? Die Penisierbarkeit scheint sich zu einer Art Elchtest für neue Netzanwendungen und zu einem neuen Standard-Rebellionsgestus zu entwickeln.
? Dies waren mit die letzten Grüße aus der alten Welt: Als im Januar 2006 im Netz ein Video auftauchte, das Pete Doherty beim Winken mit seinem Gemächt zeigte, soll der Sänger der Babyshambles empört gewesen sein. “Pete zeigte uns die Implantate in seiner Bauchdecke, die ihn bei seinem Heroinentzug unterstützen sollten, und entschloß sich dann spontan, sich seinem willy zuzuwenden”, erläutert einer seiner Freunde dem britischen Boulevardblatt “Sun”. Doherty hatte vergessen, dass der Film existierte und war explodiert, als er erfuhr, dass jemand ihn ins Netz gestellt hatte.
? Noch im selben Jahr entwich das Willywinken in den virtuellen Raum. Im Dezember 2006 bekam es die Second Life-Immobilienentwicklerin Anshe Chung während einer Live-Veranstaltung mit Schwärmen fliegender Penisse zu tun. Im Mai 2008 attackierte ein analoger Anachronismus in Gestalt eines fliegenden Miniaturhubschraubers in Penisform bei einer realen Pressekonferenz den ersten Schachweltmeister, der im Wettkampf einem Supercomputer unterlegen war: Garry Kasparow.
Einen Monat später veröffentlichte Electronic Arts einen Kreaturen-Editor für das neue Spiel “Spore”, worauf unter den Spielern ein Wettstreit ausbrach: Wer bastelt das lustigste Penismonster? Immerhin, so Golem.de, “wer im Kreatureneditor von Spore ein Peniswesen bastelt, spielt kein sogenanntes Killerspiel und lernt den Umgang mit 3D-Softwareumgebungen.”
? Nun wird endlich auch das Microblogging verschwanzt - Twitter is Penis. Alle 15 Minuten entführt der neue Service “unschuldige Tweets und wendet ein patentiertes Pensierungsverfahren auf sie an, das verschiedene Wörter durch das Wort ‘Penis’ ersetzt. Wir finden das lustig.” |
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