Das Elvis Presley-Prinzip

• Heute vor 50 Jahren kam Elvis Presley nach Deutschland - gemeinsam mit 1300 weiteren US-Soldaten, die mit dem Truppentransporter General G. M. Randall in Bremerhaven anlandeten.

Ich habe Elvis letzte Nacht gesehen. Er stand hinter mir in der Schlange an der Tankstelle. Wir haben ein paar Gummibärchen gegessen und uns nett unterhalten.

Have You Seen Elvis? -

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• Es gibt ein Prinzip, das ich das Elvis-Prinzip nenne: „It’s now or never.“ Ich habe in 30 Jahren Computerei gelernt, dass ich eintreffende Information entweder sofort zuordne oder in den Müll expediere. Die Information kriegt ihren Platz in meinem digitalen Handarchiv, einer Ordnerkaskade von A bis Z; oder ich weiß, an wen ich sie weiterleiten kann und tue das; oder ich lege sie an die Stelle, an welcher der nächste Arbeitsschritt stattfindet. Oder löschen.

Früher habe ich gelegentlich einen “Noch erledigen”-Ordner“ eröffnet und ihn dann, wenn sich darin Hunderte unbearbeiteter Texte angesammelt hatten, in den elektronischen Orkus geschmissen, weil ich wusste, dass ich mich zwei Wochen einsperren müßte, um diesen Ordner leerzuarbeiten. Nicht einfach eine Ökonomie im Umgang mit Informationen - mir geht es inzwischen um Informationsökologie. Um smogfreien, nicht kontaminierenden Umgang mit Information.

Elvis hat meine Kusine geheiratet. Jetzt leben sie unten im Erdgeschoß und haben zwei Kinder, Grace und Lenerd.

The Elvis Spotting Pool:

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• Jährlich pilgern mehr als 600.000 Fans zu seinem Anwesen Graceland, wo er begraben liegt. Artefakte aus seinem Leben werden von seinen Anbetern wie Reliquien behandelt. So wurden bereits Elvis-Haare (mit Echtheitsbeglaubigung) sowie Ampullen mit Schweisstropfen des King zum Kauf angeboten. Eine Verehrerin rühmt sich damit, einen Zehennagel und eine Warze vom rechten Fuss des Elvis Presley zu besitzen.

Ich bin aus Ägypten und höre seit fünf Jahren Elvis. Und wißt ihr was: Ich liebe Elvis jeden Tag mehr.

• 1991 ließen die Stadtväter von Memphis, Tennessee am Ufer des Mississippi für 65 Millionen Dollar eine Pyramide aus rostfreiem Stahl errichten. Sie ist 32 Stockwerke hoch, nach der Cheops-Pyramide in Giseh und der Pyramide des Luxor-Hotels in Las Vegas die drittgrößte Pyramide der Welt. Sie ist höher als die Freiheitsstatue und verfügt über 21.000 Plätze. Nachts, gekrönt von einem glutroten Flugzeugwarnlicht und an den Böschungen von Scheinwerferlinien gezeichnet wie ein außerirdisches Tier, gibt sie ein beeindruckendes Bild ab.

Anläßlich des 25. Todestags von Elvis Presley am 16. August 2002 traten in der Pyramide Priscilla und Lisa Marie Presley zusammen mit Sängern und Musikern auf, die im Lauf der Jahre mit Elvis zusammengearbeitet hatten. Der tote King gesellte sich in Gestalt einer Videoprojektion zu ihnen auf die Bühne, und sie sangen Lieder mit ihm zusammen.

Ich hab ihn gesehen. Ich hab ihn letzte Woche auf einem Berggipfel in Kenia gesehen, wo er mit seinem sudanesischen Guru Flugyoga gemacht hat. Der King erfreut sich ausgezeichneter Gesundheit, er hat auch ziemlich abgenommen. Er erzählte mir, dass er ein Comeback plant, da Michael Jackson sich an seiner kleinen Tochter vergriffen habe.

• In den fünfziger Jahren erfand Elvis den Sex (jedenfalls für die Weissen) und prägte durch neuartige Tempowechsel einen völlig neuen musikalischen Sound: den Rock’n'Roll. Auch der Halleffekt, mit dem Sam Phillips die Aufnahmen seiner Stimme in den Sun-Studios bearbeitet hatte, startete mit ihm zum ersten Mal raketenartig in die US-Hitparaden. Philips erreichte den noch heute unverkenbaren Sound mithilfe zweier Tonbänder. Das Signal konnte so mit winziger Zeitverzögerung noch ein zweites Mal wiedergegeben werden. Ohne diese Medientechnik wäre die Entstehung des Rock’n'Roll nicht möglich gewesen.

Marlon Brando verehrte und fürchtete Elvis als einzigen Konkurrenten. James Dean, seinerseits von unerwiderter Liebe für Brando durchglüht, soll ihn in düsteren Momenten nachts angerufen und mit Elvis’ Hound Dog gequält haben. Anders als Brando, der nuschelte und maulte, trug Elvis aber seinen Sex nicht nur in seinem hübschen Gesicht und seinem Hüftschwung, sondern auch auf der Zunge.

Einige meiner finnischen Freunde werden es bereits wissen: Elvis lebt hier in Finnland, in Tampere. Wir sehen ihn häufig auf dem Marktplatz, wo er gern eine lokale Delikatesse namens “mustamakkara” ißt.

• Derzeit gibt es weltweit an die 85.000 Elvis-Imitatoren (1977, im Todesjahr des King, waren es 170). Hält die Wachstumsrate weiter an, wird im Jahr 2019 ein Drittel der Weltbevölkerung aus Elvis-Imitatoren bestehen. Einige der Elvis-Imitatoren haben es ihrerseits zu einiger Prominenz gebracht, darunter Tortelvis, der Sänger der Led Zeppelin-Coverband “Dread Zeppelin“, der Brite Martin Fox, der sich auf den 70er-Jahre-Elvis spezialisiert hat, und Extreme Elvis aus San Francisco, der den Entwurf eines immer mehr Drogen konsumierenden und immer mehr Irrwitz produzierenden Elvis darbietet – Motto: “Jede Generation bekommt den Elvis, den sie verdient”.

Keine aktuellen Elvis-Sichtungen im Raum Washington.

• The Elvis Sighting Bulletin Board verzeichnet alle bekanntgewordenen Elvis-Sichtungen. Und wir haben nicht nur die Jungfrau Maria auf Toastscheiben, auch Elvis erscheint gern auf Gegenständen - hier beispielsweise auf einem Felsstück des Steinsammlers LaDell Alexander.

Seit seinem Ableben wurden etwa eine Viertelmillion Elvis-Sichtungen gemeldet. Und die Konkurrenz schläft nicht. Osama bin Laden-Sichtungen sind inzwischen fast so populär wie Elvis-Sichtungen an Autobahnraststätten. Dank moderner Kommunikationsmittel verbreiten sich Mythen heute anders als in den alten Zeiten. So wurde etwa im Juni 2004 von der Sichtung eines großen Elvis-Porträts im Irak berichtet.

Auf Gottahaveit.com, einer Webplattform für Popkultur-Memorabilia, wurde Anfang August ein Bühnenkostüm von Elvis für 300.000 Dollar an einen Bieter verkauft, der unerkannt bleiben wollte. Der weisse Anzug ist mit einem aufgestickten blaugoldenen Pfau verziert, über die Trompetenbeinröhren der Hose verlaufen blaue Pfauenfedern. | 50.000.000 User können nicht irren: Elvis und der 14-jährige Videoblogger Fred, der es auf 45.000.000 Views gebracht hat - ein Vergleich. |

Eine Elvis-Skulptur aus 50.000 Streichholzköpfchen, geschaffen von dem schottischen Künstler David Mach. [via neatorama]. | Ein Bericht des Telegraph über den britischen Elvis-Fan Matt Hale, der als Elvis Presley gekleidet die Welt bereist. | Ein Bericht aus der International Herald Tribune über deutsche Elvis-Fans: Frozen in time, Elvis still reigns as the King in Germany.

Ende August schmiß David Best, CEO von TheDoctorsChannel.com (Internet-TV für Ärzte) eine 10.000-Dollar-Party für seinen Hund Elvis in dem bekannten jüdischen Steakhouse “Sammy’s Roumanian” in Manhattan. |

Der Sicherheitsexperte Jeroen van Beek von der Universität Amsterdam konnte zeigen, dass die angeblich fälschungssicheren gechipten Reisepässe kopiert und manipuliert werden können. Ein automatisches Paßerkennungsgerät in einem holländischen Rathaus akzeptierte einen Paß van Beeks, der auf den Namen Elvis Presley ausgestellt war. | Update: “Die Geschichte mit dem “gefälschten” Pass … wird überbewertet. Es ist, gerade in den Niederlanden, wo die Passnummern schlicht hochgezählt werden, ziemlich einfach, die Basic Access Control zu überlisten.” (Danke, Detlef). |

Die frühen Jahre: Altrömische Elvis-Büste gefunden. | Ein digitaler Elvis: üben, üben, üben (YouTube). | 21. Dezember 1970: Richard Nixon und Elvis Presley schütteln einander im Weissen Haus die Hände. |

Elvis Impersonators:

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4 Kommentare zu “Das Elvis Presley-Prinzip”


  1. 1 jens

    Derzeit gibt es weltweit an die 85.000 Elvis-Imitatoren (1987, im Todesjahr des King, waren es 170).

    1977!!!

  2. 2 PeterGlaser

    Argl, vertippt.
    Schon korrigiert.

    PG

  3. 3 vito

    Wenn etwas Avantgardes populär wird, bleibt ein banales Geschmack haften.

  4. 4 Etina

    Wir muessen sagen was manche so schreiben oder sich ausdenken, das sie eine Cousine oder so was haben und verwant sind mit Elvis the king off rocken roll, sorry das sind spinner und traeumer und nichts mehr.

  1. 1 gnogongo » Blog Archive » Elvis war auch in Deutschland
    Pingback am 3. Okt 2008 um 14:02

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