
Aus: Punch vom 23. Januar 1929.
Punch war ein britisches Satire-Magazin, das von 1841 bis 1992 erschienen ist.
Hintergrund:
Anfang des 19. Jahrhunderts faßten die Briten, um Russland zuvorzukommen, die Absicht, Afghanistan zu erobern und als Teil des Britischen Weltreichs an das spätere Britisch-Indien anzugliedern. Von 1839 bis 1842 kämpfte eine große anglo-indische Armee im ersten anglo-afghanischen Krieg gegen einen relativ schlecht ausgerüsteten afghanischen Widerstand.
Die Briten konnten zwar das Land besetzen, jedoch nicht ihre Ziele durchsetzen. 1842 wurde ein Waffenstillstand vereinbart, bei dem die Briten sich bereit erklärten, ihre Truppen zurückzuziehen. Diese wurden jedoch kurz darauf am Khyber-Pass angegriffen und alle 12.000 Zivilisten, 690 britischen und 2.840 indischen Soldaten getötet. Als Reaktion auf diese Niederlage wurde eine Strafexpedition unter Generalmajor George Pollock entsandt, die am 15. September 1842 Kabul einnahm. Am 11. Oktober 1842 zogen sich die britischen Truppen aus Kabul und in der Folge aus Afghanistan vollständig zurück.
Angetrieben durch den Frust der vorangegangenen Demütigung erklärte die britische Regierung 1878 Afghanistan erneut den Krieg. Trotz kleiner militärischer Erfolge der Afghanen wurde der Widerstand durch die Briten niedergeschlagen, die Hauptstadt Kabul aus Rache niedergebrannt und eine Marionette als König installiert. Gleichzeitig übernahmen die Briten für die folgenden 40 Jahre die afghanische Außenpolitik.
Aufgrund zahlreicher Aufstände wurde das Land 1893 durch die Durand-Linie geteilt und das südöstliche Gebiet - die heutigen pakistanischen Provinzen Khyber Pakhtunkhwa (North-West Frontier Province, NWFP), die Stammesgebiete (Federally Administered Tribal Areas, FATA) und ein Teil Belutschistans - der indischen Kronkolonie einverleibt. Um diese Linie kontrollieren zu können wurde 1880 das aus Afridis - einem Paschtunenstamm - bestehende Regiment Khyber Rifles aufgestellt, da sich nur Einheimische in diesem Gebiet ungehindert bewegen können. Das Regiment besteht heute noch als Bestandteil der Pakistanischen Armee.
Der dritte Anglo-Afghanische-Krieg im Mai 1919 führte schließlich durch geschicktes Verhandeln der afghanischen Diplomaten unter Amānullāh Khān zur Anerkennung Afghanistans als souveränen Staat durch Großbritannien. Nach mehr als 60 Jahren britischer Vorherrschaft bildete das unabhängige Afghanistan nun einen Puffer zwischen russischen und britischen Interessen.
(Nach dem Wikipedia-Artikel Afghanistan)
Von 1919 bis 1929 herrschte Amānullāh Khān über das Emirat Afghanistan, erst als Emir und ab 1926 als Schah (pers: König). Er führte Afghanistan in die Unabhängigkeit und seine Regierungszeit war von dramatischen politischen und sozialen Veränderungen begleitet. Während Amānullāh Ende 1927 nach Europa reiste, brach sich der Widerstand gegen seine Herrschaft Bahn. 1928 wurde zum ersten Mal die Royal Air Force zur Evakuierung von Zivilisten aus Afghanistan eingesetzt. Ein Aufstand in Jalalabad führte zu einem Marsch auf die Hauptstadt. Ein Großteil der Armee desertierte, anstatt zu kämpfen. Anfang 1929 dankte Amanullah ab und ging ins Exil nach Britisch-Indien. Sein Bruder Inayatullah Khan wurde für ein paar Tage der nächste König von Afghanistan, bis Habibullah Kalakani die Macht an sich riß. Kalakani regierte neun Monate, er wurde am 13. Oktober 1929 von Nadir Khan abgelöst.
(Nach dem Wikipedia-Artikel Amānullāh Khān)
(Gefunden bei mudwerks)
…………………..
Neue Kommentare:
RSS