Nur hin

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CARL McCUNN wurde 1946 in Deutschland geboren, während sein Vater in der US Army diente. Er wuchs in San Antonio in Texas auf, war vier Jahre bei der Navy und wurde dann Naturfotograf. Er fotografierte wild lebende Tiere. 1970 zog er nach Anchorage in Alaska um.

Im März 1981 ließ er sich von einem Buschpiloten in einer verlassenen Gegend an einem See in der Nähe des Coleen River absetzen, um zu fotografieren. Dort hatte er 1976 schon einmal fünf Monate verbracht. Er hatte 500 Rollen Film dabei und Vorräte, die bis zum Sommer reichten. McCunn war der Meinung, er habe mit dem Piloten verabredet, dass der ihn im August wieder abholen solle. Aber das hatte er nicht.

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ÜBER ACHT MONATE führte McCunn Tagebuch in einer Ringbuchmappe. Als er Mitte August zurückwollte, wurde ihm klar, dass er sich dem Piloten gegenüber wohl nicht klar genug ausgedrückt hatte. Zu seiner allergrößten Erleichterung sah er nach ein paar Tagen ein Flugzeug, das über ihm kreiste.

Er gab Handzeichen, um das Flugzeug zum Landen zu veranlassen; jedenfalls dachte er das. Der Pilot, der von besorgten Freunden geschickt worden war, sah, dass McCunn das all-OK-Signal winkte und dann langsam zu seinem Zelt schlenderte. Also nahm er an, dass alles in Ordnung war und flog zurück. Nachdem das Flugzeug verschwunden war, wurde McCunn klar, dass er das falsche Handsignal gegeben hatte.

Sein Lager befand sich etwa 350 Kilometer nördlich von Fairbanks und 120 Kilometer von Fort Yukon entfernt. Statt den Versuch zu unternehmen, zu Fuß zurück in die Zivilisation zu gelangen, beschloß McCunn abzuwarten, ob jemand zurückkommen würde, um ihn rauszuholen.

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ER HÖRTE AUF, seine Tagebucheinträge zu datieren. Die meiste Zeit war er damit beschäftigt, etwas zu Essen aufzutreiben und sich warmzuhalten. Er machte sein Zelt winterfest und kämpfte gegen die Füchse. Im Oktober ging ihm der Proviant endgültig aus. Kurz vor dem Ende schrieb er “Ich brenne jetzt die letzte meiner Signalfackeln ab und lege das letzte Kleinholz, das noch da ist, ins Feuer. Wenn die Asche erkalten wird, werde ich mit ihr erkalten.”

Im Februar 1982 fanden Ranger seine Leiche neben dem 100-seitigen Tagebuch, in dem er seinen Niedergang beschrieb. Mit der letzten Patrone, die ihm geblieben war, hatte McCunn sich in den Kopf geschossen. Dem Tagebuch war eine testamentarische Notiz hinzugefügt, dass seine persönlichen Dinge an seinen Vater überbracht werden sollten und dass die Person, die ihn finden würde, sein Gewehr und seine Schrotflinte behalten sollte.

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Quellen: Futilitycloset | Wikipedia | A Death A Day |

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3 Kommentare zu “Nur hin”


  1. 1 stoertebeker

    Himmel! Das ist so absurd, wie es traurig und tragisch ist.

  2. 2 Ronny

    Eigentlich wollte ich jetzt ins Bett gehen, nun aber klicke ich mich durch das Leben von CARL McCUNN, einem Menschen, von dem ich vorher niemals nicht auch nur ansatzweise gehört hatte.

  3. 3 Hendrik

    Man ey sowas am frühen Morgen, wirklich tragisch.

  1. 1 zeichenriss (zeichenriss) 's status on Friday, 14-Aug-09 11:04:08 UTC - Identi.ca
    Pingback am 14. Aug 2009 um 13:06
  2. 2 Das Kraftfuttermischwerk
    Pingback am 15. Aug 2009 um 00:55

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