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NOTFALLS KOMMT DIE IT auch ganz gut ohne Helden aus. Wer erinnert sich noch, wie der Chef von IBM hieß, als der PC auf den Markt kam? Wie Radionuklide, so haben auch Helden offenbar unterschiedliche Halbwertszeiten. Einen Mann wie Ed Roberts, der mit dem Altair 8800 den allerersten Mikrocomputer gebaut hat, kennt heute kaum noch jemand. Auch Steve Wozniak, der den ersten Apple-Computer konstruiert hat, hat sich darüber beklagt, im Schatten seines ehemaligen Kumpels Steve Jobs zu stehen.
Besonders Steve Jobs, wie Bill Gates einer der Superstars der PC-Ära, hat das von ihm geführte Unternehmen dermaßen auf seine Person ausgerichtet, dass man sich an Brecht erinnert fühlt: “Cäsar schlug die Gallier - hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?”
Das vermeintliche Ringen Bill Gates gegen Steve Jobs vulgo Microsoft gegen Apple hätte sich Shakespeare (der viel Sinn für’s Populäre hatte) nicht besser ausdenken können. Auf der einen Seite ein knallharter Programmierer, der damit so reich geworden ist, dass er dem Sultan von Brunei zum Geburtstag die Schweiz schenken könnte - Bill Gates. Auf der anderen Seite Steve Jobs, der Retter von der technologischen Eleganz. Der Kampf hat viel mit unserer Freude an vereinfachten Welten zu tun, aber wenig mit der Realität - ein Unternehmen wie Microsoft mit fast 90.000 Mitarbeitern läßt sich ebensowenig auf eine Person reduzieren wie Apple mit seinen 32.000 Mitarbeitern.
Stars brauchen wir immer noch – auch in der Computerwelt. Sie verkörpern Images und Gefühlsbotschaften und machen die immer ununterscheidbarere Technik für uns unterscheidbar. Ihr individueller Einfluß aber wird zunehmend hinter die Technologie zurücktreten, die sie auf den Weg gebracht haben.
Viele der Pioniere haben sich im übrigen nicht zur Ruhe gesetzt, sie stehen bloß nicht mehr im Rampenlicht wie früher. Während die Maschinen und der Umgang mit dem Netz sich immer standardisierter und ähnlicher anfühlen - was ja sein Gutes hat -, gehen die Menschen, die der technologischen Entwicklung wichtige Impulse gegeben haben, ihre ganz persönlichen Wege. Marc Andreessen hat zuletzt das Meta-Social Network Ning mit angeschoben. Der Schwulenaktivist Tom Jennings, der 1984 mit FidoNet das erste weltweite Amateur-Computernetzwerk ins Leben gerufen hatte, übernahm in den neuziger Jahren den Internet-Provider “The Little Garden” in San Francisco und arbeitet heute in einem Programm für Arts Computation Engineering der Universität von Kalifornien. Steward Brand, der 1985 ins San Francisco The WELL ans Netz brachte, den Prototypen aller Online-Communities, kümmert sich heute um das Global Business Network - eine Art Müttergenesungswerk für verdiente Digerati -, und die Long Now Foundation, die eine Uhr bauen will, die einmal im Jahr tickt und 10.000 Jahre lang läuft. Und Louis Rossetto, der gemeinsam mit Jane Metcalf und dem MIT-Vordenker Nicholas Negroponte 1993 das Magazin Wired aus der Taufe gehoben und zum Zentralorgan der digitalen Kultur gemacht hatte, verkaufte das Blatt 1998 - und gründete eine Schokoladefirma.
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Schöner Beitrag, aber mit fehlt hier Linus Torvalds.