Archiv für die Kategorie 'Sonderbare Suchen'

Suchen und Finden im Winter




(Gefunden bei designstroy.tumblr.com)

………………….




Wie man bei Google auf Platz 1 in den Trefferlisten kommt


SEOs werfen sich aus Ehrfucht zu Poden: Auskünfte aus dem Innersten des Heiligtums, von Googles Suchguru Matt Cutts höchstpersönlich – wunderbar verdichtet von Sam Applegate (”completely independet of Google”):




Besten Dank für den Tip an Danny Sullivan!

………………….




Bemerkenswerte Proto-Suchmaschinentechnologie (1957)





(Gefunden bei martinklasch.blogspot.com)

………………….




Die Verlorenen





Elliott Erwitt: Lost Persons, Pasadena (1963)

(Gefunden bei ratak-monodosico)

…………………..




The Brutal Decline of Yahoo





Infografik von scores.org und byJess.net.


(Gefunden bei scores)

…………………..




Der andere Suchschlitz





(Gefunden bei miezekatzen | Aus dem Flickr-Photostream von flutterbidea )

flutterbideas - View my most interesting photos on Flickriver

…………………..




Die Geschichte der Suchmaschinen





Dank für den Tip an ChristophKappes | via Stefan Keuchel / frischkopp


(Gefunden bei Twitter)

…………………..


Beton

.

Das vollständige Archiv des Beton-Magazins “Concrete Quarterly” (kurz CQ)
von 1947 bis 2010.

.

.

(Gefunden bei ministryoftype und maxoninc)

…………………..

.


Ein freudiges Ereignis

.

.

…………………..

.

Das Google unter den Schlüssellöchern

.

Man findet es immer:

.

.

(Gefunden bei fun.noshit.pl)

…………………..

.


Wozu Google?

.

Weshalb suchen? Hier ist alles schon gefunden: FOUND.

In einer verschneiten Winternacht in Chicago fand Davy Rothbart einen Zettel, den ihm jemand irrtümlich unter den Scheibenwischer seines Autos geklemmt hatte:

Mario,
I fucking hate you
you said you had to
work then why
your car HERE
at HER place??
You’re a fucking
LIAR I hate you
I fucking hate you
Amber

PS page me later

Fast jeder, dem Rothbart den Zettel zeigte, wußte seinerseits von solchen gefundenen Zetteln zu erzählen oder hatte selbst welche aufgehoben. 2004 gründete Rothbart zusammen mit seinem Freund Jason Bitner das FOUND Magazine - eine unaufhörlich wuchernde und nach wie vor unterhaltsame Wunderwelt gefundener Zettel:

.

? Ein gutes Herz:
Gefunden von Chay in Denver, Colorado

.

.

? Schönheitswettbewerb:
Gefunden von Roger F. Powell am Hollywood Boulevard, Los Angeles

.

.

? Böse Ninjas:
Gefunden von Alison in San Fransico

.

• Hierzu siehe auch:

? Das Funbüro. |

? Feine Funde auch auf der Website des Berliner Künstlers Joachim Schmid. 1982 – ongoing: Bilder von der Straße. | Photographic Garbage Survey Project | Other People’s Photographs |

.

…………………..

.

Funbüro

.

Ich lese. Das ist wie eine Krankheit. Ich lese alles, was mir vor die Hände, vor die Augen kommt. Zeitungen, Schulbücher, Plakate, auf der Straße gefundene Zettel, Kochrezepte, Kinderbücher.

Agota Kristof, “Die Analphabetin

.

X. F. Pine hat früher an Wochenenden im Möbelgeschäft seines Vaters in Michigan mitgeholfen und sich schon dort mehr für die Abteilung mit den Gebrauchtmöbeln interessiert als für die neuen. Sammlungen aller Art haben ihn seit jeher angesprochen. Er sagt, dass es in New York, wo er inzwischen lebt, “unglaublich schwer ist, eine eigene Sammlung aufzubauen und ohne Geld damit durchzukommen”. 1998 schickte ihm jemand einen Link auf eine anwachsenden Sammlung von Fotos, die Leute “auf der Straße und hinter Sofas” gefunden haben und finden. 2004 verkauften die Betreiber ihm die Sammlung für eine Flasche Wodka: Spillway.com. Fundstücke werden nach wie vor gern angenommen. |

? Ein Mittel gegen die Sommerhitze: an den Winter denken. Die Winter in Chicago zum Beispiel haben schon ein paarmal die Netzkultur gefördert. Im Januar 1978 war ein Jahrhundert-Blizzard über den Osten der USA gefegt und hatte Ward Christensen in seinem Haus in einem der Suburbs von Chicago eingeschneit. Er entwickelte dort die erste digitale Pinnwand der Welt - die Computer-Mailbox. Jahre später, in einer anderen verschneiten Winternacht in Chicago fand Davy Rothbart einen Zettel, den ihm jemand irrtümlich unter den Scheibenwischer seines Autos geklemmt hatte:

Mario, | I fucking hate you | you said you had to | work then why | your car HERE | at HER place?? | You’re a fucking | LIAR I hate you | I fucking hate you | Amber | PS page me later

Fast jeder, dem Rothbart den Zettel zeigte, wußte seinerseits von solchen gefundenen Zetteln zu erzählen oder hatte selbst welche aufgehoben. 2004 gründete Rothbart zusammen mit seinem Freund Jason Bitner das FOUND Magazine - eine unaufhörlich wuchernde und nach wie vor unterhaltsame Wunderwelt gefundener Zettel. |

? Haben Sie schon mal ein Foto von sich verloren? Könnte sein, dass es hier ist. | Fundsachen online suchen. | Fundinfo - ein überregionales Fundbüro. | Nicht nur Zettel sondern auch sonstwo gefundene Inschriften und Vermerke, gesammelt in der Livejournal-Community found_notes. | “Ich habe in der Tasche meines zehnjährigen Sohns ein paar Zeilen eines Mädchens gefunden, in denen von Zungenküssen und Sex die Rede ist.” | Gefundene Fotos. |

.

? Eine Flickr-Sammlung gefundener Zettel:
...found notes - View this group's photos on Flickriver

…………………..

.

Der SEO-Song

.

Der SEO¹ Song mit Charlie And The Martyrs, produziert von der Creare Group in London. Er behandelt das Problem der Suchmaschinenoptimierung, und zwar der fiesen Formen hiervon:

.

_______

¹ Search Engine Optimisation (SEO), Suchmaschinenoptimierung

…………………..

.

Der neue opt-out-Service von Google

.

Ihr wollt raus? Hier könnt ihr raus:

.

(Via Geeksaresexy)

.

• Hierzu siehe auch:

Sieben Tage ohne Google

…………………..

.

Echtzeitsuche mit Collecta

.

Die Suchmaschine Collecta durchforstet die Update-Ströme von Nachrichtenseiten, Blogs und Sites wie Twitter, Jaiku, Identica, Flickr, TwitPic oder YouTube – in Echtzeit:

.

(Via techcrunch)

…………………..

.

Wer ich bin (bei Google)

.

Personas zeigt, was das Netz über dich weiß (genauer gesagt: Google). Man gibt seinen Namen ein, sieht auf dekorative Weise der Software beim Rechnen zu und erhält ein Profil aus den Funden.

Personas zeigt, was Computer heute durch Data Mining an Informationen ranschaffen können, aber auch, wie fehlerhaft sie sein können. Wie in meinem Fall kann das Progamm beispielsweise die Datensätze verschiedener Personen, die den gleichen Namen haben, nicht auseinanderhalten.

.

Personas ist ein Projekt der Sociable Media Group am MIT Media Lab.

…………………..

.

Nichts

.

? The “The Group About Nothing” Pool:

The Group About Nothing - View this group's most interesting photos on Flickriver

? The Empty Tables…Empty Chairs Pool:

Empty Tables...Empty Chairs - View this group's most interesting photos on Flickriver

? The photos of nothing Pool:

photos of nothing - View this group's most interesting photos on Flickriver

? Plafonds. Nothing but Funny Funny Ceilings:

Ceilings ... Nothing but Funny Funny Ceilings - View this group's most interesting photos on Flickriver

…………………..

.

Die Quadratkarotte

.

I’d love to see a good set of believable scenarios on how Google eventually gets sidelined.

Kevin Kelly

.

Seit Twitter und das knappe 140-Zeichen-Textformat boomt, boomen auch URL-Verkürzer wie is.gd oder bit.ly, mit denen man bei langen URLs die Luft zwischen den Atomen rausnehmen kann. Als Schriftsteller finde ich das zwar des Dichterischen wegens attraktiv – aber mein Herz gehört dem neuen URL-Verlängerer DickensURL.com. Der Service nimmt eine lange URL und verlängert sie mit einem Zitat von Charles Dickens. |

.

Carrot² ist eine neue Meta-Suchmaschine, das heißt, sie führt die Ergebnisse verschiedener anderer Suchmaschinen zusammen. Carrot² strukturiert die Ergebnisse in Unterbegriffen (”cluster”) und sucht unter anderem nach Wikis, Bildern, News, Jobs und Blogs. Und Carrot² ist Open Source.

.

.

Dieses Sortierprinzip, das übersichtlicher ist als die endlosen Trefferlisten von Google, bieten auch andere Suchmaschinen an, etwa Clusty (vormals Vivisimo).

Verschiedene Suchmaschinen miteinander vergleichen kann man mit SearchBoth. Dabei werden die Treffer von jeweils zwei Suchmaschinen nebeneinander in zwei Fenstern angezeigt. Miteinander vergleichen lassen sich Google, Yahoo, MSNsearch, Ask, DogPile, MetaCrawler, AltaVista, LookSmart und WebSearch.

Wer Google und die neue Microsoft-Suchmaschine Bing miteinander vergleichen möchte, kann das bei Google vs. Bing tun. |

.

Geoff Peters hat einen netten kleinen Webservice für die Suche bei Yahoo eingerichtet: Instant Color Schemes erzeugt die passenden Farben zur Suchanfrage. Das Programm sucht sich fünf zum erfragten Begriff passende Bilder bei Yahoo Images, destilliert die sechs augenfälligsten Farben daraus und liefert sie in Form einer kleinen Palette dazu. (via BoingBoing). |

.

Und auf PutItOn.com kann man die neuesten Arbeiten der noch unentdeckten Künstler dieser Welt suchen – Grafik und Malerei, Musik, Mode und Film:

.

…………………..

.

Der größte Schatzgrund der Welt

.

Fagunda wurde die Insel im 17. Jahrhundert genannt, heute heißt sie Sable Island. Der erste Bericht von einem Schiffsuntergang vor der Insel stammt von 1583, der bisher letzte von 1999. In der Zeit dazwischen sind, Nebel und Stürmen zu danken, etwa 350 Schiffe vor der 42 Kilometer langen Sandbank vor dem kanadischen Nova Scotia gesunken. 1872 wurde an jedem Ende der Insel ein Leuchtturm errichtet.

.

(Via Strangemaps, dort drüben ist auch ? eine Version der Karte in hoher Auflösung zu finden)

.

…………………..

.

Conan, der Bibliothekar

.

Was ist das Schönste im Leben? Wolfram Alpha weiß es von Conan:

? Hier live. |
Hier Conan. |

.

(via new Shelton wet/dry)

…………………..

.

Die Durchsausung des Suchgiganten

.

Eine 200-Sekunden-Tour durch den Googleplex im kalifornischen Mountain View:

…………………..

.

Ein kleines Netzabenteuer

.

ERST WOLLTE ICH mir nur diese → mehr als erstaunliche Zeitschreibemaschine etwas genauer ansehen. Ich hab ja eine Neigung hin zu Rube-Goldberg-Geräten (s.a. hier, hier, hier und hier). Dann ist es aber doch wieder ein serendipischer Fall von Netzabenteuer geworden.

Pierre Jaquet-Droz (1721-1790) war ein Schweizer Uhrmacher. Aber die Bauweise dieser Maschine und die Ziffern, die sie schreibt, sind aus unserer Zeit.
Also ein Sprung vom Dreimeterbrett ins Netz …

Manuel Emch läßt diese unglaubliche Maschine bauen. Er ist Direktor der Uhrenmanufaktur Jacquet Droz, einer Manufacture de Haute Horlogerie Suisse, sie gehört heute zur Swatch Group. Acht Jahre dauert die Entwicklung der Zeitschreibemaschine nun, vor drei Wochen wurde in Basel ein Prototyp vorgeführt.

Die Maschine besteht aus über 1200 Einzelteilen, darunter 84 Kugellager, 50 Kurvenscheiben und 9 Zahnriemen, geschützt von einem Gehäuse aus Flüssigkristallglas. Sie reagiert auf Berührung. Man legt ein Blatt Papier in das vorgesehene Fach und die Maschine schreibt die aktuelle Uhrzeit auf.

Das ist alles.

28 Exemplare der machine à écrire le temps werden im Lauf der nächsten Jahre gebaut werden, zu rund 400.000 Franken das Stück (etwa 263.000 Euro). Aber in diesen Abzweig der Recherche bin ich erst ganz zum Schluß gekommen.

Zuvor habe ich eine Maschine gefunden, die tatsächlich von Jaquet-Droz ist. Es ist einer seiner drei Androiden – der Schreiber:

Die Automaten, die 1774 dem Publikum vorgestellt wurden, waren eine absolute Sensation. Die Menschen pilgerten zu den Automaten, Gärten und Plätze waren voller Kutschen. Mehr als ein Jahrhundert lang tourten die Androiden durch Europa.

Auf diesem Video ist zu sehen, wie der Schreiber funktioniert:

Mir fiel ein Roboterarm ein, den ich vor zwei Jahren in Karlsruhe gesehen hatte. Auf einem langen Tisch vor ihm lag eine Rolle Papier. Der Roboterarm sollte im Lauf von sieben Monaten eine kalligraphische Abschrift der 66 Bücher der Bibel anfertigen. Aber er stand still. Jemand erklärte mir, es gebe ein Problem mit der Tinte in dem Injektor. Zurück in Berlin, wollte ich einen Freund fragen, der Kalligraph war und seine Tinte selbst mischte und seine Schreibfedern aus Bambus selbst schnitt, denn ich war sicher, dass er helfen konnte, aber ehe ich ihn fragen konnte, starb er.

.

WENN MAN NACH schreibenden Robotern sucht, findet man unter anderem einen 150 Jahre alten hölzernen Roboter aus Japan. Es ist eine karakuri ningy?, eine mechanische Puppe, gebaut von Tanaka Hisashige. Sie kalligraphiert das Zeichen für langes Leben und Glück und beherrscht noch drei weitere Kanji-Zeichen. Marionetten und mechanische Puppen kamen vor etwa 1300 Jahren aus China nach Japan (der Wortstamm karako bedeutet chinesisches Kind).

Neben dem Schreibautomaten konstruierte Tanaka Hisashige unter anderem die erste japanische Dampflokomotive und das erste Dampfschiff für die japanische Kriegsflotte. 1873 begann er in einer Werkstatt in Tokio mit dem Bau von Telegraphen. Nach seinem Tod wandelte sein Sohn das Unternehmen in einen Ingenieursbetrieb um, der 1939 nach einer Fusion mit der Firma Tokio Denki den Namen Tokio Shibaura Denki trug, besser bekannt noch heute unter der Abkürzung Toshiba.

.

DER LETZTE KALLIGRAPH: Der Film von Premjit Ramachandran zeigt die Arbeit des 77-jährigen Syed Fazlulla. Er ist Chefredakteur der Tageszeitung “Der Muselmann” in Neu Delhi – der letzten Zeitung in Asien, die nicht gesetzt, sondern noch von Hand geschrieben wird.

…………………..

.

Google: Die Terabyte-Turbinen

.

IM ALLERHEILIGSTEN: Erstmals gibt es detaillierte Einblicke in eines der Datenkraftwerke von Google. Der Sightseeing-Clip wurde anläßlich des Google Efficient Data Centers Summit am 1.4.2009 im Google-Hauptquartier im kalifornischen Mountain View präsentiert.

(via Volker Weber, vowe.net)

.

Die Google Data Center sind Objekte besonderen Interesses. Die Neugierde über die Anlagen wird durch den Schleier des Geheimnisses gefördert, den Google über ihren Betrieb legte. Drüben bei Data Center Knowledge haben sie Schlüsselinformationen zu einem Google Data Center FAQ zusammengetragen. |

Eine Karte der Google Datacenter (April 2008). Sie stehen an 19 Orten in den USA, an 12 in Europa, drei in Asien, einem in Rußland und an einem Ort in Südamerika. Wie viele Data Center Google darüber hinaus noch betreibt, ist unbekannt. | ? Eines der im Bau befindlichen Data Center, über das bei Google nur ungern Auskunft gegeben wird, liegt in Goose Creek im US-Bundesstaat South Carolina. (Juni 2008) |

Data Center, wie sie von Google im großen Stil errichtet werden, zeigen den aktuellen Stand beim digitalen Kraftwerksbau. In eigenen Gebäudekomplexen werden riesige Rechnerfarmen betrieben. Der Energieaufwand für die Server und ihre Kühlung ist so hoch, dass bei der Auswahl der Standorte der Strompreis der Region oder die Nähe von Flussläufen zu den entscheidenden Kriterien gehören. Anders als bei Wasser oder Strom gibt es bei Daten im Netz aber einen massiven Gegenstrom von Nutzerdaten. Am Beispiel von Google kann man erahnen, welche Risiken die Ballung bestimmter Ressourcen an einem Ort nach sich zieht. | [→ weiter...]

…………………..

.

Google zerfällt

? Der talentierte Mr. Doob von der britischen Agentur HiReS!
hat mit Google Chrome experimentiert:

…………………..

.

Die Suche nach User 711391

? Im August 2006 veröffentlichte AOL unvorsichtigerweise eine Textdatei mit 20 Millionen Suchanfragen, die innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten gestellt worden waren. Die Datei wurde kurz darauf wieder von der AOL-Website genommen, war aber in der Zwischenzeit bereits vielfach verteilt und gespiegelt worden. Die Suchanfragen waren anonymisiert, aber jedem User in der Liste war eine bestimmte Zahl zugeordnet worden, die es ermöglichte, eine search history seiner verschiedenen Anfragen zu erstellen. Reporter der New York Times schafften es innerhalb weniger Tage, mehrere der User auf der Liste zu identifizieren.

Lernert Engelberts und Sander Plug haben nun eine experimentelle Dokumentation über einen der Datensätze auf der AOL-Liste gemacht. Der Film “I Love Alaska” erzählt “die wahre search history” von User Nummer 711391 - einer übergewichtigen, religiösen Frau aus Texas, die auf der Suche nach Möglichkeiten ist, ihr Sexualleben wieder in Schwung zu bringen. Sie betrügt ihren Mann mit einem anderen, den sie online kennengelernt hat, bereut ihre Untreue und träumt von einem neuen Leben in Alaska.

“I Love Alaska” wurde gedreht für die Dokumentarfilm-Site MiniMovies.org (”a platform for documentaries made for the digital age”). Hier der Trailer:

.

…………………..

.

Hypergoogeln: Was ist LSD?

.

• Dieser Scan geistert quellenlos durchs Netz. Ich hab versucht rauszufinden, was es damit auf sich hat.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen viralen Aufmerksamkeitsstarter handelt, ist gering. Für virale Promotion wird ja die Clipform bevorzugt; außerdem fühlt die LSD-Pointe sich zu platt kurios an für ein konventionelles Viral.

Wenn der Scan also echt ist: Was ist LSD?

Die Rostspuren um die Klammern, das Layout der Seite, die Pastellfarben sowie Kleid, Frisur und Haltung der abgebildeten Frau weisen auf die fünfziger, höchstens sechziger Jahre. Ich bin kein Mode-Forensiker, aber der ausgestellte Rock ist wohl ein Petticoat: “Weite Verbreitung im Massenpublikum erlangte der Petticoat schließlich als Alltagskleidung und insbesondere durch das Aufkommen des Rock’n'Roll-Tanzes zunächst in den USA ab 1954, für dessen Bewegungsabläufe diese Mode gut geeignet erschien”.

Die Perlenkette, die graziöse Haltung sowie der Claim “Bring LSD into your home” stellen eine elegante, modebewußte Hausfrau vor, die geknickte Hüfte und der Rockbausch deuten Rock’n'Roll-Raserei nur sehr von ferne an. Die Frau ist das einzige dynamische und organische Element in dem sonst streng geometrischen Layout; nur das Rot des Streifens, der ihr hinterlegt ist, springt in der Zeile mit dem Slogan nochmal auf das your über. Die Schrift ist serifenlos, alles vollkommen unpsychedelisch.

Was also ist LSD? Etwas, das zum Haushaltsbegriff werden soll. Auf dem detailarmen Scan ist nicht genau zu erkennen, ob die Frau ihre Perlenkette vorzeigt oder den bedruckten Kleiderstoff präsentiert, oder ob sie einfach die rechte Hand geziert in Schulterhöhe hält. Gegen die Perlenkette spricht, dass sie, wie auch Frisur und Schuhe, tatsächlich nur eine dekorative Rolle zu spielen scheint (auch wenn durch den für die damalige Zeit gerade noch dezenten Ausschnitt des Kleids die Blicke durchaus auf die Kette gelenkt werden).

Also das Kleid. - Oder ist mit LSD vielleicht eine Haltung, eine Attitüde, ein Persönlichkeitsmerkmal gemeint? Etwas, das die Frau nur symbolisiert? -

• Beim Weitersuchen bin ich einigermaßen ins Staunen geraten, für wie viele Dinge LSD steht, darunter -

- den Lake Shore Drive, die Uferstraße am Michigansee in Chicago | die Louisiana School for the Deaf, eine Schule für Taube und Hörbehinderte in Baton Rouge | den Profi-Wrestler Matt Hyson, auch genannt “Little Spike Dudley” | die League of Social Democrats, eine demokratisch orientierte politische Gruppierung in Hongkong | den Lethbridge School District No. 51 im kanadischen Lethbridge | den Lansing School District im US-Bundesstaat Michigan | die Laboratory Services Division des Louisiana Department of Environmental Quality, die einen LSD Newsletter herausgibt |

- die Laser Servo Disk und das Laser Servo Drive | die Light-Sensitive Diode oder Fotodiode | das Line Sharing Device | die Log-Spectral Distance aus der Signalverarbeitung | den Loop Stream Detector in der Mikroarchitektur | den Low Sulfur Diesel-Treibstoff | die Licensed Software Distribution | die LSD-Notation zur Domain-Analyse | das Limit State Design, eine Designmethode aus dem Ingenieurwesen | den Linear Slot Diffuser, ein Bauteil aus der Klimatechnik | das Limited Slip Differential, ein spezielles Automobil-Differential |

- eine als Low Sexual Desire bezeichnete Sexualmattigkeit (das Gegenteil sexueller Hyperaktivität) | die aus der statistischen Analyse bekannten signifikanten Stellen (Least Significant Digit) | einen geologischen Prozeß, den Longshore Drift | das britische Musiklabel Liquid Sound Design, das elektronische Musik publiziert | die Industrial Punk-Band Left Spine Down | das Album Love’s Secret Domain von Coil (1991) | ja, ok: Lucy in the Sky with Diamonds von den Beatles |

- die Bezeichnung £sd oder “L.s.d.” (”Librae, solidi, denarii“) für die prä-dezimalen Währungseinheiten in Großbritannien | das Dock Landing Ship, ein amphibisches Landungsboot, dessen US Navy-Klassifikation LSD lautet | und die Long Slow Distance genannte Trainingsmethode von Langstreckenläufern, um nur einige zu nennen. |

• Keines davon paßt zu “Bring LSD into your home”. Aber ich habe lange genug mit Freunden im IRC das Init Game gespielt und bin darin geübt, Anfangsbuchstaben wieder zu ganzen Begriffen zu ergänzen. Beim Init Game, das eigentlich Initial Game heißen müßte, geht es darum, aus den Initialen einer Person und ein paar einfachen Fragen (lebende Person? Frau? Mann? Moos- und Flechtenkundler? Filmstar?) einen bestimmten Namen zu erraten.

Also: Wir haben das Kleid einer Frau, eine Zeit etwa Mitte der fünfziger Jahre und, sagen wir: ein Produkt, das sich gern in den Haushalten bekanntmachen möchte.

Das erste, was mir dazu mit L einfällt, ist Lycra, die Kunstfaser. Fragt man die englische Wikipedia nach Lycra, wird man gleich auf Spandex umgeleitet. Da hätten wir auch schon einen zweiten passenden Buchstaben. Spandex or elastane is a synthetic fiber known for its exceptional elasticity. It is stronger and more durable than rubber, its major non-synthetic competitor.” Ah, und hier der dritte Buchstabe: Lycra “was invented in 1959 by DuPont chemist Joseph Shivers.” Bei einer so großen Marke wie DuPont verwundert es allerdings, dass dann das Markenzeichen - der oval umrahmte Namenszug - nicht auf dem Broschürentitel zu sehen ist. Das D könnte also beispielsweise auch für drapery stehen, Stoff.

Eine weitere Lesart von LSD - und sogar ein Begriff aus der Schneiderei - ist Lumbar Seamless Design (Lumbar heißt soviel wie Lenden), der aber in unserem Fall ausgeschlossen werden kann, da er sich erst in jüngerer Zeit und nur im Zusammenhang mit Neoprenanzügen für Surfer findet.

War doch einfach, oder?

Und vielleicht hat jemand noch eine bessere Theorie.

…………………..

.

Karten-Geheimnisse

.

Seit einiger Zeit schon versuche ich, eine Karte zu finden, auf der die weltweiten Informationsflüsse verzeichnet sind. Als ich kürzlich zwischen zwei Verabredungen in New York eine Stunde Zeit hatte, ging ich zu Rand-McNallys Kartengeschäft und fragte nach einer solchen Karte. Mein Wunsch sorgte für einige Aufregung. Praktisch jeder Verkäufer wurde herbeigerufen. Sie brachten alle möglichen Karten heran, die die Bewegungen von Nahrungsmitteln und Saatgut zeigten, von Öl, Kohle, Waffen und die irgendwelcher Firmen. Schließlich mußten sie zugeben, daß sie keine Karte über die Informationsflüsse hatten. Und sie konnten sich auch nicht vorstellen, daß irgendeiner ihrer Konkurrenten so etwas auf Lager hätte.

Harlan Cleveland, Leiter des “Hubert Humphrey Institute of Public Affairs” in Minnesota, 1985 in einer E-Mail an Nicholas Negroponte

Global Internet Map von TeleGeography

Der israelische Unabhängigkeitskrieg von 1948/49 wurde nicht zuletzt mit Hilfe einer sehr alten Karte gewonnen, der Peutinger Karte aus dem 4. Jahrhundert. Der israelische Kommandeur Yigal Yadin wusste, dass auf dieser Karte Teile einer alten Straße von Jerusalem nach Eilat am Golf von Akaba eingezeichnet waren, die vom Wüstensand verschüttet war, aber von Panzern befahren werden konnte. Yadin war Archäologe. Er fand diese alte Straße wieder, kreiste die feindlichen Kräfte ein und öffnete danach einen Nachschubweg Richtung Rotes Meer.

Visualisierung: Websites (ein Flickr-Pool)
Websites as Graphs - View this group's most interesting photos on Flickriver

Netzwerkkarten und Charts auf Flickr:
matmorrison - View my most interesting photos on Flickriver

…………………..

Google No’s statt Google News

Von der Verzögerung zur Totalblockade: Microsoft wurde ein Patent für automatische Sofortzensur zuerkannt

(Foto: mactiste/Baptiste Pons, unter Creative Commons) ? 

? Vor genau vier Jahren hatte die Firma Microsoft beim Unites States Patent and Trademark Office ein Patent auf ein Verfahren zur “automatischen Zensur von Audiodaten” beantragt, das nun erteilt wurde. Unerwünschte Begriffe können damit in Echtzeit aus Audio-Streams gefiltert oder weggepiept werden. Die Anwendungsgebiete für das Verfahren reichen von Radio über TV bis zu VoIP und Gamer-Kommunikationssysteme wie TeamSpeak

Das Audio Mining, die Texterschließung gesprochener Worte, beginnt gerade erst interessant zu werden und wirft, was die Einsatzmöglichkeiten eines solchen Zensurrobots angeht, seine Schatten voraus - Google No’s statt Google News. Mining-Werkzeuge wie Google In Quotes oder Elections Video Search, die heute noch den US-Präsidentschaftskandidaten vorbehalten sind, werden in absehbarer Zeit auf die vielen anderen Sprechenden ausgeweitet werden. Der automatische Zensor sorgt dafür, dass nicht gesagt wird, was nicht gesagt werden soll.

Mehr oder weniger dezente Eingriffe ins Mediengeschehen gibt es schon lange. Als Ellison Horne im April 2003 die Live-Übertragungen der Rede des Oscar-Preisträgers Michael Moore auf CNN und ABC miteinander verglich, fiel ihm auf, dass der Ton bei CNN hörbar manipuliert war. Buhrufe im Hintergrund waren “hochgezogen” worden und erweckten den falschen Eindruck fortwährender lauter Mißfallensbekundungen… [weiter im Blog der Technology Review]

…………………..

 

A-Z Suchen: Das Google-Alphabet

Das Blog von Sergey Brin (dem Google-Gründer). | Wer googelt dich gerade? Ziggs.com (beta) ist eine neue Contra-Suchmaschine, die einem dabei helfen soll, seine Online-Reputation unter Kontrolle zu halten. Ein paar kritische Anmerkungen hierzu bei Digitalizes.net. | Search Engine Rap Battle - riecht nach viralem Marketing, aber lustig. | Drüben bei Global Voices beschwert sich Farhan Janjua darüber, dass Pakistan bei den Google Doodles bisher völlig übergangen worden ist. Die Wikipedia über die Doodles. | 

Das Google Food Photo Blog von Brett L. - was Leute schon mal alles bei Google gegessen haben:
Google Food Photo Blog - View this group's most interesting photos on Flickriver

? Drüben bei Bookpatrol gibt es die aktuelle Version des Google-Alphabets. Das geht so: Man tippt bei einer Google-Suchanfrage nur einen Buchstaben ein und schaut, was Google Suggests empfiehlt. 2003 bemerkte Doc Searles auf der Suche nach der Website des Verlags O’Reilly, dass Google ihn ebendorthingeführt hatte, obwohl er irrtümlich nur ein O in das Suchfeld eingegeben hatte [das Posting in Searles Blog]. Buster McLeod nahm die Idee auf und stellte 2004 das erste Google Alphabet zusammen - alles Websites von A bis Z, die Google Suggests als erstes einfallen. 2005 stellte Nathan Dintenfass eine neue Version des Google-Alphabets zusammen. Nun gibt es die 2008er-Version des Google-Alphabets von Brady Forest von O’Reilly (siehe oben das O). [via bookpatrol.net] |

YouTube anno 1985:

…………………..

 

Die Kunst des Vergessens

.

Während manche ziemliche Angst davor haben, dass ihre Daten verlorengehen könnten, hoffen andere auf genau das.

Von Mobiltelefonen konnten Computer eine ganze Menge lernen, bis vor kurzem jedenfalls. Die kleinen Handys beherrschen eine große Kunst: das Vergessen. Inzwischen kann man sie mit zunehmend großen Speicherkarten ausstatten. Davor konnte man außer seiner Telefonliste gerade mal eine eine Handvoll SMS speichern. War die Karte voll, mußte man welche löschen. Newsjunkies und Blogger horten heute Textvorräte, als läge das Durchschnittsalter des Menschen bereits bei 500 Jahren. Sicherheitsbehören würden am liebsten jedem Neugeborenen einen jener Funkchips implantieren lassen, die in den kommenden Jahren aus der Warenwirtschaft ein datenschwirrendes Paletten-Internet machen werden. Da wir, mit einem Wort, im Zeitalter des kompletten Speicherwahns leben, ist die Kunst des Vergessens, in der die Mobiltelefone uns unterweisen, vorbildlich und zukunftsweisend.

Das unmäßige Alles-Aufheben begann schon in der PC-Frühzeit. Auch wenn man bald seine Software-Favoriten gefunden hatte, behielt man nicht nur die eine Textverarbeitung oder das eine Kopierprogramm, das man auch tatsächlich benutzte, sondern alle, derer man jemals habhaft geworden war. Heute können die Hersteller von Festplatten und anderen Speichermedien gar nicht so schnell liefern, wie der Platz auch schon wieder vollgestopft ist.

Die forcierte Neigung, nichts mehr zu löschen und auch noch die verwackelten Fotos undsoweiterundsofort aufzubewahren, führt zu einer gefährlichen kulturellen Transformation.  Denn nicht nur die Individuen sammeln Daten wie verrückt, auch Unternehmen und Behörden. Und Computer, vor allem in vernetzter Form, vergessen nicht. Was ich vor Jahren ins Netz geschrieben habe, ist mit unveränderter Leuchtkraft zu lesen. Es hält starr und statisch einen Zustand meiner Persönlichkeit fest, die sich längst weiterentwickelt hat.

Das Vergessen ist nicht nur eine wichtige Funktion jeder Entwicklung. Einiges von dem, was unsere Zivilisation ausmacht, wäre nicht denkbar ohne das Vergessen. Wenn einem Menschen ein Elefantengedächtnis nachgesagt wird, verheißt das nicht nur Gutes – man empfindet so jemanden bisweilen als nachtragend. Auch Resozialisierung oder Vergebung sind veredelte Formen des Vergessens.

Um wie viel einfacher wäre die Handhabung der Informationsgischt, die ständig an unsere Bildschirme brandet, wenn Dateien ebenso altern und vergehen würden wie das Laub auf Bäumen oder verblassende Gedanken.

“I can’t forget”, heißt es in einem Lied von Leonard Cohen, “but I don’t remember what.“

…………………..