory)” von DavidC-C:

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Typoclip nach Marcelus Wallace (”Pulp Fiction”) von isnochys:

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• Hierzu siehe auch:

Die Worte. |
Ausdrückliche Ausblühung. |
Hypertext, Next Generation. |
Du könntest buchtabig sein. |
Bluebird. |
Ein schöner Schnellschuß. |
The Cigarette Is Dead. |

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Die Worte

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(Gefunden bei Uberpix)

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Die elastische Visitenkarte

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Flugschriftlich elegante Selbstdarstellung der Firma 3Dikion aus Los Angeles, eines Teams aus Architekten, Grafikdesignern und Animatoren:

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(Gefunden bei Abduzeedo)

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Ein besonders feines Kataströpfchen

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In den achtziger Jahren gab es mal eine Anzeige für eine Plattenspieler-Kassettenrekorder-Radio-Kombination mit dem fröhlichen Slogan “Drei Möglichkeiten, Ihre Nachbarn zu ärgern, in einem Gerät”. Hier die ultimative Großversion der Idee: vier Jahrzehnte New-York-Auslöschungen im Kino, destilliert in nicht einmal anderthalb Minuten – “Hollywood vs. New York“, ediert von Kirby Ferguson von GoodieBag.tv.

Diese Kompliation zur Musik von George Gershwins “Rhapsody in Blue” ist das Beste an Neufassung durch Kurzfassung, das ich seit langem gesehen habe – weit mehr als nur ein Zusammenschnitt. Am Ende sitzt man mit einem aufregenden, neuen Gefühl jenseits der ganzen pathetischen, mit dümmlichen Rieseneffekten auftrumpfenden Katastrophenschinken da und hat die Gewißheit, dass Remixen eine Kunst ist:

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(Via goodiebag)

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Ausdrückliche Ausblühung

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Mal ausnahmsweise ein Werbespot als Beleg für die hochaktiven Geschehnisse an den Grenzflächen zwischen modernster Literatur, dynamischer Typographie und Reklame: “MTV Bloom” von fmk7 (Hier Standbilder zu dem Clip).

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Verloren

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“The old fashioned novel is really dead, and nothing can revive it nor make anybody care for it again. What is to follow it?… A clever German who is here suggested to me last night that the literature of the future might turn out to be the daily exchange of ideas of men of genius — over the everlasting telephone of course — published every morning for the whole world…”

F. Marion Crawford, 1896 (Via Kottke)

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Ein knackiges, eindrucksvolles Stück Kinetic Typography
von DoHo Kim – Eminem, “Just Lose It“:

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Auf genau diese großartige, neue Weise

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Die Bilder in diesen zunehmend virtuosen Clips, in denen Sprache auf neue Art anschaulich wird, sind voller Poesie und kühler Eleganz; und ich meine damit nicht nur diese Visuals von Jorinna Scherle für die dmexco’09. Aber wie oft in Experimentierphasen neigt das Formale zur Übergröße, die Sprache erschöpft sich in einzelnen Worten. Einem Werbespot gegenüber mag das eine ungerechte Forderung sein, aber ich will Sätze sehen, und Sätze, die sich verbinden zu Text und Geschichten, und zwar auf genau diese großartige, neue Weise. Hört mich jemand?

Hier die Website von Jorinna Scherle. |

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Happiness Is…

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Ein Werbespot für die größte Schokoladefirma Nordamerikas von Christopher Bahry und Alexandre Torres, zugleich ein originelles Beispiel für modernste Formen der Sprachbewegung und des Vordringens der Worte in die Nichtpapiersphäre. | Musik: John Black, Cypheraudio.

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Nette Type

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Ricardo Donato, “Motion Type”. Ein schwungvolles, typographisches Experimentalvideo mit lässigem elektronischen Sound:

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Hypertext, Next Generation

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Ein ungewöhnlich schönes, eigenes Stück hypermoderner Dichtkunst: The Spoken Project in Zusammenarbeit mit QBF, Buro Knapzak, Bob Joosten und Koen Knevel. Man sieht sich das Ganze am besten bildschirmgroß an. | Der Website von The Spoken Project lohnt es sich übrigens auch eine Weile zuzusehen und zuzuhören.

Der Clip ist ein Teaser für das neue Album von The Spoken Project, die das gesprochene Wort und Musik remixen; das Album heißt “Spoken by Dr. Birgit Lühr”.

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The Perfect Girl

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Flotter Typo-Clip von Jimmy Fisher: “I wanted to convey the mechanical style of thinking that Vince Vaughn’s character from Wedding Crashers has when discussing women. Everything was done in After Effects.”

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Typoesie

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Hypermoderne Literatur: Hier wieder ein paar Beispiele dafür, dass man im Zeitalter von YouTube sehr wohl großartige Gedichte schreiben kann. Man muß sich bloß ein wenig mehr Mühe geben als sie nur auf Papier zu schreiben.

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? “The Child” ist eine Schöpfung von Antoine Bardou-Jacquet für den französischen DJ Alex Gopher:

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? “Raro” von Milagrito Films ist ein Musikvideo für das Cuarteto de Nos aus Uruguay, in dem die Worte um nichts weniger zum Tragen kommen:

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? Modernste Lyrik: TV-Kennung für Court.tv Red:

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(Via rethinking)

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Hierzu siehe auch:

Tolle Typo-Clips

Der Psychoanrufentgegennehmer
Hyperlyrik: Die Zigarette ist tot

Neue Formen von etwas: Typoesie

Googeldichten

Die Hypermoderne

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Tolle Typo-Clips

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Zwei außergewöhnliche, handgemachte, alphabetische Animationen von Brent Barson und Studenten der Brigham Young University in Provo, Utah.

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?F is for Fail” ist eine Stoptrick-Animation über den kreativen Prozeß.
Musik von Micah Dahl Anderson.

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? Eine weitere, aufwendige Animation von Hand:
Das Opening des Typophile Film Festival 5
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(Via Black Eiffel)

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• Hierzu siehe auch:


Der Psychoanrufentgegennehmer

Hyperlyrik: Die Zigarette ist tot

Neue Formen von etwas: Typoesie

Googeldichten

Die Hypermoderne

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Bunter Bewußtseinsstrom

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Für das bis heute in London stattfindende Festival “onedotzero_adventures in motion” haben die Agentur Wieden + Kennedy und Karsten Schmidt (aka toxi) eine interaktive Installation erarbeitet, die auf die vielen Fans des Festivals baut.

Sie führt die verschiedenen Online-Konversationen und Mitteilungsquellen – Twitter, Flickr, Vimeo, Facebook und Blogs – zu einem gemeinschaftlichen visuellen Bewußtseinsstrom zusammen:

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(Via Creative Applications)

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Gesichtgedicht

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Aus dem Bermudadreieck zwischen Lyrik, Typographie und Grafikdesign:
Typoesie von Tariq Yusuf.

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(Via Design You Trust)

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Das Multiuserorchester

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Wir bewegen uns aus dem Einen ins Viele, es ist an immer mehr Stellen zu spüren.

Hier ? In B flat 2.0, ein kollaboratives Musik- und Wort-Projekt, das sich Darren Solomon von Science for Girls ausgedacht und mit Hilfe eines Haufens von Kollaborateuren verwirklicht hat.

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Die Videos können alle gleichzeitig abgespielt werden oder auch nur einige, der Soundtrack paßt immer zusammen. Mit dem jeweiligen Lautstärkeregler kann man das ganze individuell abmischen.

Manche vergleichen In Bb 2.0 mit dem famosen Kutiman-Mix, aber es ist anders.

(Via Crackunit)

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Der Psychoanrufentgegennehmer

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Wieder einmal ein hypermodernes Gedicht: “Psychatric Answering Machine” von Michalforcer, eine typographische Animation (Typoesie):

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(Dank für den Tip an Sascha Lobo)

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Hypermario

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Dieser überrealistische SuperMario wurde von Pixeloo geschaffen. Einer 3D-Form von Nintendos Mario hat er eine Reihe zufälliger Gesichter als Texturen übergestreift:

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(Via Next Nature)

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• Hierzu siehe auch:

Homer Simpson, untooned
Charlie Brown, realistisch: das Monster

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Googeldichten

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War ich je hier?

Ingeborg Bachmann, “Abschied von England”

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Justin Talbott hat auf Question Suggestions (”small voyages into the collective psyche of humans who ask google questions“) eine neue Literaturgattung begründet, die ich Google Suggest-Lyrik (GSL) nennen will. Sie ist hypermodern und mindestens so lustig wie die konkrete poesie in den besten Zeiten von Ernst Jandl, H.C.Artmann oder Gerhard Rühm.

Wie ich das sehe, besteht ein GSL-Gedicht aus einem Auslöser und dem von Google Suggest daraufhin zugespielten Gedichtkorpus. Bei dem Auslöser sollte es sich um eine in möglichster dichterischer Knappheit gehaltene Suchphrase handeln, die in den Google-Schlitz eingetippt wird, worauf sich wie ein zum Auslüften aus dem Fenster geworfenes, weißes Leintuch darunter ein Textfenster entfaltet, in dem Google Suggest seine Vorschläge zur Feinsteuerung der Suche unterbreitet.

Das Neue an dieser Art von Dichtung ist, dass man einen Algorithmus dazu reizt, Gedichte zu verfassen, wobei man ihm einen ebenfalls bereits lyrisch verknappten Auslöser hinhält. Die Ergebnisse haben nichts mit herkömmlichen Maschinengedichten zu tun. Die der Poesie eigene Vieldeutigkeit findet bei Google Suggest ihre Entsprechung in der mysteriösen Reihenfolge, mit der die Einflüsterung der Vorschläge (Souffleurs du Mal – Don’t be evil) abfolgt.

Die Sortierung der von Suggest empfohlenen Zeilen erfolgt weder alphabetisch noch nach dem angegebenen Treffervolumen. Laut Google werden die Begriffe aufgrund einer Vielzahl an Informationen prognostiziert (”Our algorithms use a wide range of information to predict the queries users are most likely to want to see”). Wie auch sonst bei Google und bei ernstzunehmender Lyrik üblich, bleibt das Geheimnis also in sich geschlossen.

Eine Rolle spielen geografische Faktoren. “So soll”, berichtet Katja drüben bei antscd.de, “dem User in den USA bei der Eingabe von liver so etwas wie Lebererkrankung angezeigt werden. In den UK hingegen Liverpool.” Ob es auch innerhalb Deutschlands Unterschiede gibt, ist bis jetzt nicht bekannt. Gedichte lassen sich damit also auf eine bislang unbekannte Weise auch nach Weltorten variieren.

Justin Talbotts GSL-Sammlung ist eine unbedingte Leseempfehlung. Diese Art Dichtung verrät uns erstaunlich viel über uns, unsere Zeit und das Sehnen und Trachten der suchenden Klasse – wie außerordentlich modern. Fand ich so anregend, dass ich gleich mal eine halbe Sunde suggestgedichtet habe. Macht immens Spaß. Hier mein erster GSL-Zyklus:

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Fließende Dichte

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Ein Hyperclip des kanadischen Künstlers Marco Brambilla aus 500 auf YouTube gefundenen Videos (hier die HD-Version)

(Via cpluv)

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Ein dicker Dank…

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…an die Wizards der Stuttgarter Zeitung für die Neugestaltung der Glaserei (und insgesamt die neue Stuttgarter Zeitung Online).

Jetzt ist das eine aufgeräumte, klare Sache, in der ich noch viel lieber als zuvor weiterdichte und gefundene Netzatome zu Molekülen verwebe. Wie gefällt euch die neue Erscheinungsform? Anregungen, Jubel, Beschwerden?

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Zur Feier des Tages der passende Abschnitt aus dem Meisterwerk “Der verhinderte Dichter Balduin Bählamm” von Wilhelm Busch, worin er auch bereits das Zeitalter des modernen Teilens vorhergesehen hat:

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Im Durchschnitt ist man kummervoll
Und weiß nicht, was man machen soll. -
Nicht so der Dichter. Kaum mißfällt
Ihm diese altgebackne Welt,
So knetet er aus weicher Kleie
Für sich privatim eine neue
Und zieht als freier Musensohn
In die Poetendimension,
Die fünfte, da die vierte jetzt
Von Geistern ohnehin besetzt.

Hier ist es luftig, duftig, schön,
Hier hat er nichts mehr auszustehn,
Hier aus dem mütterlichen Busen
Der ewig wohlgenährten Musen
Rinnt ihm der Stoff beständig neu
In seine saubre Molkerei.

Gleichwie die brave Bauernmutter.
Tagtäglich macht sie frische Butter.
Des Abends spät, des Morgens frühe
Zupft sie am Hinterleib der Kühe
Mit kunstgeübten Handgelenken
Und trägt, was kommt, zu kühlen Schränken,
Wo bald ihr Finger, leicht gekrümmt,
Den fetten Rahm, der oben schwimmt,
Beiseite schöpft und so in Masse
Vereint im hohen Butterfasse.

Jetzt mit durchlöchertem Pistille
Bedrängt sie die geschmeidge Fülle.
Es kullert, bullert, quitscht und quatscht,
Wird auf und nieder durchgematscht,
Bis das geplagte Element
Vor Angst in Dick und Dünn sich trennt.

Dies ist der Augenblick der Wonne.
Sie hebt das Dicke aus der Tonne,
Legt’s in die Mulde, flach von Holz,
Durchknetet es und drückt und rollt’s,
Und sieh, in frohen Händen hält se
Die wohlgeratne Butterwälze.

So auch der Dichter. - Stillbeglückt
Hat er sich was zurechtgedrückt
Und fühlt sich nun in jeder Richtung
Befriedigt durch die eigne Dichtung.
Doch guter Menschen Hauptbestreben
Ist, andern auch was abzugeben.

Der Dichter, dem sein Fabrikat
Soviel Genuß bereitet hat,
Er sehnt sich sehr, er kann nicht ruhn,
Auch andern damit wohlzutun;
Und muß er sich auch recht bemühn,
Er sucht sich wen und findet ihn.

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Darwin und das Ganze

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DAS MECHANISCHE STEREOTYP in der herkömmlichen Geschichte der Technik ist so beharrlich, dass beispielsweise die Erfindung des Telephons meist ohne Hinweis auf die Tatsache geschildert wird, dass Alexander Graham Bell den Hörer bewußt der Anatomie des menschlichen Ohrs nachgebildet hat. Es war die erste verblüffende Erfindung, die auf einem organischen Modell beruhte und einen Lebensvorgang durch die Anwendung einer vorgegebenen biologischen Lösung simulierte.

Darwin Harbour, Stokes Hill Wharf (Foto: Stephen Barnett, Flickr/CC) ?

Beim Bau von Computern wurden erst Fortschritte erzielt, als die mechanischen Komponenten durch elektrische Ladungen ersetzt waren, so wie es bei der Informationsübermittlung im Nervensystem geschieht - ein Schritt, zu dem hereits Galvanis frühe elektrische Experimente mit den Reflexen eines Froschs den Ansatz geliefert hatten. Die Bedeutung organischer Phänomene für die Kybernetik und die Netztechnik ist heute so klar, dass zu modernen Forschungsteams nicht nur Mathematiker, Physiker und Techniker, sondern auch Physiologen, Neurologen und Linguisten gehören.

DER ERSTE und vielleicht größte Ökologe war Charles Darwin, Erdenker der Evolution, der die Vorstellung einer Erde als ein in sich verwobenes, in jeder Hinsicht dynamisches Gebilde in ihrer organischen Ganzheit zu fassen versuchte. Kein anderer hat das konstante, unlösliche Zusammenspiel zwischen Organismus, Funktion und Umwelt so gründlich beschrieben wie er. In seiner Person war das postmechanistische Weltbild, das auf dem beobachteten Wesen der lebenden Organismen beruht, symbolisch verkörpert.

Was Darwins Gedanken so überzeugend machte, waren nicht seine spezifischen Theorien, sondern seine einzigartige Fähigkeit, eine große Zahl von Beobachtungen bestimmter Ereignisse verschiedenster Art zusammenzufassen. Sich diese Fähigkeit auf neue Weise zueigen zu machen mit Gewinn für alle Beteiligten und sie auf die Überfülle an Informationen anzuwenden, die durch das Online-Universum wölken, gehört zu den vornehmsten Aufgaben unserer Zeit.

Micro Monkey-Socken anläßlich des Geburtstags von Charles Darwin (Foto: milele, Flickr/CC) ?

OBWOHL KEINE einzelne Beobachtungsfolge zur Erklärung der Evolution des Lebens ausreichte, enthüllte die Gesamtheit, als Darwin sie zusammenfügte, ein konkretes Muster von äußerster Komplexität. Im organischen Weltbild gewinnt auch die Zeit eine neue Bedeutung. Sie wird nun nicht mehr nur mit Bewegung und serieller Abfolge in Verbindung gebracht, sondern auch mit dem organischen Wachstum der Art und des Individuums. Die Vergangenheit geht nicht verloren, sie bleibt im individuellen Gedächtnis, und in der gesamten Struktur des Organismus präsent. Der Mensch hat sich darüber hinaus die Dimension der Zeichen und Bedeutungen als einen besonderen Ort der Unsterblichkeit erschlossen.

Durch diese neue Idee der Zeit, von Ganzheitlichkeit getragen, erweist sich das herkömmliche Fortschrittsdenken - die Vergangenheit muß überwunden und beseitigt werden! - als Teil der linearen Falle. Die große Revolution, die wir brauchen, verlangt vor allem eine Transformation des mechanischen Weltbilds und seiner digitalen Fortführungen in ein organisches, in dessen Mittelpunkt der Mensch steht, “kühl und gefaßt einer Million Welten gegenüber”, wie Walt Whitman es ausdrückte.

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Die Rückkehr der reitenden Medien

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Papierpost im Computer bekommen - mit einer Computer-Mailbox (via Craziestgadgets) ?

Echte Schnecken bringen E-Mails: Muriel, Austin und Cecil waren Schnecken für das elektronische Zeitalter. Die Gastropoden wurden mit RFID-Chips ausgerüstet, die es ihnen erlaubten, auf Anweisung von Besuchern einer Website E-Mails zu senden. Statt augenblicklich reisten die Nachrichten allerdings mit 0,05 km/h. Es konnte Tage oder sogar Monate dauern, bis eine Mail ihren Empfänger erreichte. Real Snail Mail war Teil eines slow art-Projekts an der britischen Bournemouth University und wurde im August letzten Jahres auf der Siggraph in Los Angeles zum Einsatz gebracht (via Weekendamerica). |

SnailMail online checken: Ron Wiener hat Earth Class Mail erfunden. Als erstes bekommt man eine neue Adresse, an die künftig die Briefpost geschickt wird. Der Clou: die (verschlossenen) Umschläge werden eingescannt und man kann sich erstmal ansehen, wer einem Post geschickt hat. Dann kann man sich seine Post wohin auch immer nachschicken lassen - ohne Reklamemüll. Wiener sagt, dass er mit der Post das macht, was das Handy mit dem Festnetz gemacht hat, nämlich es zu mobilisieren.

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Ein Insasse des Gefängnisses im nordrhein-westfälischen Willich konnte entkommen, indem er sich selbst in einem Karton per Expresspost verschickte. |

Das Hyper-Handy: ein tragbares, drahtloses Wählscheibentelefon (Bloetooth). Endlich. ?

Nein, ich will keinen Brief schreiben!”, ruft Matthias Plüss in dem schönen Magazin mit dem Titel Das Magazin in die digitale Welt hinaus. |

Basics: Wie man zu einer fast leeren Inbox kommt (via New York Times). |

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Drüben im Britannica Blog gibt es eine melancholische Betrachtung über das Schicksal des Briefmarkensammelns im Internet-Zeitalter. |

Die neuen Simpsons-Briefmarken der amerikanischen Post. Wird die Blaue Bart in absehbarer Zeit die Blaue Mauritius ablösen? | Briefmarken mit Monstern drauf. |

Bei Telegramstop kann man ein klassisches Telegramm nach überallhin senden (”schicket gelder stop darbe stop sohn”). Ihr wißt schon, eines dieser Papierformulare, auf denen man E-Mails verschickt hat, ehe es E-Mails gab. Es dauert allerdings etwas länger als zu den Zeiten, als das Telegramm die schnellste schriftliche Benachrichtigungsmethode war. ?

Ein Friedhof für Zeitungsselbstbedienungsautomaten. | Ein Friedhof für Neonschriftzüge in Las Vegas. | Wohin gehen Dinge wenn sie sterben? |

Tiger Mike will es getippt. |

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