Merkwürdige Maschinen

? Drüben bei Spreeblick hat sich Johnny am Sonntag was gefragt: Das klingt jetzt sehr merkwürdig, aber: Weiß jemand, warum jetzt gerade (23:45h) ca. 30 Hubschrauber über Berlin fliegen?

Man kann nicht vorsichtig genug sein. Zwischen 1987 und 1988 fielen an vier verschiedenen Orten in England kleine, rosa Frösche vom Himmel. Berichte über Froschregen reichen, nach einem Artikel der Prawda, zurück bis ins 19. Jahrhundert. 

Um das Jahr 2000 fielen in Italien und Spanien Eisbrocken, groß wie Kleinkinder zu Boden. UFOs, die fraglos über fortschrittliche Tragwerkenteisung verfügen, scheiden als Eisquelle aus; gefrorene Astronautenkacke aus Gründen, die hier auszuführen ungustiös wäre, ebenso.

Zur selben Zeit beschoß in Thailand ein F-16 Kampfjet während einer Übung versehentlich eine Touristenanlage und pulverisierte zwölf Bungalows; die Appartments in der Anlage 140 Kilometer östlich von Bangkok standen zur Zeit des Angriffs leer. Man kann, wie gesagt, nicht vorsichtig genug sein.

? Waren die Hubschrauber leise und schwarz, Johnny? Vielleicht waren sie unbemannt. Das fängt ja nun auch langsam an, ernst zu werden. Während des Golfkriegs 1991 hatten sich, erstmals in der Kriegsgeschichte, irakische Soldaten einem ferngesteuerten Aufklärungsfahrzeug ergeben. 

? Vor einem Jahr, am 1. September 2007, tötete eine unbemannte Flugdrohne vom Typ MQ-5B/C Hunter einen Erwachsenen und einen etwa 10-jährigen Jungen nahe der irakischen Stadt Qayyarah. Auf einem Video ist zu sehen, wie der unbewaffnete Mann versucht, am Rand einer häufig von Militärkonvois befahrenen Straße einen Sprengsatz einzugraben. Die Wirkung der angreifenden Drohne beschreibt User johnatan in einem Kommentar in dem Militärforum Defensetech mit den Worten: then wam, no dad no son. Der Vorfall in Qayyarah war eine Meldung wert, weil es der first kill für ein Army-Flugvehikel war. CIA und US-Air Force lassen Gegner seit Jahren durch ferngelenkte Drohnen eliminieren. 

Am 38. Breitengrad, der seit 60 Jahren die koreanische Halbinsel zerschneidet, testet das südkoreanische Militär seit anderthalb Jahren bewaffnete Robot-Grenzer. Der Security Guard Robot SGR-A1 der Firma Samsung [Video] hat ein Kamerasystem mit Bilderkennungssoftware und kann sich im Fall eines Alarms seine Anweisungen von menschlichen Kommandeuren holen – oder bei Bedarf selbst entscheiden. Bisher gab es bei einer Grenzverletzung üblicherweise 30 Sekunden Vorwarnzeit, ehe geschossen wird. Hinweise darauf, dass der SGR-A1 jemanden vorwarnt, den er als Eindringling erkennt, gibt es nicht.

? Auch in Israel werden seit Jahren Grenzsicherheitssysteme entwickelt, die Eindringlinge automatisch erfassen und durch fernsteuerbare Waffen oder bewaffnete Roboter abwehren können. Bei den Automated Kill Zones handelt es sich um einen Verbund aus Sensoren, Flugzeugen und unbemannten Drohnen, dazu am Boden fernsteuerbare Maschinengewehre, die über Glasfaserleitungen mit einem Leitstand verbunden sind. Ziel ist es, das System vollautomatisch handeln zu lassen. Noch werden alle eingehenden Informationen von Offizieren überprüft, die dann gegebenenfalls mit einem Joystick feuern. “Wir wollen keine tragischen und politisch kostspieligen Fehler mit einem solchen tödlichen System riskieren”, erklärte ein israelischer Offizier.

Vor zwei Wochen hat, wieder zum ersten Mal in der Kriegsgeschichte, eine unbemannte Drohne eine andere unbemannte Drohne im Südosten des Irak in einem Gefecht angegriffen und zerstört. 

Deutsche Hubschrauber machen solche Sachen nicht. Ich bin sicher, dass sie bemannt waren und leise, weil man Rücksicht nimmt um diese Uhrzeit über Berlin.

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